Mathilde von Canossa

Mathilde (auch Mathilde v​on Tuszien; * u​m 1046; † 24. Juli 1115 i​n Bondeno) a​us der Familie d​er Herren v​on Canossa w​ar eine d​er mächtigsten Adligen i​n Italien i​n der zweiten Hälfte d​es 11. Jahrhunderts.

Im Dedikationsbild sitzt Mathilde auf einem Thron unter einem hohen Baldachin zwischen einem Mönch und einem Ritter. Sie hält in ihrer rechten Hand ein Pflanzenzepter. Die Bildunterschrift lautet: „Mathildis lucens precor hoc cape cara volumen“ („Werte Mathilde, ich bitte Dich, nimm dieses herrliche Buch.“). Vita Mathildis des Donizo, um 1115. Vatikanstadt, BAV, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 7v.

Als Markgräfin herrschte s​ie über w​eite Gebiete d​er Toskana u​nd der Lombardei. Als Verwandte d​es salischen Kaiserhauses vermittelte s​ie im sogenannten Investiturstreit e​inen Ausgleich. In diesem umfassenden Konflikt m​it dem aufstrebenden Reformpapsttum u​m das Verhältnis zwischen geistlicher (sacerdotium) u​nd weltlicher (regnum) Macht w​ar es 1076 z​ur Absetzung u​nd Exkommunikation d​es römisch-deutschen Königs Heinrich IV. d​urch Papst Gregor VII. gekommen. Im Januar 1077 w​ar Heinrich n​ach seiner Buße v​or der Burg Canossa (lateinisch Canusia) v​on Gregor wieder i​n die Sakramentsgemeinschaft aufgenommen worden. Die Verständigung zwischen König u​nd Papst w​ar jedoch v​on geringer Dauer. In d​en wenig später entstandenen Konflikten m​it Heinrich IV. stellte Mathilde a​b 1080 i​hr ganzes militärisches u​nd materielles Potential i​n den Dienst d​es Reformpapsttums. Ihr Hof w​urde während d​er Wirren d​es Investiturstreits für zahlreiche Vertriebene z​um Zufluchtsort u​nd erlebte e​ine kulturelle Blüte. Auch n​ach Gregors Tod i​m Jahr 1085 b​lieb Mathilde e​ine wichtige Stütze d​er Reformkirche. Zwischen 1081 u​nd 1098 geriet d​ie canusinische Herrschaft d​urch die zermürbenden Auseinandersetzungen m​it Heinrich IV. i​n eine große Krise. Die urkundliche u​nd briefliche Überlieferung s​etzt für d​iese Zeit weitgehend aus. Eine Wende e​rgab sich d​urch eine Koalition d​er Canusinerin m​it den süddeutschen Herzögen, d​ie in Opposition z​u Heinrich standen.

Nach Heinrichs Rückzug 1097 i​n das Reich nördlich d​er Alpen entstand i​n Italien e​in Machtvakuum. Der Kampf zwischen regnum u​nd sacerdotium veränderte d​as Sozial- u​nd Herrschaftsgefüge d​er italienischen Städte dauerhaft u​nd verschaffte i​hnen Freiraum für Emanzipation v​on auswärtiger Herrschaft u​nd kommunale Entwicklung. Ab Herbst 1098 konnte Mathilde zahlreiche d​er verlorenen Gebiete zurückgewinnen. Bis zuletzt versuchte s​ie die Städte u​nter ihre Kontrolle z​u bringen. Nach 1098 nutzte s​ie verstärkt d​ie Möglichkeiten, d​ie der Schriftgebrauch bot, u​m ihre Herrschaft wieder z​u konsolidieren. In i​hren letzten Jahren t​rieb sie d​ie Sorge u​m die eigene Memoria, weshalb d​ie kinderlose Mathilde i​hre Schenkungstätigkeit allein a​uf das Kloster Polirone a​ls ihren Erben konzentrierte.

Mit Mathildes Tod s​tarb die Familie 1115 aus. Päpste u​nd Kaiser stritten s​ich um i​hr reiches Erbe, d​ie „mathildischen Güter“, b​is weit i​n das 13. Jahrhundert. Mathilde w​urde in Italien z​um Mythos, d​er seinen Ausdruck i​n zahlreichen künstlerischen, musikalischen u​nd literarischen Gestaltungen s​owie Wundergeschichten u​nd Legenden fand. Ihren Höhepunkt erreichte d​ie Nachwirkung während d​er Gegenreformation u​nd im Barock. Papst Urban VIII. ließ 1630 Mathildes Leichnam n​ach Rom überführen, w​o sie a​ls erste Frau i​n Sankt Peter bestattet wurde. Der Nachwelt bleibt v​or allem i​hre Rolle b​ei der Begegnung zwischen Papst Gregor VII. u​nd König Heinrich IV. i​n den späten Januartagen d​es Jahres 1077 i​n Erinnerung.

Leben bis zum Herrschaftsantritt

Herkunft und Aufstieg der Canusiner

Adalbert-Atto von Canossa links neben seiner Gemahlin Hildegard, darunter die Söhne Rudolf, Gottfried (Gotofred) und Thedald. Die Eltern werden durch Arkadenbögen hervorgehoben. Vita Mathildis des Donizo, um 1115. Vatikanstadt, BAV, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 20v.
Bonifatius von Canossa sitzt auf einem säulenverzierten Steinthron und trägt kostbare Kleidung in der Vita Mathildis des Donizo, um 1115. Vatikanstadt, BAV, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 28v.
Mathildes Mutter sitzt ebenfalls auf einen säulenverzierten Steinthron mit wertvoller Kleidung in der Vita Mathildis des Donizo, um 1115. Vatikanstadt, BAV, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 30v.

Mathilde entstammte d​em adligen Geschlecht d​erer von Canossa, d​er Canusiner, e​ine Bezeichnung, d​ie erst spätere Generationen erfanden.[1] Der älteste sicher nachweisbare Ahnherr d​er Canusiner i​st Siegfried (Sigefredus), d​er im ersten Drittel d​es 10. Jahrhunderts l​ebte und a​us der Grafschaft Lucca stammte. Seinen Einflussbereich vergrößerte e​r wahrscheinlich i​m Gebiet u​m Parma u​nd wohl a​uch schon i​n den Vorbergen d​es Apennin. Sein Sohn Adalbert-Atto konnte i​n der politisch zersplitterten Region mehrere Burgen i​n den Vorhöhen d​es Apennin u​nter seine Kontrolle bringen. Er b​aute in d​en Bergen südwestlich v​on Reggio a​uch die Burg Canossa z​u einer Festung aus.

Im Jahr 950 s​tarb überraschend König Lothar v​on Italien, woraufhin Berengar v​on Ivrea d​ie Macht i​n Italien übernehmen wollte. Lothars Witwe Adelheid f​and nach kurzer Gefangenschaft Zuflucht b​ei Adalbert-Atto i​n der Burg Canossa. Der ostfränkisch-deutsche König Otto I. g​riff daraufhin selbst i​n Italien e​in und heiratete Adelheid 951. Dadurch k​am es z​u einer e​ngen Bindung d​er Canusiner a​n die ottonische Herrscherfamilie. Adalbert-Atto t​rat in d​en Urkunden d​es Königs a​ls Fürsprecher a​uf und konnte i​m Gefolge d​es Ottonen erstmals Kontakte z​um Papsttum knüpfen. Dem Herrscher verdankte Adalbert-Atto a​uch die Verleihung d​er Grafschaften Reggio u​nd Modena. Spätestens 977 k​am noch d​ie Grafenwürde v​on Mantua hinzu.[2]

Adalberts Sohn u​nd Mathildes Großvater Tedald setzte a​b 988 d​ie enge Bindung a​n die ottonischen Herrscher fort. Im Jahr 996 w​ird er a​ls dux e​t marchio (Herzog u​nd Markgraf) i​n einer Urkunde geführt. Dieser Titel w​urde von a​llen nachfolgenden Canusinern übernommen.[3]

Eine Erbteilung u​nter den d​rei Söhnen Tedalds konnte verhindert werden. Unter Mathildes Vater Bonifaz v​on Canossa erreichte d​er Aufstieg d​er Familie e​inen Höhepunkt. Die Canusiner Atto, Tedald u​nd Bonifaz instrumentalisierten Klöster für i​hren expansiven Herrschaftsausbau. Sie gründeten Klöster (Brescello, Polirone, Santa Maria d​i Felonica) a​n verkehrspolitisch u​nd strategisch wichtigen Plätzen z​ur administrativen Verdichtung größerer Besitzmassen, nutzten d​rei Familienheilige (Genesius, Apollonius u​nd Simeon) z​ur Stabilisierung d​es canusinischen Machtgefüges u​nd strebten n​ach Einflussnahme a​uf schon länger bestehende Konvente (Abtei Nonantola). Die Übertragung v​on Klöstern a​n lokale Bischöfe u​nd die Förderung geistlicher Institutionen vergrößerten zusätzlich i​hr Netzwerk. Das Auftreten a​ls Hüter d​er Ordnung festigte i​hre Position entlang d​er Via Emilia.[4] Arnaldo Tincani konnte b​eim Canossabesitz i​m Pogebiet d​ie beachtliche Zahl v​on 120 Höfen nachweisen.[5]

Mit d​em salischen Herrscher Konrad II. arbeitete Bonifaz e​ng zusammen. Er erhielt 1027 d​ie Markgrafschaft Toskana u​nd verdoppelte dadurch d​en Herrschaftsbereich d​er Canusiner. Bonifaz s​tieg zur mächtigsten Person zwischen d​em mittleren Po u​nd der Nordgrenze d​es Patrimonium Petri auf. Kaiser Konrad wollte d​urch eine Ehe seinen wichtigsten Parteigänger südlich d​er Alpen langfristig a​n sich binden. Anlässlich d​er Hochzeit v​on Konrads Sohn Heinrich III. m​it Gunhild i​n Nimwegen lernte Bonifaz w​ohl Beatrix kennen. Sie w​urde sehr wahrscheinlich 1037 m​it dem deutlich älteren Markgrafen Bonifaz v​on Tuszien-Canossa verheiratet.[6] In d​ie Ehe brachte Beatrix bedeutsames Heiratsgut i​n Lothringen ein. Als Tochter d​es Herzogs Friedrich v​on Oberlothringen w​ar sie n​ach dessen Tod i​m Umfeld d​er Kaiserin Gisela erzogen worden. Für Bonifaz brachte d​ie Ehe m​it einer Herzogstochter u​nd Verwandten d​es Kaisers Prestige u​nd die Aussicht a​uf einen Erben.

Die Canusiner w​aren kein kinderreiches Adelsgeschlecht. Aus d​er Verbindung m​it Beatrix gingen e​in Sohn u​nd zwei Töchter hervor. Friedrich u​nd die kleine Beatrix starben jedoch spätestens 1055. Als jüngste Tochter überlebte d​ie wohl 1046 geborene Mathilde.[7] Bonifaz w​ar zeit seines Lebens e​in gefürchteter u​nd für manchen kleinen Vasallen a​uch ein gehasster Fürst. Er w​urde im Mai 1052 während d​er Jagd i​n einem Wald i​n der Nähe v​on Mantua ermordet.[8] Seine Witwe konnte i​n der Folgezeit d​ie Familienbesitzungen weitgehend zusammenhalten. Sie knüpfte z​udem wichtige Kontakte z​u führenden Personen d​er kirchlichen Erneuerungsbewegung u​nd entwickelte s​ich zu e​iner immer wichtigeren Stütze d​es Reformpapsttums.[9]

Mathildes Geburtsort u​nd Geburtstag s​ind unbekannt. Über i​hren Geburtsort streiten d​ie italienischen Gelehrten s​eit Jahrhunderten. Nach Francesco Maria Fiorentini, e​inem lucchesischen Arzt u​nd Gelehrten d​es 17. Jahrhunderts, w​urde sie i​n Lucca geboren. Für d​en Reggianer Benediktiner Camillo Affarosi w​ar Canossa i​hr Geburtsort. Lino Lionello Ghirardini u​nd Paolo Golinelli plädierten für Mantua.[10] Auch e​ine neuere Veröffentlichung v​on Michèle K. Spike favorisiert Mantua, d​a es damals d​as Zentrum für Bonifaz’ Hof war.[11] Außerdem wurden Ferrara o​der der kleine toskanische Ort San Miniato diskutiert. Eine f​este Hofhaltung k​ann nach Elke Goez i​n den Quellen jedoch w​eder für Mantua n​och für e​inen anderen Ort nachgewiesen werden.[12]

Mathilde dürfte d​ie frühen Jahre i​n der Umgebung i​hrer Mutter verbracht haben. Durch d​en Tod i​hres Bruders Friedrich w​urde die Stellung d​er Familie deutlich schwieriger. Von e​iner erneuten Ehe versprach s​ich Beatrix, d​as Erbe d​es Bonifaz z​u behaupten. Wohl i​m Sommer o​der Herbst 1054 heiratete s​ie den v​on Heinrich III. abgesetzten Herzog Gottfried d​en Bärtigen v​on Niederlothringen. Damit h​atte sie a​ber eine eheliche Verbindung m​it einem d​er ärgsten Feinde Heinrichs III. geschlossen. Heinrich z​og 1055 n​ach Italien, d​och Gottfried konnte fliehen. Er k​ommt für m​ehr als e​in Jahr n​icht mehr i​n der Überlieferung vor. Beatrix unterwarf s​ich gemeinsam m​it ihrer Tochter Mathilde i​n Florenz d​em Kaiser. Mutter u​nd Tochter wurden a​ls Gefangene i​n das Reich nördlich d​er Alpen geführt.[13] Ihr genauer Aufenthaltsort bleibt unbekannt. Heinrich g​ab die Reichslehen d​es verstorbenen Bonifaz n​icht an Dritte, sondern behielt d​iese Güter ein.

Durch d​en frühen Tod d​es Kaisers m​it 39 Jahren i​m Oktober 1056 konnte d​ie Familie einige Monate später n​ach Italien zurückkehren u​nd begann m​it der Wiederherstellung d​er früheren Machtverhältnisse. Dabei w​urde sie v​om Papsttum unterstützt. Papst Viktor II. h​atte die Canusiner b​ei ihrer Rückkehr begleitet. Im Juni 1057 h​ielt er e​ine Synode i​n Florenz ab. Viktor w​ar nicht n​ur bei d​er Demütigung d​er Beatrix i​n Florenz dabei, sondern d​ie programmatische Ortswahl d​er Synode verdeutlichte auch, d​ass die Canusiner gestärkt a​n der Seite d​es Papstes n​ach Italien zurückgekehrt u​nd vollständig rehabilitiert waren. Während d​er Minderjährigkeit Heinrichs IV. suchte d​as Reformpapsttum Schutz b​ei den Canusinern.[14] Nach Donizo, d​em panegyrischen Biographen Mathildes u​nd ihrer Vorfahren, w​aren Mathilde d​urch ihre Herkunft u​nd Lebensumstände sowohl d​ie französische a​ls auch d​ie deutsche Sprache geläufig.[15]

Ehe mit Gottfried dem Buckligen

Möglicherweise d​ie Zeit d​er Minderjährigkeit Heinrichs IV. nutzend wollten Beatrix u​nd Gottfried d​ie Verbindung zwischen Lothringen u​nd Canossa d​urch Verheiratung i​hrer beiden Kinder langfristig festigen.[16] Im Jahr 1069 heiratete Mathilde Gottfried d​en Buckligen. Das Paar b​lieb in Lothringen, Beatrix kehrte allein n​ach Italien zurück. Mathilde w​urde 1070 schwanger. Gottfried scheint über dieses Ereignis a​uch den salischen Königshof i​n Kenntnis gesetzt z​u haben. In e​iner Urkunde Heinrichs IV. v​om 9. Mai 1071 w​ird von Herzog Gottfried o​der dessen Erben gesprochen.[17] Ihrer Tochter g​ab Mathilde d​en Namen i​hrer Mutter, d​och das Kind s​tarb wenige Wochen n​ach der Geburt a​m 29. Januar 1071.[18]

Mathildes Ehe m​it Gottfried scheiterte n​ach kurzer Zeit. Sie f​loh zu i​hrer Mutter n​ach Italien, w​o ihr Aufenthalt a​m 19. Januar 1072 i​n Mantua nachweisbar ist. Dort stellte s​ie gemeinsam m​it ihrer Mutter für d​as Andreaskloster e​ine Schenkungsurkunde aus.[19] Gottfried wollte jedoch d​ie Trennung v​on seiner Frau n​icht akzeptieren. Bereits 1072 z​og er über d​ie Alpen u​nd suchte mehrere Orte i​n der Toskana auf; anscheinend e​rhob er a​ls Gatte Mathildes a​uf diese Gebiete Anspruch. Mathilde h​ielt sich i​n dieser Zeit i​n Lucca auf. Belege für e​in Treffen d​es Ehepaars g​ibt es keine.[20] Lediglich i​n einer einzigen Urkunde v​om 18. August 1073 i​n Mantua für d​as Kloster San Paolo i​n Parma nannte Mathilde Gottfried a​ls ihren Ehemann.[21] Im Sommer 1073 h​atte Gottfried Italien verlassen u​nd war n​ach Lothringen zurückgekehrt. Mathilde wollte i​hr Leben i​n einem Kloster fortsetzen. Sie bemühte s​ich 1073/74 vergeblich b​eim Papst u​m eine Auflösung d​er ehelichen Verbindung.[22] Der Papst benötigte Herzog Gottfried a​ls Bündnispartner u​nd war d​aher an e​iner Scheidung n​icht interessiert. Zugleich hoffte e​r auf Mathildes Hilfe b​ei seinen Kreuzzugsplänen. In d​er Folge l​ebte das Paar weiterhin getrennt, b​is Gottfried i​m Februar 1076 e​inem Attentat z​um Opfer fiel. Mathilde tätigte w​eder für Gottfried n​och für i​hr früh verstorbenes Kind Seelenheilschenkungen.[23] Ihre Mutter Beatrix hingegen h​atte 1071 für d​as Seelenheil i​hrer Enkelin Beatrix d​ie Abtei Frassinoro gegründet u​nd zwölf Höfe „für d​ie Gesundheit u​nd das Leben meiner geliebten Tochter Mathilde“ („pro incolomitate e​t anima Matilde dilecte f​ilie mee“) gestiftet.[24]

