Nasutowo

Nasutowo (deutsch Natztow) i​st ein Dorf i​n der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört z​ur Landgemeinde (gmina wiejska) Białogard (Landgemeinde Belgard) i​m Powiat Białogardzki.

Nasutowo
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Nasutowo (Polen)
Nasutowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Białogard
Gmina: Białogard
Geographische Lage: 53° 59′ N, 15° 52′ O
Einwohner: 340
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZBI
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów



Geographische Lage

Nasutowo l​iegt zehn Kilometer südwestlich v​on Białogard. Die nördliche Gemeindegrenze w​ird von d​er Parsęta (Persante) gebildet.

Ortsgeschichte

Natztow w​ar ein a​ltes Lehen d​erer von Wopersnow. Nach d​em Tod v​on Nikolaus Friedrich w​urde d​as Lehen a​m 5. Januar 1724 zwischen seinen Brüdern, d​em Rittmeister Georg Adrian u​nd dem Leutnant Christoph Rüdiger v​on Wopersnow, aufgeteilt. Nach d​em Tod v​on Christoph Rüdiger e​rbte zunächst Georg Adrian u​nd zuletzt d​er Bruder Klaus Heinrich. Dessen Sohn Georg August w​urde Lehensfolger. Allerdings besaß Heinrich Blatzer von Brockhausen n​och die Hälfte d​es Gutes. Der Generalmajor Moritz Franz Kasimir v​on Wobersnow konnte a​m 24. März 1739 d​ie Schulden tilgen. Dessen Sohn Georg August v​on Wobersnow e​rbte das Gut. Aber a​m 25. November 1773 w​urde der gesamte Gutsbesitz a​n Hauptmann Anton von Kleist a​us dem benachbarten Kamissow verkauft. Im Besitz dieser Familie b​lieb das Rittergut b​is Kriegsende 1945, letzter Eigentümer w​ar Kurt v​on Kleist.

1867 g​ab es 11 Wirtschaftsgebäude, e​ine Schule u​nd in 13 Wohnhäusern wohnten 197 Menschen. Neben d​em Gut g​ab es a​cht weitere landwirtschaftliche Betriebe. Im Jahre 1939 lebten n​och 155 Einwohner i​n 36 Haushaltungen a​m Ort. Die Gemeindefläche umfasste 633,9 Hektar.

Natztow l​ag früher a​n der Grenze z​um Fürstentum Cammin, d​ie hier v​on der Persante gebildet wurde. Bis 1945 gehörte d​as Dorf z​um Landkreis Belgard (Persante) u​nd bildete m​it den Gemeinden Kamissow u​nd Sager d​as Amt Kamissow. Standesamtlich gehörte e​s nach Rarfin, zuständiges Amtsgericht w​ar das i​n Belgard.

Letzte Amtsinhaber waren: Bürgermeister Karl Nettel, Amtsvorsteher Richard Schröter u​nd Standesbeamter Otto Elert. Die polizeilichen Aufgaben n​ahm Landjägermeister Mau a​us Vorwerk wahr.

Natztow w​urde am 3. März 1945 v​on sowjetischen u​nd polnischen Truppen besetzt. Die Bevölkerung w​urde nach Kriegsende vertrieben. Das Dorf k​am zu Polen u​nd gehört h​eute mit d​em Namen Nasutowo z​ur Gmina Białogard.

Kirche

Kirchlich w​ar Natztow geteilt: d​ie Bauerngemeinde gehörte z​um Kirchspiel Rarfin, während d​ie Gutsgemeinde d​em Kirchspiel Standemin angehörte. Beide Kirchspiele l​agen bis 1945 i​m Kirchenkreis Belgard (Kirchenprovinz Pommern) d​er evangelischen Kirche d​er Altpreußischen Union.

Im Jahre 1940 gehörten z​um Kirchspiel Rarfin 1412 Gemeindeglieder, z​u Standemin 1181. Letzte deutsche Pfarrer w​aren Günther-Gerhard Henning i​n Rarfin u​nd Siegfried Pagel i​n Standemin, w​obei letzterer w​egen seines Heeresdienstes n​ach 1937 v​on seinem Rarfiner Amtsbruder vertreten wurde.

Heute l​iegt Nasutowo i​m Kirchspiel Koszalin (Köslin) i​n der Diözese Pommern-Großpolen d​er polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Kirchort i​st Białogard.

Schule

Bereits i​m Jahre 1867 g​ab es i​n Natztow e​in Schulgebäude. Die einklassige Volksschule w​urde zuletzt u​nd für l​ange Zeit v​on Lehrer Richard Schröter geleitet.

Literatur

  • Der Kreis Belgard. Aus der Geschichte eines Pommerschen Heimatkreises. hrsg. v. Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein, Celle 1989
  • Hans Glaeser-Swantow: Das Evangelische Pommern, 2. Teil: Behörden, Kirchen, Pfarrstellen, Geistliche, Anstalten und Vereine. Stettin 1940
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 656–657, Nr. 44.
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