1002

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1002
Die Krönung Heinrichs II. – Miniatur aus dem Sakramentar des Kaisers
Heinrich II. wird bei der Königswahl von 1002 zum ostfränkisch-deutschen König gewählt.
Verlauf von Heinrichs Königsumritt 1002/03
Aufgrund der fehlenden allgemeinen Wahl beginnt er unmittelbar danach mit einem Königsumritt.
Sei Shōnagon, Darst. aus dem 17. Jh.
Die japanische Hofdame Sei Shōnagon
verfasst das Kopfkissenbuch, ein Sittenbild der Heian-Zeit.
1002 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 450/451 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 994/995
Buddhistische Zeitrechnung 1545/46 (südlicher Buddhismus); 1544/45 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 61. (62.) Zyklus

Jahr d​es Wasser-Tigers 壬寅 (am Beginn d​es Jahres Metall-Büffel 辛丑)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 364/365 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 380/381
Islamischer Kalender 392/393 (Jahreswechsel 9./10. November)
Jüdischer Kalender 4762/63 (9./10. September)
Koptischer Kalender 718/719
Malayalam-Kalender 177/178
Seleukidische Ära Babylon: 1312/13 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1313/14 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1040
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1058/59 (Jahreswechsel April)

Ereignisse

Ostfränkisch-deutsches Reich / Italien

Grab Ottos III. im Aachener Dom
  • 23./24. Januar: Kaiser Otto III. stirbt im Castel Paterno unweit von Rom im Alter von 21 Jahren nach schweren Fieberanfällen. Der Tod des Kaisers wird zunächst geheim gehalten, bis die eigenen Aufgebote informiert und zusammengezogen sind. Danach zieht das ottonische Heer aus Italien ab, um den Willen Ottos zu erfüllen und ihn in Aachen beizusetzen. Angeblich empfängt Herzog Heinrich IV. von Bayern den Leichenzug in Polling und lässt den Verstorbenen in Augsburg beerdigen. Anschließend zwingt er Erzbischof Heribert von Köln, ihm die Herrscherinsignien zu übergeben. Es fehlt jedoch die Heilige Lanze, die wichtigste Reliquie des Reiches. Damit macht er seinen Anspruch auf Ottos Nachfolge geltend. Neben Heinrich erheben aber auch Markgraf Ekkehard von Meißen und Hermann von Schwaben Ansprüche auf die Nachfolge.
Gedenktafel an die Königserhebung im Dom von Ivrea
  • 15. Februar: Arduin von Ivrea wird in Pavia von den lombardischen Großen zum König von Italien gewählt.
  • 30. April: Der Thronkandidat Ekkehard I., Markgraf von Meißen wird in Pöhlde ermordet.
  • 7. Juni: Heinrich II. wird in Mainz von den Baronen Bayerns und des östlichen Franken gegen die Stimmen Schwabens und in Abwesenheit der Lothringer, Sachsen und Thüringer zum König gewählt und unmittelbar danach gekrönt. Aufgrund der fehlenden allgemeinen Wahl beginnt er unmittelbar danach mit einem Königsumritt.
  • 20. Juli: Heinrich II. wird von den Thüringern anerkannt.
Heinrich II. und Kunigunde werden von Christus gekrönt; Perikopenbuch Heinrichs II. München
  • 24. Juli bis 28. Juli: Heinrich II. führt Verhandlungen mit den Sachsen und erreicht schließlich seine Anerkennung als König und wird in Merseburg erneut gekrönt.
  • 10. August: Kunigunde von Luxemburg, Heinrichs Ehefrau, wird in Paderborn zur Königin gekrönt.
  • 18. August: Heinrich II. erhält die Anerkennung durch Erzbischof Heribert von Köln und den lothringischen Klerus.
  • 8. September: Die dritte Krönung Heinrichs II. erfolgt in der Krönungsstadt Aachen und ist auch mit der Anerkennung durch Niederlothringen verbunden.
  • 1. Oktober: Der Thronkandidat Hermann II. von Schwaben unterwirft sich in Bruchsal, danach erfolgt die Anerkennung Heinrichs II. durch Schwaben.
  • 11. bis 24. November: Heinrich II. nimmt in Regensburg die Huldigung seiner Gefolgsleute entgegen.
  • Islam in Italien: Genua wird von Sarazenen geplündert.

