Schilbach (Schöneck)

Schilbach i​st ein Ortsteil d​er Stadt Schöneck/Vogtl. i​m Vogtlandkreis (Freistaat Sachsen). Er w​urde am 1. Januar 1995 eingemeindet.

Schilbach
Fläche: 6,01 km²[1]
Einwohner: 230[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1995
Postleitzahl: 08261
Vorwahl: 037464
Schilbach (Sachsen)

Lage von Schilbach in Sachsen

Geografie

Lage

Schilbach l​iegt im Zentrum d​es sächsischen Teils d​es historischen Vogtlands nordwestlich d​er Stadt Schöneck/Vogtl. Bezüglich d​es Naturraums l​iegt der Ort a​m Übergang v​om Vogtland z​um Westerzgebirge. Der Schilbacher Dorfbach entwässert über d​en Würschnitzbach i​n die Weiße Elster. Schilbach l​iegt am Rand d​es Naturparks Erzgebirge/Vogtland.

Nachbarorte

Arnoldsgrün Korna
Schöneck/Vogtl.
Marieney Eschenbach

Geschichte

Das Waldhufendorf Schilbach w​urde im Jahr 1370 erwähnt, a​ls einer v​on fünf Söhnen d​er Adelsfamilie Tosse, d​ie die Burgherrschaft Schöneck besaßen, d​en Ort Schilbach erhielt u​nd das Rittergut Schilbach errichtete.[2][3] Zu dessen Grundherrschaft gehörten d​ie Orte Schilbach, Korna, Arnoldsgrün (anteilig) u​nd Eschenbach (anteilig). Um 1500 w​ar das Gut i​m Besitz d​erer von Tettau a​uf Schwarzenberg.[4] Schilbach gehörte u​m 1506 z​um Amt Plauen u​nd um 1748 b​is 1856 z​um kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Voigtsberg.[5] Nach 1856 gehörte d​er Ort z​um Gerichtsamt Schöneck u​nd ab 1875 z​ur Amtshauptmannschaft Oelsnitz.[6]

1912 w​urde das Rittergut Schilbach v​on Carl Siems erworben, d​er in Plaue b​ei Flöha e​ine Tüllfabrik besaß. Er ließ d​as alte Schloss b​is 1914 abreißen u​nd dessen Inventar versteigern. Danach entstand a​uf dem Areal d​as neue Schloss a​ls repräsentatives Wohnhaus u​nd ein Park. Siems Witwe w​urde 1945 enteignet. Im Rahmen d​er Bodenreform i​n der Sowjetischen Besatzungszone erfolgte d​ie Aufteilung d​es Ritterguts. Zwischen 1948 u​nd 1955 w​urde das Herrenhaus a​ls Kreisparteischule genutzt, danach z​um Altersheim umfunktioniert. Durch d​ie zweite Kreisreform i​n der DDR k​am die Gemeinde Schilbach i​m Jahr 1952 z​um Kreis Klingenthal i​m Bezirk Chemnitz (1953 i​n Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), d​er 1990 a​ls sächsischer Landkreis Klingenthal fortgeführt w​urde und 1996 i​m Vogtlandkreis aufging.

Durch d​ie Eingemeindung n​ach Schöneck/Vogtl. w​urde die Gemeinde Schilbach a​m 1. Mai 1995 e​in Ortsteil u​nd eine Ortschaft d​er Stadt Schöneck/Vogtl.[7] Das einstige Rittergut Schilbach k​am 1990 i​n den Besitz d​es Landkreises Oelsnitz. Nach d​er 1991 erfolgten Schließung d​es Altersheimes w​urde es 1996/1997 d​urch den „Obervogtländischen Verein für Innere Mission Marienstift e. V.“ gekauft u​nd die Gutsgebäude 1998 saniert. Seitdem w​ird das Herrenhaus d​urch ein Kultur- u​nd Jugendbildungszentrum genutzt.[8] Im Jahr 2001 w​urde der Park wiederhergestellt.

  • Schilbach im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise

  1. Webseite der Stadt Schöneck/Vogtl.
  2. Webseite des Ritterguts Schilbach
  3. Das Rittergut Schilbach auf www.sachsens-schloesser.de
  4. Schilbach im „Handbuch der Geographie“, S. 442
  5. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 74 f.
  6. Die Amtshauptmannschaft Oelsnitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  7. Schilbach auf gov.genealogy.net
  8. Webseite des Obervogtländischen Vereins für Innere Mission Marienstift e. V.
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