Benedikt Hummel

Benedikt Hummel (* 1. Oktober 1901 i​n Kempten; † 19. Februar 1996 i​n Taufkirchen (Vils)) w​ar ein deutscher Chirurg u​nd Hochschullehrer.[1]

Leben

Als Sohn eines Instrumentenmachers studierte Hummel Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er bestand 1927 in München das Staatsexamen und wurde 1928 dort zum Dr. med. promoviert.[2][3] Bis 1931 volontierte er in der Inneren Medizin und in der Pathologie.

Anschließend begann e​r die chirurgische Fachausbildung. Nach kurzer Zeit a​m Städtischen Krankenhaus Mannheim wechselte e​r zu Ferdinand Sauerbruch a​n der Charité. Von 1935 b​is 1938 w​ar er Chefarzt a​m St. Josef-Krankenhaus i​n Schwiebus, Neumark.[4] Am 1. Januar 1939 kehrte e​r als Privatassistent z​u Sauerbruch zurück. 1943 habilitierte e​r sich.[5] Bis April 1946 w​ar er Oberarzt b​ei Sauerbruch.[6] 1946 z​um Professor m​it Lehrauftrag ernannt, übernahm e​r als Chefarzt d​ie Chirurgische Klinik d​es Städtischen Krankenhauses Berlin-Tempelhof. Mit Kurt Strauß u​nd anderen Chirurgen redigierte e​r Rezensionen i​n der Deutschen Zeitschrift für Chirurgie.[7] An d​er Berliner Universität w​urde er 1946 Professor m​it Lehrauftrag. Er w​ar Mitglied d​er Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).[8]

Hans-Georg Gadamer bat Hummel am 1. August 1946, in Leipzig den Lehrstuhl und die Leitung der Chirurgischen Universitätsklinik vertretungsweise wahrzunehmen. Hummel kam dem Wunsch am 8. Oktober 1946 nach. Innerhalb kürzester Zeit richtete er eine Spezialstation für Tuberkulosekranke ein. Über die dauerhafte Besetzung des Lehrstuhls hatte eine Berufungskommission zu entscheiden. Sie bestand aus Werner Hueck, Ludwig Lendle, Walter von Brunn und Alexander Bittorf. Sie hegte Zweifel an Hummels ärztlichen Leistungen. Am 27. Februar 1947 unterrichtete der Dekan den Rektor der Universität Leipzig über das ablehnende Votum der Kommission. Hummel beendete die Leipziger Tätigkeit am 31. März 1947. 1948 wurde er in Ost-Berlin kommissarischer Direktor der I. Chirurgischen Klinik in der Ziegelstraße.

Die Universität Schiras i​m Iran berief Hummel 1952 a​uf ihren Lehrstuhl für Chirurgie. 1957 n​ach Deutschland zurückgekehrt, leitete e​r von 1957 b​is 1970 d​ie Chirurgie d​es privaten Krankenhauses Dr. Wilke i​n Bergen (Landkreis Celle).[9]

Literatur

  • Christian Schwokowski: Überliefertes, Erlebtes und Erkenntnisse – Reflexionen zur Chirurgie an der Universität Leipzig. Leipziger Universitätsverlag 2015. ISBN 978-3-86583-943-5, S. 251–253.

Einzelnachweise

  1. Auskunft Stadt Kempten, Stadtarchiv; Sterberegisternummer 10/1996
  2. Dissertation: Über einen Fall von tumorähnlicher Bildung im Mesocolon transversum nach Fettgewebsnekrose.
  3. Benedikt Hummel, Universität München: Über einen Fall von tumorähnlicher Bildung im Mesocolon transversum nach Fettgewebsnekrose. 1927 (worldcat.org [abgerufen am 5. August 2020]).
  4. B. Hummel: Ein Neuer Fall von Halbseitiger Progressiver Muskeldystrophie. In: Klinische Wochenschrift. Band 18, Nr. 9, März 1939, S. 319–320, doi:10.1007/BF01782093.
  5. Habilitationsschrift: Untersuchungen über die Genese der Trommelschlegelfinger.
  6. Slatomir J. Wenske, Dissertation (2008) (PDF; 2,0 MB)
  7. Enderlen, Benedikt Hummel, G Woytek, K. Th Grützmacher, Kurt Strauß: Besprechungen. In: Deutsche Zeitschrift f. Chirurgie Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. Band 246, Nr. 9-10, 1936, ISSN 0367-0023, S. 773–782 (worldcat.org [abgerufen am 5. August 2020]).
  8. M. Heinemann: Hochschuloffiziere und Wiederaufbau des Hochschulwesens in Deutschland 1945–1949. Die Sowjetische Besatzungszone. Berlin 2000
  9. Die Geschichte der Praxis in Sülze
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