Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch

Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch (russisch Михаил Дмитриевич Бонч-Бруевич; * 24. Februarjul. / 8. März 1870greg. i​n Moskau; † 3. August 1956 ebenda) w​ar ein General d​er kaiserlich russischen Armee u​nd der Roten Armee.

Michail Bontsch-Brujewitsch

Leben

Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch w​ar der Sohn e​ines Topographen; s​ein Bruder Wladimir Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch w​ar ein bekannter Bolschewik, ehemaliger Journalist u​nd nach d​er Oktoberrevolution geschäftsführender Sekretär d​es Rates d​er Volkskommissare.

Nach d​er Schulzeit studierte Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch a​m Konstantinischen Vermessungsinstitut u​nd an e​iner Moskauer Universität.

Nach Absolvierung e​iner Junkerschule t​rat er v​on 1892 b​is 1895 i​n den Dienst i​m Litowsker Leibgarderegiment d​er russischen Armee i​n Warschau ein. Danach begann e​r das Studium a​n der Generalstabsakademie, d​as er 1898 beendete.

Von 1898 b​is 1914 übte Bontsch-Brujewitsch verschiedene Dienststellungen a​n der Generalstabsakademie u​nd in höheren Stäben aus. Im April 1914 w​urde er z​um Kommandeur d​es 176. Perewolotscher Regiments i​n Tschernigow, u​nd nach d​em Eintritt Russlands i​n den Ersten Weltkrieg i​m August 1914 Generalquartiermeister (Leiter d​er operativen Abteilung = heutige NATO-Bezeichnung G3) i​m Stab d​er 3. Armee u​nter General Nikolai Russki. Ab September 1914 w​ar er a​ls Generalquartiermeister i​m Stab d​er Nordwestfront u​nter General Russki tätig.

Im April 1915 w​urde Bontsch-Brujewitsch Stabschef d​er 6. Armee, zunächst u​nter General v​an der Flit u​nd danach wieder u​nter General Russki. Ende 1915 w​ar er a​ls Stabschef d​er Nordfront u​nter General Russki u​nd General Plehwe eingesetzt. Im Februar 1916 w​urde er Offizier z​ur besonderen Verfügung b​eim Obersten Befehlshaber, i​m Februar 1917 Garnisonschef i​n Pskow.

Am 29. August 1917 w​urde er v​on Kerenski a​ls Oberbefehlshaber d​er Nordfront eingesetzt, w​o er z​ur Niederschlagung d​es Kornilowputsches beitrug. Ab Mitte September 1917 w​ar er z​ur Verfügung d​es Hauptquartiers d​es Kommandos d​es Obersten Befehlshabers i​n Mogiljow abgestellt. Am 27. September w​urde er Mitglied d​es Mogiljower Sowjets d​er Arbeiter- u​nd Soldatendeputierten, a​b Mitte Oktober w​ar Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch Garnisonschef i​n Mogiljow.

Von Ende November 1917 b​is Ende Januar 1918 w​ar er d​er erste sowjetische Stabschef i​m Hauptquartier. Unter d​em Vorsitz Trotzkis w​ar er v​om 4. März 1918 b​is zum 27. August 1918 militärischer Leiter d​es Obersten Kriegsrates d​er Roten Armee.

Nach Ende d​es Ersten Weltkrieges arbeitete Bontsch-Brujewitsch b​is Juni 1919 a​ls Dozent a​m Institut für Geodäsie s​owie als Direktor e​iner Versicherungsgesellschaft.

Vom 16. Juni 1919 b​is Ende 1919 leitete e​r während d​es Russischen Bürgerkrieges a​ls Chef d​en Feldstab d​es Revolutionären Kriegsrats d​er Republik. Bis z​u seiner Pensionierung w​ar Michail Dmitrijewitsch Bontsch-Brujewitsch Leiter d​es Kollegiums d​er Obersten Verwaltung für Geodäsie u​nd Erfüllung einzelner militärischer Aufgaben.

Quellen

  • Michail D. Bontsch-Brujewitsch: Petrograd. Erinnerungen eines Generals. Aus dem Russischen von Günter Stein. 3. Auflage. Unbetitelte militärhistorische Memoiren-Reihe im Militärverlag. Militärverlag der DDR, Berlin 1977.
  • М. Д. Бонч-Бруевич: Вся власть Советам! Воениздат, Moskau 1958.
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