Bistum Pécs

Das i​n Ungarn gelegene Bistum Pécs bzw. Bistum Fünfkirchen (lateinisch Diocesis Quinque Ecclesiensis, ungarisch Pécsi egyházmegye) i​n Fünfkirchen w​urde bereits i​m Jahre 1009 gegründet u​nd 1135 d​er Kirchenprovinz d​es Erzbistums Kalocsa unterstellt.

Bistum Pécs
Karte Bistum Pécs
Basisdaten
Staat Ungarn
Metropolitanbistum Erzbistum Kalocsa-Kecskemét
Diözesanbischof László Felföldi
Emeritierter Diözesanbischof Mihály Mayer
Gründung 1009
Fläche 8196 km²
Pfarreien 155 (2019 / AP 2020)
Einwohner 657.330 (2019 / AP 2020)
Katholiken 432.560 (2019 / AP 2020)
Anteil 65,8 %
Diözesanpriester 85 (2019 / AP 2020)
Ordenspriester 5 (2019 / AP 2020)
Katholiken je Priester 4806
Ständige Diakone 3 (2019 / AP 2020)
Ordensbrüder 5 (2019 / AP 2020)
Ordensschwestern 18 (2019 / AP 2020)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Ungarisch
Kathedrale St. Peter und Paul
Anschrift Pécsi Egyházmegye
P.O. Box 113
Szent Istvan-ter 23
H-7624 Pécs
Website http://www.pecs.egyhazmegye.hu

Geschichte

Die Entstehungsgeschichte des Bistums ist umstritten. Als wahrscheinlich gilt, dass im Jahre 1009 König Stephan I. von Ungarn die Diözese nach der Unterwerfung der schwarzen Magyaren (lat.: Ungri Nigri) gründete.[1] Zu ihrem Besitz gehörten seither ehemalige Gebiete der besiegten und christianisierten Magyaren.[2] Seine Grenzen lagen auf einer Line zwischen den Orten Zemogny und Tápé auf der einen Seite, zwischen den Flüssen Kapos und Almás sowie einem römischen Aquädukt zwischen den Flüssen Donau und Save auf der anderen Seite. Es erstreckte sich somit über die Gebiete der ehemalige Komitate Tolna, Baranya und Pozsega.[3] Die Bischöfe von Pécs waren Suffraganbischöfe der Erzdiöszese von Esztergom. Gleichzeitig waren sie aufgrund ihrer kirchlichen Dignität traditionell „Erbobergespan“ (lat.: Baraniensis perpetuus supremus comes)[4] des Komitates Baranya.[5]

Basilika und Bischofspalast

Die Kathedrale i​st den Aposteln Petrus u​nd Paulus geweiht u​nd befindet s​ich in d​er Mitte d​er Stadt. Ihre Grundmauern stammen a​us dem Ende d​es 4. Jahrhunderts. Die Vorgängerkirche d​es heutigen Doms g​alt in i​hrer Zeit a​ls eines d​er vier größten Bauwerke dieser Art i​n Europa. Sie w​urde 1991 v​on Papst Johannes Paul II. z​u einer Basilica minor erhoben.[6] Ihre früheren Skulpturen u​nd Reliefs s​ind heute i​m Dommuseum u​nd im Lapidarium ausgestellt. Auf d​em Balkon d​es nahe gelegenen Bischofspalastes s​teht eine Statue d​es Komponisten Franz Liszt. Ebenfalls i​n der Nähe[7] befindet s​ich mit d​er Bibliothek d​es Bischofs György Klimó e​ines der wichtigsten Teile d​er ungarischen u​nd europäischen Kulturgeschichte.

Siehe auch

Anmerkungen / Einzelnachweise

  1. Bruno von Querfurt: Vita quinque fratrum eremitarum; Vita vel passio Benedicti et Iohannis sociorumque suorum.
  2. Alfried Wieczorek, Hans-Martin Hinz (Hrsg.): Europas Mitte um 1000. Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1544-8, ISBN 3-8062-1545-6.
  3. H. Wickham Steed, Walter Alison Phillips, David Hannay: A short history of Austria, Hungary an Poland. The Enzyclopaedia Britannica Company LTD, London 1914
  4. Anm.: Die ungarische Bezeichnung lautet: „Baranya vármegye örökös főispánja
  5. Zoltán Fallenbüchl: Magyarország főispánjai 1526–1848. Argumentum, Budapest 1994
  6. Liste aller Basilica minor weltweit auf der Website von gcatholic.org
  7. Anm.: in der Szepessy Ignác Straße

Literatur

  • Gyula László: The Magyars. Their life and civilisation. Corvina, Budapest 1997 ISBN 963-13-4807-5.
Commons: Basilika und Bischofspalast von Pécs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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