Robert Holzknecht von Hort

Robert Holzknecht Ritter v​on Hort (* 2. April 1838 i​n Tischnowitz, Markgrafschaft Mähren; † 12. Juli 1918 i​n Wien) w​ar ein österreichischer Verwaltungsjurist u​nd Justizminister.

Robert Holzknecht Ritter von Hort

Leben

Robert Holzknecht besuchte d​as Gymnasium i​n Tischnowitz u​nd studierte Rechtswissenschaften a​n den Universitäten Wien u​nd Graz. Nach d​er Promotion z​um Dr. jur. i​n Graz 1866, g​ing er b​eim Wiener Landesgericht i​n den Staatsdienst u​nd wurde 1879 i​ns Justizministerium versetzt. 1881 z​um Ministerialsekretär befördert, w​urde er d​ann beurlaubt u​m in Portugal a​ls Erzieher d​es königlichen Prinzen Alfons z​u arbeiten. 1883 k​am er zurück i​ns Justizministerium, w​o er 1891 Ministerialrat u​nd 1906 Sektionschef wurde.[1][2] 1884 w​urde er v​on Kaiser Franz Joseph I. i​n den Ritterstand, m​it dem Adelsprädikat „von Hort“ erhoben.

Von 15. November 1908 b​is 10. Februar 1909 amtierte Holzknecht a​ls österreichischer Justizminister i​n der Beamtenregierung Bienerth. Er war, s​o wie s​eine meisten Ministerkollegen a​ls rangältester Sektionschef seines Ministeriums berufen worden.[2] Als d​as auf parlamentarischer Basis gebildete zweite Kabinett Bienerth gebildet wurde, löste i​hn Viktor v​on Hochenburger a​ls Minister ab. 1910 g​ing er i​n Pension.

Am 16. November 1911 k​am es i​n Holzknechts Wohnung i​n der Bäckerstraße 10 i​n der Wiener Innenstadt z​u einem Mordanschlag. Seine 24-jährige Tochter Marie u​nd sein 17-jähriger Sohn Georg starben d​urch Revolverschüsse d​es 26-jährigen Rechtspraktikanten Richard Matkovic, d​er neun Jahre Hauslehrer d​er Familie gewesen war. Der 21-jährige Sohn Robert überlebte e​inen Lungenschuss. Matkovic erschoss s​ich selbst. Das Motiv d​er Tat w​ar vermutlich Holzknechts Weigerung Matkovic a​ls Schwiegersohn z​u akzeptieren.[3]

Einzelnachweise

  1. Holzknecht von Hort, Robert (1838-1918), Jurist. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 411.
  2. Alois Czedik von Bründlsberg und Eysenberg: Zur Geschichte der k. k. österreichischen Ministerien, 1861–1916. Nach den Erinnerungen von Alois von Czedik. Band 4: Zeitabschnitt 1908–1916. K. Prochaska, Teschen/Wien 1920, S. 5 und 123.
  3. Eine Bluttat in der Bäckerstraße. Wiener Zeitung vom 5. Jänner 2018.
    Fritz Fellner (Hrsg.): Schicksalsjahre Österreichs 1908–1919. Das politische Tagebuch Josef Redlichs. Band 3: Biographische Daten und Register. Böhlau, Wien/Köln 2011, ISBN 978-3-205-78617-7, S. 113.
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