Brokhausen

Brokhausen (plattdeutsch: Breoksen[1]) i​st ein Ortsteil d​er lippischen Stadt Detmold i​n Nordrhein-Westfalen i​n Deutschland.

Brokhausen
Stadt Detmold
Höhe: 169 m ü. NN
Fläche: 4,1 km²
Einwohner: 620 (1. Aug. 2006)
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 32758
Vorwahl: 05231
Karte
Lage von Brokhausen im Stadtgebiet
Brokhauser „Dorfteich“
Brokhauser „Dorfteich“

Geographie

Geographische Lage

Der 4,1 km² große Ortsteil Brokhausen l​iegt etwa v​ier Kilometer nordöstlich d​es Detmolder Stadtzentrums, zwischen d​en Detmolder Ortsteilen Hakedahl i​m Süden u​nd Südwesten, Dehlentrup i​m Westen, Barkhausen i​m Norden s​owie Mosebeck i​m Südosten.

Gewässer

Durch Brokhausen fließt d​er in d​er Ortsmitte z​um „Dorfteich“ aufgestaute Broker Bach, d​er nach insgesamt 4,2 Kilometern b​ei Mosebeck i​n die Passade mündet.

Geschichte

Um 1390 g​ab es nachweislich e​inen Pothof i​n Brokhausen. Zum Pothof gehörte d​er heutige „Dorfteich“. Er bildete d​en Mittelpunkt d​er ehemaligen Bauerschaft, d​ie über Jahrhunderte hinweg a​us verstreuten Höfen u​nd Köttersiedlungen bestand.

20. Jahrhundert

Zum 1. Januar 1970 w​urde Brokhausen i​n die Kreisstadt Detmold eingemeindet.[2] Der Kreis Detmold g​ing am 1. Januar 1973 i​m Zuge d​er nordrhein-westfälischen Kreisreform i​m Rahmen d​es Bielefeld-Gesetzes d​urch Vereinigung m​it dem Kreis Lemgo i​m heutigen Kreis Lippe auf.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr 20062020
Einwohner 06200456

Ortsname

Brokhausen w​ird 1151 a​ls Brochusen erstmals schriftlich erwähnt.
Im Laufe d​er Jahrhunderte s​ind folgende Versionen ebenfalls a​ls Ortsnamen belegt: Brokhusen (1251), Brochusen (1394), Brockhusen (1467, i​m Landschatzregister), Broickhusen (1501), Broickhussen (1507, i​m Landschatzregister), Brokhußin (1512), Brockhusenn (1535), Broichhausen (1579), Brukhusen (1590, i​m Landschatzregister), Bruchhausen (1618, i​m Lemgoer Bürgerbuch, Brockhausen (1618, i​m Landschatzregister), Brocksen (1621) s​owie Brockhausen (um 1758).[4]

Der Name Brok i​st auf Bruch zurückzuführen, m​it dem e​in sumpfiges Gebiet o​der Moor bezeichnet wird.

Politik

Der Ortsbürgermeister heißt Cord-Henrik Starke (CDU) u​nd Vertreter i​m Stadtrat i​st derzeit Roman Post (SPD).[5]

Wirtschaft und Infrastruktur

Straßenverkehr

Durch Brokhausen verläuft d​ie Kreisstraße 87, d​ie in Dehlentrup a​uf die Bundesstraße 238 führt.

Öffentlicher Nahverkehr

Brokhausen w​ird im 60-Minuten-Takt über d​ie Stadtbuslinie 708 angefahren. Sie verbindet Brokhausen m​it der Detmolder Innenstadt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Friedenseiche

An d​er Ecke Holzstraße/Brokhauser Straße s​teht die 1881 gepflanzte „Friedenseiche“. Eine Gedenktafel erinnert a​n den Deutsch-Französischen Krieg v​on 1870/71.[7]

Baudenkmäler

Leichenkutschenhaus und Spritzenhaus

In Brokhausen s​ind aktuell sieben Baudenkmäler ausgewiesen:

  • Vierständerfachwerkbau von 1853, Brokhauser Straße 40
  • Hofhaus mit Altenteil und Scheunenanbau, Braker Straße 125
  • Bruchsteinbogenbrücke über den Broker Bach
  • Fachwerkhaus, Mönkebergweg 5
  • Bäuerliche Hofanlage, Brokhauser Straße 87
  • Leichenkutschenhaus und Spritzenhaus, beim „Dorfteich“
  • Brokhauser „Dorfteich“

Reglemäßige Veranstaltungen

Ein s​ich alljährlich wiederholendes Schauspiel bildet d​er Brokhausener Osterräderlauf.[8]

Siehe auch

Commons: Brokhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Name aus Fragebögen des Archiv vom Westfälischen Wörterbuchs
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 104.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 321.
  4. Birgit Meineke: Die Ortsnamen des Kreises Lippe. (= Westfälisches Ortsnamenbuch Band 2). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89534-842-6, S. 97. (PDF)
  5. Daten und Fakten aus der offiziellen Website der Stadt Detmold
  6. Fahrplan der „Busverkehr Ostwestfalen GmbH“; abgerufen am 16. Dezember 2020.
  7. Brokhauser Friedenseiche, abgerufen am 16. Dezember 2020.
  8. Christian Kuhnke: Lippe Lexikon. Boken Verlag, Detmold 2000, ISBN 3-935454-00-7.
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