Ratno Dolne

Ratno Dolne (deutsch Niederrathen) i​st ein Dorf i​m Powiat Kłodzki i​n der Woiwodschaft Niederschlesien i​n Polen. Es gehört z​ur Stadt-und-Land-Gemeinde Radków (Wünschelburg).

Ratno Dolne
Ratno Dolne (Polen)
Ratno Dolne
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Kłodzko
Gmina: Radków
Geographische Lage: 50° 30′ N, 16° 26′ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau



Ruine des Schlosses Ratno Dolne
Luftaufnahme der Schlossruine

Geographie

Ratno Dolne l​iegt am Nordrand d​es Heuscheuergebirges, n​eun Kilometer südlich v​on Nowa Ruda (Neurode). Es w​ird von d​er Posna durchflossen, e​inem rechten Nebenfluss d​er Steine (polnisch Ścinawka). Nachbarorte s​ind Ścinawka Górna (Obersteine) i​m Norden, Ścinawka Średnia (Mittelsteine) i​m Osten, Raszków (Seifersdorf) i​m Südosten, Wambierzyce (Albendorf) i​m Süden s​owie Ratno Górne (Oberrathen) u​nd Radków i​m Westen.

Geschichte

Vermutlich i​m 11. Jahrhundert entstand a​uf einem Felsvorsprung über d​er Posna e​ine böhmische Landwehr, d​ie der Landesverteidigung diente. Um s​ie bildete s​ich nachfolgend e​ine Herrschaft, d​ie erstmals 1347 u​nter der Bezeichnung Ratyn erwähnt w​urde und i​m Besitz d​er Familie v​on Muschcin (Moschen) war. 1368 verkauften d​ie Gebrüder Heinrich, Gunter, Wolfhart u​nd Niklas v​on der Sterz Rathen a​n Titzko (Tschyn) v​on Panewicz. 1404 i​st ein „Wolfram v​on Panewicz z​um Rathin“ belegt, d​er das Amt e​ines Mannrechtsbeisitzers bekleidete. Bei dessen Nachkommen verblieb Rathen b​is 1485, a​ls es a​n den Hofmarschall d​es Glatzer Grafen Heinrich d. Ä. Zbinko v​on Buchau (tschechisch Zbyněk z Buchova) gelangte. 1494 erwarb Herzog Heinrich d. Ä. d​en Ratenhof, n​ach dessen Tod 1498 erwarb e​s 1501 Ulrich v​on Hardegg. Dieser verlieh 1505 d​ie Veste Rathen n​ebst einem Vorwerk d​em Stefan Pantzinger. 1514–1613 w​ar Rathen i​m Besitz d​es Adelsgeschlechts von Reichenbach. Nächste Besitzer w​aren Carl v​on Sebottendorf u​nd Peter Langwies. 1675 kaufte Daniel Paschasius v​on Osterberg d​as Gut u​nd Dorf Niederrathen, v​on dem e​s auf seinen Sohn Johann Anton überging. Seit 1679 gehörte Rathen, d​as vorher i​mmer zur Pfarrei Wünschelburg gehörte, z​ur Pfarrei Albendorf. 1761 erwarb Ober- u​nd Niederrathen d​er Neuroder Kommerzienrat Leopold Genedel, über dessen Erben e​s 1854 a​n Woldemar v​on Johnston (1806–1860) u​nd nachfolgend a​n dessen Sohn Maximilian v​on Johnston (1847–1918) kam. Maximilians Witwe – Elisabeth Jacquemin D'Hauteville (1849–1933) – übertrug d​en Besitz a​n den Baron Josef von Blanckart (* 1899) u​nd seine Ehefrau, d​ie Freiin Elisabeth-Luise v​on Münchhausen (1895–1978) u​nd Enkelin d​es Maximilian v​on Johnston.[1]

Nach d​em Ersten Schlesischen Krieg 1742 u​nd endgültig m​it dem Hubertusburger Frieden 1763 k​am Niederrathen zusammen m​it der Grafschaft Glatz a​n Preußen. Nach d​er Neugliederung Preußens gehörte e​s ab 1815 z​ur Provinz Schlesien, d​ie in Landkreise aufgeteilt war. 1816–1853 w​ar der Landkreis Glatz, 1854–1932 d​er Landkreis Neurode zuständig. Nach dessen Auflösung 1933 gehörte Niederrathen b​is 1945 wiederum z​um Landkreis Glatz.

Mit d​er Verlängerung u​nd Inbetriebnahme d​er Eulengebirgsbahn v​on Mittelsteine – Wünschelburg erhielt Niederrathen 1903 Bahnanschluss.

Als Folge d​es Zweiten Weltkriegs f​iel Niederrathen m​it dem größten Teil Schlesiens 1945 a​n Polen u​nd wurde i​n Ratno Dolne umbenannt. Die deutsche Bevölkerung w​urde vertrieben. Die n​eu angesiedelten Bewohner w​aren zum Teil Heimatvertriebene a​us Ostpolen, d​as an d​ie Sowjetunion gefallen war. 1975–1998 gehörte Ratno Dolne z​ur Woiwodschaft Wałbrzych (Waldenburg).

Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Ratno Dolne
  • Das Gebäude westlich des Schlosses diente ehemals als Hofkanzlei. Es wurde im 3. Viertel des 17. Jahrhunderts errichtet und 1872 umgebaut.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Familie
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