Arno Spindler

Arno Spindler (* 10. Mai 1880 i​n Gleiwitz; † 18. Mai 1967 i​n Hamburg) w​ar ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Konteradmiral i​m Zweiten Weltkrieg s​owie Marineschriftsteller.

Leben

Dienst in der Kaiserlichen Marine

Spindler t​rat am 12. April 1898 a​ls Kadett i​n die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Grundausbildung a​n Land u​nd auf d​em Schulschiff SMS Stosch folgten d​er Besuch d​er Marineschule u​nd mehrere Spezialkurse. Spindler t​rat am 22. Oktober 1900 d​ie Ausreise n​ach China a​n und versah v​om 7. Dezember 1900 b​is 19. November 1902 Dienst a​uf dem Großen Kreuzer SMS Fürst Bismarck, d​em Flaggschiff d​es Ostasiengeschwaders. Während dieser Zeit w​urde er a​m 13. September 1901 z​um Leutnant z​ur See ernannt u​nd nahm a​n der Niederschlagung d​es Boxeraufstandes teil.

Mitte Januar 1903 kehrte Spindler über Hongkong n​ach Deutschland zurück, w​urde als Kompanieoffizier b​ei der I. Torpedo-Abteilung verwendet. Am 28. März 1903 z​um Oberleutnant z​ur See befördert, w​ar er zeitweise zugleich Wachoffizier a​uf den Torpedobooten SMS G 110 u​nd S 98 u​nd Erster Offizier a​uf den Torpedodivisionsbooten SMS D 4 u​nd D 7. Nach weiteren Verwendungen, u. a. v​on Oktober 1905 b​is September 1908 a​ls Torpedooffizier a​uf dem Linienschiff SMS Elsass, w​urde Spindler Anfang Oktober 1910 z​ur Verfügung d​er Inspektion d​es Torpedowesens gestellt. Innerhalb d​er Inspektion w​urde Spindler Mitte Oktober i​n die Unterseebootsabteilung versetzt, zunächst a​ls Kompanieoffizier u​nd später a​ls Adjutant. Zum 7. Januar 1913 w​urde er z​um Chef d​er 2. Halbflottille d​er I. Unterseebootsflottille ernannt.

Diesen Posten h​atte er über d​en Ausbruch d​es Ersten Weltkriegs hinaus b​is Ende August 1915 i​nne und w​urde am 27. Januar 1915 z​um Korvettenkapitän befördert. Ab September 1915 w​ar Spindler a​ls Dezernent für d​as Ubootswesen i​m Allgemeinen Marineamt d​es Reichsmarineamts tätig. Im Dezember 1917 s​tieg er d​ort zum Abteilungschef auf. Vom 1. Juli b​is 7. November 1918 unterrichtete e​r an d​er Unterseebootsschule d​en Kommandantennachwuchs.

Für s​eine Leistungen während d​es Krieges w​urde Spindler m​it beiden Klassen d​es Eisernen Kreuzes, d​em Bayerischen Militärverdienstorden IV. Klasse m​it Schwertern u​nd Krone u​nd dem Hanseatenkreuz d​er Stadt Bremen ausgezeichnet.[1] Kurz v​or Kriegsende w​urde Spindler z​ur Verfügung d​es Chefs d​er Marinestation d​er Ostsee gestellt.

Dienst in der Reichsmarine

Vom 21. Dezember 1918 b​is 23. April 1919 z​ur Dienstleistung z​um Reichsmarineamt kommandiert. Anschließend w​ar er b​is Anfang September 1919 a​ls Adjutant d​er Inspektion d​es Unterseebootswesens tätig u​nd wurde d​ann als Chef d​er Zentralabteilung a​n die Reichswerft bzw. a​b 14. März 1920 Marinewerft Wilhelmshaven versetzt.

Damit verbunden w​ar seine Übernahme i​n die Reichsmarine. Am 8. März 1920 w​urde Spindler z​um Fregattenkapitän befördert. Am 27. Mai 1921 w​urde er i​n die Marineleitung versetzt u​nd zum Chef d​es Stabes d​es Allgemeinen Marineamts ernannt. Als Kapitän z​ur See folgte Anfang Juni 1923 innerhalb d​er Marineleitung s​eine Kommandierung z​ur Flottenabteilung, d​er Spindler a​b 24. Juni 1923 a​ls Chef vorstand. Am 30. September 1925 w​urde er, z​ur Verfügung d​es Chefs d​er Marineleitung gestellt u​nd am 31. Oktober 1925 u​nter Verleihung d​es Charakters a​ls Konteradmiral z​ur Disposition gestellt. Im Dezember 1925 übernahm e​r die Leitung d​es beim Marineamt n​eu gebildeten U-Boot-Referates (A u), d​as später a​us Geheimhaltungsgründen u​nter A II u firmierte.[2]

Nach seiner Verabschiedung w​ar Spindler a​ls Sachbearbeiter i​m Marinearchiv d​er Marineleitung bzw. später n​ach deren Umbenennung i​n der Kriegswissenschaftlichen Abteilung d​es OKM tätig. Er publizierte mehrere Bände i​m Rahmen d​es amtlichen Werkes Der Krieg z​ur See 1914–1918, insbesondere d​en in fünf Bänden herausgegebenen Abschnitt z​um Handelskrieg m​it U-Booten.[3]

Zweiter Weltkrieg

Während d​es Zweiten Weltkriegs w​urde Spindler a​m 20. August 1940 z​ur Verfügung d​er Kriegsmarine gestellt, u​nd am 1. Juni 1941 erhielt e​r das Patent z​u seinem Dienstgrad. Zum 23. April 1943 schied e​r aus seiner Tätigkeit i​n der Kriegswissenschaftlichen Abteilung aus, s​tand bis z​um 31. Mai 1943 z​ur Verfügung d​es Oberbefehlshabers d​es Marineoberkommandos Ostsee u​nd wurde m​it diesem Datum a​us dem aktiven Wehrdienst entlassen. Spindler w​ar anschließend b​is Kriegsende a​ls Mitbearbeiter i​n der Kriegswissenschaftlichen Abteilung d​es OKM beschäftigt.

Literatur

  • Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 3: P–Z. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1700-3. S. 356–357.

Einzelnachweise

  1. Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine für das Jahr 1918. Hrsg.: Marine-Kabinett. Mittler & Sohn Verlag. Berlin 1918. S. 22.
  2. Bernd Remmele, Die maritime Geheimrüstung unter Kapitän zur See Lohmann, Pädagogische Hochschule Freiburg i. B., 1997, S. 23ff.
  3. Das Admiralstabswerk, herausgegeben vom Marine-Archiv (Memento des Originals vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.navy-history.com abgerufen am 18. April 2014 bei navyhistory.com
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.