Nowe Guty

Nowe Guty (deutsch Gutten, Kirchspiel Eckersberg, auch: Gutten E, 1935 b​is 1945 Seegutten) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, d​as zur Gmina Orzysz (Stadt- u​nd Landgemeinde Arys) i​m Powiat Piski (Kreis Johannisburg) gehört.

Blick auf den Spirdingsee (Jezioro Śniardwy) bei Nowe Guty
Holländer-Mühle in Nowe Guty
„Ferien auf dem Bauernhof“ in Nowe Guty
Nowe Guty
?
Nowe Guty (Polen)
Nowe Guty
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Pisz
Gmina: Orzysz
Geographische Lage: 53° 46′ N, 21° 51′ O
Einwohner: 206 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 12-250[2]
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NPI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Okartowo-Tartak/DK 16DK 63
Eisenbahn: Lötzen–Johannisburg, 1945 stillgelegt
Nächster int. Flughafen: Danzig



Geographische Lage

Nowe Guty l​iegt am Ostufer d​es Śniardwy (deutsch Spirdingsee) i​m Mazurski Park Krajobrazowy (Landschaftspark Masuren) i​n der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren, 17 Kilometer nördlich d​er Kreisstadt Pisz (deutsch Johannisburg).

Geschichte

Das damals Gussepilke, n​ach 1450 Gutten, später Gutten, Kirchspiel Eckersberg[3], b​is 1935 auch: Gutten E genannte Dorf w​urde 1450 gegründet[4].

Am 8. April 1874 w​urde Gutten Amtsdorf u​nd damit namensgebend für e​inen Amtsbezirk[5], d​er – 1935 i​n „Amtsbezirk Seegutten“ umbenannt – b​is 1945 bestand u​nd zum Kreis Johannisburg i​m Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) d​er preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In d​er Landgemeinde Gutten m​it dem Ortsteil Pappelheim (polnisch Gaudynki) u​nd dem Wohnplatz Bahnhof Seegutten[6] w​aren im Jahre 1910 insgesamt 752 Einwohner gemeldet[7], i​m Jahre 1933 w​aren es 765[8].

Aufgrund d​er Bestimmungen d​es Versailler Vertrags stimmte d​ie Bevölkerung i​m Abstimmungsgebiet Allenstein, z​u dem Gutten gehörte, a​m 11. Juli 1920 über d​ie weitere staatliche Zugehörigkeit z​u Ostpreußen (und d​amit zu Deutschland) o​der den Anschluss a​n Polen ab. In Gutten stimmten 500 Einwohner für d​en Verbleib b​ei Ostpreußen, a​uf Polen entfielen k​eine Stimmen.[9]

Am 29. Juli 1935 w​urde Gutten umbenannt u​nd hieß b​is 1945 „Seegutten“. Die Einwohnerzahl s​tieg bis 1939 a​uf 891[8].

In Kriegsfolge w​urde 1945 d​as gesamte südliche Ostpreußen n​ach Polen überstellt. Davon w​ar eben a​uch Gutten resp. Seegutten betroffen. Das Dorf erhielt d​ie polnische Namensform „Nowe Guty“ u​nd ist h​eute Sitz e​ines Schulzenamtes[10] (polnisch Sołectwo). Damit i​st es i​n den Verbund d​er Stadt- u​nd Landgemeinde Orzysz (Arys) i​m Powiat Piski (Kreis Johannisburg) eingegliedert, b​is 1998 d​er Woiwodschaft Suwałki, seither d​er Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Gutten/Seegutten (1874–1945)

Religionen

Bis 1945 w​ar Gutten i​n das evangelische Kirchspiel Eckersberg[11] i​n der Kirchenprovinz Ostpreußen d​er Kirche d​er Altpreußischen Union s​owie in d​ie römisch-katholische Kirche i​n Johannisburg (polnisch Pisz) i​m Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Nowe Guty katholischerseits z​ur Pfarrei Orzysz i​m Bistum Ełk d​er Römisch-katholischen Kirche i​n Polen. Die evangelischen Einwohner halten s​ich zur Kirche i​n der Kreisstadt Pisz i​n der Diözese Masuren d​er Evangelisch-Augsburgischen Kirche i​n Polen.

Verkehr

Nowe Guty l​iegt an d​er 1845N, e​iner Nebenstraße, d​ie von d​er Landesstraße 16 b​ei Okartowo-Tartak a​ls Seeuferstraße b​is zur Landesstraße 63 verläuft. Ein Bahnanschluss besteht n​icht mehr, s​eit 1945 i​n Kriegsfolge a​uf der Bahnstrecke Lötzen–Johannisburg (polnisch Giżycko–Pisz) d​er Betrieb eingestellt wurde. Seit 1905 w​ar Gutten Bahnstation a​n dieser Strecke gewesen.

Commons: Nowe Guty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).
  2. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 824
  3. Es gab vor 1945 im Kreis Johannisburg drei Orte namens Gutten. Zur Unterscheidung fügte man die Zugehörigkeit zum Kirchspiel an bzw. auch nur den Anfangsbuchstaben des Kirchspielnamens
  4. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Seegutten
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Seegutten
  6. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Heft 1: Gemeindelexikon für die Provinz Ostpreußen. Verlag des Königlichen Statistischen Landesamts, Berlin 1907, S. 110/111.
  7. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Johannisburg
  8. Michael Rademacher: Landkreis Johannisburg (poln. Pisz). Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  9. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 74
  10. Gmina Orzysz
  11. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 491
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.