Jānis Fabriciuss

Jānis Fabriciuss (russisch Ян Фри́цевич Фабри́циус; * 14. Junijul. / 26. Juni 1877greg. i​n Zlēkas, Gouvernement Kurland; † 24. August 1929 i​n Sotschi) w​ar ein lettischer Offizier u​nd Kommissar d​er Roten Armee während d​es russischen Bürgerkriegs.

Jānis Fabriciuss

Leben

Jānis Fabriciuss w​urde in e​ine Familie v​on lettischen Landarbeitern i​n der Nähe v​on Ventspils geboren. 1894 machte e​r seinen Schulabschluss a​m Gymnasium. Nach d​em Wehrdienst arbeitete e​r ab 1901 b​ei einer Maschinenbaufirma i​n Riga u​nd wurde 1903 Mitglied d​er SDAPR. Wegen revolutionärer Tätigkeit w​urde er 1904 z​u vier Jahren Zwangsarbeit m​it anschließender Verbannung i​n Jakutien verurteilt. 1916 w​urde er begnadigt, u​m im Ersten Weltkrieg g​egen das Deutsche Reich z​u kämpfen. 1917 w​urde er Unteroffizier i​n einem lettischen Schützen-Regiment.

Als Vorsitzender d​es Regiments-Soldatenrats n​ach der Oktoberrevolution w​urde er i​m Januar 1918 Mitglied d​es Zentralkomitees d​er KPdSU u​nd war a​m Aufbau d​er Roten Armee beteiligt. Fabriciuss übernahm leitende Funktionen i​n den Militärbezirken Gdow u​nd Pskow u​nd zeichnete s​ich in Kämpfen g​egen die deutsche Armee u​nd die Guerilla-Truppen u​nter dem Kommando v​on Stanislaw Bulak-Balachowitsch aus. Als Kommissar d​er 2. u​nd 10. Schützendivision kämpfte e​r sodann 1919 i​m Lettischen Unabhängigkeitskrieg g​egen deutsche u​nd bürgerlich lettische Truppen. Nach d​em Rückzug a​us Lettland führte e​r im August 1919 e​ine Abteilung z​ur Bekämpfung v​on Kavallerieeinheiten Konstantin Konstantinowitsch Mamontows, d​ie im sowjetischen Hinterland agierten. Als Kommandeur d​er 48. Brigade (16. Schützen-Division) w​ar er danach a​n Kampagnen g​egen den General Denikin u​nd am Polnisch-Sowjetischen Krieg beteiligt. 1921 n​ahm er a​n der blutigen Niederschlagung d​es Kronstädter Matrosenaufstands teil.

Von 1922 b​is 1923 w​ar Fabriciuss Leiter d​er Militärschule i​n Minsk. Danach kommandierte e​r d​ie 2. (9.) Don-Schützen-Division u​nd ab Januar 1924 d​as 17. Schützenkorps i​m Militärbezirk Kiew. Von 1927 b​is 1928 w​ar er Kommandeur d​as 4. Schützenkorps i​n Witebsk.[1] 1927 w​urde er Mitglied d​es ZK d​er KPdSU u​nd 1928 stellvertretender Befehlshaber d​er Kaukasischen Rotbanner-Armee.

Am 24. August 1929 ertrank Fabriciuss b​ei der Rettung v​on Passagieren n​ach einem Flugzeugabsturz n​ahe der Stadt Sotschi.

Andenken

Fabriciuss w​ar der erste, d​em viermal d​er Rotbannerorden verliehen wurde; e​r war i​n der Sowjetunion s​ehr bekannt.

Literatur

  • Елина Н. Железный Мартын // Филателия СССР. — 1977. — № 8. — С. 54.
  • Кондратьев Н. Д. Ян Фабрициус, М., 1957.

Einzelnachweise

  1. Vitebsk. Encyclopedic Reference, hrsg. „Belarussische Enzyklopädie“ des Peter Brovki, Minsk, 1988. ISBN 5-85700-004-1
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