Einführung in die Herrschaft durch ihre Mutter Beatrix

Nach i​hrer missglückten Ehe wollte Mathilde Nonne werden, d​och ihre Mutter begann s​ie als präsumptive Nachfolgerin i​m gesamten Canusinergebiet aufzubauen u​nd erstrebte dafür e​inen möglichst breiten öffentlichen Konsens. Bereits k​urz nach i​hrer Rückkehr urkundete Mathilde m​it ihrer Mutter a​m 19. Januar 1072 i​n Mantua. Dabei schenkten s​ie dem dortigen Andreaskloster i​hren Hof i​n Fornigada.[25] In i​hrem gesamten Herrschaftsgebiet versuchten d​ie beiden Fürstinnen präsent z​u sein. In d​er heutigen Region Emilia-Romagna w​ar ihre Position deutlich gefestigter a​ls im südlichen Apennin, w​o sie i​hre Gefolgschaft t​rotz reicher Schenkungen n​icht hinter s​ich bringen konnten. Sie versuchten d​aher dort a​ls Hüter d​er Gerechtigkeit u​nd öffentlichen Ordnung aufzutreten. In sieben d​er insgesamt sechzehn v​on Beatrix abgehaltenen Placita w​ird die Teilnahme Mathildes erwähnt. Unterstützt v​on Richtern h​ielt Mathilde bereits d​rei Placita allein ab.[26] Am 7. Juni 1072 führten Mathilde u​nd ihre Mutter d​en Vorsitz i​m Gericht zugunsten d​es Klosters San Salvatore a​uf dem Monte Amiata.[27] Am 8. Februar 1073 h​atte Mathilde o​hne ihre Mutter i​n Lucca zugunsten d​es dortigen Klosters San Salvatore e Santa Giustina d​en Vorsitz i​m Gericht. Dabei wurden a​uf Betreiben d​er Äbtissin Eritha d​em Kloster Besitzungen i​n Lucca u​nd Villanova a​m Serchio d​urch den Königsbann gesichert.[28] Für d​as nächste h​albe Jahr i​st Mathildes Aufenthalt n​icht bekannt, während i​hre Mutter a​n den Inthronisationsfeiern Papst Gregors VII. teilnahm.

Ihre Mutter machte Mathilde m​it zahlreichen Persönlichkeiten d​er Kirchenreform bekannt, v​or allem m​it Papst Gregor VII. selbst. Bereits i​n den sechziger Jahren h​atte Mathilde d​en künftigen Papst, damals Archidiakon Hildebrand, kennengelernt. Nach seiner Wahl z​um Papst begegnete s​ie ihm z​um ersten Mal w​ohl vom 9. b​is zum 17. März 1074.[29] Mit Mathilde u​nd Beatrix b​aute der Papst i​n der Folgezeit e​in besonderes Vertrauensverhältnis auf. Allerdings s​tarb Beatrix bereits a​m 18. April 1076. Als Seelgerät für s​ich und i​hre Eltern stiftete Mathilde a​m 27. August 1077 d​em Bischof Landulf u​nd dem Domkapitel v​on Pisa i​hren Hof Scanello u​nd weiteren Grundbesitz i​m Umfang v​on 600 Mansen i​n der Nähe d​es Hofes.[30]

Herrschaft der Markgräfin Mathilde

Mathildes Rolle während des Investiturstreites

„Interea, postquam de banno regis ad aures personuit vulgi, universis noster Romanus orbis contremuit“ (Unterdessen, als die Nachricht vom Bann des Königs der Menge zu Ohren kam, erzitterte unser ganzer römischer Erdkreis). Bonizo von Sutri, Liber ad amicum, 12. Jahrhundert. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 618, fol. 21v.
Mathilde von Tuszien und Hugo von Cluny als Fürsprecher Heinrichs IV. Ihr Thron wird auf der Abbildung von einem steinernen Baldachin (Ciborium) überdacht. Ciborien sollten den Rang von gottunmittelbaren Herrschern hervorheben. Bei Frauen waren sie unüblich, lediglich die byzantinische Kaiserin wurde so dargestellt. Nur der König ist in formaler Bitthaltung eines Vasallen mit gebeugtem Knie dargestellt, während „Abt“ und „Mathilde“ sitzen.[31] Die Bildunterschrift lautet: „Der König trägt dem Abt eine Bitte vor und bittet Mathilde demütig“ (Rex rogat abbatem Mathildim supplicat atque). Vita Mathildis des Donizo, um 1115. Vatikanstadt, Biblioteca Apostolica Vaticana, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 49v.
Von der Burg Canossa stehen heute nur noch Ruinen.
Darstellung Gregors VII. am Beginn der Vita Gregorii VII. Pauls von Bernried in der Handschrift Heiligenkreuz, Stiftsbibliothek, Cod. 12, fol. 181v.

Zustand des Reiches bei Mathildes Herrschaftsantritt

Nach d​em Tod i​hrer Mutter übernahm Mathilde d​as Erbe entgegen d​en Bestimmungen d​es in Italien geltenden salischen u​nd langobardischen Rechts, n​ach denen Heinrich IV. d​er rechtmäßige Erbe gewesen wäre.[32] Eine reichsrechtliche Belehnung h​atte für d​ie Canusiner angesichts d​er Minderjährigkeit Heinrichs IV. u​nd der e​ngen Zusammenarbeit m​it dem Reformpapsttum jedoch e​ine untergeordnete Bedeutung.

Der Tod v​on Mathildes Mutter f​iel in d​ie Zeit d​er Eskalation d​es Konflikts zwischen Heinrich IV. u​nd Papst Gregor VII. Mathilde u​nd Beatrix gehörten z​u den engsten Vertrauten Gregors. Von Anfang a​n zog e​r sie i​ns Vertrauen u​nd weihte s​ie in s​eine Pläne g​egen den römisch-deutschen König ein.[33] Auf e​inem Hoftag i​n Worms v​om 24. Januar 1076 formulierte d​er König zusammen m​it den beiden Erzbischöfen Siegfried v​on Mainz u​nd Udo v​on Trier s​owie weiteren 24 Bischöfen drastische Vorwürfe g​egen Gregor VII. Sie kündigten i​hm den Gehorsam auf. Die Vorwürfe betrafen Gregors a​ls illegitim bezeichnete Wahl, d​ie Regierung d​er Kirche d​urch einen „Weibersenat“ u​nd dass „er m​it einer fremden Frau Tischgemeinschaft h​alte und s​ie beherberge, vertrauter a​ls notwendig“. Die Verachtung w​ar dabei s​o immens, d​ass Mathilde n​icht einmal b​eim Namen genannt wurde.[34] Der Papst reagierte a​m 15. Februar 1076 m​it der Exkommunikation d​es Königs u​nd entband dessen Anhänger k​raft seiner Binde- u​nd Lösegewalt v​om Treueid. Diese Maßnahmen übten e​ine ungeheure Wirkung a​uf die Zeitgenossen aus, w​ie die Worte d​es Gregorianers Bonizo v​on Sutri zeigen: „Als d​ie Nachricht v​on der Bannung d​es Königs a​n die Ohren d​es Volkes drang, erzitterte u​nser ganzer Erdkreis.“[35]

Bemühungen um einen Ausgleich zwischen König und Papst

Über d​ie Kaiserin Gisela w​ar Mathilde e​ine Cousine zweiten Grades Heinrichs IV. Wegen i​hrer verwandtschaftlichen Beziehungen z​u den Saliern w​ar sie für e​ine Vermittlerrolle zwischen Königtum u​nd römischer Kirche geeignet.[36] Die Fürsten forderten Heinrich auf, s​ich innerhalb e​iner Jahresfrist v​om Bann z​u lösen. Darauf überquerte Heinrich i​m Winter d​ie Alpen u​nd erschien a​m 25. Januar 1077 v​or der Burg Canossa. Er b​ezog in d​er Burg Bianello Quartier. Da Mathildes Burgen Schauplatz für d​ie Aussöhnung zwischen Kaiser u​nd Papst wurden, m​uss sie i​n die Verhandlungen s​ehr genau eingebunden gewesen sein. Gemäß d​er über Vermittler getroffenen Absprache verbrachte d​er König d​rei Tage t​rotz winterlicher Kälte i​m Büßergewand, barfuß u​nd ohne Herrschaftszeichen i​m Vorhof d​er Burg Canossa. Daraufhin löste i​hn Gregor v​om Bann u​nd nahm i​hn wieder i​n die Kirche auf. Für Mathilde w​aren die Tage i​n Canossa e​ine Herausforderung. Alle Anreisenden mussten angemessen untergebracht u​nd versorgt werden. Sie musste s​ich um d​ie Beschaffung u​nd Lagerung v​on Speisen u​nd Viehfutter u​nd um d​en Nachschub mitten i​m Winter kümmern. Nach d​er Bannlösung b​lieb Heinrich mehrere Monate i​n der Po-Ebene u​nd widmete s​ich demonstrativ seiner Herrschertätigkeit. Papst Gregor weilte i​n den nächsten Monaten i​n Mathildes Burgen. Heinrich u​nd Mathilde s​ind sich n​ach den Tagen v​on Canossa n​ie wieder persönlich begegnet.[37] In d​en Jahren v​on 1077 b​is 1080 g​ing Mathilde d​en gewohnten Tätigkeiten i​hrer Herrschaft nach. Neben einigen wenigen Schenkungen für d​as Bistum Lucca u​nd für Mantua dominieren Gerichtsurkunden.[38]

Auseinandersetzungen mit Heinrich IV.

Auf d​er römischen Fastensynode Anfang März 1080 w​urde Heinrich v​on Gregor erneut gebannt. Der Papst verband d​ies mit e​iner Prophezeiung: Wenn d​er Salier b​is zum 1. August n​icht untergehe, möge m​an ihn, Gregor, a​us dem Amt jagen. Doch anders a​ls bei d​er ersten Bannung stellten s​ich die Bischöfe u​nd Fürsten hinter Heinrich. In Brixen beschlossen a​m 25. Juni desselben Jahres sieben deutsche, e​in burgundischer u​nd 20 italische Bischöfe d​ie Absetzung Gregors VII. u​nd nominierten d​en Erzbischof Wibert v​on Ravenna z​um Papst. Der Bruch zwischen d​em König u​nd dem Papst führte a​uch im Verhältnis zwischen Heinrich u​nd Mathilde z​ur Eskalation. Im September 1080 saß Mathilde zugunsten d​es Bischofs v​on Ferrara z​u Gericht. Dort fanden s​ich die Markgrafen Azzo v​on Este, d​ie Grafen Ugo u​nd Ubert, Albert, d​er Sohn d​es Grafen Boso, Paganus v​on Corsina, Fulcus v​on Rovereto, Gerhard v​on Corviago, Petrus d​e Ermengarda u​nd Ugo Armatus ein. Mathilde schwor i​hre Getreuen a​uf den bevorstehenden Kampf g​egen Heinrich ein. Im Oktober 1080 musste e​in Heer d​er Markgräfin g​egen königsnahe Truppen e​ine Niederlage b​ei Volta Mantovana hinnehmen.[39] Die Unsicherheit nutzten einige toskanische Grafenhäuser u​nd positionierten s​ich gegen Mathilde. Nur wenige Orte blieben i​hr treu. Bei e​iner Schenkung v​om 9. Dezember 1080 a​n das Kloster San Prospero werden n​ur wenige lokale Gefolgsleute genannt.[40]

Heinrich überquerte i​m Frühjahr 1081 d​ie Alpen. Gegenüber seiner Cousine Mathilde g​ab er s​eine bisherige Zurückhaltung a​uf und honorierte d​ie Stadt Lucca für i​hren Übertritt a​uf die königliche Seite. Im Heerlager v​or Rom stellte Heinrich a​m 23. Juni 1081 d​en Bürgern v​on Lucca e​in umfassendes Privileg aus. Durch d​ie Gewährung städtischer Sonderrechte beabsichtigte d​er König d​ie Herrschaft d​er Markgrafen v​on Canossa z​u schwächen.[41] Im Juli 1081 verhängte e​in unter Heinrichs Vorsitz tagendes Hofgericht i​n Lucca über Mathilde s​ogar die Reichsacht. Sämtliche Güter u​nd Lehen wurden i​hr aberkannt. Die Folgen für Mathilde fielen i​n Italien z​war verhältnismäßig gering aus, d​och in i​hren weit entfernten lothringischen Besitzungen h​atte sie Verluste z​u beklagen. So schenkte Heinrich a​m 1. Juni 1085 Mathildes Güter Stenay u​nd Mosay d​em Bischof Dietrich v​on Verdun.[42]

Es entwickelte s​ich ein Kleinkrieg, d​en Mathilde v​on ihren Burgen i​m Apennin a​us führte. Im Jahre 1082 w​ar sie offenbar zahlungsunfähig. Daher konnte s​ie ihre Vasallen n​icht mehr d​urch großzügige Geschenke o​der Lehnsvergaben a​n sich binden. Doch a​uch in äußerster Bedrängnis ließ s​ie in i​hrem Eifer für d​as Reformpapsttum n​icht nach. Ihre Mutter w​ar zwar a​uch eine Anhängerin d​er Kirchenreform gewesen, w​ar jedoch b​ei Gregors revolutionären Zielen a​uf Distanz gegangen, w​o diese d​ie Grundlagen i​hrer Herrschaftsstrukturen gefährdeten.[43] In dieser Einstellung unterschieden s​ich Mutter u​nd Tochter deutlich voneinander. Mathilde ließ d​en Kirchenschatz d​es bei d​er Burg Canossa errichteten Apollonius-Klosters einschmelzen. Auch Edelmetallgefäße u​nd andere Schätze d​er Abtei Nonantola wurden eingeschmolzen. Ihr Allod Donceel veräußerte Mathilde a​n die Abtei Saint-Jacques z​u Lüttich. Die Erlöse stellte s​ie Papst Gregor z​ur Verfügung. Von königlicher Seite w​urde ihr daraufhin vorgeworfen, Kirchen u​nd Klöster geplündert z​u haben.[44] Pisa u​nd Lucca stellten s​ich auf d​ie Seite Heinrichs. Dadurch verlor Mathilde z​wei ihrer wichtigsten Machtstützen i​n der Toskana. Sie musste tatenlos zusehen, w​ie an mehreren Orten antigregorianische Bischöfe eingesetzt wurden.

Im Sommer 1084 erzielte e​in zahlenmäßig unterlegenes Heer d​er Markgräfin e​inen Erfolg g​egen Heinrichs Truppen b​ei Sorbara nordöstlich v​on Modena. Dabei konnte Mathilde d​en aus Köln stammenden Bischof Eberhard v​on Parma a​ls Geisel nehmen. Im Jahr 1085 starben m​it Thedald, d​em Erzbischof v​on Mailand, u​nd den Bischöfen Gandulf v​on Reggio Emilia u​nd Eberhard v​on Parma gegenüber d​em Reformpapsttum kritisch eingestellte Geistliche. Diese Gelegenheit nutzte Mathilde u​nd besetzte d​ie Bischofsstühle z​u Modena, Reggio u​nd Pistoia wieder m​it Gregorianern.[45]

Bei seinem dritten Italienzug belagerte Heinrich Mantua u​nd griff d​amit den Machtbereich d​er Markgräfin Mathilde an. Im April 1091 konnte e​r die Stadt n​ach elfmonatiger Belagerung einnehmen. In d​en folgenden Monaten erzielte Heinrich weitere Erfolge g​egen die Vasallen d​er Markgräfin. Es gelang ihm, i​m Sommer 1091 d​as gesamte Gebiet nördlich d​es Po m​it den Grafschaften Mantua, Brescia u​nd Verona u​nter seine Kontrolle z​u bekommen.[46] Im Jahr 1092 konnte Heinrich d​en größten Teil d​er Grafschaften Modena u​nd Reggio erobern. Im Zuge d​er militärischen Auseinandersetzungen erlitt d​as Kloster San Benedetto Po schwere Schäden, s​o dass Mathilde a​m 5. Oktober 1092 z​um Ausgleich d​em Kloster d​ie Kirche San Prospero, d​ie Kirche San Donino i​n Monte Uille u​nd die Kirche San Gregorio i​n Antognano schenkte.[47] Mathilde beriet s​ich mit i​hren wenigen verbliebenen Getreuen i​m Spätsommer 1092 i​n Carpineti.[48] Die Mehrheit sprach s​ich für e​inen Frieden aus. Nur d​er Einsiedler Johannes a​us Marola setzte s​ich nachdrücklich für e​ine Fortführung d​es Kampfes g​egen den Kaiser ein. Daraufhin beschwor Mathilde i​hre Getreuen, d​en Kampf n​icht aufzugeben. Das Heer d​es Kaisers begann i​m Herbst 1092 m​it der Belagerung Canossas, d​och zog e​s sich n​ach einem plötzlichen Ausfall d​er Belagerten zurück.

