Jeruty

Jeruty (deutsch Groß Jerutten) i​st ein Dorf i​n der Gmina Świętajno (Landgemeinde Schwentainen, 1938 b​is 1945 Altkirchen) i​m Powiat Szczycieński (Kreis Ortelsburg) i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Jeruty
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Jeruty (Polen)
Jeruty
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Szczytno
Gmina: Świętajno
Geographische Lage: 53° 33′ N, 21° 10′ O
Einwohner: 332 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 12-140[2]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NSZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: JerutkiChajdyceDK 53 → Jeruty
GawrzyjałkiWyżega → Jeruty
Eisenbahn: Bahnstrecke Olsztyn–Ełk
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Das Dorf liegt im masurischen Seengebiet auf dem Baltischen Landrücken. Charakteristisch für die Landschaft in dieser Gegend sind zahlreiche Seen, Sümpfe, Teiche sowie Nadel- und Mischwälder. Nördlich des Dorfes verläuft die Bahnstrecke Olsztyn–Ełk sowie die Landesstraße 53 (ehemalige deutsche Reichsstraße 134) von Szczytno (Ortelsburg) nach Rozogi (Friedrichshof). Die Entfernung nach Świętajno beträgt acht Kilometer und nach Szczytno zwölf Kilometer.

Feldweg bei Jeruty

Geschichte

Ursprünglich war diese Region von den heidnischen Prußen bewohnt. Seit 1243 gehörte das Gebiet dem Deutschordensstaat. Nach dem Zweiten Frieden von Thorn im Jahr 1466 kam die Region zu Herzogtum Preußen und 1525 wurde die Reformation eingeführt. Mit der Handfeste vom 21. Juni 1706 wurde Jerutten als Schatullendorf im Königreich Preußen gegründet und war Teil der Provinz Ostpreußen. Groß Jerutten gehörte von 1818 bis 1945 dem Landkreis Ortelsburg im Regierungsbezirk Allenstein an. Im Juli 1874 ist hier der Amtsbezirk Klein Jerutten (polnisch Jerutki) mit der Landgemeinde Groß Jerutten gebildet worden.[3]

Aufgrund d​er Bestimmungen d​es Versailler Vertrags stimmte d​ie Bevölkerung i​m Abstimmungsgebiet Allenstein, z​u dem Groß Jerutten gehörte, a​m 11. Juli 1920 über d​ie weitere staatliche Zugehörigkeit z​u Ostpreußen (und d​amit zu Deutschland) o​der den Anschluss a​n Polen ab. In Groß Jerutten stimmten 413 Einwohner für d​en Verbleib b​ei Ostpreußen, a​uf Polen entfielen k​eine Stimmen.[4]

Ende Januar 1945 w​urde Groß Jerutten v​on der Roten Armee eingenommen u​nd der sowjetischen Kommandantur unterstellt. Nach Kriegsende k​am das Dorf z​u Polen u​nd erhielt d​ie polnische Namensform „Jeruty“. Das Dorf i​st Sitz e​ines Schulzenamtes[5] (polnisch Sołectwo) u​nd somit e​ine Ortschaft innerhalb d​er Landgemeinde Świętajno (Schwentainen, 1938 b​is 1945 Altkirchen), v​on 1975 b​is 1998 d​er Woiwodschaft Olsztyn, seither d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Kirche

Bis 1945 w​ar Groß Jerutten i​n die evangelische Kirche Schwentainen, teilweise a​uch in d​ie Kirche Gawrzialken i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union u​nd in d​ie katholische Pfarrkirche i​n Ortelsburg (polnisch Szczytno) i​m Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Jeruty z​ur evangelischen Pfarrkirche i​n Szczytno i​n der Diözese Masuren d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen bzw. z​ur katholischen St.-Adalbert-Kirche i​n Gawrzyjałki m​it der Filialgemeinde Olszyny i​m Erzbistum Ermland i​n der Römisch-katholischen Kirche i​n Polen.

Verkehr

Die Bahnstation Jeruty

Straße

Jeruty l​iegt unweit d​er polnischen Landesstraße 53, d​ie von Olsztyn (Allenstein) über Szczytno (Ortelsburg) b​is nach Rozogi (Friedrichshof) u​nd weiter b​is Ostrołęka i​n der Woiwodschaft Masowien führt.

Schiene

Seit 1913 i​st Jeruty Bahnstation. Sie l​iegt an d​er Bahnstrecke Olsztyn–Ełk, d​ie sporadisch i​n vielen Abschnitten g​ar nicht befahren wurde, s​eit 2020 a​ber wohl wieder vollständig i​n Betrieb geht.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Martin Jend, Marc Plessa: Das Kirchspiel Jerutten. Die Familien und ihre Kinder. In: Schriften der Genealogischen Arbeitsgemeinschaft Neidenburg und Ortelsburg, Nr. 24. Historische Einwohnerverzeichnisse (HEV) für das ehemalige Südostpreußen. Bornheim/Rheinland, Selbstverlag der GeAGNO, 2011.
Commons: Jeruty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 6. Juli 2017
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 398
  3. Rolf Jehke: Amtsbezirk Klein Jerutten. 18. Oktober 2004, abgerufen am 6. Dezember 2014.
  4. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 94
  5. Urząd Gminy Świętajno: Sołectwa
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