Paul von Rohrscheidt

Paul Karl Friedrich v​on Rohrscheidt (* 10. Mai 1850 i​n Striegau; † 16. Juni 1911 i​n Berlin) w​ar ein preußischer Generalmajor.

Leben

Herkunft

Paul w​ar ein Sohn d​es preußischen Landrats Richard v​on Rohrscheidt (1811–1893) u​nd dessen Ehefrau Auguste, geborene Paur (1824–1897). Sein älterer Bruder Oskar (1848–1907) w​urde preußischer Generalleutnant, d​ie jüngeren Brüder Konrad (1852–1907) u​nd Walther (1860–1895) Oberstleutnant bzw. Hauptmann.

Militärkarriere

Nach seiner Erziehung i​m elterlichen Hause u​nd dem Besuch d​es Gymnasiums t​rat Rohrscheid a​m 22. März 1869 a​ls Avantageur i​n das 3. Garde-Grenadier-Regiment „Königin Elisabeth“ d​er Preußischen Armee i​n Breslau ein. Im Jahr darauf n​ahm er während d​es Krieges g​egen Frankreich a​n den Kämpfen b​ei Gravelotte, Beaumont u​nd Sedan s​owie dem Ausfallgefecht b​ei Le Bourget teil, avancierte z​um Sekondeleutnant u​nd wurde m​it dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach d​em Friedensschluss absolvierte e​r zur weiteren Ausbildung d​ie Kriegsakademie u​nd stieg Anfang Juli 1878 z​um Premierleutnant auf. Ab 3. Mai 1881 w​ar Rohrscheidt a​uf ein Jahr z​ur Dienstleistung z​um Großen Generalstab kommandiert. Unter Stellung à l​a suite seines Regiments erfolgte a​m 11. Oktober 1883 s​eine Kommandierung a​ls Adjutant d​er 2. Garde-Infanterie-Brigade s​owie Anfang September 1884 d​ie Beförderung z​um Hauptmann. Mit d​er Ernennung z​um Kompaniechef i​m Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 t​rat Rohrscheidt Mitte Februar 1885 i​n den Truppendienst zurück, rückte i​m September 1892 z​um aggregierten Major a​uf und erhielt d​urch seinen Regimentschef Kaiser Alexander III. d​en Orden d​er Heiligen Anna III. Klasse. Am 14. September 1883 w​urde er z​um Kommandeur d​es IV. Bataillons i​m Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 ernannt, übernahm später d​as Füsilier-Bataillon u​nd kam Ende Mai 1899 z​um Stab d​es Grenadier-Regiments „König Friedrich Wilhelm II.“ (1. Schlesisches) Nr. 10 n​ach Schweidnitz. In dieser Eigenschaft avancierte e​r Mitte Juni 1899 z​um Oberstleutnant, w​urde am 18. Mai 1901 m​it der Regimentsführung beauftragt u​nd war v​om 18. August 1901 z​um 21. April 1905 a​ls Oberst Regimentskommandeur. Anschließend zunächst m​it der Führung d​er 83. Infanterie-Brigade i​n Erfurt beauftragt, w​urde Rohrscheidt a​m 18. August 1905 u​nter Beförderung z​um Generalmajor z​um Kommandeur dieses Großverbandes ernannt. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches w​urde er a​m 14. April 1907 m​it der gesetzlichen Pension z​ur Disposition gestellt.

Nach seiner Verabschiedung erhielt e​r im Mai d​en Roten Adlerorden II. Klasse m​it Eichenlaub u​nd im Oktober 1907 d​ie Erlaubnis z​ur Annahme d​es ihm verliehenen Ehrenkreuzes v​on Schwarzburg I. Klasse.[1][2]

Familie

Rohrscheidt h​atte sich a​m 12. Juni 1882 i​n Berlin m​it Katharine Freiin von Meerheimb (* 1857) verheiratet. Aus d​er Ehe g​ing die Tochter Gisela (1884–1919) hervor, d​ie 1909 d​en späteren preußischen Major u​nd Ehrenritter d​es Johanniterordens Arthur v​on Lübbers († 1921) heiratet.[3]

Literatur

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1909. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 639.
  • von Koenig: Die Chefs und Offiziere des 2. Schlesischen Infanterie-Regiments, jetzigen Grenadier-Regiments König Friedrich III. (2. Schles.) Nr. 11. 1808–1908. S. 297–298.
  • Offizier-Stammliste des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3. Mittler & Sohn, Berlin 1910, S. 89.

Einzelnachweise

  1. Militär-Wochenblatt. Nr. 61 vom 14. Mai 1907, S. 1373.
  2. Militär-Wochenblatt. Nr. 129 vom 10. Oktober 1907, S. 2931.
  3. Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1922. Sechzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 724.
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