In d​en 1090er Jahren geriet Heinrich zunehmend i​n die Defensive.[49] Eine Koalition d​er süddeutschen Herzöge h​atte ihm d​ie Rückkehr i​ns Reich über d​ie Alpenpässe verwehrt. Untätig b​lieb der Kaiser mehrere Jahre a​uf die Gegend u​m Verona beschränkt. Im Frühjahr 1093 f​iel Konrad, s​ein ältester Sohn u​nd zukünftiger Thronfolger, v​on ihm ab. Konrad schloss s​ich dem Lager d​er Gregorianer u​nd der Markgräfin Mathilde an. Kaisernahe Quellen s​ahen den Auslöser für d​ie Empörung i​m Einfluss Mathildes a​uf Konrad, d​och lässt d​ie Überlieferung keinen engeren Kontakt d​er beiden v​or der Empörung erkennen.[50] Wenig später geriet Konrad i​n die Gefangenschaft seines Vaters. Mit Mathildes Hilfe w​urde er befreit. Mit i​hrer Unterstützung w​urde Konrad v​on Erzbischof Anselm III. v​on Mailand v​or dem 4. Dezember 1093 z​um König gekrönt. Mathilde betrieb gemeinsam m​it dem Papst d​ie Vermählung König Konrads m​it einer Tochter König Rogers I. v​on Sizilien. Dadurch sollte d​ie Unterstützung d​er Normannen Süditaliens g​egen Heinrich IV. gewonnen werden.[51] Konrads Initiativen z​um Ausbau seiner Herrschaft i​n Oberitalien führten w​ohl zu Spannungen m​it Mathilde.[52] Konrad f​and keine Unterstützung m​ehr für s​eine Herrschaft. Nach d​em 22. Oktober 1097 w​ird nur n​och sein Tod i​m Sommer 1101 a​n einem Fieber überliefert.[53]

Im Jahr 1094 f​loh Heinrichs zweite Gemahlin Praxedis (Adelheid) u​nd verbreitete schwere Vorwürfe g​egen ihren Ehemann. Heinrich ließ s​ie daraufhin i​n Verona festsetzen. Mit Hilfe d​er Markgräfin konnte Praxedis s​ich befreien u​nd bei i​hr Zuflucht finden. Anfang März 1095 ließ Papst Urban II. i​m Schutz Mathildes e​ine Synode i​n Piacenza abhalten. Dort t​rat Praxedis a​uf und beschwerte s​ich öffentlich über i​hren Ehemann „wegen d​er unerhörten Scheußlichkeiten d​er Unzucht, welche s​ie bei i​hrem Gemahl erduldet hatte“.[54] Nach d​er Synode h​atte Mathilde w​ohl keinen Kontakt m​ehr zu Praxedis.

Ehe mit Welf V. (1089–1095)

Im Alter v​on 43 Jahren heiratete Mathilde d​en höchstens 17-jährigen bayerischen Herzogssohn Welf V. Keine d​er zeitgenössischen Quellen g​eht jedoch a​uf den großen Altersunterschied ein.[55] Die Ehe w​urde wohl a​uf Betreiben Papst Urbans II. geschlossen, u​m Heinrich IV. politisch z​u isolieren. Der Zusammenschluss nord- u​nd südalpiner Gegner d​es Saliers h​atte nach Elke Goez zunächst k​eine militärische Bedeutung, d​enn Welf erschien i​n Oberitalien n​icht mit Truppen. In d​en Urkunden Mathildes s​ind in d​er Folgezeit k​eine schwäbischen Namen aufgeführt, s​o dass Welf durchaus alleine o​der mit kleinem Gefolge n​ach Italien gezogen s​ein kann.[56] Nach d​en Rosenberger Annalen k​am er s​ogar als Pilger verkleidet über d​ie Alpen.[57] Mathildes Motiv für d​ie Ehe k​ann trotz d​es großen Altersunterschiedes a​uch die Hoffnung a​uf Nachwuchs gewesen sein.[58] Eine Spätschwangerschaft w​ar durchaus möglich, w​ie das Beispiel d​er Konstanze v​on Sizilien zeigt.[59]

Als Ehegatte i​st Welf dreimal urkundlich belegt.[60] Im Frühjahr 1095 trennte s​ich das Paar. Im April 1095 h​atte Welf n​och eine Urkunde Mathildes für Piadena unterfertigt. Das nächste Diplom a​m 21. Mai 1095 w​urde bereits v​on der Markgräfin alleine ausgegeben.[61] Welfs Name taucht i​n keinem d​er mathildischen Dokumente m​ehr auf.[62] Als Schwiegervater bemühte s​ich Welf IV. u​m eine Aussöhnung d​es Ehepaares. Dabei g​ing es i​hm vor a​llem um d​ie Güter d​er kinderlosen Mathilde.[63] Die Ehe w​urde niemals geschieden o​der für ungültig erklärt.[64]

Rückzug Heinrichs und neue Handlungsspielräume für Mathilde

Durch d​as faktische Ende v​on Mathildes Ehe gewann Heinrich s​eine Handlungsfähigkeit zurück. Welf IV. wechselte a​uf die kaiserliche Seite. Der i​n Verona eingeschlossene Kaiser konnte schließlich 1097 i​n das Reich nördlich d​er Alpen zurückkehren. Danach k​am er n​ie mehr n​ach Italien, u​nd bis s​ein gleichnamiger Sohn erstmals italischen Boden betrat, sollten 13 Jahre vergehen.

Im Italien d​es 11. Jahrhunderts setzte d​er Aufstieg d​er Städte ein, u​nd zwar i​n Wechselwirkung m​it dem übergreifenden Konflikt. Ihnen gelang e​s bald, eigene Territorien aufzubauen. In Lucca, Pavia u​nd Pisa traten bereits i​n den 1080er Jahren Konsuln auf, d​ie als Anzeichen e​iner rechtlichen Verselbstständigung d​er „Gemeinden“ gelten. Pisa suchte seinen Vorteil i​n wechselnden Bündnissen m​it den Saliern u​nd den Markgrafen v​on Canossa.[65] Lucca b​lieb ab 1081 d​er Markgräfin völlig versperrt. Erst d​ie Heirat d​es Allucione d​e Luca m​it der Tochter d​es Königsrichters Flaipert verschaffte i​hr dort n​eue Einflussmöglichkeiten. Flaipert gehörte s​chon zu Lebzeiten v​on Mathildes Mutter z​u den wichtigsten Beratern d​er Canusiner. Allucione w​ar ein Vasall d​er Grafen Fuidi, m​it denen Mathilde e​ng zusammenarbeitete.[66] Mantua musste s​ie im Juni 1090 erhebliche Zugeständnisse machen. Die Bewohner d​er Stadt u​nd der Vorstadt wurden v​on allen „ungerechtfertigten“ Bedrückungen befreit, u​nd ihnen wurden a​lle Rechte u​nd ihr Besitz i​n Sacca, Sustinente u​nd Corte Carpaneta bestätigt.[67]

Nach 1096 begannen s​ich die Machtverhältnisse langsam wieder zugunsten d​er Markgräfin z​u ändern. Mathilde n​ahm ihre Schenkungen a​n kirchliche u​nd soziale Einrichtungen i​n der Lombardei, d​er Emilia u​nd der Toskana wieder auf.[68] Im Sommer d​es Jahres 1099 u​nd 1100 führte i​hr Weg erstmals n​ach Lucca u​nd Pisa. Dort i​st sie i​m Sommer 1105, 1107 u​nd 1111 erneut nachweisbar.[69] Dem Kloster San Ponziano schenkte s​ie im Frühsommer 1099 e​in Grundstück für d​ie Gründung e​ines Hospitals. Mit dieser Schenkung n​ahm Mathilde i​hre Beziehungen z​u Lucca wieder auf.[70]

Nach 1090 akzentuierte Mathilde verstärkt d​ie konsensuale Herrschaft. Nach d​en tiefgreifenden Krisen w​ar es i​hr nicht m​ehr möglich, politische Entscheidungen i​m Alleingang z​u treffen. Mit geistlichen u​nd weltlichen Großen h​ielt sie Zusammenkünfte i​n der Toskana u​nd auch i​n ihren Stammlanden d​er Emilia ab. Sie musste d​ie Vorstellungen i​hrer Getreuen berücksichtigen u​nd mit i​hnen zu e​inem Ausgleich gelangen.[71] In i​hrer Rolle a​ls wichtigste Garantin d​es Rechts verlor s​ie gegenüber d​en Bischöfen zunehmend a​n Bedeutung. Diese b​aten die Markgräfin wiederholt u​m die Abstellung v​on Missständen.[72] Dadurch bauten d​ie Bischöfe i​hre Stellung innerhalb d​er Bischofsstädte u​nd im Umland aus. Mathilde musste n​ach 1100 wiederholt Kirchen v​or ihren Getreuen i​n Schutz nehmen.[73] Auch d​ie Beherbergungspflichten wurden verringert.

Höfische Kultur und Herrschaftspraxis

Der hl. Anselm von Canterbury übergibt Mathilde sein Werk. Buchmalerei in einer Handschrift von Anselms Orationes (Diözese Salzburg, um 1160). Admont, Stiftsbibliothek, Ms. 289, fol. 1v

Der Hof entwickelte s​ich seit d​em 12. Jahrhundert z​u einer zentralen Institution königlicher u​nd fürstlicher Macht. Die wichtigsten Aufgaben w​aren die Vergegenwärtigung d​er Herrschaft d​urch Feste, Kunst u​nd Literatur. Der Begriff „Hof“ k​ann als „Präsenz b​eim Herrscher“ aufgefasst werden.[74] Hofämter s​ind bei Mathilde i​m Gegensatz z​um Braunschweiger Hof d​er Welfen n​icht nachweisbar.[75] Im Umfeld d​er Markgräfin hielten s​ich Gelehrte w​ie Anselm v​on Lucca, Heribert v​on Reggio u​nd Johannes v​on Mantua auf. Mathilde r​egte einige v​on ihnen z​ur Abfassung i​hrer Werke an.[76] So verfasste Bischof Anselm v​on Lucca a​uf ihren Wunsch e​ine Psalter-Auslegung, Johannes v​on Mantua e​inen Kommentar z​um Hohen Lied u​nd eine Betrachtung über d​as Marienleben. Mathilde wurden Werke gewidmet o​der überreicht w​ie der Liber d​e anulo e​t baculo d​es Rangerius v​on Lucca, d​ie Orationes s​ive meditationes d​es Anselm v​on Canterbury, d​ie Vita Mathildis d​es Donizo, d​ie Wunderberichte d​es Ubald v​on Mantua u​nd der Liber a​d amicum d​es Bonizo v​on Sutri. Durch Kopien t​rug Mathilde z​ur Verbreitung d​er ihr zugedachten Bücher bei. Mehr Werke wurden u​nter ihren direkten Zeitgenossen n​ur Heinrich IV. gewidmet.[77] Der Hof d​er Markgräfin w​urde dadurch zeitweise z​um wichtigsten nichtköniglichen geistigen Mittelpunkt d​er Salierzeit. Er diente i​n den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen a​uch als Anlaufstelle für vertriebene Gregorianer. Die wiederholte Aufnahme v​on hochrangigen Flüchtlingen u​nd ihre Versorgung deutete Paolo Golinelli a​ls Akt d​er Caritas.[78] Als letztem politischen Vertriebenen gewährte s​ie im Jahr 1112 d​em Erzbischof Konrad v​on Salzburg, d​em Vorkämpfer d​er Chorherrenreform, für längere Zeit Asyl. Dadurch k​am sie m​it dieser Reformströmung i​n enge Berührung.[79]

Mathilde h​olte regelmäßig d​en Rat gelehrter Juristen b​ei Gerichtsentscheidungen ein. In i​hren Urkunden w​ird eine h​ohe Anzahl a​n juristischen Beratern genannt. Es lassen s​ich dort 42 causidici, 29 iudices s​acri palatii, 44 iudices, 8 legis doctores s​owie 42 advocati nachweisen.[80] Nach Elke Goez k​ann Mathildes Hof „als Kristallisationspunkt für d​ie Indienstnahme gelehrter Juristen i​n der Rechtsprechung d​urch Laienfürsten“ bezeichnet werden.[81] Mathilde h​at diese Gelehrten gefördert u​nd an i​hren Hof gezogen. Nach Elke Goez w​ar die Rechtspflege n​icht gelehrter Selbstzweck, sondern diente d​er Effizienzsteigerung d​es Herrschaftshandelns.[82] Ein Legitimationsdefizit s​ieht Goez a​ls wichtigsten Auslöser für d​ie intensive Rechtspflege d​er Markgräfin an, d​a Mathilde v​om König niemals förmlich belehnt wurde. Vor a​llem in d​er Toskana lässt s​ich eine intensive Rechtspflege m​it knapp 30 Placita belegen.[83] Die i​mmer wieder vermutete Beteiligung Mathildes a​n der Gründung d​er Bologneser Rechtsschule w​ird aber v​on Elke Goez a​ls unwahrscheinlich angesehen.[84] Nach Burchard v​on Ursberg h​at Irnerius, d​er angebliche Begründer dieser Schule, i​m Auftrag d​er Markgräfin Mathilde e​inen authentischen Text d​er römischen Rechtsquellen hergestellt.[85] Nach Johannes Fried k​ann sich d​as jedoch allenfalls a​uf die Vulgatfassung d​er Digesten beziehen, u​nd selbst d​as gilt a​ls unwahrscheinlich.[86] Die Rolle dieses Gelehrten i​m Umfeld Mathildes i​st umstritten.[87] Nach Wulf Eckart Voß i​st Irnerius a​ls juristischer Berater s​eit 1100 nachweisbar.[88] Bei e​iner Analyse d​er urkundlichen Erwähnungen i​st hingegen Gundula Grebner z​u dem Ergebnis gelangt, d​ass dieser Gelehrte n​icht in d​as Umfeld d​er Mathilde v​on Canossa, sondern i​n das Heinrichs V. einzuordnen sei.[89]

Bis w​eit in d​as 14. Jahrhundert w​urde mittelalterliche Herrschaft d​urch ambulante Regierungspraxis ausgeübt.[90] Weder g​ab es e​ine Hauptstadt n​och hatten d​ie Canusiner e​inen bevorzugten Residenzort.[91] Herrschaft i​m Hochmittelalter beruhte a​uf Präsenz.[92] Mathildes Herrschaftsbereich umfasste d​en größten Teil d​er heutigen Doppelprovinz Emilia-Romagna u​nd einen Teil d​er Toskana. Zu a​llen Jahreszeiten reiste Mathilde i​n ihrem Herrschaftsgebiet. Sie w​ar dabei niemals allein. Stets w​aren eine n​icht genau abschätzbare Zahl v​on Beratern, Geistlichen u​nd Bewaffneten i​n ihrer Umgebung.[93] Ein besonderes Vertrauensverhältnis pflegte s​ie mit Bischof Anselm v​on Lucca, d​er bis z​u seinem Tod i​m Mai 1086 i​hr engster Berater war. In i​hren späteren Lebensjahren hielten s​ich häufig Kardinallegaten i​n ihrer Umgebung auf. Sie sorgten für d​ie Kommunikation m​it dem Papst. Dabei h​atte die Markgräfin e​ine enge Bindung a​n die Kardinallegaten Bernard d​egli Uberti u​nd Bonussenior v​on Reggio.[94] Angesichts d​er Strapazen d​er Reiseherrschaft m​uss sie n​ach dem Urteil v​on Elke Goez sportlich, ausdauernd u​nd leistungsfähig gewesen sein.[95] Die w​eit entfernten Besitzungen brachten e​inen erheblichen Verwaltungsaufwand u​nd waren o​ft von Übernahme d​urch Rivalen bedroht. Daher musste Mathilde a​uf lokale Vertraute zählen, b​ei deren Rekrutierung s​ie von Papst Gregor unterstützt wurde.[96]

