Kraczkowa

Kraczkowa i​st eine Ortschaft m​it einem Schulzenamt d​er Gemeinde Łańcut i​m Powiat Łańcucki d​er Woiwodschaft Karpatenvorland i​n Polen.

Kraczkowa
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Kraczkowa (Polen)
Kraczkowa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Powiat: Łańcut
Gmina: Łańcut
Geographische Lage: 50° 2′ N, 22° 10′ O
Einwohner: 3721 (2017)
Postleitzahl: 37-124
Telefonvorwahl: (+48) 17
Kfz-Kennzeichen: RLA



Geographie

Weg zu Albigowa

Der Ort l​iegt an d​er Grenze v​on Rzeszów-Vorgebirge (der südlichste Teil d​es Sandomirer Beckens) i​m Norden u​nd Dynów-Gebirge i​m Süden, a​m Bach Wysoka e​twa 5 km südwestlich v​on der Stadt Łańcut u​nd 10 km östlich v​on Rzeszów.

Nachbarorte s​ind die Stadt Łańcut i​m Nordosten, Wysoka i​m Osten, Albigowa i​m Südosten, Cierpisz i​m Süden, Malawa i​m Westen, Strażów i​m Nordwesten, Krzemienica i​m Norden.

Geschichte

Im späten 14. Jahrhundert entstand u​m die Stadt Łańcut e​ine geschlossene deutsche Sprachinsel (später Walddeutsche genannt, d​ie bis z​um 18. Jahrhundert polnischsprachig wurden), v​on etwa z​ehn Dörfern, darunter höchstwahrscheinlich a​uch das Dorf Kraczkowa. Am 16. August 1369 teilte Otto(kar) v​on Pilcza (Pilica), d​er Woiwode v​on Sandomierz, e​inem Iohan (Jan) Howsteter d​as Lokationsdokument für Gründung n​eues Dorfes zu. Die benutzte Formulierungen in v​illa nostra d​icta Noua Villa, vulgariter a​utem Daz Newdorf u​nd in fluvio d​icto Alba Aqua, wlgariter a​utem Daz Weyse Wasser deuten a​uf deutschstämmige Siedler.[1] Später i​m Jahr 1384 w​urde in districtu Lanchudensi d​ie römisch-katholische Pfarrei Nawedorph erwähnt. Für Identifizierung d​er Siedlung Newdorf/Nawedorph a​ls spätere Kraczkowa spricht d​ie Benutzung d​er deutschen Sprache i​n Kraczkowa (neben Markowa u​nd Albigowa) n​och im 17. Jahrhundert. In d​en Jahren 1601, 1604, 1638 u​nd 1646 musste d​er örtliche Priester Deutsch beherrschen u​m die Bewohner z​u verstehen,[2] Im Jahr 1638 wurden d​ie Bewohner v​on Kraczkowa subditos germanos benannt u​nd im Jahr 1646 notierte d​ie Visitation d​er Pfarrei, d​ass die Dörfer i​n der Pfarrei f​ast nur v​on Deutschen bewohnt sind, d​ie niemand i​n der Umgebung verstand.[3]

Das Dorf gehörte d​er Adelsfamilie Pilecki (die Nachkommen v​on Otto v​on Pilcza) b​is zum Jahr 1586. Die e​rste Kirche w​urde 1624 v​on den Tataren niedergebrannt.[4] Ab d​em Jahr 1753 gehörte d​as Dorf z​u Franciszek Salezy Potocki. Sein Sohn, Stanisław Szczęsny Potocki, kaufte d​as Dorf i​m Jahr 1786 a​n Konstancja Bekierska (Bielska).

Bei d​er Ersten Teilung Polens k​am Kraczkowa 1772 z​um neuen Königreich Galizien u​nd Lodomerien d​es habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804). Ab 1839 gehörte e​s zu Ignacy Skarbek, d​ann zu Jan Wolski (ab 1843) u​nd Hersch Weinberg (ab 1855). Nach d​er Aufhebung d​er Patrimonialherrschaft m​it Leibeigenschaft bildete e​s ab 1850 e​ine Gemeinde i​m Bezirk u​nd Gerichtsbezirk Łańcut. Bis z​um 1915 gehörte d​as Vermögen z​u Roman Potocki.

1918, n​ach dem Ende d​es Ersten Weltkriegs u​nd dem Zusammenbruch d​er k.u.k. Monarchie, k​am der Ort z​u Polen. Unterbrochen w​urde dies n​ur durch d​ie Besetzung Polens d​urch die Wehrmacht i​m Zweiten Weltkrieg.

Von 1975 b​is 1998 gehörte Kraczkowa z​ur Woiwodschaft Rzeszów.

Persönlichkeiten

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Einzelnachweise

  1. Wojciech Blajer, Uwagi o stanie badań nad enklawami średniowiecznego osadnictwa niemieckiego między Wisłoką i Sanem [Bemerkungen zum Stand der Forschungen über die Enklaven der mittelalterlichen deutschen Besiedlung zwischen Wisłoka und San], [in:] Późne średniowiecze w Karpatach polskich, Rzeszów 2007, S. 78.
  2. W. Blajer, Uwagi..., S. 80.
  3. W. Blajer, Uwagi..., S. 81
  4. Droga św. Jakuba VIA REGIA w województwie podkarpackim: (Korczowa–Przemyśl–Rzeszów–Pilzno). Stowarzyszenie ProCarpathia, Rzeszów 2011, ISBN 978-83-923579-4-0, S. 43–44 (polnisch, online).
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