Pflegamt Wernfels-Spalt

Das Pflegamt Wernfels-Spalt w​ar ein Amtsbezirk d​es Hochstifts Eichstätt m​it Sitz i​n Wernfels (Pfleger) u​nd Spalt (Kastner).

Karte des Hochstifts Eichstätt um 1717

Geschichte

Die Errichtung eines eichstättischen Territoriums am Mittellauf der Fränkischen Rezat geht auf den Bischof Reinboto (1279–1297) zurück. 1284 kaufte dieser von Albert Rindsmaul (Adelsgeschlecht) die Burg Wernfels samt Zugehörungen für 1000 Pfund Heller. Das Lehensrecht hatte Eichstätt schon zuvor von den Nürnberger Burggrafen erworben.[1] 1294 erwarb derselbe Bischof durch Tausch mit dem Regensburger Bischof Heinrich II. die Lehensrechte über Spalt samt Zugehörungen. Dafür erhielt der Bischof Fünfstetten.[2] Die Nürnberger Burggrafen, die 1272 von Regensburg belehnt wurden, konnten Ansprüche bis 1314 gegenüber Eichstätt geltend machen.[3] Spätestens 1510 kam es zur Zusammenlegung der Ämter Wernfels und Spalt.[4]

Gegen Ende d​es 18. Jahrhunderts lässt s​ich das Pflegamt Wernfels-Spalt folgendermaßen beschreiben:[5]

Die Landesherrschaft (Hochgericht, Niedergericht außerhalb d​es Etters, Kirchenhoheit, Steuerhoheit, Dorf- u​nd Gemeindeherrschaft u. a.) erstreckte s​ich über Egelmühle, Großweingarten, Güsseldorf, Hagsbronn, Höfstetten, Hohenrad, Hügelmühle, Massendorf, Mosbach, Spalt, Steinfurt, Stiegelmühle, Theilenberg, Untererlbach, Wasserzell u​nd Wernfels. In Gersbach, Obererlbach u​nd Wassermungenau (zusammen m​it Kastenamt Windsbach) h​atte es d​ie Dorf- u​nd Gemeindeherrschaft inne. Diese berechtigte s​ie zum Niedergericht innerhalb d​es Etters. Das Hochgericht übte jedoch d​as Oberamt Gunzenhausen (Obererlbach) bzw. d​as Kasten- u​nd Stadtvogteiamt Windsbach (übrige Orte) aus.

Das Pflegamt Wernfels-Spalt w​urde zugunsten Bayerns 1803 säkularisiert u​nd fiel i​m selben Jahr a​n den Gunzenhäuser Kreis d​es Fürstentums Ansbach (Hauptlandesvergleich Bayern/Preußen), m​it welchem e​s 1806 (Vertrag v​on Paris) endgültig d​urch Tausch a​n das Königreich Bayern gelangte.

Grundherrschaften

Die Grundherrschaften wurden v​om Kastenamt Spalt verwaltet (in Klammern i​st die Zahl d​er Anwesen angegeben):

  • Unmittelbar: Bremenhof (1), Dematshof (3), Egelmühle (1), Eichenberg (3), Gersbach (5), Gräfensteinberg (8), Großweingarten (50), Güsseldorf (4), Hergersbach (2), Hessenmühle (1), Höfstetten (1), Hohenrad (1), Hügelmühle (1), Igelsbach (1), Kalbensteinberg (?), Käshof (1), Massendorf (4), Mitteleschenbach (57), Mosbach (12), Nagelhof (?), Neumühle (?), Obererlbach (33), Rohr (1), Schnittling (?), Schwabenmühle (1), Seitersdorf (3), Spalt (229), Steinfurt (1), Stiegelmühle (1), Stixenhof (1), Theilenberg (13), Thierhof (1), Thonhof (1), Trautenfurt (?), Wassermungenau (15), Wasserzell (1), Wernfels (31), Winkelhaid (2).
  • Mittelbar: Heilig-Geist-Spital Eichstätt: Güsseldorf (1); Vereinigte Kollegiatstifte St. Emmeram und St. Nikolaus zu Spalt: Beerbach (7), Fünfbronn (?), Georgensgmünd (1), Gräfensteinberg (2), Großweingarten (5), Igelsbach (8), Massendorf (2), Neuses bei Windsbach (1), Obersteinbach ob Gmünd (3), Ramsberg (1), Rohr (1), Seitersdorf (3), Spalt (3), Stirn (3), Suddersdorf (1), Untereschenbach (1), Unterhöhberg (1), Veitserlbach (2), Wasserzell (3), Wernsbach (1), Winkelhaid (1), Wolfsau (1); Stadtpfarrkirche Spalt: Obersteinbach ob Gmünd (1); Kirche Theilenberg: Theilenberg (2), Wernfels (1); von Welser: Plöckendorf (1).

In einigen Orten w​aren auch Fremdherren begütert.

Literatur

Einzelnachweise

  1. F. Eigler: Schwabach, S. 72.
  2. F. Eigler: Schwabach, S. 89.
  3. F. Eigler: Schwabach, S. 91.
  4. F. Eigler: Schwabach, S. 98f.
  5. F. Eigler: Schwabach, S. 355f.; M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 820.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.