Die Kunstismen

Die Kunstismen (1925) i​st der Titel e​ines Buchs v​on Hans Arp u​nd El Lissitzky, i​n dem Strömungen d​er Avantgarden i​n der Bildenden Kunst v​on etwa 1914 b​is 1924 definiert u​nd illustriert werden.

Kunstrichtungen, d​ie mehrheitlich m​it -ismus enden, werden (nicht o​hne Ironie) v​on den Künstlern selbst definiert u​nd mit Fotografien i​hrer Werke illustriert. Nach d​en Künstlern folgen i​m Inhaltsverzeichnis „Die Ismen“, a​ls seien s​ie selbst Personen. Die Definitionen s​ind deutsch, französisch u​nd englisch wiedergegeben u​nd nicht a​lle mit Autornamen versehen. Zudem werden parallele Strömungen i​n Film u​nd Architektur erwähnt. – Voraus g​eht ein Zitat v​on Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch: „Die Gegenwart i​st die Zeit d​er Analysen, d​as Resultat a​ller Systeme, d​ie jemals entstanden sind.“

Definitionen

Abstraktivismus
Die Abstrakte Kunst gestaltet das „Ungegenständliche“, ohne dass die Künstler „durch ein gemeinsames Problem miteinander verbunden“ wären. Neben Wassily Kandinsky werden ihr Natan Issajewitsch Altman, Ljubow Sergejewna Popowa und auch László Moholy-Nagy zugerechnet.
Dadaismus
Der Dadaismus „hat das Bejahen und Verneinen bis zum Nonsens geführt“ (Hans Arp). Als Ergänzung zu Arp werden Beispiele von Francis Picabia oder Max Ernst abgebildet.
Expressionismus
Der Expressionismus ist ein „falscher Hase“ aus Kubismus und Futurismus. Marc Chagall oder Paul Klee dienen als Illustration für ihn.
Futurismus
Der Futurismus hat „die Ruhe und Statik demoliert und das Bewegte, Dynamische gezeigt“ (Umberto Boccioni). Gino Severini oder Luigi Russolo finden sich unter den Bildbeispielen.
Kompressionismus
Der Kompressionismus bleibt undefiniert, wird aber mit Raumgestaltungen von Oskar Schlemmer und Willi Baumeister illustriert.
Konstruktivismus
Der Konstruktivismus sieht „die Welt durch das Prisma der Technik“. Für ihn werden Kunstwerke von Wladimir Jewgrafowitsch Tatlin oder Naum Gabo angeführt.
Kubismus
Der Kubismus sei keine „Kunst der Nachahmung“ (Guillaume Apollinaire) und widme sich den „schlichten, abstrahierten Formen“ (Roger Allard). Pablo Picasso und Georges Braque liefern die ersten Beispiele.
Neoplastizismus
Der Neoplastizismus „gewinnt durch die horizontal-vertikale Aufteilung des Rechteckes die Ruhe“ (Piet Mondrian). Auch Theo van Doesburg wird als Vertreter aufgeführt.
Purismus
Der Purismus ruft „beim Beschauer eindeutige physiologische Empfindungen hervor“ (Amédée Ozenfant und Le Corbusier).
Simultanismus
Im Simultanismus ist „die Gleichzeitigkeit der Farben […] die einzige Realität zum Aufbau des Bildes“ (Robert Delaunay). Ein Bild von Sonia Delaunay-Terk wird ergänzt.
Suprematismus
Der Suprematismus (auch als Proun bezeichnet) „presst die ganze Malerei in ein schwarzes Quadrat auf einer weißen Leinwand zusammen“ (Malewitsch). Neben Malewitsch dient etwa Olga Wladimirowna Rosanowa als Beispiel.
Verismus
Der Verismus hält den Zeitgenossen „den Spiegel vor die Fratze“ (George Grosz). Auch Otto Dix wird ihm zugerechnet.

Literatur

  • Hans Arp, El Lissitzky (Hg.): Die Kunstismen, Erlenbach-Zürich, München, Leipzig: Rentsch 1925. Nachdruck Baden: Müller 1990. ISBN 3906700283
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