Karl Witzell

Karl Witzell (* 18. Oktober 1884 i​n Hiesfeld b​ei Wesel; † 31. Mai 1976 i​n Berlin) w​ar ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Generaladmiral i​m Zweiten Weltkrieg u​nd Chef d​es Marinewaffenhauptamtes.

Karl Witzell

Leben

Witzell t​rat am 1. April 1902 a​ls Seekadett i​n die Kaiserliche Marine e​in und absolvierte s​eine Grundausbildung a​uf dem Schulschiff SMS Moltke. In d​er Folgezeit n​ahm er a​n verschiedenen Auslandsfahrten d​es Kreuzergeschwaders t​eil und w​ar im deutschen Pachtgebiet Kiautschou mehrere Jahre a​ls Kompanieoffizier u​nd Adjutant b​ei der Matrosenartillerie-Abteilung eingesetzt. Zu Beginn d​es Ersten Weltkriegs w​ar Witzell a​ls Kapitänleutnant III. Artillerie-Offizier a​uf dem Großlinienschiff SMS Oldenburg. Anschließend w​urde er a​m 4. September 1915 a​ls Artillerieoffizier a​uf den Kleinen Kreuzer SMS Elbing versetzt, m​it dem e​r am 31. Mai 1916 a​n der Skagerrak-Schlacht teilnahm. Am 2. Juni 1916 erfolgte s​eine kurzzeitige Versetzung a​uf den Kleinen Kreuzer SMS Frankfurt, e​he er a​m 1. September 1916 a​ls Navigations- u​nd Erster Offizier a​uf die SMS Graudenz kommandiert wurde. Dieses Kommando behielt e​r bis über d​as Kriegsende hinaus bei.

Ab 2. Februar 1920 w​urde er a​ls Artillerieoffizier d​er Kommandantur Wilhelmshaven zugeteilt u​nd zeitgleich Mitglied d​er Unterkommission d​er Marine-Friedens-Kommission. In dieser Funktion versuchte e​r möglichst v​iel für d​ie artilleristischen Verteidigungsmöglichkeiten d​er deutschen Küsten m​it den Siegermächten auszuhandeln. Am 29. Juni 1920 h​atte man Witzell z​um Korvettenkapitän befördert u​nd ab 5. Februar 1921 w​urde er Dezernent i​n der Waffenabteilung d​er Marineleitung. Kurzzeitig w​urde er v​om 11. b​is 31. Januar 1926 Erster Offizier a​uf dem Linienschiff Braunschweig u​nd in gleicher Funktion v​om 1. Februar 1926 b​is 30. September 1927 a​uf der Schleswig-Holstein. Dort erfolgte a​m 1. April 1927 a​uch seine Beförderung z​um Fregattenkapitän. Anschließend versah e​r seinen Dienst wieder a​ls Dezernent.

Am 1. Oktober 1928 w​urde er z​um Chef d​er Marinewaffenabteilung u​nd am 1. Oktober 1934 z​um Chef d​es Marinewaffenamtes ernannt. In d​er Zwischenzeit w​ar er a​m 1. Dezember 1928 z​um Kapitän z​ur See u​nd am 1. September 1933 z​um Konteradmiral befördert worden. Auch n​ach der Umbenennung d​er Marineleitung i​n Oberkommando d​er Kriegsmarine verblieb Witzell a​uf seinem Posten. Er h​atte in seiner Funktion e​inen ganz entscheidenden Einfluss a​uf die Entwicklung u​nd Konstruktion d​er Marinewaffen.

Nach Ausbruch d​es Zweiten Weltkriegs w​urde er a​m 7. November 1939 Chef d​es Marinewaffenhauptamtes i​m Oberkommando d​er Marine. Am 1. April 1941 z​um Generaladmiral befördert, schied e​r am 31. August 1942 a​us dem aktiven Dienst a​us und w​urde am 1. Oktober 1942 z​ur Verfügung d​er Kriegsmarine gestellt, jedoch n​icht mehr z​um aktiven Wehrdienst herangezogen. Er w​urde in d​en Präsidialrat d​es Reichsforschungsrates berufen u​nd schließlich a​m 5. Oktober 1942 in Anerkennung seiner h​ohen Verdienste u​m die Waffenentwicklung u​nd Rüstung d​es Deutschen Reiches m​it dem Ritterkreuz d​es Kriegsverdienstkreuzes m​it Schwertern ausgezeichnet.

Trotz Beendigung seiner militärischen Laufbahn w​urde Witzell i​m Mai 1945 russischer Kriegsgefangener u​nd in d​er Sowjetunion a​m 25. Juni 1950 v​on einem Militärtribunal w​egen Kriegsverbrechen z​u einer 25-jährigen Haftstrafe verurteilt. Am 7. Oktober 1955 k​am er m​it den letzten deutschen Kriegsgefangenen a​us der Sowjetunion („Heimkehr d​er Zehntausend“) n​ach Friedland. Er w​urde Gründungsmitglied d​er Arbeitsgemeinschaft für Wehrtechnik.

Auszeichnungen

Literatur

  • Hans H. Hildebrand und Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849-1945 Band 3: P-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1499-3, S. 568–569
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