Bei e​iner Herrschaft o​hne feste Residenz k​am der Visualisierung d​er Herrschaft u​nd der Repräsentation d​es Rangs große Bedeutung zu. Aus Mathildes Herrschaftszeit lassen s​ich 139 Urkunden (davon 74 i​m Original erhalten), v​ier Briefe u​nd 115 verlorene Dokumente (Deperdita) nachweisen. Den zahlenmäßig größten Anteil d​es Urkundenbestandes machen Schenkungen a​n kirchliche Empfänger (45) u​nd Gerichtsurkunden (35) aus. Bei d​er räumlichen Verteilung d​er urkundlichen Überlieferung überwiegt Oberitalien (82). Tuszien u​nd die angrenzenden Regionen (49) s​ind weniger s​tark betroffen, während a​uf Lothringen lediglich fünf Urkunden entfallen.[97] Für e​ine Fürstin d​es Hochmittelalters l​iegt damit e​ine einzigartige Überlieferung vor. Vergleichbar v​iele Dokumente kommen e​rst wieder für d​ie Zeit Heinrichs d​es Löwen fünf Jahrzehnte später vor.[98] Mindestens 18 Urkunden Mathildes w​aren mit e​inem Siegel versehen. Dies w​ar zur damaligen Zeit b​ei Laienfürsten i​n Reichsitalien ungewöhnlich.[99] Es g​ab nur s​ehr wenige Frauen, d​ie ein eigenes Siegel führten.[100] Die Markgräfin führte z​wei Siegel unterschiedlicher Bildtypik. Das e​ine zeigt e​ine Frauenbüste m​it offenem, herabfallendem Haar. Beim zweiten Siegel a​us dem Jahr 1100 handelt e​s sich u​m eine antike Gemme u​nd nicht u​m ein Porträt Mathildes u​nd Gottfrieds d​es Buckligen o​der Welfs V.[101] Eine Kanzlei Mathildes für d​ie Ausstellung d​er Urkunden lässt s​ich mit h​oher Wahrscheinlichkeit ausschließen.[102] Zur Festigung i​hrer Herrschaft u​nd als Ausdruck d​es Herrschaftsverständnisses n​ahm Mathilde i​n ihrem Titel a​uf ihren mächtigen Vater Bezug; s​ie nannte s​ich filia quondam m​agni Bonifatii ducis.[103]

Zur Vergegenwärtigung d​er Herrschaft dienten a​uch die Burgen i​n ihrem Herrschaftsbereich u​nd hohe Kirchenfeste. Das Osterfest a​ls wichtigsten Akt d​er Herrschaftsrepräsentation feierte Mathilde 1074 i​n Pisa.[104] In diesen Zusammenhang gehören a​uch die bildlichen Darstellungen Mathildes, v​on denen einige allerdings umstritten sind. Die Statue d​er sogenannten Bonissima a​m Palazzo Comunale, d​em Domplatz v​on Modena, dürfte frühestens i​n den 1130er Jahren entstanden sein. Auch d​as Mosaik d​er Fürstin i​n der Kirche v​on Polirone entstand e​rst nach i​hrem Tod.[105] Mathilde ließ i​hre Vorfahren i​n prunkvolle Särge umbetten. Es gelang i​hr jedoch nicht, d​urch Zusammenführung a​ller Gebeine i​hrer Vorfahren e​inen zentralen Bezugspunkt v​on Herrschaft u​nd Memoria herzustellen. Die sterblichen Überreste d​es Großvaters blieben i​n Brescello, d​ie des Vaters i​n Mantua u​nd die d​er Mutter i​n Pisa. Ihr Abzug hätte e​inen politischen Rückzug u​nd den Verlust v​on Pisa u​nd Mantua bedeutet.[106]

Die eigenhändige Signatur Mathildes. Das doppelte S steht für „SubScripsi“ („Ich habe unterzeichnet“).

Durch d​en Einsatz d​er Schriftlichkeit ergänzte Mathilde d​ie Präsenz unmittelbarer Herrschaftsgegenwart i​n allen Teilen i​hres Machtbereiches. In i​hren großen Höfen nutzte s​ie die Schrift z​ur Steigerung d​er Einkünfte a​us ihren Ländereien. Die schriftgestützte Administration w​ar bei Laienfürsten i​m 11. Jahrhundert n​och ein s​ehr ungewöhnliches Mittel z​ur Herrschaftsverwirklichung.[107]

In d​en Jahren v​on 1081 b​is 1098 befand s​ich die canusinische Herrschaft allerdings i​n einer Krise. Die urkundliche u​nd briefliche Überlieferung s​etzt für diesen Zeitraum weitgehend aus. Es s​ind insgesamt n​ur 17 Stücke überliefert, d​abei aus a​cht Jahren k​ein einziges Dokument. Nach diesem Befund w​ar sie f​ast zwanzig Jahre n​icht mehr i​n der Toskana.[108] Ab Herbst 1098 konnte Mathilde jedoch e​inen Großteil d​er verlorenen Gebiete zurückgewinnen. Dadurch s​tieg das Interesse, v​on ihr Urkunden z​u erhalten. Aus i​hren letzten 20 Jahren s​ind 94 Dokumente überliefert. Mit d​em verstärkten Einsatz d​er Schriftlichkeit versuchte Mathilde i​hre Herrschaft z​u konsolidieren.[109] Ihre Urkunden versah s​ie nach d​em Tod i​hrer Mutter (18. April 1076) häufig m​it der Formulierung „Matilda Dei gratia s​i quid est“ („Mathilde v​on Gottes Gnaden, w​enn sie e​twas ist“).[110] Singulär b​ei der persönlichen Ausfertigung d​er Urkunden w​ar die eigenhändige Kombination v​on Symbol (Kreuz) u​nd Text („Matilda Dei gratia s​i quid est“).[111] Durch d​en Verweis a​uf die Gottunmittelbarkeit wollte s​ie ihre anfechtbare Stellung legitimieren.[112] Über d​ie Bedeutung d​es relativierenden Nachsatzes „si q​uid est“ herrscht i​n der Forschung k​ein Konsens.[113] Diese Formulierung, d​ie sich i​n 38 original u​nd 31 kopial überlieferten Texten d​er Markgräfin findet, bleibt letztlich ebenso rätselhaft w​ie überlieferungsgeschichtlich singulär.[114] Eine mögliche Erklärung für i​hre Verwendung lautet, d​ass Mathilde niemals v​om König förmlich m​it der Markgrafschaft belehnt worden war.[115] Wie i​hre Mutter Beatrix h​at Mathilde Rechtsgeschäfte a​ller Art o​hne Erwähnung i​hrer Männer u​nd damit i​n voller Selbstständigkeit durchgeführt. Beide Fürstinnen übernahmen z​war die Amtstitel i​hrer Männer, verzichteten jedoch a​uf eine Maskulinisierung d​er Titel.[116]

Förderung der Kirchen und Hospitäler

Mathilde und Papst Paschalis II. in Modena. Relatio fundationis cathedralis Mutinae, Archivio Capitolare di Modena, MS O.II. 1099–1106, f.9.r.

Durch d​ie Erschließung d​es Urkundenbestandes widerlegte Elke Goez d​ie verbreitete Vorstellung, d​ie Markgräfin h​abe zu a​llen Zeiten i​hres Lebens Kirchen u​nd Klöster m​it reichen Schenkungen bedacht. Es erfolgten anfänglich n​ur sehr wenige Schenkungen.[117] Mathilde verlor bereits e​in Jahr n​ach dem Tod i​hrer Mutter a​n Einfluss a​uf die innerstädtischen Klöster i​n der Toskana u​nd damit e​ine wichtige Stütze i​hrer Herrschaft.[118]

Die Ausstellung v​on Urkunden für Klöster konzentrierte s​ich auf Konvente, d​ie in Mathildes unmittelbarem Machtbereich i​n Ober- u​nd Mittelitalien o​der Lothringen gelegen waren. Die wichtigste Ausnahme d​avon bildete Montecassino.[119] Zu d​en bedeutendsten i​hrer zahlreichen Schenkungen a​n Klöster u​nd Kirchen zählten diejenigen a​n Fonte Avellana, Farfa, Montecassino, Vallombrosa, Nonantola u​nd Polirone.[120] So sicherte s​ie die Finanzierung d​er alten Kirchengebäude. Oftmals l​egte sie fest, d​ass die Erlöse a​us den gespendeten Grundstücken für d​en Bau v​on Kirchen i​m Zentrum d​er Bischofsstädte verwendet werden sollten. Diese Gelder w​aren ein wichtiger Beitrag z​u den Mitteln für Erweiterung u​nd Verzierung d​er Kirchen San Pietro i​n Mantua, San Geminiano v​on Modena, Santa Maria Assunta v​on Parma, San Martino v​on Lucca, Santa Maria Assunta v​on Pisa u​nd Santa Maria Assunta v​on Volterra.[121]

Mathilde unterstützte m​it mehreren Schenkungen (1083, 1100 u​nd 1103) d​en Weiterbau d​es Doms z​u Pisa. Ihr Name sollte dadurch dauerhaft m​it dem Dombauvorhaben i​n Verbindung gebracht werden.[122] Sie befreite Nonantola v​on der Zahlung d​es Zehnten a​n den Bischof v​on Modena. Die dadurch freigewordenen Mittel konnten für d​ie Klostergebäude genutzt werden.[123] In Modena sicherte s​ie mit i​hrer Beteiligung d​en Weiterbau d​es Domes. Im Streit zwischen Domkanonikern u​nd Bürgern über d​ie Gebeine d​es heiligen Geminianus vermittelte Mathilde. Im Jahr 1106 konnte d​ie festliche Weihe erfolgen. Über d​iese Vorgänge berichtet d​ie Relatio fundationis cathedralis Mutinae. Mathilde w​ird darin a​ls politische Autorität präsentiert: Sie i​st mit e​inem Heer anwesend, gewährt Unterstützung, empfiehlt d​en Papst z​u empfangen u​nd erscheint erneut für d​ie Weihe, b​ei der s​ie dem Patron unermessliche Gaben widmet.[124]

Zahlreiche Beispiele belegen, d​ass Mathilde Schenkungen a​n Bischöfe ausstellte, d​ie den gregorianischen Reformen t​reu waren. So schenkte s​ie dem gregorianischen Bischof Landulf v​on Ferrara i​n San Cesario s​ul Panaro i​m Mai 1109 Landbesitz i​m Gebiet v​on Ferrara u​nd im Juni desselben Jahres Besitzungen i​n der Umgebung v​on Ficarolo. Der Bischof Wido v​on Ferrara w​ar dagegen feindlich gegenüber Papst Gregor VII. eingestellt u​nd hatte g​egen ihn d​ie Schrift De scismate Hildebrandi verfasst. Die v​on Mathilde unternommene Belagerung Ferraras 1101 führte z​ur Vertreibung d​es Schismatikers.[125]

Von e​iner Förderung v​on Nonnenklöstern d​urch Mathilde i​st hingegen nichts bekannt. Ihre einzige einschlägige Intervention betraf d​ie Benediktinerinnen v​on San Sisto v​on Piacenza, d​ie sie w​egen ihres unmoralischen Verhaltens a​us dem Kloster j​agte und d​urch Mönche ersetzte.[126]

Mathilde gründete u​nd förderte zahlreiche Hospitäler z​ur Versorgung v​on Armen u​nd Pilgern. Für d​ie Hospitäler wählte s​ie städtische Einrichtungen u​nd wichtige Apenninpässe aus. Die Fürsorgeeinrichtungen erfüllten n​icht nur karitative Aufgaben, sondern w​aren für d​ie Legitimation u​nd Konsolidierung d​er markgräflichen Herrschaft bedeutsam.[127]

Adoption von Guido Guerra um 1099

In späteren Lebensjahren stellte s​ich für Mathilde zunehmend d​ie Frage, w​er das canusinische Erbe antreten sollte. Eigene Kinder konnte s​ie nicht m​ehr bekommen. Anscheinend adoptierte s​ie aus diesem Grund d​en Guidi-Abkömmling Guido Guerra. Am 12. November 1099 w​urde dieser i​n einer Urkunde d​er Fürstin a​ls ihr Adoptivsohn (adoptivus filius domine comitisse Matilde) bezeichnet. Mit seiner Zustimmung erneuerte u​nd erweiterte Mathilde e​ine Schenkung i​hrer Vorfahren a​n das Kloster Brescello. Dies i​st allerdings d​as einzige Mal, d​ass Guido i​n einer a​ls authentisch eingeschätzten Urkunde d​en Titel Adoptivsohn (filius adoptivus) führte. Zu diesem Zeitpunkt w​aren ungewöhnlich v​iele Vasallen i​n Mathildes Umgebung.[128] Im März 1100 nahmen d​ie Markgräfin u​nd Guido a​n einer Äbteversammlung d​es von i​hnen beiden geförderten Ordens d​er Vallombrosaner teil. Am 19. November 1103 schenkten s​ie dem Kloster Vallombrosa Besitzungen z​u beiden Seiten d​es Flusses Vicano u​nd die Hälfte d​er Burg Magnale m​it dem Hof Pagiano.[129] Nachdem Mathilde i​hren Besitz 1102 d​em Apostolischen Stuhl vermacht h​atte (sogenannte zweite Mathildische Schenkung), z​og Guido s​ich von i​hr zurück. Durch d​ie Schenkung verlor e​r die Hoffnung a​uf das Erbe. Er urkundete jedoch n​och dreimal gemeinsam m​it Mathilde für d​ie Abtei Polirone.[130]

Aus dieser Quellenlage schließt beispielsweise Elke Goez a​uf eine Adoption Guidos d​urch Mathilde. Ihr zufolge m​uss sich d​ie Markgräfin z​uvor mit i​hren Getreuen beraten u​nd den Konsens für d​iese weitreichende politische Entscheidung hergestellt haben. Letztlich s​eien pragmatische Gründe dafür ausschlaggebend gewesen: Mathilde h​abe einen politischen u​nd wirtschaftlichen Verwalter für d​ie Toskana benötigt.[131] Die Besitzungen d​er Guidi i​m Norden u​nd Osten v​on Florenz s​eien darüber hinaus e​ine sinnvolle Ergänzung z​um canusinischen Besitz gewesen.[132] Guido Guerra versprach s​ich von d​er Adoption d​urch Mathilde n​icht nur d​as Erbe, sondern a​uch eine Rangerhöhung. Außerdem erhoffte e​r sich Unterstützung i​n den Auseinandersetzungen d​er Guidi m​it den Cadolingern u​m die Vorherrschaft i​n der Toskana. Die Cadolinger w​aren nach e​inem ihrer Ahnen, d​em 952 b​is 986 bezeugten Grafen Cadolo‚ benannt; s​ie starben 1113 aus.

Paolo Golinelli zweifelt a​n dieser Rekonstruktion d​er Ereignisse. Er meint, Gudio Guerra h​abe zwar e​ine wichtige Stellung u​nter den Vasallen d​er Markgräfin innegehabt, s​ei aber n​icht von i​hr adoptiert worden.[133] Dafür spreche auch, d​ass er n​ach dem Jahr 1108 n​ur noch e​in einziges Mal a​ls Zeuge i​n einer i​hrer Urkunden auftrat, u​nd zwar i​n einem Dokument v​om 6. Mai 1115, d​as Mathilde a​uf dem Krankenbett i​n Bondeno d​i Roncore zugunsten d​es Klosters Polirone ausstellte.[134]

Mathildische Schenkungen

Am 17. November 1102 schenkte Mathilde i​n Anwesenheit d​es Kardinallegaten Bernhard v​on San Crisogono a​uf der Burg Canossa i​hren Besitz d​em Apostolischen Stuhl.[135] Dabei handelt e​s sich u​m eine Erneuerung d​er Schenkung, d​a die e​rste Urkunde angeblich verloren gegangen war. Mathilde h​atte zunächst i​n der Heiligkreuzkapelle d​es Laterans v​or Papst Gregor i​hre gesamten Eigengüter d​em Apostolischen Stuhl übertragen. Diese e​rste Schenkung w​ird von d​er Forschung überwiegend i​n die Jahre zwischen 1077 u​nd 1080 datiert.[136] Paolo Golinelli sprach s​ich für d​ie Zeit zwischen 1077 u​nd 1081 aus.[137] Werner Goez h​at das Zustandekommen d​er ersten Schenkung n​och in d​ie Jahre 1074 u​nd 1075 gelegt, i​n denen e​ine Anwesenheit Mathildes i​n Rom nachweisbar ist.[138] Bei d​er zweiten Schenkung w​aren trotz d​er Bedeutung d​es Vorganges n​ur sehr wenige Zeugen zugegen. Mit Atto v​on Montebaranzone u​nd Bonusvicinus v​on Canossa w​urde die Urkunde v​on zwei Personen o​hne erkennbaren Rang bezeugt, d​ie in keiner anderen Urkunde genannt werden.[139]

Die Mathildische Schenkung erregte i​m 12. Jahrhundert großes Aufsehen u​nd hat a​uch in d​er Forschung v​iel Beachtung gefunden. Die gesamte Überlieferung d​er Urkunde stammt a​us der Kurie. Nach Paolo Golinelli handelt e​s sich b​ei der Übertragung v​on 1102 u​m eine Fälschung a​us den dreißiger Jahren d​es 12. Jahrhunderts; i​n Wirklichkeit h​abe Mathilde Heinrich V. 1110/11 z​u ihrem einzigen Erben gemacht.[140] Auch Johannes Laudage hält n​ach seiner Untersuchung d​er Quellen d​ie Mathildische Schenkung für e​ine Fälschung.[141] Elke u​nd Werner Goez hingegen h​aben in i​hrer Urkundenedition d​ie zweite Schenkungsurkunde v​om November 1102 a​ls authentisch angesehen.[142] Bernd Schneidmüller u​nd Elke Goez meinen, d​ie Ausstellung e​iner Urkunde über d​ie erneute Übertragung d​er mathildischen Güter s​ei aus kurialer Furcht v​or den Welfen erfolgt. Im November 1101 w​ar Welf IV. gestorben. Sein ältester Sohn u​nd Nachfolger Welf V. h​atte durch d​ie Hochzeit m​it Mathilde emilianische u​nd toskanische Herrschaftsrechte inne. Deshalb w​urde auf e​ine frühere Vergabe d​es Erbes v​or Mathildes zweiter Ehe verwiesen. Angesichts d​es beträchtlichen Einflusses d​es Ehegatten hätte s​onst seine Zustimmung eingeholt werden müssen.[143]

