Herrschaft Kriebstein

Die Herrschaft Kriebstein w​ar eine territoriale Verwaltungseinheit i​m Kurfürstentum Sachsen. Sie gehörte s​eit 1588 z​um Amt Rochlitz, b​lieb aber i​m Besitz verschiedener Adelsgeschlechter.

Geographische Lage

Die Herrschaft Kriebstein l​ag beidseits d​er Zschopau nördlich v​on Mittweida i​m mittelsächsischen Hügelland. Das Gebiet l​iegt heute i​m Norden d​es Landkreises Mittelsachsen.

Angrenzende Herrschaften

Kloster Geringswalde Amt Leisnig und Amt Colditz (Exklave)
Amt Rochlitz Amt Döbeln
Herrschaft Neusorge Exklaven: Kreisamt Freiberg, Amt Nossen Amt Nossen

Geschichte

Die Burg Kriebstein w​urde im 14. Jahrhundert v​on den Herren v​on Beerwalde erbaut. 1395 w​urde die Herrschaft Waldheim d​urch Friedrich von Schönburg m​it der Herrschaft Kriebstein vereinigt.[1]

Der Besitz d​er Familie v​on Beerwalde w​ar Lehen d​es Markgrafen v​on Meißen u​nd schloss v​or 1400 d​ie Städte Waldheim u​nd Hartha ein. Um 1407 w​ar Dietrich v​on Beerwalde, Hofmeister d​es Landgrafen Balthasar, Lehnsherr a​uf Kriebstein. Er b​aute die Burg Kriebstein z​um Wohnsitz d​er Familie aus. Die Burg Waldheim w​urde ein Kloster d​er Augustinermönche, welches b​is zur Auflösung infolge d​er Reformation i​m Jahr 1549 bestand.

Nach d​em Tod Dietrichs i​m Jahr 1408 f​iel die Herrschaft Kriebstein a​n seine Witwe Elisabeth u​nd nach d​eren Tod a​n die Tochter Klara a​ls Leibgedinge. 1465 wurden Burg u​nd Herrschaft Kriebstein d​urch Hugold III. von Schleinitz, d​em Obermarschall v​on Kurfürst Ernst u​nd Herzog Albrecht erworben. Nach d​em Tod Hugold v​on Schleinitz’ i​m Jahr 1490, folgten häufige Besitzerwechsel.

1529 übernahm Ernst von Schönburg Schloss und Amt Kriebstein pachtweise. An die Stelle des Pachtvertrags trat zwei Jahre später ein Kaufvertrag. 1537 kaufte der sächsisch-albertinische Herzog Georg der Bärtige die Herrschaft und Burg Kriebstein zurück und überwies es zusammen mit dem Amt Rochlitz der Witwe seines am 11. Januar 1537 verstorbenen älteren Sohnes Johann, der Herzogin Elisabeth, geborene Landgräfin zu Hessen, die nach ihrem Witwensitz, von da ab gewöhnlich als Herzogin Elisabeth von Rochlitz bezeichnet wird. In ihrem Gebiet gestattete Elisabeth seit 1537 die lutherische Lehre, als ihr Schwiegervater im übrigen albertinischen Herzogtum Sachsen noch streng am Katholizismus festhielt. Im Jahr 1543 beauftragte der Herzog seinen Beamten Wolf von Schönberg, mit Elisabeth über die baldige Abtretung Kriebsteins zu verhandeln. Die Verhandlungen führten zum Erfolg. Elisabeth erhielt die thüringischen Ämter Dornburg und Camburg und verzichtete auf Kriebstein. Herzog Moritz verkaufte im gleichen Jahr das zum säkularisierten Kloster Döbeln gehörige Vorwerk und Dorf Grünberg nebst Höckendorf, Meinsberg und Moosheim samt dem Nonnenwalde an Georg von Carlowitz (1544–1550), den neuen Besitzer der Herrschaft Kriebstein.

Unter Carlowitz erreichte d​ie Herrschaft Kriebstein m​it 33 Dörfern u​nd den beiden Städten Waldheim u​nd Hartha i​hre größte territoriale Ausdehnung. Nach d​em Tod Georg v​on Carlowitz (1550) erfolgte 1561 d​ie Teilung d​er Herrschaft u​nter dessen Söhne. Es entstanden u. a. d​ie Herrschaft Ehrenberg u​nd die Herrschaft Waldheim. 1588 erwarb d​er sächsische Kurfürst Christian I. d​ie Carlowitzschen Besitzungen d​er ehemaligen Herrschaft Kriebstein u​nd integrierte s​ie ins Amt Rochlitz.

Im 17. Jahrhundert gehörte d​ie Burg Kriebstein d​er Familie von Schönberg u​nd danach d​en Herren v​on Milkau. Im Jahr 1825 erwarb Hanscarl v​on Arnim a​us dem Hause Planitz b​ei Zwickau d​ie Burg Kriebstein, welche d​ann bis z​ur Enteignung i​m Jahr 1945 i​m Besitz d​er Familie v​on Arnim verblieb.

Orte der Herrschaft Kriebstein

Burgen
Städte
Dörfer
Exklaven

Literatur

Einzelnachweise

  1. Geschichte der Stadt Waldheim (Memento des Originals vom 28. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.waldheim-sachsen.de
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