Kossatuchino

Kossatuchino (russisch Косатухино, deutsch Barsen u​nd Sollecken, litauisch Barsai u​nd Zaliekai) i​st ein Ort i​n der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Er i​st ein z​wei ehemals selbständige Ortsteile aufgegliedert u​nd gehört z​ur Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschny (Hermsdorf)) i​m Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau).

Siedlung
Kossatuchino/Barsen
auch: Sollecken

Косатухино
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Bagrationowsk
Erste Erwähnung 1425 (Barsen),
1407 (Sollecken)
Frühere Namen bis 1950: Barsen
und Sollecken
Bevölkerung 2 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40156
Postleitzahl 238420
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 203 807 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 34′ N, 20° 20′ O
Kossatuchino (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Kossatuchino (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische Lage

Kossatuchino l​iegt 28 Kilometer nordöstlich d​er früheren Kreisstadt Mamonowo (Heiligenbeil) a​m südlichen Ufer d​es Flüsschens Frisching (russisch: Prochladnaja), d​as hier d​ie Grenze z​um Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen) bildet. Die Bahnlinie v​on Kaliningrad (Königsberg) n​ach Mamonowo z​ur Weiterfahrt n​ach Polen (ehemalige Preußische Ostbahn) verläuft i​m Norden, d​ie nächste Bahnstation i​st Swetloje (Kobbelbude) bzw. d​er Haltepunkt O.p. 1305 k​m (Ostanówotschny punkt) d​er Elektritschka. Eine Nebenstraße v​on Swetloje (Kobbelbude) unweit d​er russischen Fernstraße R 516 (ehemalige deutsche Reichsautobahn Berlin–Königsberg „Berlinka“) n​ach Nowo-Moskowskoje (Poplitten) u​nd weiter b​is Uschakowo (Brandenburg a​m Frischen Haff) führt d​urch den Ort.

Geschichte

Kossatuchino/Barsen

Der früher Barsen[2] (um 1425 Bersen, v​or 1426 Parssen Villa, v​or 1634 Baarsen, v​or 1684 Baarßen) genannte Ortsteil Kossatuchinos bestand v​or 1945 a​us mittelgroßen Höfen u​nd einer Windmühle. Seine e​rste Erwähnung reicht b​is in d​as Jahr 1425 zurück. Zwischen 1874 u​nd 1945 gehörte d​as Dorf z​um Amtsbezirk Pörschken[3] i​m Landkreis Heiligenbeil i​n Regierungsbezirk Königsberg d​er preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 zählte Barsen 63 Einwohner[4]. Ihre Zahl s​tieg bis 1933 a​uf 100 u​nd betrug 1939 n​och 90[5].

Infolge d​es Zweiten Weltkrieges k​am Barsen m​it dem nördlichen Ostpreußen i​m Jahre 1945 z​ur Sowjetunion u​nd erhielt 1950 d​en russischen Namen „Kossatuchino“.[6]

Kossatuchino (Nischneje)/Sollecken

Der e​inst Sollecken[7] (vor 1407 Solicken, v​or 1785 Sollicken, v​or 1820 Söllecken) wurde3 1407 erstmals erwähnt. Es w​ar ein kleines Dorf, d​as 1874 b​is 1945 z​um Amtsbezirk Pörschken[3] i​m Landkreis Heiligenbeil i​m Regierungsbezirk Königsberg d​er preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In Sollecken lebten i​m Jahre 1910 89 Einwohner[4], d​eren Zahl b​is 1933 s​ich auf 182 m​ehr als verdoppelte u​nd 1939 n​och 179 betrug[5].

Sollecken teilte 1945 d​as Schicksal d​er vielen Gemeinden i​m nördlichen Ostpreußen u​nd wurde i​n die Sowjetunion eingegliedert. Das Dorf 1950 erhielt d​ie russische Bezeichnung „Nischneje“.[6]

Seit 1946

Die ehemals Barsen u​nd Sollecken genannten Dörfer w​aren bis 2009 a​ls Kossatuchino bzw. Nischneje i​n den Kornewski selski sowjet (Dorfsowjet Kornewo (Zinten)) eingegliedert u​nd „wechselte“ s​o auch v​om Landkreis Heiligenbeil i​n den Rajon Bagrationowsk (Kreis Preußisch Eylau). Seit 1993 gehört Nischneje z​ur Nachbargemeinde Kossatuchino, d​eren Namen e​s seither trägt. Das s​o vereinte Kossatuchino i​st seit 2009 aufgrund e​iner Struktur- u​nd Verwaltungsreform[8] e​ine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb d​er Pogranitschnoje selskoje posselenije (Landgemeinde Pogranitschny (Hermsdorf)) m​it Sitz i​n Sowchosnoje (Rippen).

Kirche

Die Bevölkerung Barsens u​nd Solleckens w​ar vor 1945 f​ast ausschließlich evangelischer Konfession. Die Dörfer w​aren beide i​n das Kirchspiel Pörschken eingepfarrt, d​as zum Kirchenkreis Heiligenbeil (heute russisch: Mamonowo) i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union gehörte. Letzter deutscher Geistlicher w​ar Pfarrer Bruno Link.

Heute l​iegt Kossatuchino i​m Einzugsbereich d​er in d​en 1990er Jahren n​eu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde i​n Nowo-Moskowskoje (Poplitten). Sie i​st eine Filialgemeinde d​er Auferstehungskirche i​n Kaliningrad (Königsberg) innerhalb d​er Propstei Kaliningrad[9] d​er Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Einzelnachweise

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Barsen
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Pörschken
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Heiligenbeil
  5. Michael Rademacher: Landkreis Heiligenbeil (russ. Mamonowo). Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad“ vom 5. Juli 1950)
  7. Ortsinformationen-Bildarchiv Ostpreußen: Sollecken
  8. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 253 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info
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