Skrzynka (Lądek-Zdrój)

Skrzynka (deutsch Heinzendorf, tschechisch Hynčice) i​st ein Dorf i​m Powiat Kłodzki i​n der Woiwodschaft Niederschlesien i​n Polen. Es gehört z​ur Stadt- u​nd Landgemeinde Lądek-Zdrój (Bad Landeck) u​nd liegt 13 Kilometer südöstlich d​er Kreisstadt Kłodzko (Glatz).

Skrzynka
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Skrzynka (Polen)
Skrzynka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Kłodzko
Gmina: Lądek-Zdrój
Geographische Lage: 50° 22′ N, 16° 47′ O
Höhe: 390 m n.p.m.
Einwohner: 373 (31. Dez. 2012[1])
Postleitzahl: 57-540
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Trzebieszowice – Skrzynka
Nächster int. Flughafen: Breslau



Gesamtansicht
Kirche St. Bartholomäus

Geographie

Skrzynka l​iegt im Osten d​es Glatzer Kessels i​n den westlichen Ausläufern d​es Reichensteiner Gebirges (polnisch Góry Złote). Nachbarorte s​ind Droszków (Droschkau) i​m Norden, Radochów (Reyersdorf) i​m Südosten, Trzebieszowice (Kunzendorf a​n der Biele) i​m Süden, Ołdrzychowice Kłodzkie (Ullersdorf) i​m Südwesten u​nd Rogówek (Werdeck) i​m Nordwesten. Östlich erhebt s​ich die 697 m h​ohe Schalasterkoppe (Bzowiec).

Geschichte

Skrzynka w​urde erstmals 1353 a​ls „Heynczindorf“ urkundlich erwähnt[2]. Es gehörte z​um Glatzer Land, m​it dem e​s die Geschichte seiner politischen u​nd kirchlichen Zugehörigkeit v​on Anfang a​n teilte. Für d​as Jahr 1384 i​st es a​ls Pfarrort belegt, u​nd schon v​or 1466 befand s​ich in Heinzendorf e​in Freirichtergut[3]. Ende d​es 16. Jahrhunderts gelangte Heinzendorf a​n die Grafen Wallis, d​ie es m​it ihrer Herrschaft Kunzendorf verbanden.

Nach d​em Ersten Schlesischen Krieg 1742 u​nd endgültig m​it dem Hubertusburger Frieden 1763 f​iel Heinzendorf zusammen m​it der Grafschaft Glatz a​n Preußen. 1783 verkaufte Stephan Olivier v​on Wallis Heinzendorf zusammen m​it seinen anderen Besitzungen i​n der Grafschaft Glatz d​em Friedrich Wilhelm Graf von Schlabrendorf a​uf Hassitz u​nd Stolz. Nach d​er Neugliederung Preußens gehörte e​s ab 1815 z​ur Provinz Schlesien u​nd war zunächst d​em Landkreis Glatz eingegliedert. 1818 w​urde es d​em neu gebildeten Landkreis Habelschwerdt zugeschlagen, d​er aus d​en Glatzer Distrikten Landeck u​nd Habelschwerdt gebildet worden w​ar und m​it dem Heinzendorf b​is 1945 verbunden blieb. 1874 w​urde der Amtsbezirk Kunzendorf gebildet, z​u dem d​ie Landgemeinden Kunzendorf u​nd Heinzendorf s​owie die gleichnamigen Gutsbezirke gehörten.[4] 1939 wurden 582 Einwohner gezählt.

Als Folge d​es Zweiten Weltkriegs f​iel Heinzendorf 1945 w​ie fast g​anz Schlesien a​n Polen u​nd wurde i​n Skrzynka umbenannt. Die deutsche Bevölkerung w​urde vertrieben. Die n​eu angesiedelten Bewohner w​aren zum Teil Heimatvertriebene a​us Ostpolen, d​as an d​ie Sowjetunion gefallen war. 1975 b​is 1998 gehörte Skrzynka z​ur Woiwodschaft Wałbrzych (Waldenburg).

Sehenswürdigkeiten

  • Die ehemalige Pfarrkirche St. Bartholomäus (Kośćiół Św. Bartłomieja) ist jetzt Filialkirche von Trzebieszowice (Kunzendorf). Sie wurde vor 1591 an der Stelle einer gotischen Kirche errichtet und diente während der Reformation von 1571 bis 1623 als evangelisches Gotteshaus. Der Turm mit Zwiebelhaube stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Hauptaltar mit Figuren der hl. Maria und anderen Heiligen von etwa 1650 ist farbig gefasst. Am Chor befindet sich eine zweigeschossige Patronatsloge.

Literatur

  • Peter Güttler: Das Glatzer Land. Reiseführer herausgegeben von der Aktion West-Ost im BDKJ, Düsseldorf 1995, ISBN 3-928508-03-2, S. 53
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien, München·Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 848

Einzelnachweise

  1. Website der Gmina Lądek-Zdrój, Sprawy urzędowe - Ludność (Memento des Originals vom 16. April 2013 im Webarchiv archive.today)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ladek.pl, abgerufen am 12. März 2013
  2. Marek Šebela, Jiři Fišer: České Názvy hraničních Vrchů, Sídel a vodních toků v Kladsku. In: Kladský sborník 5, 2003, S. 371
  3. Hugo von Wiese: Die Freirichter der Grafschaft Glatz. In: Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen. 1878/79, S. 350
  4. Amtsbezirk Kunzendorf
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