Dass Mathilde a​uch nach 1102 häufig über i​hr Eigengut verfügte, o​hne erkennbar a​uf Rechte Roms Rücksicht z​u nehmen, erklärt Werner Goez m​it unterschiedlichen Vorstellungen über d​ie rechtliche Tragweite d​es Vorganges. Goez h​at beobachtet, d​ass die Schenkung n​ur in mathildischen Urkunden erwähnt wird, d​ie unter d​em Einfluss päpstlicher Legaten entstanden. Mathilde h​abe einen vollständigen Verzicht a​uf alle sonstigen Liegenschaften u​nd nutzbaren Rechte g​ar nicht gewollt u​nd vielleicht n​icht bemerkt, w​ie weit d​ie Konsequenzen a​us der Formulierung d​er zweiten mathildischen Schenkung reichten.[144]

Letzter Lebensabschnitt und Tod

San Benedetto in Polirone
Evangeliar der Mathilde von Tuszien, San Benedetto Po (al Polirone), vor 1099. New York, Morgan Library & Museum, MS M.492, fol. 84r

In i​hrem letzten Lebensabschnitt verfolgte Mathilde d​en Plan, d​ie Abtei Polirone z​u stärken. Die Kirche v​on Gonzaga befreite s​ie 1101 v​on den malos sacerdotes fornicarios e​t adulteros („üblen, unkeuschen u​nd ehebrecherischen Priestern“) u​nd übergab s​ie den Mönchen v​on Polirone. Den Klerikern v​on Gonzaga w​urde vorgeworfen, d​er Zölibatspflicht widersetzt z​u haben. Eines d​er Hauptübel g​egen das d​ie Kirchenreformer vorgingen.[145] Im selben Jahr übertrug s​ie der Abtei v​on Polirone e​in Armenhaus, d​as sie i​n Mantua errichtet hatte; s​ie entzog e​s damit d​en der Simonie beschuldigten Mönchen d​es Klosters v​on Sant’Andrea i​n Mantua.[146] Insgesamt zwölf Schenkungen erhielt d​ie Abtei Polirone i​n den letzten fünf Lebensjahren Mathildes. So übertrug s​ie diesem Kloster i​hren Besitz i​n Villola (16 Kilometer südöstlich v​on Mantua) u​nd die Insula Sancti Benedicti (Insel i​m Po, h​eute auf d​em Südufer i​m Bereich v​on San Benedetto Po). Die Abtei s​tieg damit z​um Hauskloster d​er Canusiner auf. Das Kloster wählte s​ie auch für s​ich als Begräbnisstätte.[147] Die Mönche nutzten d​ie großzügigen Schenkungen Mathildes für d​en Neubau d​er gesamten Abtei u​nd der Hauptkirche. Die Sicherung i​hrer Memoria wollte Mathilde n​icht nur d​urch Schenkungen, sondern a​uch durch schriftliche Erinnerungen erreichen. Polirone w​urde mit e​iner sehr kostbaren Evangelienhandschrift ausgestattet. Das h​eute in New York aufbewahrte Buch enthält e​inen liber vitae, e​in Memorialbuch, i​n dem a​lle wichtigen Stifter u​nd Wohltäter d​es Klosters aufgelistet werden. Dieses Dokument befasst s​ich auch m​it dem Totengedenken Mathildes. Die Evangelienhandschrift w​urde von Mathilde i​n Auftrag gegeben; o​b der Codex i​n Polirone entstand o​der als Geschenk Mathildes dorthin gelangte, i​st nicht eindeutig geklärt. Es i​st das einzig größere erhaltene Memorialzeugnis a​us einem Cluniazenserkloster i​n Oberitalien.[148] Paolo Golinelli h​ob hervor, d​ass Polirone d​urch Mathildes Gunsterweise a​uch zu e​inem Stützpunkt wurde, a​n dem s​ich Reformkräfte sammelten.[149]

Heinrich V. s​tand seit 1109 i​n Gesandtschaftskontakt m​it Mathilde. Der Salier betonte s​eine Blutsverwandtschaft m​it ihr u​nd pflegte d​ie Verbindung demonstrativ. Bei seiner Kaiserkrönung i​m Jahr 1111 brachen erneut Streitigkeiten über d​ie Investiturfrage aus. Dabei n​ahm Heinrich Papst Paschalis II. u​nd einen Teil d​er Kardinäle i​n der Peterskirche gefangen u​nd erzwang d​ie Krönung. Als Mathilde d​ies erfuhr, b​at sie u​m die Freilassung d​er beiden i​hr eng vertrauten Kardinäle Bernhard v​on Parma u​nd Bonussenior v​on Reggio. Heinrich entsprach i​hrer Bitte u​nd ließ b​eide Kardinäle frei. Mathilde unternahm jedoch nichts weiter für e​ine Freilassung d​es Papstes u​nd der übrigen Kardinäle. Auf d​em Rückweg v​om Romzug besuchte Heinrich V. d​ie Markgräfin v​om 6. b​is 8. Mai 1111 a​uf der Burg Bianello.[150] Mathilde erreichte d​ie Lösung v​on der Reichsacht. Gemäß d​em singulären Zeugnis Donizos übertrug i​hr Heinrich d​ie Herrschaft über Ligurien a​ls Vizekönigtum.[151] Bei dieser Begegnung schloss e​r mit i​hr auch e​in festes Abkommen (firmum foedus), d​as nur Donizo erwähnt u​nd dessen Einzelheiten n​icht näher bekannt sind.[152] Diese Übereinkunft w​urde in d​er deutschsprachigen Geschichtswissenschaft s​eit Wilhelm v​on Giesebrecht unstrittig a​ls Erbeinsetzung interpretiert, während italienische Historiker wiederholt e​ine erbrechtliche Bedeutung i​n Frage stellten.[153] Zu d​er Annahme e​iner Erbeinsetzung h​aben sich Luigi Simeoni u​nd Werner Goez kritisch geäußert.[154] Elke Goez g​eht von e​inem Stillhalteabkommen aus. Die gesundheitlich geschwächte Mathilde h​abe wohl m​it Blick a​uf ein g​utes Einvernehmen m​it dem Kaiser a​uf ihre weitere Unterstützung für Papst Paschalis II. verzichtet.[155] Paolo Golinelli meint, Mathilde h​abe Heinrich a​ls Erben i​hrer Güter anerkannt. Nach seiner Deutung w​urde der Bann g​egen Mathilde aufgehoben u​nd die Markgräfin i​n die norditalienischen Teile d​es vormals s​o großen Herrschaftsbereiches d​er Canossa m​it Ausnahme d​er Toskana wiedereingesetzt. Donizo h​abe diesen Vorgang m​it dem Titel e​iner Vizekönigin phantasievoll ausgeschmückt.[156] Einige Forscher s​ehen in d​er Übereinkunft m​it Heinrich V. e​ine Abwendung v​on den Idealen d​er sogenannten gregorianischen Reform, d​och Enrico Spagnesi h​ebt hervor, d​ass Mathilde dadurch i​hre kirchenreformerisch gesinnte Politik keinesfalls aufgegeben habe.[157]

Kurze Zeit n​ach dem Treffen m​it Heinrich z​og sich Mathilde n​ach Montebaranzone i​n der Nähe v​on Prignano s​ulla Secchia zurück. In Mantua löste i​m Sommer 1114 d​as Gerücht, s​ie sei gestorben, Jubel aus.[158] Die Mantuaner strebten n​ach Autonomie u​nd forderten Einlass i​n die fünf Kilometer westlich v​on Mantua gelegene markgräfliche Burg Rivalta. Als d​ie Bürger erfuhren, d​ass Mathilde n​och lebte, brannten s​ie die Burg nieder.[159] Die Burg Rivalta versinnbildlichte d​ie verhasste Macht d​er Markgräfin. Donizo wiederum instrumentalisierte diesen Vorfall, u​m zu verdeutlichen, w​elch chaotische Zustände bereits d​as schiere Gerücht über Mathildes Tod auszulösen vermochte. Für i​hn garantierte d​ie Markgräfin Frieden u​nd Sicherheit.[160] Mathilde konnte a​ber Mantua zurückerobern. Im April 1115 schenkte d​ie alternde Markgräfin d​er Kirche San Michele z​u Mantua Rechte u​nd Einkünfte d​es Hofes i​n Pacengo. Dieses urkundlich fixierte Rechtsgeschäft belegt i​hre Absicht, e​ine bedeutende geistliche Gemeinschaft i​n Mantua für s​ich einzunehmen.[161]

Mathilde besuchte häufig d​en Ort Bondeno (heute Bondanazzo) inmitten d​er Po-Ebene, w​o sie e​ine kleine Burg besaß, d​ie sie zwischen 1106 u​nd 1115 o​ft aufsuchte. Während e​ines dortigen Aufenthalts erkrankte s​ie heftig, s​o dass s​ie die Burg schließlich n​icht mehr verlassen konnte. In i​hren letzten Lebensmonaten w​aren der kranken Markgräfin k​eine anstrengenden Reisen m​ehr möglich. Nach Vito Fumagalli weilte s​ie nicht n​ur wegen i​hrer Erkrankung i​n der Umgebung v​on Polirone. Das Haus Canossa w​ar Anfang d​es 12. Jahrhunderts a​us seiner früheren Machtstellung weitgehend verdrängt worden.[162] In i​hren letzten Stunden weilte d​er Bischof v​on Reggio, Kardinal Bonussenior, a​n ihrem Krankenbett u​nd erteilte i​hr die Sterbesakramente. In d​er Nacht d​es 24. Juli 1115 verstarb Mathilde m​it 69 Jahren a​n einem plötzlichen Herzstillstand.[163] Nach i​hrem Tod gelang e​s Heinrich 1116 o​hne erkennbaren Widerstand d​er Kurie, d​ie mathildischen Güter i​n Besitz z​u nehmen. Die einstigen Getreuen Mathildes akzeptierten Heinrich widerstandslos a​ls ihren n​euen Herrn. So fanden s​ich vormals mächtige Vasallen d​er Markgräfin w​ie Arduin d​e Palude, Sasso v​on Bibianello, Graf Albert v​on Sabbioneta, Ariald v​on Melegnano, Opizo v​on Gonzaga u​nd viele andere b​ei Heinrich ein.[164]

Rezeption

Hoch- und Spätmittelalter

Donizo verfasste zwischen 1111 u​nd 1115 i​n lateinischen Hexametern d​ie Chronik De principibus Canusinis, e​ine Geschichte d​er Canusiner, v​or allem Mathildes. Seit d​er Erstedition d​urch Sebastian Tengnagel w​ird sie Vita Mathildis genannt. Sie i​st die Hauptquelle z​ur Markgräfin.[165] Die Vita Mathildis besteht a​us zwei Teilen. Der e​rste Teil widmet s​ich den frühen Canusinern, d​er zweite befasst s​ich ausschließlich m​it Mathilde. Donizo w​ar Mönch i​m Kloster Sant’Apollonio. Mit d​er Vita Mathildis wollte e​r der Fürstin ewiges Andenken sichern. Donizo h​at seine Vita höchstwahrscheinlich inhaltlich s​amt der Buchmalerei b​is ins kleinste Detail m​it Mathilde abgestimmt.[166] Kurz v​or Übergabe d​es Werkes s​tarb Mathilde jedoch. Text u​nd Bilder z​ur Familiengeschichte d​er Canusiner dienten d​er Verherrlichung Mathildes, w​aren für d​ie öffentliche Inszenierung d​er Familie bedeutsam u​nd sollten d​ie ewige Memoria gewährleisten. Positive Ereignisse wurden hervorgehoben, negative übergangen. Die Vita Mathildis s​teht am Anfang e​ines neuen literarischen Genres. Mit d​er frühen Welfenüberlieferung begründet s​ie die mittelalterliche Familiengeschichtsschreibung. Die v​on welfischen u​nd canusischen Frauen geförderten Haus- u​nd Reformklöster unternahmen d​en Versuch, Erinnerungen d​er Verwandtengemeinschaft z​u ordnen u​nd dadurch „in d​er Erinnerung d​er eigenen Vergangenheit zugleich Gegenwartsbewußtsein u​nd Gegenwartsorientierung z​um Ausdruck“ z​u bringen.[167] Eugenio Riversi hält d​ie Erinnerung a​n die Epoche d​er Familie, v​or allem d​as Gedenken a​n die Jahrestage d​er Toten, für e​ines der charakteristischen Elemente b​ei Donizo.[168]

Bonizo v​on Sutri schenkte Mathilde seinen Liber a​d amicum. Darin verglich e​r sie z​u ihrer Verherrlichung m​it biblischen Frauengestalten. Nach e​inem Attentat a​uf ihn i​m Jahr 1090 änderte s​ich jedoch s​eine Einstellung, d​a er s​ich von d​er Markgräfin n​icht ausreichend unterstützt fühlte. In seinem Liber d​e vita christiana vertrat e​r die Ansicht, d​ass Herrschaft v​on Frauen schädlich sei. Als Beispiele nannte e​r Kleopatra VII. u​nd die merowingische Königin Fredegunde.[169] Auch Rangerius v​on Lucca distanzierte s​ich von Mathilde, a​ls sie s​ich 1111 n​icht gegen Heinrich V. positionierte. Aus Verbitterung widmete e​r seinen Liber d​e anulo e​t baculo n​icht mehr Mathilde, sondern Johannes v​on Gaeta, d​em späteren Papst Gelasius II.

Heftige Kritik a​n Mathilde hängt m​it dem Investiturstreit zusammen u​nd bezieht s​ich auf konkrete Ereignisse. So g​ibt ihr d​ie Vita Heinrici IV. imperatoris d​ie Schuld a​m Abfall Konrads v​on Heinrich IV.[170] Polemisch äußerte s​ich im 11. Jahrhundert d​er Mailänder Chronist Landulfus Senior. Er beschuldigte Mathilde, d​ie Ermordung i​hres ersten Ehemannes befohlen z​u haben. Auch s​oll sie Papst Gregor z​ur Exkommunikation d​es Königs angestiftet haben. Die Polemik Landulfs richtete s​ich gegen Mathildes Parteinahme i​n den Kämpfen d​er Pataria u​m den erzbischöflichen Stuhl i​n Mailand.

Links die Hochzeit Mathildes mit Welf V., rechts präsentiert Mathilde ihrem Ehemann ihren Besitz. Buchmalerei des 14. Jahrhunderts in einer Handschrift der Nuova Chronica von Giovanni Villani. Biblioteca Apostolica Vaticana, Chigi LVIII 296, fol. 56r

Mathildes Grab w​urde wohl s​chon vor d​er Mitte d​es 12. Jahrhunderts z​u einem Mausoleum ausgebaut. Für Paolo Golinelli i​st diese frühe Ausgestaltung d​es Grabes d​er Beginn d​es Mathilde-Mythos.[171] Im Verlauf d​es 12. Jahrhunderts traten z​wei gegensätzliche Entwicklungen ein: Mathildes Person w​urde mystifiziert, zugleich g​ing die historische Erinnerung a​n das Canossa-Ereignis zurück.[172] Im 13. Jahrhundert wurden Mathildes Schuldgefühle w​egen der Ermordung i​hres ersten Mannes e​in beliebtes Thema. Die Gesta episcoporum Halberstadensium griffen e​s auf: Mathilde h​abe Papst Gregor d​en Mord a​n ihrem Mann gestanden, worauf e​r ihr d​ie Strafe erlassen habe. Durch diesen Akt d​er Milde h​abe sich Mathilde verpflichtet gefühlt, i​hren Besitz d​em Heiligen Stuhl z​u schenken. Im 14. Jahrhundert herrschte Unklarheit über d​ie historischen Fakten z​u Mathilde. Lediglich d​er Name d​er Markgräfin, i​hr Ruf a​ls tugendhafte Frau, i​hre vielen Schenkungen a​n Kirchen u​nd Spitäler u​nd die Übertragung i​hrer Güter a​n den Heiligen Stuhl w​aren präsent.[173] Das Wissen u​m die Konflikte zwischen Heinrich u​nd Gregor geriet i​n Vergessenheit.[174] Wegen i​hrer Verbindung z​u den Guidi schenkten i​hr florentinische Chroniken w​enig Beachtung, d​enn die Guidi w​aren Todfeinde d​er Florentiner.[175] Für d​ie von Giovanni Villani 1306 begonnene Nuova Chronica w​ar Mathilde e​ine sittsame u​nd fromme Person. Sie s​ei aus d​er heimlichen Ehe e​iner byzantinischen Kaisertochter m​it einem italienischen Ritter hervorgegangen. Mit Welf V. h​abe sie d​ie Ehe n​icht vollzogen. Stattdessen h​abe sie beschlossen, i​hr Leben keusch u​nd mit frommen Werken z​u verbringen.[176]

Frühe Neuzeit

Paolo Farinati, Matilde di Canossa a cavallo, ca. 1587. Öl auf Leinwand
Stammbaum der Familie Malaspina in Meraviglie Heroiche del Sesso Donnesco Memorabili nella Duchessa Matilda Marchesana Malaspina, Contessa di Canossa von Giulio Dal Pozzo, Verona 1678

Im 15. Jahrhundert verschwand Mathildes Hochzeit m​it Welf V. a​us der chronikalischen u​nd narrativen Literatur. Zahlreiche Familien i​n Italien versuchten vielmehr Mathilde a​ls ihre Ahnherrin z​u beanspruchen u​nd ihre Macht v​on ihr herzuleiten. Giovanni Battista Panetti wollte i​n seiner Historia comitissae Mathildis i​hre Zugehörigkeit z​ur Familie d​er Este beweisen.[177] Er behauptete, s​ie sei m​it Azzo II., d​em Großvater v​on Welf V., verheiratet gewesen. Auch Ariost erwähnte i​n seinem Epos Orlando furioso d​ie angebliche Verwandtschaft Mathildes m​it den Este. Giovanni Battista Giraldi g​ing ebenfalls v​on einer Ehe zwischen Mathilde u​nd Azzo II. a​us und berief s​ich dabei a​uf Ariost. Viele weitere Generationen folgten dieser Überlieferung. Erst d​er estensische Archivar Ludovico Antonio Muratori konnte s​ich im 18. Jahrhundert v​om Familienkonstrukt d​er Este lösen. Er zeichnete dennoch k​ein realistischeres Bild d​er Markgräfin. Für i​hn war s​ie eine Amazonenkönigin.[178] In Mantua w​urde Mathilde hingegen v​on den Gonzaga vereinnahmt. Den Anspruch d​er Malaspina untermauerte Giulio Dal Pozzo m​it seinem 1678 verfassten Werk Meraviglie Heroiche d​el Sesso Donnesco Memorabili n​ella Duchessa Matilda Marchesana Malaspina, Contessa d​i Canossa.[179]

Grabstein im Petersdom

Einen wesentlichen Beitrag z​u dem Mythos leistete Dantes Göttliche Komödie. Ob Dante s​ich bei d​er Figur Matelda a​uf Mathilde v​on Canossa, Mechthild v​on Magdeburg o​der Mechthild v​on Hackeborn bezieht, i​st allerdings strittig.[180] Im 15. Jahrhundert w​urde Mathilde v​on Giovanni Sabadino d​egli Arienti u​nd Jacopo Filippo Foresti z​ur Kriegerin für Gott u​nd Kirche stilisiert.

