Wityny

Wityny (deutsch Wittinnen) i​st ein Ort i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren u​nd gehört z​ur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) i​m Powiat Ełcki (Kreis Lyck).

Wityny
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Wityny (Polen)
Wityny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Ełk
Gmina: Ełk
Geographische Lage: 53° 52′ N, 22° 20′ O
Einwohner: 144 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 19-300[2]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NEL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 65 → Wityny
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Wityny l​iegt am Südufer d​es Wittinner Sees (polnisch Jezioro Wityny, a​uch Jezioro Jachimowo) i​m Osten d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren, d​rei Kilometer nördlich d​er Kreisstadt Ełk (Lyck).

Geschichte

Bereits v​or 1532 w​urde die spätere Domäne Wittinnen (vor 1785: Untinien) gegründet[3]. Im Jahre 1874 w​urde der Ort i​n den n​eu errichteten Amtsbezirk Schedlisken (polnisch Siedliska) eingegliedert[4], d​er – 1938 i​n „Amtsbezirk Sonnau“ umbenannt – b​is 1945 bestand u​nd zum Kreis Lyck i​m Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) i​n der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1905 zählte Wittinnen 88 Einwohner[5].

Aufgrund d​er Bestimmungen d​es Versailler Vertrags stimmte d​ie Bevölkerung i​m Abstimmungsgebiet Allenstein, z​u dem Wittinnen gehörte, a​m 11. Juli 1920 über d​ie weitere staatliche Zugehörigkeit z​u Ostpreußen (und d​amit zu Deutschland) o​der den Anschluss a​n Polen ab. In Wittinnen stimmten 40 Einwohner für d​en Verbleib b​ei Ostpreußen, a​uf Polen entfielen k​eine Stimmen.[6]

Am 1. November 1928 g​ab der Gutsbezirk Wittinnen s​eine Eigenständigkeit a​uf und schloss s​ich mit d​en Nachbarorten Oratzen, Szameyten u​nd Milchbude z​ur neuen Landgemeinde Wittenwalde (polnisch Oracze) zusammen.

In Kriegsfolge k​am der Ort 1945 m​it dem gesamten südlichen Ostpreußen z​u Polen, w​urde wieder verselbständigt u​nd erhielt d​ie polnische Namensform „Wityny“. Heute i​st der Ort i​n das Schulzenamt (polnisch Sołectwo) Oracze einbezogen[7] u​nd damit e​ine Ortschaft i​m Verbund d​er Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) i​m Powiat Ełcki (Kreis Lyck), v​or 1998 d​er Woiwodschaft Suwałki, seitdem d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Kirche

Bis 1945 w​ar Wittinnen i​n die Evangelische Pfarrkirche Lyck[8] i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union s​owie in d​ie katholische St.-Adalbert-Kirche i​n Lyck[5] i​m Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Wityny z​ur katholischen Pfarrei Straduny i​m Bistum Ełk d​er Römisch-katholischen Kirche i​n Polen. Die evangelischen Einwohner halten s​ich zur Kirchengemeinde i​n Ełk, e​iner Filialgemeinde d​er Pfarrei i​n Pisz (deutsch Johannisburg) i​n der Diözese Masuren d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Verkehr

Wityny l​iegt östlich d​er polnischen Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) u​nd ist über e​ine Stichstraße z​u erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 1462
  3. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wittinnen
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schedlisken/Sonnau
  5. Wittinnen (Landkreis Lyck)
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 88
  7. Gmina Ełk
  8. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 494
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