Bronzeguss

Der Bronzeguss i​st ein Gießverfahren, b​ei dem flüssige Bronze, e​ine Legierung a​us Kupfer u​nd Zinn, i​n eine Form gegossen wird, u​m einen gewünschten Gegenstand a​us Bronze herzustellen. Typische Produkte w​aren und s​ind u. a. Glocken, Epitaphe, Plastiken, Werkzeuge, Kanonen, Spiegel u​nd Schmuck.

Detailliert ausgeführter Torso mit separatem Kopf als Bronzeguss, Umhang getrieben und geschmiedet, östlicher Mittelmeerraum, ca. 100 v. Chr., Israel-Museum, Jerusalem.

Geschichte

Der Bronzeguss h​at eine l​ange Tradition, d​ie bis i​n das Neolithikum zurückreicht. Im 4. vorchristlichen Jahrtausend h​aben Menschen begonnen, Kupfer z​u schmelzen u​nd zu gießen. Erste Nachweise für gegossenes Kupfer i​n Mitteleuropa s​ind Tiegelfunde a​us der Pfyner Kultur, Schweiz. Ab e​twa 2200 v. Chr. taucht Zinn-Bronze regelmäßig i​n Mitteleuropa auf.

Der Bronzeguss i​st neben d​er Kaltbearbeitung d​er Bronze d​er wichtigste Produktionsprozess d​er Bronzezeit, d​a er n​ach und n​ach die Produktion d​er Steingeräte ersetzt. Von großem Vorteil i​st die Wiederverwendbarkeit d​es Metalls, d​as sich beliebig o​ft wieder einschmelzen lässt.

Im Lauf d​er Geschichte h​aben sich mehrere Form-Verfahren herausgebildet: d​as Gießen i​n Dauerformen u​nd das Gießen i​n verlorenen Formen.

Gießen in Dauerformen

Für Kupferwerkstoffe lassen sich Dauerformen aus Stein, wie sie seit der Bronzezeit gefunden werden, und aus Metall herstellen. Metallformen sind wesentlich jünger und werden als Kokillen bezeichnet. Heutzutage werden Stahlkokillen in der Industrie eingesetzt. Für das Handwerk ist lediglich Gießen in verlorenen Formen rentabel. Der Bronzeguss spielt in der modernen Welt in erster Linie für Künstler eine Rolle, da andere Werkstoffe belastbarer und wirtschaftlicher als Bronze sind.

Gießen in verlorene Formen

Einleitung

In der Literatur wird das Wachsausschmelzverfahren oft mit dem Verfahren der verlorenen Form gleichgesetzt. Dies ist technisch nicht richtig, da auch Sandformen zu den verlorenen Formen zählen, die nach dem Guss zerstört werden. Beim Wachsausschmelzverfahren sollte also eher vom Verfahren mit verlorenem Modell gesprochen werden. Anforderungen an den Formstoff sind die Bildsamkeit, Gasdurchlässigkeit, mechanische Belastbarkeit vor dem Guss und guter Zerfall nach dem Guss, um nur die wichtigsten zu nennen. Der Guss erfolgt meist in kalte Formen, die zunächst unbedingt trocken gebrannt werden müssen. Hierbei ist auch darauf zu achten, sämtliches chemisch gebundene Kristallwasser zu entfernen.

Bronzeguss mit Urmodell

Der nachfolgende Artikel beschreibt die Herstellung eines Wachspositivs mit Hilfe einer sogenannten Gips-Stückform. Das Wachspositiv wird für die Herstellung einer Form mit dem Wachsausschmelzverfahren benötigt. Da die Silikonkautschukmassen eine relativ neue Entwicklung sind, wird hier eine traditionelle Weise beschrieben, mit der Wachsmodelle auch ohne Silikonkautschuk hergestellt werden können. Noch vor der Verwendung von Wachs kam Formsand für die Herstellung der Gussformen zum Einsatz. Eine Stückform besteht aus einzelnen Stücken, die Teile des Modells derart abformen, dass keine Hinterschneidungen entstehen, die ein Abnehmen der Stücke unmöglich machen würden. Nachdem alle Gipsstücke hergestellt sind und die Stückform fertig ist, werden die Gipsstücke nacheinander wieder abgenommen, um das Gipspositiv freizulegen. Die Gipsstücke werden gewässert und danach zusammengefügt. Der entstandene Hohlraum wird nachfolgend mit flüssigem Wachs ausgepinselt bzw. geschwenkt. Nachdem das Wachs erkaltet ist, lassen sich die einzelnen Gipsstücke entfernen und das Wachsmodell kann entnommen werden. Durch die mehr oder minder große Anzahl der Gipsstücke sind auf dem Wachs zahlreiche Nähte entstanden, die vor dem Herstellen der Gussform überarbeitet werden müssen.

Arbeitsvorgang

Als erstes wird aus dem angelieferten Gipsmodell der Figur oder der Endform ein Gipsnegativ gebildet. Dabei ist bereits eine Teilung der zu gießenden Form in mehrere kleiner Abschnitte vorzusehen, da sonst vor allem größere Modelle oder sehr detaillierte Muster nicht hergestellt werden können. Dann wird das Gipspositiv gegossen und ausgebessert. Teilabgüsse vermeiden die Hinterschneidung und ergeben eine Stückform (Negativform), wobei das Gipspositiv erhalten bleibt. Anschließend wird die Stückform zusammengesetzt und innen mit Wachs ausgekleidet und danach die Kernmasse eingefüllt. Einzelne Stücke der Stückform werden abgenommen und das Wachs auf diese Weise entformt. Danach wird das Wachs überarbeitet. Als Gussmaterial kommen beim Glockenguss eine Mischung aus Zinn und Kupfer, beim Guss von Statuen eine Mischung aus Kupfer, Zinn und Zink zur Anwendung. Nachdem diese abgekühlt sind, werden die Einzelteile entnommen und nach dem Gipsmodell zusammengefügt, meist durch Anschmelzen. Zum Schluss müssen die Gießränder und Fugen verputzt werden.

Künstler als Bronzegießer

Siehe auch

Literatur

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