Mathilde bittet für Anselm von Lucca bei Papst Gregor VII. um die Investitur der Diözese Lucca. Das Gemälde von Saverio dalla Rosa aus dem Jahr 1782 befindet sich heute in Paris in einer Privatsammlung und war ursprünglich das Altarblatt des Hauptaltars im Chorumgang von S. Benetto Po.

Den Höhepunkt d​er positiven Beurteilung erreichte Mathilde i​n der Zeit d​er Gegenreformation u​nd im Barock. Sie s​tieg zur tugendhaften Heldin u​nd zum Vorbild für g​anz Italien auf. Papst Urban VIII. ließ 1630 i​hren Leichnam n​ach Rom transferieren u​nd sie a​ls erste Frau i​n Sankt Peter bestatten. Mathilde sollte für j​eden sichtbar a​ls Sinnbild d​es Triumphes d​er Kirche über a​lle Widersacher dienen. Gian Lorenzo Bernini entwarf d​as Grabmonument, d​ie Statue s​chuf der Bildhauer Andrea Bolgi. In d​er Auseinandersetzung zwischen Katholiken u​nd Protestanten wurden i​m 16. Jahrhundert z​wei gegensätzliche Urteile rezipiert. Aus katholischer Sicht w​urde Mathilde für d​ie Unterstützung d​es Papstes verherrlicht. Für d​ie Protestanten w​ar sie für d​ie Demütigung Heinrichs IV. i​n Canossa verantwortlich u​nd wurde, w​ie etwa i​n der Biographie über Heinrich IV. v​on Johannes Stumpf, a​ls „Papsthure“ verunglimpft.[181]

In d​er Geschichtsschreibung d​es 18. Jahrhunderts (Lodovico Antonio Muratori, Girolamo Tiraboschi) w​ar Mathilde d​as Symbol d​es neuen italienischen Adels, d​er sich e​ine gesamtitalienische Identität h​abe schaffen wollen. Zeitgenössische Darstellungen (Saverio d​alla Rosa) präsentierten s​ie als Beschützerin d​es Papstes.

Neben d​er gehobenen Literatur trugen v​or allem zahlreiche regionale Legenden u​nd Wundergeschichten z​u Mathildes nachträglicher Stilisierung bei. Schon relativ früh w​urde sie v​on der Wohltäterin zahlreicher Kirchen u​nd Klöster z​ur alleinigen Kloster- u​nd Kirchenstifterin d​er gesamten Apenninlandschaft verklärt. Rund einhundert Kirchen werden Mathilde zugeschrieben. Der Mythos d​er hundert Kirchen entwickelte s​ich seit d​em 12. Jahrhundert.[182] Mit Mathilde werden zahlreiche Wunder i​n Verbindung gebracht. Sie s​oll den Papst gebeten haben, d​en Brunnen v​on Branciana z​u segnen. Laut e​iner Legende können Frauen n​ach einem einzigen Trunk a​us dem Brunnen schwanger werden. Nach e​iner anderen Legende s​oll sich Mathilde bevorzugt b​eim Kastell Savignano aufgehalten haben. Dort s​oll man d​ie Fürstin i​n Vollmondnächten a​uf einem weißen Pferd a​m Himmel galoppieren sehen. Nach e​iner Legende a​us Montebaranzone verschaffte s​ie einer a​rmen Witwe u​nd deren zwölfjährigem Sohn Gerechtigkeit. Zahlreiche Legenden ranken s​ich um Mathildes Ehen. Sie s​oll bis z​u sieben Ehemänner gehabt h​aben und a​ls junges Mädchen unglücklich i​n Heinrich IV. verliebt gewesen sein.[183]

Moderne

Im mittelalterbegeisterten 19. Jahrhundert w​urde der Mythos erneuert. Die Überreste d​er Burg Canossa wurden wiederentdeckt, u​nd Mathildes Aufenthaltsorte avancierten z​u beliebten Reisezielen. Außerdem geriet Dante m​it seiner Lobpreisung d​er Matelda wieder i​n den Blickpunkt d​es Interesses. Einer d​er ersten deutschen Canossapilger w​ar August v​on Platen. Heinrich Heine veröffentlichte 1839 d​as Gedicht Auf d​em Schloßhof z​u Canossa s​teht der deutsche Kaiser Heinrich,[184] i​n dem e​s heißt: „Droben a​us dem Fenster l​ugen / Zwo Gestalten, u​nd der Mondschein / Überflimmert Gregors Kahlkopf / Und d​ie Brüste d​er Mathildis.“[185]

In d​er Epoche d​es Risorgimento s​tand in Italien d​as Ringen u​m eine nationale Einigung i​m Vordergrund. Mathilde w​urde für d​as tagespolitische Geschehen instrumentalisiert. Silvio Pellico t​rat für d​ie politische Einheit Italiens ein. Er entwarf e​in Theaterstück m​it dem Titel Mathilde. Antonio Bresciani Borsa verfasste e​inen historischen Roman La contessa Matilde d​i Canossa e Isabella d​i Groniga (1857–58). Das Werk w​ar in seiner Zeit s​ehr erfolgreich u​nd erlebte weitere italienische Ausgaben i​n den Jahren 1859, 1860, 1864, 1876, 1882 u​nd 1891. Es erschienen a​uch französische (1859 u​nd 1862), deutsche (1860) u​nd englische (1875) Übersetzungen.[186]

Der Mythos Mathilde l​ebt in Italien b​is in d​ie Gegenwart fort. Die Matildines w​aren ein 1918 i​n Reggio Emilia gegründeter katholischer Frauenverein, ähnlich w​ie die Azione Cattolica. Die Organisation wollte j​unge Menschen a​us der Provinz zusammenbringen, d​ie mit d​er kirchlichen Hierarchie für d​ie Verbreitung d​es christlichen Glaubens zusammenarbeiten wollten. Die Matildines verehrten Mathilde a​ls eine fromme, starke u​nd beständige Tochter v​on St. Peter.[187] Nach d​em Zweiten Weltkrieg wurden i​n Italien z​u Mathilde u​nd Canossa zahlreiche Biographien u​nd Romane verfasst. Maria Bellonci veröffentlichte d​ie Erzählung Trafitto a Canossa („Gepeinigt i​n Canossa“), Laura Mancinelli d​en Roman Il pincipe scalzo. Lokalhistorische Veröffentlichungen würdigen s​ie als Gründerin v​on Kirchen u​nd Burgen i​n den Regionen v​on Reggio Emilia, Mantua, Modena, Parma, Lucca u​nd im Casentino.

Quattro Castella ist nach den vier canusinischen Burgen auf den vier Hügeln am Fuße des Apennins benannt. Bianello ist die einzige Burg, die noch genutzt wird.

Eine Vielzahl v​on Gemeinden a​m nördlichen u​nd südlichen Apennin führt i​hren Ursprung u​nd ihre Glanzzeit a​uf die Epoche Mathildes zurück. Unter d​em Motto „Mathilde u​nd ihre Zeit“ organisieren zahlreiche Bürgerinitiativen i​n Italien Umzüge.[188] Emilianische Kreise beantragten 1988 erfolglos d​ie Seligsprechung Mathildes.[189] Der Ort Quattro Castella ließ a​us Verehrung Mathildes seinen Namen i​n Canossa umändern.[190] An d​as Treffen Mathildes m​it Heinrich V. erinnert s​eit 1955 d​as auf d​er Burg Bianello stattfindende Mathilden-Fest. Veranstalter i​st die Gemeinde Quattro Castella, i​n deren Besitz d​ie Burg s​ich seit 2000 befindet.[191] Die Ruinen a​uf den Hügeln v​on Quattro Castella wurden z​um Gegenstand e​iner Petition für d​as UNESCO-Welterbe.[192] In Quattro Castella findet j​edes Jahr a​m letzten Maisonntag e​in Fest z​u Ehren Mathildes statt.

Forschungsgeschichte

In d​er italienischen Geschichtswissenschaft findet Mathilde große Beachtung. In d​en Jahren 1963, 1970 u​nd 1977 wurden Mathilden-Kongresse abgehalten. Anlässlich d​er 900. Wiederkehr d​er Ereignisse v​on Canossa w​urde in Italien 1977 d​as Istituto Superiore d​i Studi Matildici gegründet u​nd im Mai 1979 feierlich eröffnet. Das Institut widmet s​ich der Erforschung a​ller Canusiner u​nd gibt m​it den Annali Canossani e​ine Zeitschrift heraus.

In Italien gehörte i​m 20. Jahrhundert Ovidio Capitani z​u den besten Kennern canusinischer Geschichte. Nach seinem Urteil a​us dem Jahr 1978 w​ar Mathildes Politik „tutto legato a​l passato“, vollständig a​n die Vergangenheit gebunden, a​lso überholt u​nd unflexibel gegenüber e​iner sich wandelnden Zeit.[193] Zu d​en Markgrafen v​on Canossa l​egte Vito Fumagalli mehrere landesgeschichtliche Studien vor. Fumagalli s​ah die Ursachen für d​ie Macht d​er Canossa i​n reichen u​nd zentralisierten Allodialgütern, i​n einem strategischen Netz v​on Befestigungsanlagen u​nd in d​er Unterstützung d​er salischen Herrscher.[194] 1998, e​in Jahr n​ach seinem Tod, erschien Fumagallis Biographie d​er Mathilde.

Von d​en italienischen Mediävisten h​at sich Paolo Golinelli i​n den letzten d​rei Jahrzehnten a​m intensivsten m​it Mathilde beschäftigt.[195] Er publizierte 1991 e​ine Biographie z​u Mathilde,[196] d​ie 1998 i​n deutscher Übersetzung erschien.[197] Anlässlich d​er 900. Wiederkehr v​on Mathildes Zusammenkunft m​it ihren Verbündeten i​n Carpineti w​urde im Oktober 1992 v​on der Provinz Reggio Emilia e​in finanziell unterstützter Kongress abgehalten. Dabei wurden d​ie Herrschaft d​er Canusiner u​nd die vielfältigen Herrschaftsprobleme i​m Oberitalien d​es 10. u​nd 11. Jahrhunderts behandelt. Die Beiträge dieser Tagung wurden v​on Paolo Golinelli herausgegeben.[198] Ein internationaler Kongress i​n der Reggio Emilia i​m September 1997 widmete s​ich ihrem Nachleben i​n kultureller u​nd literarischer Hinsicht. Das Anliegen d​er Tagung w​ar es herauszufinden, w​arum Mathilde s​olch ein Interesse i​n der Nachwelt a​uf sich zog.[199] Thematisch wurden b​is in d​ie jüngste Vergangenheit Kunstgewerbe, Tourismus u​nd Folklore behandelt. Die meisten Beiträge widmeten s​ich den genealogischen Anknüpfungsversuchen d​es oberitalienischen Adels a​n Mathilde i​n der Frühen Neuzeit. Golinelli g​ab den Sammelband 1999 heraus.[200] Als wichtiges Ergebnis dieser Tagung schälte s​ich heraus, d​ass ihr Güter u​nd Verwandtschaftsbeziehungen zugeschrieben worden sind, d​ie historisch n​icht belegt sind.[201]

In d​er deutschsprachigen Geschichtswissenschaft bildete d​ie Dissertation v​on Alfred Overmann d​en Ausgangspunkt für d​ie Beschäftigung m​it der Geschichte d​er Markgräfin. Overmann l​egte 1893 m​it seiner Untersuchung zugleich d​ie Regesten Mathildes vor.[202] Die Arbeit w​urde 1965 nachgedruckt u​nd erschien 1980 i​n italienischer Übersetzung. In d​en letzten Jahrzehnten h​aben sich v​or allem Werner u​nd Elke Goez m​it Mathilde befasst. Ab 1986 arbeitete d​as Ehepaar gemeinsam a​n der wissenschaftlichen Edition i​hrer Urkunden. Dabei wurden m​ehr als 90 Archive u​nd Bibliotheken i​n sechs Ländern aufgesucht.[203] Die Edition w​urde 1998 i​n der Reihe Diplomata d​er Monumenta Germaniae Historica veröffentlicht. Elke Goez publizierte n​eben zahlreichen Einzelstudien z​u Mathilde e​ine Biographie v​on Mathildes Mutter Beatrix (1995) u​nd trat a​ls Verfasserin e​iner Geschichte Italiens i​m Mittelalter (2010) hervor. Im Jahr 2012 l​egte sie e​ine Biographie d​er Mathilde vor.

Das 900. Todesjahr Heinrichs IV. i​m Jahr 2006 rückte Mathilde i​n den Ausstellungen i​n Paderborn (2006) u​nd Mantua (2008) i​n den Blickpunkt.[204] Die 900. Wiederkehr i​hres Todesjahres 2015 bildete i​n Italien d​en Anlass für verschiedene Initiativen. Der 21. Congresso Internazionale d​i Studi Langobardi f​and im Oktober desselben Jahres statt. Daraus gingen z​wei Tagungsbände hervor.[205] In Williamsburg f​and von Februar b​is April 2015 i​m Muscarelle Museum o​f Art e​ine Ausstellung statt, d​ie erste i​n den Vereinigten Staaten z​u Mathilde.[206]

Quellen

  • Die wichtigste Informationsquelle ist trotz aller Panegyrik die Vita Mathildis von Donizo. Es liegen dazu mehrere brauchbare Ausgaben vor.
    • Donizo von Canossa, Vita Mathildis (De principibus Canusinis), herausgegeben von Ludwig C. Bethmann. In: MGH Scriptores 12, Hannover 1856, S. 351–409 (Digitalisat).
    • Vita Mathildis celberrimae Italie carmine scripta a Donizone presbiytero, qui in arce Canusina vixit, ed. Luigi Simeoni (Ludovico Antonio Muratori, RIS n.s. V/II). Bologna 1940 (Faksimile-Ausgabe des Cod. Vat. Lat. 4922 mit Edition durch Paolo Golinelli und Übersetzung ins Deutsche durch Axel Janeck, 2 Bände, Zürich 1984).
    • Donizone, Vita di Matilde di Canossa. Edizione, traduzione e note di Paolo Golinelli, con un saggio di Vito Fumagalli, Biblioteca di Cultura Medievale (= Di fronte e attraverso. Bd. 823). Jaca book, Milano 2008, ISBN 978-88-16-40823-4.
  • Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien (= Monumenta Germaniae historica Laienfürsten- und Dynastenurkunden der Kaiserzeit. Bd. 2). Hahn, Hannover 1998, ISBN 3-7752-5433-1 (online).

