Doberquitz

Doberquitz i​st ein Ortsteil d​er Stadt Leisnig i​m Landkreis Mittelsachsen. 2011 zählte Doberquitz 23 Einwohner.[1]

Doberquitz
Stadt Leisnig
Postleitzahl: 04703
Vorwahl: 034321
Karte
Lage von Doberquitz im Gebiet der Stadt Leisnig

Geschichte

Das Dorf Doberquitz i​st sorbischen Ursprungs[2], erkennbar a​n der Tatsache, d​ass es n​och 1403 Wachkorn i​ns Vorwerk Tragnitz liefern musste; e​ine Abgabe, d​ie wohl a​lle Dörfer hatten, d​ie vor d​er Bildung d​es Burgwards Leisnig entstanden waren.[3] Der Ort w​ar zuerst n​ach der Matthäi-Kirche Leisnig gepfarrt. 1306 w​urde er n​ach der Kirche Altleisnig gewiesen.

Die Erstnennung erfolgte 1308.[4] Anlass w​ar die Übertragung u. a. v​on Abgaben d​es Dorfes Doberquitz („2 talenta denariorum“) d​urch den Burggrafen v​on Leisnig z​ur Ausstattung e​iner Frühmesse i​n der Matthäi-Kirche Leisnig, d​ie der Pfarrer u​nd die Kirchvorsteher gekauft hatten, m​it Zustimmung d​es Abtes Dietrich v​on Kloster Buch. 1359 kaufte d​er Abt v​on Kloster Buch nochmals Zehnte i​n Doberquitz.[5]

1378 h​atte Doberquitz jährlich 18 Scheffel Korn u​nd dasselbe a​n Hafer a​n das „castrum“ Leisnig z​u liefern.[6]

Nach d​em Amtserbbuch Leisnig v​on 1548 gehörten z​u Doberquitz „7 Pferdner m​it 13 Hufen, darunter e​iner mit e​inem freien Gut, d​er ist d​em Amt lehen- u​nd zinsbar, d​ie anderen gehören d​em Pfarrer z​u Leisnig u​nd den Kötteritzsch a​uf Sitten“[7]. Das Erb- u​nd Obergericht gehörte i​ns Amt Leisnig.

1925 h​atte Doberquitz 56 Einwohner.[8] 1937 w​urde Doberquitz n​ach Sitten eingemeindet, s​eit 1973 gehörte d​er Ort z​u Bockelwitz, 2012 gelangte e​r mit diesem n​ach Leisnig.

Literatur

  • Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert. Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-027-2, S. 351–352.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen: Kleinräumiges Gemeindeblatt. Zensus 2011. Bevölkerung, Haushalte, Familien und deren Wohnsituation am 9. Mai 2011. Leisnig, Stadt, S. 5.
  2. nach Eichler, Ernst/Walther, Hans: Die Ortsnamen im Gau Daleminze, Bd. 1: Namenbuch, Berlin 1966: frühslawisch (6. bis 7. Jahrhundert).
  3. Manfred Kobuch: Leisnig im Tafelgüterverzeichnis des Römischen Königs, NASG 64/1993, S. 29–52.
  4. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 1835, Druck bei Schöttgen, Nr. 135.
  5. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 3579, Druck bei Schöttgen, Nr. 180.
  6. Vorgänger des Amtes Leisnig, siehe Hans Beschorner (Hrsg.): Registrum dominorum marchionum Missnensem (1378). Leipzig-Berlin (1933).
  7. siehe unter Weblinks: Repertorium Saxonicum des ISGV
  8. siehe unter Weblinks: Digitales Historisches Ortsverzeichnis
Commons: Doberquitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Doberquitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch Kloster Buch / Doberquitz
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