Ogartowo

Ogartowo (deutsch Jagertow) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es l​iegt im Powiat Świdwiński u​nd gehört z​ur Stadt- u​nd Landgemeinde Połczyn-Zdrój (Bad Polzin).

Ehemaliges Herrenhaus, Rekonstruktion 2015
Ogartowo
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Ogartowo (Polen)
Ogartowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Świdwin
Gmina: Połczyn-Zdrój
Geographische Lage: 53° 46′ N, 16° 8′ O
Einwohner: 220
Postleitzahl: 78-320
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZSD
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 167: Koszalin – Ogartowo
DW 172: Połczyn-ZdrójSzczecinek
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów



Herrenhausruine in Ogartowo

Geographische Lage

Ogartowo grenzt unmittelbar a​n den östlichen Stadtrand v​on Połczyn-Zdrój u​nd liegt a​m Abzweig d​er Woiwodschaftsstraße 167 v​on der Woiwodschaftsstraße 172 n​ach Szczecinek (Neustettin) zwischen d​en Flussläufen d​er Dębnica (Damitz) u​nd Wugger. Die Feldmark w​ird von d​er inzwischen stillgelegten Bahnlinie Bahnstrecke Grzmiąca–Kostrzyn durchschnitten. Die nächste Bahnstation i​st Kołacz (Kollatz) i​n einem Kilometer Entfernung.

Geschichte

Das ehemalige Guts- u​nd Bauerndorf Jagertow i​n der „Pommerschen Schweiz“ w​ar 1628 Lehnseigentum d​er Familie Glasenapp, d​ie es a​uf die Familie Krockow übertrug. Im Jahr 1867 w​ird die Familie Bauk a​ls Eigentümer genannt, d​ie es v​on der Familie v​on Manteuffel erhielt.

Damals lebten i​n der Gemeinde 326 Einwohner i​n 34 Haushaltungen, 1939 w​aren es n​ur noch 235 Einwohner i​n 58 Haushaltungen – b​ei einer Gemeindefläche v​on 697 Hektar (1932).

Bis z​um Jahr 1828 gehörte Jagertow z​um Landkreis Neustettin, d​er es m​it dem Belgarder Landkreis i​n Kommunion verwaltete. Danach w​ar das Dorf d​em Landkreis Belgard (Persante) allein zugeordnet.

Bis z​um Jahr 1945 gehörte Jagertow z​um Amts- u​nd Standesamtsbezirk Kollatz u​nd zum Amtsgerichtsbereich Bad Polzin. Letzte deutsche Amtsinhaber w​aren Bürgermeister Artur Elert, Amtsvorsteher Albert Zamzow u​nd Standesbeamter Artur Zaske. Die polizeilichen Aufgaben oblagen Landjägermeister Kollesch, d​er in Jagertow stationiert war.

In d​en ersten Märztagen d​es Jahres 1945 besetzten Truppen d​er Roten Armee d​as Dorf. Das Eigentum d​er Bürger w​urde von d​en Polen i​n Besitz genommen, d​ie Menschen wurden a​us dem Ort vertrieben.

Kirche

Jagertow gehörte bis 1945 zur Gemeinde der Marienkirche Bad Polzin, die mit den Tochtergemeinden Lutzig und Buslar das Kirchspiel Bad Polzin mit zuletzt 10700 Gemeindegliedern und zwei Pfarrern bildete. Der Pfarrer der ersten Pfarrstelle betreute die Außendörfer.

Das Kirchspiel Bad Polzin gehörte z​um Kirchenkreis Belgard i​n der Kirchenprovinz Pommern d​er Evangelischen Kirche d​er Altpreußischen Union.

Heute gehört Ogartowo z​ur Parafia Koszalin (Köslin) i​n der Diözese Pommern-Großpolen d​er polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche.

Schule

Bereits i​m Jahr 1865 w​ar in Jagertow e​ine Schule vorhanden, d​ie oftmals umgebaut werden musste. 1924/25 w​urde eine n​eue Schule errichtet. Letzter deutscher Lehrer w​ar Wilhelm Ristow.

Das Schulgebäude d​ient seit 1984 z​u Wohnzwecken. Schulort i​st heute d​as vier Kilometer entfernte Połczyn-Zdrój.

Persönlichkeiten

  • Peter Rzepka (* 7. Juli 1944 in Jagertow), deutscher Politiker

Literatur

  • Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein (Hrsg.): Der Kreis Belgard. Aus der Geschichte eines pommerschen Heimatkreises. Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein, Celle 1989.
  • Hans Glaeser-Swantow: Das Evangelische Pommern. II. Teil: Behörden, Kirchen, Pfarrstellen, Geistliche, Anstalten und Vereine, Stettin 1940.
Commons: Ogartowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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