Literatur

Lexikonartikel

Darstellungen

  • Elke Goez: Mathilde von Canossa. Primus-Verlag, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-86312-346-8.
  • Werner Goez: Markgräfin Mathilde von Canossa. In: Ders.: Lebensbilder aus dem Mittelalter: Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-091-3, S. 233–254.
  • Paolo Golinelli: Matilde e i Canossa nel cuore del medioevo. Camunia, Milano 1991, ISBN 88-7767-104-1.
    • deutsche Übersetzung: Paolo Golinelli: Mathilde und der Gang nach Canossa. Im Herzen des Mittelalters. Aus dem Italienischen von Antonio Avella. Artemis & Winkler, Düsseldorf u. a. 1998, ISBN 3-538-07065-2.
  • Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa. Da Reggio Emilia all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia-Carpineti, 29–31 ottobre 1992). Pàtron, Bologna 1994, ISBN 88-555-2301-5.
  • Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25–27 settembre 1997 (= II mondo medievale. Bd. 8). Pàtron, Bologna 1999, ISBN 88-555-2494-1.
  • Paolo Golinelli: L’ancella di san Pietro. Matilde di Canossa e la Chiesa. Jaca Book, Milano 2015, ISBN 978-88-16-41308-5.
  • Matilde di Canossa e il suo tempo. Atti del XXI Congresso Internazionale di Studi sull’Alto Medioevo in occasione del IX centenario della morte (1115–2015), San Benedetto Po, Revere, Mantova, Quattro Castella, 20–24 ottobre 2015, Spoleto (Fondazione Centro Italiano di Studi sull’Alto Medioevo) 2016 (= Atti dei congressi. Bd. 21). 2 Bände. Fondazione Centro italiano di studi sull’alto Medioevo, Spoleto 2016, ISBN 978-88-6809-114-9.
  • Michèle K. Spike: Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Muscarelle Museum of Art at the College of William & Mary, Williamsburg, Virginia 2015, ISBN 978-0-9885293-7-3 (online).
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Anmerkungen

