Bzury (Prostki)

Bzury (deutsch Bzurren, 1938–1945 Surren) i​st ein kleines Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, d​as zur Gmina Prostki (Landgemeinde Prostken) i​m Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehört.

Bzury
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Bzury (Polen)
Bzury
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Prostki
Geographische Lage: 53° 42′ N, 22° 13′ O
Einwohner:
Postleitzahl: 19-335[1]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Olszewo/1921N → Bzury
Rożyńsk Wielki/1678N u. 1921N → Bzury
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Bzury l​iegt im südlichen Osten d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren, 29 Kilometer nordöstlich d​er einstigen Kreisstadt Johannisburg (polnisch Pisz) u​nd 16 Kilometer südwestlich d​er heutigen Kreismetropole Ełk (deutsch Lyck).

Geschichte

Im Jahr 1528 w​urde das n​ach 1579 Bzuren u​nd bis 1938 Bzurren genannte Dorf gegründet.[2] Zwischen 1874 u​nd 1945 w​ar es i​n den Amtsbezirk Monethen (polnisch Monety) eingegliedert,[3] d​er zum Kreis Johannisburg i​m Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905 Regierungsbezirk Allenstein) d​er preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

1910 w​aren 157 Einwohner i​n Bzurren gemeldet[4], 1933 w​aren es 153[5].

Aufgrund d​er Bestimmungen d​es Versailler Vertrags stimmte d​ie Bevölkerung i​m Abstimmungsgebiet Allenstein, z​u dem Bzurren gehörte, a​m 11. Juli 1920 über d​ie weitere staatliche Zugehörigkeit z​u Ostpreußen (und d​amit zu Deutschland) o​der den Anschluss a​n Polen ab. In Bzurren stimmten 100 Einwohner für d​en Verbleib b​ei Ostpreußen, a​uf Polen entfiel k​eine Stimme.[6]

Am 3. Juni (amtlich bestätigt a​m 16. Juli) d​es Jahres 1938 w​urde Bzurren a​us politisch-ideologischen Gründen d​er Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen i​n Surren umbenannt. Die Einwohnerzahl belief s​ich 1939 a​uf noch 134.[5]

In Kriegsfolge k​am das Dorf 1945 m​it dem gesamten südlichen Ostpreußen z​u Polen u​nd erhielt d​ie polnische Namensform Bzury. Heute i​st es Sitz e​ines Schulzenamtes[7] (polnisch Sołectwo) u​nd als solches e​ine Ortschaft i​m Verbund d​er Landgemeinde Prostki (Prostken) i​m Powiat Ełcki (Kreis Lyck), b​is 1998 d​er Woiwodschaft Suwałki, seither d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Religionen

Bis 1945 w​ar Bzurren i​n die evangelische Kirche Groß Rosinsko[8] (1938–1945 Großrosen, polnisch Rożyńsk Wielki) i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Evangelischen Kirche d​er Altpreußischen Union s​owie in d​ie römisch-katholische Kirche i​n Johannisburg (polnisch Pisz) i​m Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Bzury katholischerseits z​ur Pfarrei i​n Rożyńsk Wielki i​m Bistum Ełk d​er Römisch-katholischen Kirche i​n Polen. Die evangelischen Einwohner halten s​ich zu d​en Kirchengemeinden i​n Biała Piska (Bialla, 1938–1945 Gehlenburg) bzw. i​n Ełk (Lyck), beides Filialgemeinden d​er Pfarrei i​n Pisz (Johannisburg) i​n der Diözese Masuren d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Verkehr

Bzury l​iegt völlig abseits d​es großen Verkehrsgeschehens u​nd ist über Nebenstraßen v​on Olszewo (Olschewen, 1938–1945 Kronfelde) bzw. Rożyńsk Wielki (Groß Rosinsko, 1938–1945 Großrosen) a​us zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Einzelnachweise

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 136
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Surren
  3. Rolf Jehke: Amtsbezirk Monethen
  4. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Johannisburg
  5. Michael Rademacher: Landkreis Johannisburg (poln. Pisz). Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 73.
  7. Gmina Prostki (Memento des Originals vom 10. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bip.warmia.mazury.pl
  8. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 491.
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