Keuschburg

Keuschburg (auch Kuzburc, Kuschburg, Kushburg, Kuschberg, Keuschberg, Keyschberg, Kewschberg, Keuschberg) w​ar ein schlesisch-böhmisches Adelsgeschlecht a​us Liegnitz, d​as von 1301 b​is 1538 erwähnt wird.

Geschichte

Über d​ie Ursprünge dieser Familie i​st nichts bekannt. Erstmals wurden 1301 e​in Guntherus d​e Kuesberg u​nd 1309 e​in Johannes u​nd Johannes junior s​owie dessen Bruder Petrus erwähnt. Bis 1335 w​ar ein Otto v​on Kuschburg Erbvogt v​on Lüben i​m Herzogtum Liegnitz. 1343 s​ind Hans u​nd Heynco v​on Keuschberg a​uf Gut Becke b​ei Breslau urkundlich belegt, 1391 d​ie Gebrüder Günzel u​nd Heinrich v​on Keuschburg a​uf Heinrichau[1] u​nd 1405 e​in Frenczil Kuschberg z​u Leipzig. Peter v​on Keuschberg w​ar 1410 Angehöriger d​es Deutschen Ordens. Heinrich Kuscheberg erscheint 1421 i​n einer Lauchaer Urkunde, gemeinsam m​it Dittrich Schatt (Schart) u​nd Lutold v​on Glyna (Gleina). Ein Stephan v​on Kuschburg w​ar Vogt a​uf der Burg Frauenstein i​m Erzgebirge. Nikol/Nickel/Niclas/Nicolaus v​on Keuschberg a​uf Burg Grafenstein i​n Böhmen (* 1395, ⚭ 1425 NN von Dohna) w​ar 1431 b​is 1435 e​in berüchtigter Hussitenführer u​nd verübte d​ort verheerende Ausfälle i​n die Umgebung. Mit Lehnsstücken z​u Kirchscheidungen, d​ie nicht näher bezeichnet sind, belehnte Herzog Wilhelm III. v​on Sachsen 1450 d​ie Ilse v​on Kuschpurg (Keuschberg), Stephans v​on Kuschbergs Schwester, m​it drei Fleck Weingärten z​u Lösendorf (Wüstung b​ei Dorndorf) u​nd zu Schidingen[2]. Peter Keuschburg w​ar Deutsch-Ordens-Ritter i​m Dreizehnjährigen Krieg i​m Deutschordensstaat. 1469 w​ar Jane Keuschberg Cavalier b​eim Herzog Friedrich I. v​on Schlesien z​u Liegnitz u​nd Goldberg. 1490 werden d​ie Gebrüder Hans Keuschburg, Johanniter-Ritter u​nd Peter Keuschburg erwähnt. Letztmals erscheinen 1517 d​ie Gebrüder Georg u​nd Hans v​on Kewschberg z​u Rüstern b​ei Liegnitz u​nd 1524 Hans v​on Keyschberg. 1538 s​tarb Margaretha v​on Keuschberg a​ls Äbtissin d​es Klosters z​um hl. Leichnam i​n Wahlstatt b​ei Liegnitz.

Literatur

  • Johann Sinapius: Schlesische Curiositäten, Band 1, Leipzig 1720, S. 510
  • Jakob Christoph Beck, Jakob Christoph Iselin, August Johann Burtorff: Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon, Brandmüller 1743, S. 497–498 digitalisat
  • Johann Friedrich Gauhe: Des Heil. Röm. Reichs genealogisch-historisches Adels-Lexicon, Bd. 2, 1747, S. 527 digitalisat
  • Johann Christian von Hellbach: Adels-Lexikon, oder, Handbuch über die historischen, genealogischen und diplomatischen, zum Theil auch heraldischen, genealogischen und diplomatischen, zum Theil auch heraldischen Nachrichten vom hohen und niedern Adel: besonders in den deutschen Bundesstaaten, so wie von dem östreichischen, böhmischen, mährenschen, preußischen, schlesischen und lausitzischen Adel, Bd. 1, B.F. Voigt, 1825, S. 651 digitalisat
  • Gustav Adolf Harald Stenzel: Scriptores rerum Silesiacarum; oder, Sammlung schlesischer Geschichtschreiber, namens der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur, Hrsg. Verein für Geschichte und Alterthum Schlesiens, 1839 (Online)
  • Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adelslexicon Bd. 5, 1864, S. 87
  • Friedrich Wilhelm Schirrmacher: Urkunden-Buch der Stadt Liegnitz und ihres Weichbildes bis zum Jahre 1455, 1866 digitalisat
  • Codex diplomaticus Silesiae, Bände 23–24, 28, J. Max & Komp., 1915
  • Sven Ekdahl: Das Soldbuch des Deutschen Ordens 1410/1411 Teil II: Indices mit personengeschichtlichen Kommentaren, Böhlau Verlag Köln Weimar, 1988, S. 130–131 digitalisat

Einzelnachweise

  1. Friedrich-Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, 1785 S. 440
  2. Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen, Eigenverlag Rittergut Kirchscheidungen 2009, S. 179, 180 und 190
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