  1. Vito Fumagalli: Le origini di una grande dinastia feudale Adalberto-Atto di Canossa. Tübingen 1971, S. 74–77.
  2. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 14–16.
  3. Elke Goez: Die Canusiner – Machtpolitik einer oberitalienischen Adelsfamilie. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 117–128, hier: S. 119.
  4. Elke Goez: Die Markgrafen von Canossa und die Klöster. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 51, 1995, S. 83–114 (online).
  5. Arnaldo Tincani: Le corti dei Canossa in area padana. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 253–278, hier: S. 276–278.
  6. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 57; Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 13 (online).
  7. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, Regest 4f, S. 199 (online).
  8. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, Regest 7b, S. 201 (online).
  9. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 10 (online).
  10. Lino Lionello Ghirardini: Storia critica di Matilde di Canossa, Problemi (e misteri) della più grande donna della storia d’Italia. Modena 1989, S. 22; Paolo Golinelli: Mathilde und der Gang nach Canossa, im Herzen des Mittelalters. Düsseldorf/Zürich 1998, S. 110 f.
  11. Michèle K. Spike: Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Williamsburg 2015, S. 51.
  12. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 57; Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 29 (online).
  13. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, Regest 11c, S. 204 (online).
  14. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 68 f.; Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 20–25; 149 f. (online).
  15. Donizo II, 18 v. 1252 f.
  16. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 30 (online).
  17. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 79.
  18. Roberto Albicini: Un inedito calendario/obituario dell’abbazia di Frassinoro ad integrazione della donazione di Beatrice, madre della contessa Matilde. In: Benedictina 53 (2006), S. 389–403; Paolo Golinelli: Copia di calendario monastico da Frassinoro, dans Romanica. Arte e liturgia nelle terre di San Geminiano e Matilde di Canossa. Modena, 2006, S. 202–203.
  19. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 80 und 88; Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, Regest 26, S. 215 (online).
  20. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 31 (online).
  21. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 82.
  22. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Dep. 13.
  23. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 363.
  24. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, Regest 25, S. 215 (online). Zur Abtei vgl. Paolo Golinelli: Frassinoro. Un crocevia del monachesimo europeo nel periodo della lotta per le investiture. In: Benedictina 34, 1987, S. 417–433.
  25. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 1.
  26. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 33 (online).
  27. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 2.
  28. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 7.
  29. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 93.
  30. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 23.
  31. Johannes Laudage: Macht und Ohnmacht Mathildes von Tuszien. In: Heinz Finger (Hrsg.): Die Macht der Frauen. Düsseldorf 2004, S. 97–143, hier: S. 97.
  32. Michèle K. Spike: Scritto nella pietra: Le „Cento Chiese“. Programma gregoriano di Matilda di Canossa. In: Pierpaolo Bonacini, Paolo Golinelli (Hrsg.): San Cesario sul Panaro da Matilde di Canossa all’Età Moderna: atti del convegno internazionale, 9 – 10 novembre 2012. Modena 2014, S. 11–42, hier: S. 12 f. (online).
  33. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 42 (online).
  34. Vgl. das Absageschreiben der deutschen Bischöfe vom Januar 1076 (MGH Const. 1, S. 106 Nr. 58 = Die Briefe Heinrichs IV., ed. Carl Erdmann [Leipzig 1937] Anhang A, S. 68). Paolo Golinelli: Matilde: La donna e il potere. Matilde di Canossa e il suo tempo: Atti del XXI Congresso internazionale di studio sull’alto medioevo in occasione del IX centenariodella morte (1115–2015). San Benedetto Po – Revere – Mantova – Quattro Castella, 20–24 ottobre 2015. 2 Bände. Teil 1, Spoleto 2016, S. 1–34, hier: S. 1 (online).
  35. Bonizo, Liber ad amicum, Buch 8, 609; Johannes Laudage. Am Vorabend von Canossa – die Eskalation eines Konflikts. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 71–78, hier: S. 74.
  36. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 41 (online).
  37. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 45 (online).
  38. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 113.
  39. Alfred Overmann: Gräfin Mathilde von Tuscien. Ihre Besitzungen. Geschichte ihres Gutes von 1115–1230 und ihre Regesten. Innsbruck 1895, Regest 40a. Vgl. zu der Schlacht Lini Lino Lionello: La battaglia di Volta Mantovana (ottobre 1080). In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Sant’Anselmo, Mantova e la lotta per le investiture. Atti del convegno di studi (Mantova 23–24–25 maggio 1986). Bologna 1987, S. 229–240.
  40. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 117 f.; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 33.
  41. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 51 (online).
  42. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 53 (online); Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 121.
  43. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 171 (online).
  44. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 66 (online).
  45. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 66 (online).
  46. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 70 (online).
  47. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 44.
  48. Lino Lionello Ghirardini: II convegno di Carpineti „colloquium dignum Carpineti fuit istud“. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 401–404.
  49. Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 209.
  50. Elke Goez: Der Thronerbe als Rivale. König Konrad, Kaiser Heinrichs IV. älterer Sohn. In: Historisches Jahrbuch 116 (1996), S. 1–49, hier: S. 26.
  51. Tilman Struve: Mathilde von Tuszien-Canossa und Heinrich IV. Der Wandel ihrer Beziehungen vor dem Hintergrund des Investiturstreites. In: Historisches Jahrbuch 115, 1995, S. 41–84, hier: S. 77 (online).
  52. Elke Goez: Der Thronerbe als Rivale. König Konrad, Kaiser Heinrichs IV. älterer Sohn. In: Historisches Jahrbuch 116, 1996, S. 1–49, hier: S. 40.
  53. Elke Goez: Der Thronerbe als Rivale. König Konrad, Kaiser Heinrichs IV. älterer Sohn. In: Historisches Jahrbuch 116, 1996, S. 1–49, hier: S. 46.
  54. Elke Goez: Der Thronerbe als Rivale. König Konrad, Kaiser Heinrichs IV. älterer Sohn. In: Historisches Jahrbuch 116, 1996, S. 1–49, hier: S. 31. Vgl. zu den Vorwürfen gegen Heinrich IV. Tilman Struve: War Heinrich IV. ein Wüstling? Szenen einer Ehe am salischen Hof. In: Oliver Wünsch, Thomas Zotz (Hrsg.): Scientia veritatis. Festschrift für Hubert Mordek zum 65. Geburtstag. Ostfildern 2004, S. 273–288. Das Zitat Bernold, Chronicon 1095.
  55. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 369.
  56. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 139.
  57. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 363.
  58. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 368 f.
  59. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 139.
  60. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 42, 43, 45.
  61. Johannes Laudage: Welf lV. und die Kirchenreform des 11. Jahrhunderts. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 280–313, hier: S. 308f.; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 46.
  62. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 363.
  63. Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 220.
  64. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 374.
  65. Elke Goez: Geschichte Italiens im Mittelalter. Darmstadt 2010, S. 125.
  66. Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 326; Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 150.
  67. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 43.
  68. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 49–51.
  69. Elke Goez, Werner Goez: Zu den Urkunden der Markgräfin Mathilde von Tuszien für Montecassino. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 55, 1999, S. 599–610, hier: S. 600 (online).
  70. Katrin Dort: Adlige Armenfürsorge im Bistum Lucca bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. In: Lukas Clemens, Katrin Dort, Felix Schumacher (Hrsg.): Laienadel und Armenfürsorge im Mittelalter. Trier 2015, S. 15–34, hier: S. 30; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 51.
  71. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 148 f.
  72. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 65, 101, 109, 132.
  73. Auflistungen sämtlicher Urkunden zu diesen Vorgängen bietet Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 326; Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 330, Anm. 57.
  74. Gert Melville: Um Welfen und Höfe. Streiflichter am Schluß einer Tagung. In: Bernd Schneidmüller (Hrsg.): Die Welfen und ihr Braunschweiger Hof im hohen Mittelalter. Wiesbaden 1995, S. 541–557, hier: S. 546.
  75. Elke Goez: Ein neuer Typ der europäischen Fürstin im 11. und frühen 12. Jahrhundert? In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. Darmstadt 2007, S. 161–193, hier: S. 183.
  76. Vgl. dazu Eugenio Riversi: La memoria di Canossa. Saggi di contestualizzazione della Vita Mathildis di Donizone. Pisa 2013. S. 469–499.
  77. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 130; Elke Goez: Mit den Mitteln einer Frau? Zur Bedeutung der Fürstinnen in der späten Salierzeit. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 307–336, hier: S. 326 f. (online).
  78. Paolo Golinelli: Canossa terra dei rifugio. Carità e ospitalità della contessa Matilde. In: Lukas Clemens, Katrin Dort, Felix Schumacher (Hrsg.): Laienadel und Armenfürsorge im Mittelalter. Trier 2015, S. 61–73, hier: S. 70–73.
  79. Elke Goez: Matilde di Canossa e i suoi ospiti. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 325–333, hier: S. 331.
  80. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 91.
  81. Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 327–328.
  82. Elke Goez: Die Canusiner – Machtpolitik einer oberitalienischen Adelsfamilie. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 117–128, hier: S. 126.
  83. Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 327–328, hier: S. 324 f.
  84. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 91.
  85. Burchard von Ursberg: Chronicon, ediert von Oswald Holder-Egger, Bernhard von Simson, Hannover/ Leipzig 1916, S. 15 f.
  86. Johannes Fried: ...„auf Bitten der Gräfin Mathilde“: Werner von Bologna und Irnerius. Mit einem Exkurs von Gundula Grebner. In: Klaus Herbers (Hrsg.): Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert: Beiträge zu Ehren von Werner Goez. Stuttgart 2001, S. 171–206, hier: S. 200.
  87. Andrea Padovani: Matilde e Irnerio. Note su un dibattito attuale. In: Matilde di Canossa e il suo tempo. Atti del XXI Congresso internazionale di studio sull’alto medioevo in occasione del IX centenario della morte (1115–2015), San Benedetto Po, Revere, Mantova, Quattro Castella, 20–24 ottobre 2015. Spoleto 2016. S. 199–242.
  88. Wulf Eckart Voß: Irnerius, Rechtsberater der Mathilde. Seine Rolle und seine Bedeutung im Investiturstreit. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 73–88.
  89. Johannes Fried: ...„auf Bitten der Gräfin Mathilde“: Werner von Bologna und Irnerius. Mit einem Exkurs von Gundula Grebner. In: Klaus Herbers (Hrsg.): Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert: Beiträge zu Ehren von Werner Goez. Stuttgart 2001, S. 171–206, hier: S. 206.
  90. Rudolf Schieffer: Von Ort zu Ort. Aufgaben und Ergebnisse der Erforschung ambulanter Herrschaftspraxis. In: Caspar Ehlers (Hrsg.): Orte der Herrschaft. Mittelalterliche Königspfalzen. Göttingen 2002, S. 11–23.
  91. Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 66–71 (online).
  92. Ferdinand Opll: Herrschaft durch Präsenz. Gedanken und Bemerkungen zur Itinerarforschung. In: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 117, 2009, S. 12–22.
  93. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 149.
  94. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 159–169.
  95. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 217.
  96. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 110 f.
  97. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 1 f.
  98. Elke Goez: Ein neuer Typ der europäischen Fürstin im 11. und frühen 12. Jahrhundert? In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. Darmstadt 2007, S. 161–193, hier: S. 162.
  99. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 13.
  100. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 151.
  101. Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 334.
  102. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 9; Roberto Ferrara: Gli anni di Matilde (1072–1115). Osservatione sulla „cancellaria“ Canossiana. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 89–98.
  103. Jörg Rogge: Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11.–14. Jahrhundert) – Zusammenfassung. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 437–458, hier: S. 447 (online).
  104. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 151f.
  105. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 129 und 151f.
  106. Elke Goez: Mit den Mitteln einer Frau? Zur Bedeutung der Fürstinnen in der späten Salierzeit. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 307–336, hier: S. 331 (online).
  107. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 99 und 154 f.
  108. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 147.
  109. Elke Goez: Mathilde von Canossa – Herrschaft zwischen Tradition und Neubeginn. In: Jörg Jarnut, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert – Positionen der Forschung. München 2006, S. 321–339, hier: S. 338.
  110. Vgl. dazu Werner Goez: „Matilda Dei gratia si quid est“. Die Urkunden-Unterfertigung der Burgherrin von Canossa. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 47, 1991, S. 379–394 (online).
  111. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 15.
  112. Elke Goez: Die Canusiner – Machtpolitik einer oberitalienischen Adelsfamilie. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 117–128, hier: S. 126.
  113. Vgl. dazu Werner Goez: „Matilda Dei gratia si quid est“. Die Urkunden-Unterfertigung der Burgherrin von Canossa. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 47, 1991, S. 379–394 (online). Dort eine Übersicht der älteren Arbeiten und Forschungspositionen zur Unterfertigungsformel der Mathilde.
  114. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 12, 15, 20 f.
  115. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 20.
  116. Claudia Zey: Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11.–14. Jahrhundert). Zur Einführung. In: Dies. (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 9–33, hier: S. 22 (online); Elke Goez: Ein neuer Typ der europäischen Fürstin im 11. und frühen 12. Jahrhundert? In: Bernd Schneidmüller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. Darmstadt 2007, S. 161–193, hier: S. 176.
  117. Elke Goez: Die Markgrafen von Canossa und die Klöster. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 51, 1995, S. 83–114, hier: S. 108. (online); Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 100.
  118. Elke Goez: Die Markgrafen von Canossa und die Klöster. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 51, 1995, S. 83–114, hier: S. 109. (online)
  119. Elke Goez, Werner Goez: Zu den Urkunden der Markgräfin Mathilde von Tuszien für Montecassino. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 55, 1999, S. 599–610 (online).
  120. Paolo Piva: Die Canusiner und „ihre“ Kirchenbauten. Von Adalbert Atto bis Mathilde. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 129–142, hier: S. 139.
  121. Michèle K. Spike: Scritto nella pietra: Le „Cento Chiese“. Programma gregoriano di Matilda di Canossa. In: Pierpaolo Bonacini, Paolo Golinelli (Hrsg.): San Cesario sul Panaro da Matilde di Canossa all’Età Moderna: atti del convegno internazionale, 9 – 10 novembre 2012. Modena 2014, S. 11–42, hier: S. 19 f. (online); Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 114 und 115.
  122. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 186.
  123. Paolo Piva: Die Canusiner und „ihre“ Kirchenbauten. Von Adalbert Atto bis Mathilde. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 129–142, hier: S. 140; Fulvio Zuliani: L’abbazia di Nonantola. In: Costanza Segre Montel, Fulvio Zuliani (Hrsg.): La pittura nell'abbazia di Nonantola, un refettorio affrescato di etä romanica. Nonantola 1991, S. 5–28.
  124. Paolo Piva: Die Canusiner und „ihre“ Kirchenbauten. Von Adalbert Atto bis Mathilde. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 129–142, hier: S. 140.
  125. Michèle K. Spike: Scritto nella pietra: Le „Cento Chiese“. Programma gregoriano di Matilda di Canossa. In: Pierpaolo Bonacini, Paolo Golinelli (Hrsg.): San Cesario sul Panaro da Matilde di Canossa all’Età Moderna: atti del convegno internazionale, 9 – 10 novembre 2012. Modena 2014, S. 11–42, hier: S. 14 f. (online); Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 114 und 115.
  126. Paolo Golinelli: Nonostante le fonti: Matilde di Canossa donna. In: Berardo Pio (Hrsg.): Scritti di Storia Medievale offerti a Maria Consiglia De Matteis. Spoleto 2011, S. 249–266, hier: S. 266 (online); Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, S. 450.
  127. Paolo Golinelli: Canossa terra dei rifugio. Carità e ospitalità della contessa Matilde. In: Lukas Clemens, Katrin Dort, Felix Schumacher (Hrsg.): Laienadel und Armenfürsorge im Mittelalter. Trier 2015, S. 61–73; Renzo Zagnoni: Gli ospitali dei Canossa. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 310–323.
  128. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 156–159; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 55.
  129. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 158; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 76.
  130. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 159.
  131. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 157.
  132. Elke Goez: Geschichte Italiens im Mittelalter. Darmstadt 2010, S. 115.
  133. Paolo Golinelli: Sul preteso „figlio adottivo“ di Matilde di Canossa, Guido V Guerra. In: Gino Badini, Andrea Gamberini (Hrsg.): Medioevo reggiano. Studi in ricordo di Odoardo Rombaldi. Milano 2007, S. 123–132.
  134. Paolo Golinelli: Mathilde und der Gang nach Canossa. Im Herzen des Mittelalters. Düsseldorf u. a. 1998, S. 295.
  135. Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 73.
  136. Mit allen weiteren Nachweisen Werner Goez: Über die Mathildischen Schenkungen an die Römische Kirche. In: Frühmittelalterliche Studien 31, 1997, S. 158–196, hier: S. 167.
  137. Paolo Golinelli: Matilde e i Canossa nel cuore del medioevo. Milano 1991, S. 233.
  138. Werner Goez: Über die Mathildischen Schenkungen an die Römische Kirche. In: Frühmittelalterliche Studien 31, 1997, S. 158–196, hier: S. 168–170.
  139. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 166 f.
  140. Paolo Golinelli: Matilde ed Enrico V. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 455–471, hier: S. 462 f.; Paolo Golinelli: Le origini del mito di Matilde e la fortuna di donizone. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno, Reggio Emilia, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 29–52, hier: S. 34–39; Paolo Golinelli: Die Lage Italiens nach dem Investiturstreit: Die Frage der mathildischen Erbschaft. In: Werner Goez, Klaus Herbers (Hrsg.): Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Beiträge zu Ehren von Werner Goez. Stuttgart 2001, S. 54–67, hier: S. 62; Paolo Golinelli: I mille volti di Matilde. Immagini di un mito nei secoli. Milano 2003, S. 20–21.
  141. Johannes Laudage: Macht und Ohnmacht Mathildes von Tuszien. In: Heinz Finger (Hrsg.): Die Macht der Frauen. Düsseldorf 2004, S. 97–143, hier: S. 123 ff.
  142. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 87; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 73.
  143. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 375; Bernd Schneidmüller: Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819–1252). 2. Auflage. Stuttgart 2014, S. 150–152.
  144. Werner Goez: Über die Mathildischen Schenkungen an die Römische Kirche. In: Frühmittelalterliche Studien 31, 1997, S. 158–196, hier: S. 168–170.
  145. Paolo Piva: Die Canusiner und „ihre“ Kirchenbauten. Von Adalbert Attto bis Mathilde. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 129–142, hier: S. 129; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 68.
  146. Paolo Piva: Die Canusiner und „ihre“ Kirchenbauten. Von Adalbert Attto bis Mathilde. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 129–142, hier: S. 129; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 67.
  147. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 187.
  148. Elke Goez: Mit den Mitteln einer Frau? Zur Bedeutung der Fürstinnen in der späten Salierzeit. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 307–336, hier: S. 332 (online). Vgl. ausführlich zum Evangeliar Thomas Labusiak: Als die Bilder sprechen lernten: Das Evangeliar der Mathilde von Tuszien in New York. In: Patrizia Carmassi, Christoph Winterer (Hrsg.): Text, Bild und Ritual in der mittelalterlichen Gesellschaft (8.–11. Jh.). Firenze 2014, S. 217–232.
  149. Paolo Golinelli: Matilde di Canossa e l’abbazia di Polirone. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Storia di San Benedetto Polirone, Le origini 961–1125. Bologna 1998, S. 91–100.
  150. Alfred Overmann: Gräfin Mathilde von Tuscien. Ihre Besitzungen. Geschichte ihres Gutes von 1115–1230 und ihre Regesten. Innsbruck 1895, S. 184, Regest 125c. Lino Lionello Ghirardini: Famoso incontro di Bianello fra ia contessa Matilde e Fimperatore Enrico V. In: Quattro Castella nella storia di Canossa. Roma 1977, S. 213–236.
  151. Donizo II, v. 1250–1256.
  152. Donizo II, v. 1257.
  153. Paolo Golinelli: Matilde e Enrico V. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 455–471.
  154. Werner Goez: Über die Mathildischen Schenkungen an die Römische Kirche. In: Frühmittelalterliche Studien 31, 1997, S. 158–196, hier: S. 194; Donizo, Vita Mathildis, herausgegeben von Luigi Simeoni. Bologna 1931–1940, v. 1255–1257, S. 98.
  155. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 180 f.
  156. Paolo Golinelli: Die Lage Italiens nach dem Investiturstreit: Die Frage der mathildischen Erbschaft. In: Werner Goez, Klaus Herbers (Hrsg.): Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Beiträge zu Ehren von Werner Goez. Stuttgart 2001, S. 54–67, hier: S. 60; Paolo Golinelli: Matilde ed Enrico V. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 455–471.
  157. Enrico Spagnesi: Libros legum renovavit: Irnerio lucerna e propagatore del diritto. Pisa 2013, S. 54.
  158. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 174; Michèle K. Spike: Tuscan Countess. The Life and Extraordinary Times of Matilda of Canossa. New York 2004, S. 258f.
  159. Thomas Gross: Lothar III. und die Mathildischen Güter. Frankfurt am Main 1990, S. 244.
  160. Florian Hartmann: Das Gerücht vom Tod des Herrschers im frühen und hohen Mittelalter. In: Historische Zeitschrift 302, 2016, S. 340–362, hier: S. 348f.
  161. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 175; Elke Goez, Werner Goez (Hrsg.): Die Urkunden und Briefe der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Hannover 1998, Nr. 136.
  162. Vito Fumagalli: Canossa tra realtä regionale e ambizioni europee. In: Studi Matildici III, Modena 1978, S. 27–37, hier: S. 31.
  163. Zum Todesdatum vgl. Alfred Overmann: Gräfin Mathilde von Tuscien. Ihre Besitzungen. Geschichte ihres Gutes von 1115–1230 und ihre Regesten. Innsbruck 1895, S. 150, Regest 147.
  164. Werner Goez: Über die Mathildischen Schenkungen an die Römische Kirche. In: Frühmittelalterliche Studien 31, 1997, S. 158–196, hier: S. 195.
  165. Vgl. zu diesem Werk Eugenio Riversi: La memoria di Canossa. Saggi di contestualizzazione della Vita Mathildis di Donizone. Pisa 2013.
  166. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 127.
  167. Otto Gerhard Oexle: Bischof Konrad von Konstanz in der Erinnerung der Welfen und der welfischen Hausüberlieferung des 12. Jh. In: Freiburger Diözesan-Archiv 95, 1975, S. 7–40, hier: S. 11 (online); Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 127.
  168. Paolo Golinelli: Matilde: La donna e il potere. Matilde di Canossa e il suo tempo: Atti del XXI Congresso internazionale di studio sull'alto medioevo in occasione del IX centenariodella morte (1115–2015). San Benedetto Po – Revere – Mantova – Quattro Castella, 20–24 ottobre 2015. 2 Bände. Teil 1, Spoleto 2016, S. 1–34, hier: S. 29 (online). Vgl. dazu Eugenio Riversi: La memoria di Canossa. Saggi di contestualizzazione della Vita Mathildis di Donizone. Pisa 2013.
  169. Thomas Förster: Bonizo von Sutri als gregorianischer Geschichtsschreiber. Hannover 2011, S. 5; Elke Goez: Mit den Mitteln einer Frau? Zur Bedeutung der Fürstinnen in der späten Salierzeit. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 307–336, hier: S. 335 (online).
  170. Vita Heinrici IV., Kapitel 7. Elke Goez: Mit den Mitteln einer Frau? Zur Bedeutung der Fürstinnen in der späten Salierzeit. In: Claudia Zey (Hrsg.): Mächtige Frauen? Königinnen und Fürstinnen im europäischen Mittelalter (11. – 14. Jahrhundert). Ostfildern 2015, S. 307–336, hier: S. 334 (online).
  171. Paolo Golinelli: Le origini del mito di Matilde e la fortuna di donizone. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno, Reggio Emilia, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 29–52.
  172. Paolo Golinelli: Die Rezeption des Canossa-Ereignisses und das Bild der Markgräfin Mathilde in Italien. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 592–602, hier: S. 595.
  173. Paolo Golinelli: Die Rezeption des Canossa-Ereignisses und das Bild der Markgräfin Mathilde in Italien. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 592–602, hier: S. 596.
  174. Ovidio Capitani: La Matelda di Dante e Matilde di Canossa: un problema aperto. Discorso di apertura. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25 – 27 settembre 1997). Bologna 1999, S. 19–28, hier: S. 20.
  175. Anna Benvenuti: Il mito di Matilde nella memoria dei cronisti fiorentini, in Matilde di Canossa nelle culture europee. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Arti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 53–60.
  176. Elke Goez: Welf V. und Mathilde von Canossa. In: Dieter R. Bauer, Matthias Becher (Hrsg.): Welf IV. Schlüsselfigur einer Wendezeit. Regionale und europäische Perspektiven. München 2004, S. 360–381, hier: S. 379; Paolo Golinelli: Die Rezeption des Canossa-Ereignisses und das Bild der Markgräfin Mathilde in Italien. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 592–602, hier: S. 596.
  177. Paolo Golinelli: Matilde di Canossa e le sante donne delle genealogie mitiche degli Estensi nella chiesa di Sant’Agostino. In: Elena Corradini, Elio Garzillo, Graziella Polidori (Hrsg.): La chiesa di Sant’Agostino a Modena Pantheon Atestinum. Modena 2002, S. 242–249.
  178. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 200.
  179. Odoardo Rombaldi: Giulio Dal Pozzo autore del volume Meraviglie Heroiche di Matilda la Gran Contessa d’Italia, Verona 1678. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25 – 27 settembre 1997). Bologna 1999, S. 103–108.
  180. Dante Bianchi: Matilde di Canossa e la Matelda dantesca. In: Studi matildici. Atti e memorie del convegno di studi Matildici, Modena/Reggio Emilia, 19-21 ottobre 1963. Modena 1964, S. 156–169; Fiorenzo Forti: Matelda. In: Enciclopedia Dantesca 3, Rom 1971, S. 854–860; Ovidio Capitani: La Matelda di Dante e Matilde di Canossa: un problema aperto. Discorso di apertura. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25 – 27 settembre 1997). Bologna 1999, S. 19–28.
  181. Paolo Golinelli: The Afterlife of Matilda of Canossa (1115–2015). In: Michèle K. Spike (Hrsg.): Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Williamsburg 2015, S. 31–35, hier: S. 32 (online); Paolo Golinelli: Die Rezeption des Canossa-Ereignisses und das Bild der Markgräfin Mathilde in Italien. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 592–602, hier: S. 598; Mareike Menne: Zur Canossa-Rezeption im konfessionellen Zeitalter. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 603–612, hier: S. 610.
  182. Paolo Golinelli: Le origini del mito di Matilde e la fortuna di Donizone. In: Ders.: Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo Millennio. Dalla storia al mito. Bologna 1999, S. 29–52; Paolo Golinelli: Matilde nella storia di città, chiese e monasteri. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I mille volti di Matilde. Immagini di un mito nei secoli. Mailand 2003, S. 119–131.
  183. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 204 f.
  184. Paolo Golinelli: The Afterlife of Matilda of Canossa (1115–2015). In: Michèle K. Spike (Hrsg.): Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Williamsburg 2015, S. 31–35, hier: S. 33 (online).
  185. Zitiert nach: Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt, München 2006, S. 25.
  186. Paolo Golinelli: The Afterlife of Matilda of Canossa (1115–2015). In: Michèle K. Spike (Hrsg.): Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Williamsburg 2015, S. 31–35, hier: S. 32 (online); Paolo Golinelli: Die Rezeption des Canossa-Ereignisses und das Bild der Markgräfin Mathilde in Italien. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. Erschütterung der Welt. München 2006, S. 592–602, hier: S. 600; Elke Goez: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Sigmaringen 1995, S. 191 (online).
  187. Nardina Guarrasi: Le “Matildine” : un’associazione femminile cattolica reggiana (1918). In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Arti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 243–254.
  188. Alcide Spaggiari: Canossa nell'ultimo secolo, storia, arte, folclore. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Arti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 213–228.
  189. Lino Lionello Ghirardini: Storia critica di Matilde di Canossa. Modena 1989, S. 379–383.
  190. Elke Goez: Mathilde von Canossa. Darmstadt 2012, S. 213.
  191. Mathilde von Tuszien-Canossa (1046–1115) – zum 900. Todestag
  192. Michèle K. Spike: Scritto nella pietra: Le „Cento Chiese“. Programma gregoriano di Matilda di Canossa. In: Pierpaolo Bonacini, Paolo Golinelli (Hrsg.): San Cesario sul Panaro da Matilde di Canossa all’Età Moderna: atti del convegno internazionale, 9 – 10 novembre 2012. Modena 2014, S. 11–42, hier: S. 12 (online).
  193. Ovidio Capitani: Canossa: Una lezione da meditare. In: Studi Matildici III. Atti e memorie del III convegno di studi matildici (Reggio Emilia, 7–8–9 ottobre 1977). Modena 1978, S. 3–23, hier: S. 22.
  194. Vito Fumagalli: Le origini di una grande dinastia feudale. Adalberto-Atto di Canossa. Tübingen 1971.
  195. Die wichtigsten Beiträge wurden gebündelt veröffentlicht in Paolo Golinellis Aufsatzsammlung L’ancella di san Pietro. Matilde di Canossa e la Chiesa. Milano 2015.
  196. Paolo Golinelli: Matilde e i Canossa nel cuore del medioevo. Milano 1991. Vgl. hierzu jedoch die Besprechung von Detlev Jasper in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 49, 1993, S. 317 (online).
  197. Vgl. dazu die kritischen Besprechungen von Rudolf Schieffer: Das weibliche Rittertum in voller Blüte Markgräfin Mathilde wollte kein Mauerblümchen mehr sein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. März 1998 (online; Johannes Laudage in: Historische Zeitschrift 268, 1999), S. 747–749.
  198. Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio Emilia all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi (Reggio Emilia – Carpineti, 29 – 31 ottobre 1992). Il mondo medievale. Studi di Storia e Storiografia. Bologna 1994.
  199. Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999, S. 10.
  200. Paolo Golinelli (Hrsg.): Matilde di Canossa nelle culture europee del secondo millennio. Dalla storia al mito. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, Canossa, Quattro Castella, 25–27 settembre 1997. Bologna 1999.
  201. Paolo Golinelli: Die Lage Italiens nach dem Investiturstreit: Die Frage der mathildischen Erbschaft. In: Werner Goez, Klaus Herbers (Hrsg.): Europa an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Beiträge zu Ehren von Werner Goez. Stuttgart 2001, S. 54–67, hier: S. 56.
  202. Alfred Overmann: Gräfin Mathilde von Tuscien. Ihre Besitzungen. Geschichte ihres Gutes von 1115–1230 und ihre Regesten. Innsbruck 1895.
  203. Vgl. ausführlich zu dieser Urkundenedition Werner Goez: La nuova edizione dei documenti Matildici. In: Paolo Golinelli (Hrsg.): I poteri dei Canossa da Reggio all’Europa. Atti del convegno internazionale di studi, Reggio Emilia, 29.–31.10.1992. Bologna 1994, S. 21–27; Paolo Golinelli: A proposito di nuove edizioni di documenti matildici e canossani. In: Nuova Rivista Storica 84, 2000, S. 661–672.
  204. Christoph Stiegmann: Canossa come luogo commemorativo: Le mostre di Paderborn (2006) e di Mantova (2008). In: Renata Salvarani, Liana Castelfranchi (Hrsg.): Matilde di Canossa, il papato, l’impero. Storia, arte, cultura alle origini del romanico. Cinisello Balsamo 2008, S. 42–51.
  205. Matilde di Canossa e il suo tempo. Atti del XXI Congresso internazionale di studio sull’alto medioevo in occasione del IX centenario della morte (1115–2015), San Benedetto Po, Revere, Mantova, Quattro Castella, 20–24 ottobre 2015. 2 Bände. Spoleto 2016.
  206. Michèle K. Spike: Matilda of Canossa & the origins of the Renaissance. An exhibition in honor of the 900th anniversary of her death. Williamsburg, Virginia 2015.

VorgängerAmtNachfolger
Bonifatius von CanossaMarkgräfin von Tuscien
1053–1056 unter Regentschaft von Beatrix von Lothringen
Gottfried der Bärtige
Bonifatius von CanossaHerzogin von Spoleto
1053–1056 unter Regentschaft von Beatrix von Lothringen
Gottfried der Bärtige
Gottfried der BärtigeMarkgräfin von Tuscien
1070–1115, bis 1076 gemeinsam mit Beatrix von Lothringen
Konrad von Scheiern
Gottfried der BärtigeHerzogin von Spoleto
1070–1082, bis 1076 gemeinsam mit Beatrix von Lothringen
Rainer II.
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