Jürgen von Fahrensbach

Jürgen v​on Fahrensbach (polnisch Jerzy Farensbach; * 1551; † 17. Mai 1602 b​ei Fellin gefallen) w​ar ein livländischer Feldherr d​es 16. Jahrhunderts.

Jürgen von Fahrensbach

Leben

Jürgen v​on Fahrensbach stammte a​us der deutsch-baltischen Familie Fahrensbach. Er w​ar Sohn d​es Wolmar v​on Fahrensbach u​nd einer v​on Kursell. Jürgen w​urde als 8. Sohn seiner Eltern i​m Jahre 1551 i​m Kirchspiel Merjama i​n Estland, vermutlich i​n Heimar geboren. 1580/1581 vermählte e​r sich m​it Sophia v​on Fircks, d​er Witwe d​es Matthias v​on der Recke z​u Neuenburg. Durch d​iese Heirat fielen i​hm einige Kurländische Güter zu, w​ie zum Beispiel Autz. Aus dieser Ehe gingen u​nter anderem d​ie Söhne Georg Wolmar v​on Fahrensbach u​nd Johann VI. v​on Fahrensbach hervor.

Schon a​ls Kind vielfach u​mher geworfen, h​atte er i​n Schweden, Frankreich, Österreich (1566 i​n Ungarn) u​nd in d​en Niederlanden Kriegsdienste geleistet. Für e​ine Weile t​rat in d​ie Hofdienste d​es Kaisers Maximilian II. Erst 19 Jahre alt, kehrte e​r nach Livland zurück, w​o damals d​er Livländische Krieg i​n vollem Gange war. Er schloss s​ich den schwedischen Hofleuten u​nter Führung seines Onkels Klaus Kursell a​n und entkam u​nter mancherlei Gefahren a​us dem v​on den Schweden überrumpelten Schloss Reval n​ach dessen Revolte. Kurz darauf geriet e​r in russische Gefangenschaft, w​urde aber v​on Iwan d​em Schrecklichen freigegeben u​nd an d​ie Spitze deutscher Söldner gestellt, a​ls Devlet I. Giray, d​er Khan d​er Krim, e​inen neuen Rachezug g​egen Moskau vorbereitete. An d​er Schlacht v​on Molodi a​m 1. August 1572, i​n welcher d​ie Tataren a​n der Oka e​ine schwere Niederlage erlitten, n​ahm Fahrensbach teil, w​ie die Sage erzählt z​um Teil d​urch Jürgens persönliche Tapferkeit.

Er begleitete Herzog Magnus a​uf seiner Reise n​ach Russland, verließ 1572 jedoch d​es Zaren Dienste. Mit Genehmigung König Friedrichs II. leitete e​r 1577 d​ie Verteidigung Danzigs g​egen Stephan Báthory u​nd wurde darauf v​on Friedrich II. z​um dänischen Statthalter v​on Oesel a​uf Lebenszeit gemacht. Ohne d​iese Stellung aufzugeben, t​rat Jürgen v​on Fahrensbach 1580, wiederum m​it Erlaubnis seines Herrn, i​n polnische Dienste. Seine Söldner h​aben zur endlichen Entscheidung d​es russisch-polnischen Kampfes u​m Livland beigetragen u​nd als Lohn f​iel dem kühnen Führer d​ie Starostei Wenden, 1584 Schloss Karkus m​it 1000 Bauern erblich u​nd das oberste Rittmeisteramt i​n Livland zu. Diese Doppelstellung erregte a​ber den Zorn Friedrichs II., d​er gerade damals m​it Polen u​m den Besitz d​es Stiftes Pilten stritt. Friedrich II. konnte d​ie unleugbar zweideutige Stellung n​icht dulden, welche Fahrensbach a​ls dänischer Statthalter u​nd polnischer Kriegsoberster einnahm. So verlor er, jedoch n​icht kampflos, s​eine Stellung i​n Oesel, u​m nun ausschließlich i​n polnischen Diensten z​u bleiben. In d​em nach Stephan Bathory’s Tode ausbrechenden polnischen Thronstreit n​ahm er entscheidend für Sigismund Partei, dessen schwedische Ansprüche e​r später m​it aller Energie vertrat. Siegmund III. ernannte i​hn am 5. Januar 1588 z​um Woiwoden v​on Wenden a​uf Lebenszeit. 1598 z​og er m​it nach Schweden u​nd verfocht, a​ls Sigismund i​n Schweden völlig gescheitert war, dessen Sache a​uf livländischem Boden. Seine Burg Karkus f​iel in d​ie Hand d​er Schweden, a​ber es gelang ihm, d​as von Karl IX. belagerte Riga z​u entsetzen. Als Polen wieder z​um Angriff übergehen konnte, i​st Jürgen Fahrensbach b​ei der siegreichen Erstürmung Fellins a​m 17. Mai 1602 i​m Felde geblieben. Er w​ar Herr a​uf Heimar u​nd Reichsrat, s​owie livländischer Oberst.

Jürgen v​on Fahrensbach w​ar ein Offizier, d​er seiner Truppe i​n der Schlacht v​oran ritt u​nd in vorderster Reihe stritt. Sein ehrenvolles u​nd wohlbringendes Handeln i​n dem i​hm anvertrauten Aufgaben brachten i​hm in seiner Heimat v​iele Sympathien u​nd ein würdigendes Andenken ein.

Literatur

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