Guiot du Ponteil

Die Grafen Guiot d​e Ponteil w​aren ein altes, a​us dem Limousin stammendes Adelsgeschlecht, d​as in Frankreich d​en Marquis- u​nd in Bayern d​en Grafentitel erwarb.

Wappen der Grafen Guiot du Ponteil 1829

Geschichte

Die Guiot d​e Ponteil entstammte e​iner alten, s​eit Anfang d​es 14. Jahrhunderts bekannten französischen Familie, d​eren Ursprung i​m Limousin z​u suchen ist. Pierre Guiot, écuyer seigneur d'Asnières, w​urde 1333 m​it Asnières belehnt, u​nd von diesem a​n konnte d​ie Familie d​ie ununterbrochene Stammreihe nachweisen.[1][2]

Marquis Jean Baptiste, écuyer, Herr v​on Ponteil (* 20. November 1744 i​n St. Maurice-de-Lions; † 20. Januar 1814 i​n München), Hauptmann i​m Regiment Neustrie, Ritter v​on St. Louis, w​ar ein Sohn d​es Louis, écuyer, Herr v​on d’Echérat u​nd Ponteil u​nd der Marie Rose Barbarin u​nd Enkel d​es Alexis d​e Guiot, seigneur d​e Chalonne (* 29. Mai 1680; † 18. Juni 1734) u​nd der Susanne Louise d​e Tharreau. Er heiratete Catherine Antonine Josephine d​e Neubeck († 18. Mai 1850), m​it der e​r zwei Söhne zeugte. Guiot verließ m​it seiner Familie infolge d​er 1. Französischen Revolution Frankreich u​nd siedelte i​n Bayern.[3]

Seine Nachfahren errangen h​ohe Positionen i​n Armee u​nd Verwaltung. Der Eintrag i​n die bayerische Adelsmatrikel a​ls Marquis w​urde für s​eine beiden Söhne Heinrich u​nd Carl a​m 16. Oktober 1820 vollzogen, sodann erfolgte d​ie bayerische Genehmigung d​er Führung d​es Grafentitels a​m 5. Februar u​nd die Immatrikulation b​ei der Grafenklasse a​m 11. März 1829.[4]

Das Geschlecht d​er Grafen Guiot d​e Ponteil i​st im Mannesstamm erloschen.

Wappen

1829: Im goldenen Schilde d​rei (2 u​nd 1) grüne, rechtsgekehrte Papageien. Auf d​em Schilde s​teht die Grafenkrone.[2]

Caroline Gräfin Guiot du Ponteil

Persönlichkeiten (Bayern)

  • Heinrich Johann Joseph Graf von Guiot du Ponteil (* 2. Dezember 1789 in Weißenburg; † 2. August 1861 in Lenggries) war ein bayerischer Kämmerer (1816), Kommandant des 3. Königlich Bayerisches Jägerbataillons, Generalmajor (12. April 1847) und Brigadier (1850) in der 4. Armeedivision.[5] Er ehelichte Mathilde Freiin von Gumppendorf auf Peuerbach (* 13. Februar 1791 in Regensburg), Ehrenstiftsdame zu St. Anna, mit der er zwei Söhne hatte.[6]
  • Carl Johann Graf von Guiot du Ponteil (* 18. April 1795 in Osterburken; † 22. Dezember 1859), war 1833 zuerst Direktor des Kreis- und Stadtgerichts Augsburg, dann 1845 Vorsitzender des Appellationsgerichts Mittelfranken.[7] Er vermählte sich in erster Ehe am 7. Oktober 1821 mit Caroline Freiin von Schönfeld, die bereits wenige Monate später verstarb († 7. Juli 1822). Am 10. Juni 1833 heiratete er in München zum zweiten Mal, nämlich Wilhelmine Freiin von Schwerin (* 25. Juni 1806), mit der er vier Kinder hatte.[6]
  • Carl Friedrich Johann Graf von Guiot du Ponteil (* 20. November 1820 in Regensburg; † 4. März 1870 in München), Sohn des Heinrich, war Dompropst von Eichstätt, aber auch Hofprediger an der Allerheiligenkirche in München und Münchner Ehren-Kanonikus.[8]
  • Alexander Carl Heinrich Graf von Guiot du Ponteil (* 26. Dezember 1824 in München; † 13. März 1892 in Augsburg), Sohn des Heinrich, zuerst Oberleutnant à la suite, später Rittergutsbesitzer von Thürnhofen und Mitglied des Landrats von Mittelfranken tätig im Ausschuss für Landwirtschaft und Gewerbe, verheiratet zuerst am 12. März 1849 mit Konradina Stephania Friederika (26. Februar 1830 in Augsburg; † 11. Dezember 1886 ebenda), Tochter des Landwehrobersten und Bankiers von Frölich, danach mit Mathilde (* 9. Januar 1828 in Würzburg).[6]

Literatur

  • Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Band 23. Verlag Justus Perthes. Gotha 1850.
  • Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Band 36. Verlag Justus Perthes. Gotha 1863.
  • Ernst Heinrich Kneschke: Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart: in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung. 3. Band: A-Z. Verlag T. O. Weigel. Leipzig 1854.
  • http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Guiot+du+Ponteil

Einzelnachweise

  1. Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Band 23, Verlag Justus Perthes, Gotha 1850, S. 250f.
  2. Prof. Dr. Ernst Heinrich Kneschke: „Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart: in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung“, 3. Band, A-Z, Verlag T. O. Weigel, Leipzig 1854, S. 154 f.
  3. Abbé Pierre Bureau: „Les émigrés charentais: 1791 – 1814“, Presses Universitaires de Limoges, Limoges 1968, S. 79
  4. Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Teil B, Verlag Justus Perthes, Gotha 1921, S. 53
  5. Aschaffenburger Zeitung. Nr. 88 vom 13. April 1847.
  6. Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Band 36. Verlag Justus Perthes. Gotha 1863. S. 324f.
  7. Oberpfälzer Anzeiger vom 25. Dezember 1845. Verlag der G. J. Manz’schen Buchhandlung. Amberg 1845. S. 616.
  8. Beilage zur „Allgemeinen Zeitung“ Nr. 68 vom 9. März 1870. Augsburg 1870. S. 1037.
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