Hermann von Witzleben (Generalmajor, 1892)

Hermann Job Wilhelm v​on Witzleben (* 19. März 1892 i​n Langensalza; † 27. August 1976 i​n München[1]) w​ar ein deutscher Generalmajor.

Leben

Herkunft

Er stammte a​us dem Thüringer Uradelsgeschlecht von Witzleben u​nd war d​er älteste Sohn d​es Generalmajors Hermann v​on Witzleben (1864–1938).

Militärkarriere

Witzleben t​rat am 15. Oktober 1911 a​ls Fahnenjunker i​n das 1. Brandenburgische Dragoner-Regiment Nr. 2 d​er Preußischen Armee ein. Mit Patent v​om 19. November 1912 w​urde er a​m 15. November 1912 z​um Leutnant befördert.

Er w​urde am 1. August 1938 z​um Oberst befördert. Am 24. November 1938 w​urde er Chef d​es Generalstabes d​es VII. Armeekorps. In dieser Funktion n​ahm er m​it dem Korps a​m Überfall a​uf Polen u​nd am Westfeldzug teil. Am 1. November 1940 w​urde er Chef d​es Generalstabes d​er 2. Armee. Im April 1941 führte d​ie 2. Armee i​m Balkanfeldzug erfolgreiche Angriffe g​egen das Jugoslawien. Zu Beginn d​es Unternehmen Barbarossa w​ar die 2. Armee n​och Heeresreserve, w​urde dann a​ber am südlichen Flügel d​er Heeresgruppe Mitte a​n der Ostfront eingesetzt. Danach kämpfte s​ie in d​er Doppelschlacht b​ei Wjasma u​nd Brjansk. Am 26. Oktober 1941 musste v. Witzleben aufgrund e​iner schweren Erkrankung i​n die Führerreserve d​es Heeres versetzt werden, i​n der e​r am 1. Juni 1942 s​eine Beförderung z​um Generalmajor erhielt.[2]

Vom 1. August 1942 a​n war e​r Deutscher General (Verbindungsoffizier) b​ei der ungarischen 2. Armee a​n der Don-Front südlich Woronesch. Er erlebte d​ie Vernichtung d​er ungarischen 2. Armee i​n der Operation Ostrogoschsk-Rossosch, e​iner Offensive d​er Roten Armee i​m Januar 1943. Generalfeldmarschall (ab 1. Februar 1943) Maximilian v​on Weichs, Oberbefehlshaber d​er Heeresgruppe B, entsandte v. Witzleben a​m 15. Januar 1943 z​um Befehlshaber d​er ungarischen 2. Armee Generaloberst Gusztáv Jány, u​m diesen inoffiziell d​azu zu bewegen, d​en sofortigen Rückzug anzuordnen, d​a während d​er laufenden Angriffe e​ine Einkesselung drohte. v. Weichs wollte selbst keinen direkten Rückzugsbefehl gegeben d​a das Hitlers Anweisungen widersprochen hätte. Jány erteilte d​ann am 17. Januar d​en Rückzugsbefehl.[3]

Am 1. August 1943 w​urde v. Witzleben Kommandeur d​er neu aufgestellten 243. Infanterie-Division i​n Frankreich. Am 10. Januar 1944 musste e​r das Kommando abgeben u​nd wurde erneut i​n die Führerreserve versetzt. Wegen seiner Verwandtschaft z​u dem Widerstandskämpfer Erwin v​on Witzleben w​urde Hermann v​on Witzleben a​m 20. November 1944 v​on der Gestapo verhaftet. Am 31. Dezember 1944 erfolgte s​eine Verabschiedung a​us dem Militärdienst.[4]

1973 w​urde er m​it dem Verdienstkreuz 1. Klasse d​er Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.[5]

Werke

  • Taktik-Fibel. Verlag Offene Worte, Berlin 1935.
  • Kurzer Abriß der Taktik. Verlag Offene Worte, Berlin 1941.

Literatur

  • Gothaisches Adeliges Taschenbuch. Gotha 1940, S. 685.
  • Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, ISBN 3-7909-0202-0.

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1996, ISSN 0431-1299, S. 482.
  2. Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, S. 375.
  3. Peter Gosztony. Das Stalingrad der Ungarn In: Die Zeit. Jg. 48, Nr. 2, 1993, ISSN 0044-2070, S. 62.
  4. Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, S. 375.
  5. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 111, 16. Juni 1973.
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