Madulain
Madulain (, deutsch und bis 1943 offiziell Madulein) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.
Madulain | |
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![]() Wappen von Madulain | |
Staat: | ![]() |
Kanton: | ![]() |
Region: | Maloja |
BFS-Nr.: | 3783 |
Postleitzahl: | 7523 |
Koordinaten: | 791179 / 162157 |
Höhe: | 1697 m ü. M. |
Höhenbereich: | 1669–3157 m ü. M.[1] |
Fläche: | 16,28 km²[2] |
Einwohner: | 206 (31. Dezember 2020)[3] |
Einwohnerdichte: | 13 Einw. pro km² |
Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 22,3 % (31. Dezember 2020)[4] |
Website: | www.madulain.ch |
![]() Madulain Madulain | |
Lage der Gemeinde | |
![]() Karte von Madulain |
Geographie
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Das Dorf liegt zwischen La Punt Chamues-ch und Zuoz ca. 10 km von St. Moritz entfernt am Ufer des Inn in der Landschaft La Plaiv. Mit nur etwa 200 Einwohnern ist es die kleinste Gemeinde des Oberengadin. Madulain gilt als eines der Dörfer mit dem besterhaltensten Ortskern des Oberengadins und zählt offiziell zu den schönsten Dörfer der Schweiz.[5] Madulain zeichnet sich durch Ursprünglichkeit aus und gehört zum "anderen" Engadin, das ruhiger als St. Moritz und dessen Umgebung ist. Oberhalb des Dorfes thront die Ruine der Burg Guardaval.
Etwa die Hälfte der Fläche der Gemeinde macht die Exklave Val Prünella aus. Die Alp Prünella, am unteren Ende der Val Prünella gelegen, liegt in Luftlinie etwa 10 km südlich vom Dorf Madulain. Sie ist via La Punt Chamues-ch und die landschaftlich interessante Val Chamuera zu erreichen. Die Alp ist ein Ziel für Wanderer und Mountainbiker, mit weiterführenden, anspruchsvollen Wegen Richtung Val da Fain und Berninapass.
Bevölkerung
Jahr | 1806 | 1850 | 1900 | 1950 | 1980 | 2000[6] | 2005 | 2010 | 2012 | 2014 | 2019 |
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Einwohner | 93 | 63 | 54 | 77 | 94 | 180 | 116 | 194 | 234 | 232 | 207 |
Sprachen
In Madulain wird von einer Minderheit Puter gesprochen, ein Engadiner Dialekt des Rätoromanischen. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war dies die Umgangssprache für alle Bewohner. Bereits früh kam es zu Sprachwechseln zum Deutschen. So gaben 1880 bloss noch 69 % Romanisch als Muttersprache an. Dieser Wert sank bis 1900 auf 55 %. 1910 war die Gemeinde gekippt; 36 Romanischsprachigen standen 47 Deutschsprachige gegenüber. In der Zwischenkriegszeit wechselte die Sprachmehrheit nochmals zurück (1941 50 % Romanischsprachige). Nach 1970 erfolgte der Sprachwechsel. Obschon sich 1990 noch 50,8 % und im Jahr 2000 43 % auf Romanisch verständigen können, spricht man auf der Gemeinde heute (meist) Deutsch.
Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
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Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
Deutsch | 42 | 44,68 % | 48 | 40,00 % | 97 | 53,89 % |
Rätoromanisch | 35 | 37,23 % | 33 | 27,50 % | 40 | 22,22 % |
Italienisch | 15 | 15,96 % | 28 | 23,33 % | 31 | 17,22 % |
Einwohner | 94 | 100 % | 120 | 100 % | 180 | 100 % |
Religionen und Konfessionen
1554 wurde die Reformation eingeführt.
Herkunft und Nationalität
Von den Ende 2005 177 Bewohnern waren 138 (= 77,97 %) Schweizer Staatsangehörige.
Verkehr
Madulain ist angeschlossen an die Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp und an die Hauptstrasse 27. Am Bahnhof im Dorfzentrum von Madulain hält stündlich der Regionalzug Pontresina – Samedan – Zuoz – Zernez – Scuol-Tarasp, sowie einzelne Kurse des beschleunigten RegioExpress St. Moritz – Landquart GR. Die Buslinie 7 von EngadinBus verkehrt halbstündlich von La Punt Chamues-ch über Zuoz abwechselnd nach Cinuos-chel-Brail oder zum Nationalpark. Diese Linie bedient Madulains einzige Bushaltestelle Madulain vih im Dorfzentrum.
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Wappen
Blasonierung: In Schwarz eine pfahlweise gestellte silberne (weisse) Halbarte belegt mit einem silbernen Horn dessen Schnur um den Schaft der Halbarte geschlungen ist Das Wappen verbildlicht den Namen der Burg Guardaval oberhalb des Dorfes.
Sehenswürdigkeiten
Unter Denkmalschutz steht die kleine reformierte Dorfkirche.
Literatur
- Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
- Constant Wieser: Madulain. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. August 2008.
Weblinks
- Madulain auf der Plattform ETHorama
- Offizielle Website der Gemeinde Madulain
- Madulain Tourismus auf engadin.ch
- Madulein auf elexikon.ch
Einzelnachweise
- BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
- Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
- Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
- Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
- FM1 today
- Constant Wieser: Madulain. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2008.