Westfrankenreich

Böhmen, Polen und Osteuropa

  • (Spätestens) Anfang 1002, Regensburg: Die Přemysliden Jaromír von Böhmen und sein Bruder Oldřich fliehen gemeinsam mit Hemma von Böhmen, der 999 verwitweten Ehefrau ihres Vaters Boleslav II. von Böhmen, an den Hof des Bayernherzogs Heinrich II. vor den Nachstellungen ihres älteren Bruders Boleslav III., des seit drei Jahren regierenden Herzogs von Böhmen.
  • ab Mai: Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen schafft nach dem Tod von Ekkehard von Meißen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai zunächst vollendete Tatsachen und sichert große Teile der sogenannten Sächsischen Ostmark nördlich der Elbe bis zur Elster sowie die Burgen Bautzen, Strehla und Meißen durch eigene Besatzungen. Dabei erklärt er, im Einvernehmen mit Herzog Heinrich IV. von Bayern zu handeln und sich ihm fügen zu wollen, sobald dieser das Reich beherrsche.
  • Ende Juli, Merseburg: Herzog Bolesław I. Chrobry von Polen wird mit der (östlichen) Mark Lausitz und dem Milzenerland belehnt, sein Schwager, der Ekkehardiner Gunzelin, bekommt die Burg Meißen. Im Einverständnis mit den Ekkehardinern hatte Bolesław versucht, sein Territorium im Grenzgebiet auf die Marken Lausitz und Meißen auszudehnen. Die Meißener hofften dadurch, die dort lebenden heidnischen Stämme der Lusitzi und Milzener unter ihrer Kontrolle zu halten. Noch am Verhandlungsort wird der Polenfürst, der als Gast unter dem Schutz des Gastgebers steht, von Bewaffneten angegriffen und kann nur mit knapper Not entkommen. Daraufhin lässt er die Burg Strehla niederbrennen und führt eine große Menge Gefangener mit sich nach Polen. Die Hintergründe dieses Angriffs sind nicht geklärt. Das Verhältnis zwischen Heinrich und Bolesław aber war nachhaltig gestört.
  • Mitte 1002, Prag: Erhebung des Gefolges des Böhmenherzogs Boleslav III., der daraufhin zu Boleslaw I. Chobry fliehen muss. Der Polenherzog setzt zunächst den Přemysliden Vladivoj als Herzog von Böhmen ein.
  • 11. bis 24. November, Regensburg: Der neue Böhmenherzog Vladivoj sichert sich in der bayrischen Hauptstadt auch die Unterstützung des neuen römisch-deutschen Königs Heinrich II., indem er sich als erster Herzog Böhmen als Lehen übertragen lässt. Dies hatte zur Folge, dass Böhmen seit dieser Zeit als Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches betrachtet wird.

Britische Inseln

Æthelred von England,
Miniatur in der Chronik von Abingdon

Iberische Halbinsel

Urkundliche Ersterwähnungen

Ersterwähnung Erlangens

Die Orte Erlangen (als Erlangon), Bautzen (als Budusin) u​nd Herzogenaurach (als Uraha) werden erstmals i​n einer Urkunde erwähnt.

Kultur

Sei Shōnagon im Hyakunin Isshu

Die japanische Hofdame Sei Shōnagon verfasst d​as Kopfkissenbuch, e​in Sittenbild d​er Heian-Zeit. Es i​st eines d​er frühesten u​nd zugleich bedeutendsten literarischen Prosawerke d​er japanischen Literatur.

Religion

Das Stift Unserer Lieben Frau z​ur Alten Kapelle i​n Regensburg w​ird von König Heinrich II. wiedergegründet.

Geboren

  • 10. Mai: al-Chatib al-Baghdadi, sunnitischer Gelehrter und Historiker aus der Schule der Schāfiʿiten in Bagdad (gest. 1071)
  • 21. Juni: Bruno von Egisheim-Dagsburg, unter dem Namen Leo IX. Papst († 1054)

Gestorben

  • 23./24. Januar: Otto III., deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (* 980)
  • 30. April: Ekkehard I., Markgraf von Meißen (* um 960)
  • 10. August: Almansor, Regent im Kalifat von Córdoba (* um 938)
  • 2./8. Oktober: Ramward, Bischof von Minden
  • 15. Oktober: Heinrich der Große, Graf von Nevers und Auxerre, Herzog von Burgund (* um 946)
Commons: 1002 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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