Georg Ferdinand Plesmann

Georg Ferdinand Plesmann (auch: Plessmann, Pleßmann; * 20. November 1767 i​n Braunschweig; † 20. Februar 1817 i​n Frankfurt a​n der Oder) w​ar ein königlich preußischer Oberst u​nd zuletzt Kommandeur d​es 27. Infanterie-Regiments.

Herkunft

Sein Vater w​ar Proviantverwalter i​n Hastedt u​nd starb 1793. Er h​atte noch d​rei Schwestern s​owie einen Bruder Johann Heinrich Christoph Pleßmann, zuletzt Major i​n Leyden.[1]

Leben

Er ging 1785 in niederländische Dienste und kämpfte im Ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich. 1794 wurde er zum Seconde-Lieutenant befördert, am 5. August 1795 nahm er jedoch seinen Abschied, nachdem das Königreich zur Batavischen Republik geworden war. Aber am 5. Januar 1786 kehrte er als Seconde-Lieutenant der 10. Halb-Brigade in die Dienste der neuen Republik zurück. Im August 1796 wurde er Premier-Lieutenant und am 12. März 1807 als Kapitän in das königlich holländische 9. Linien-Infanterie-Regiment versetzt. Mit der Gründung des Königreichs Westphalen am 18. August 1807 mussten alle Braunschweiger aus ausländischen Diensten zurückkehren. So wurde Plesmann am 28. Januar 1808 aus batavischen Diensten entlassen und als Führer der 1. Kompanie in das westphälische 4. Linien-Infanterie-Regiment übernommen. Er nahm 1809 am Spanienfeldzug teil und wurde beim Sturm auf Gerona verwundet und nach Westphalen zurückgeschickt.[2] Am 10. August 1809 zum Major befördert, wurde er am 17. Juli 1810 in das 7. Linien-Infanterie-Regiment versetzt. Außerdem wurde er Ritter des Ordens der Westphälischen Krone.[3] Am 21. Januar 1811 wurde er Kommandeur des Garde-Grenadier-Bataillons. Er nahm als Oberst und Kommandeur des 1. Linien-Infanterie-Regiments[4] am Russlandfeldzug von 1812 teil. Das Regiment stand in Kurland und zog sich nach der Niederlage nach Danzig zurück.[5][6] Es war danach im Dorf Rosenberg stationiert.[7]

Nach d​er Kapitulation v​on Danzig u​nd dem Ende d​es Königreichs Westphalen k​am er i​m Februar 1814 i​n preußische Dienste. Zunächst o​hne Patent w​urde er z​um Kommandeur d​es Reserve-Bataillons d​es Elb-Infanterie-Regiments ernannt. Am 12. März 1814 erhielt e​r dann s​ein Patent a​ls Oberstleutnant. Am 31. März 1815 w​urde das Bataillon i​n das neuerrichtete 27. Infanterie-Regiment eingegliedert u​nd Plesmann z​u dessen Kommandeur ernannt. Während d​es Sommerfeldzugs v​on 1815 kämpfte e​r bei Ligny u​nd Wavre u​nd erwarb s​ich dort d​as Eiserne Kreuz 2.Klasse. Er erhielt a​m 1. November 1815 s​ein Patent a​ls Oberst, s​tarb aber bereits a​m 20. Februar 1817 i​n Frankfurt a​n der Oder u​nd wurde d​ort beerdigt.[8]

Nach Ochs w​ar Plesmann a​uch Ritter d​er Ehrenlegion.[9]

Literatur

  • Max von Lessel, Gedenkblätter des Offizier-Korps Infanterie-Regiments Prinz Louis Ferdinand von Preussen (2. Magdeburgisches) Nr. 27, S.1
  • Militär-Wochenblatt: unabhängige Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht, Band 2, 1817, S.66 Nekrolog

Einzelnachweise

  1. Staats- und Gelerhrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, Nr. 170, Beilage S.5
  2. Während einer schweren Krankheit wurde er von Charlotte Diede gepflegt, Vgl. Charlotte Diede, die Freundin von W. von Humboldt, S.59f, S.188; er erholte sich nie vollständig von der schweren Verletzung
  3. Adam Ludwig von Ochs, Biographie des generals von Ochs, S.198
  4. Allgemeines europäisches Staats- und Address-Handbuch: für das Jahr 1812, S.219
  5. Friedrich August Karl von Specht, Das Königreich Westphalen und seine Armee im Jahr 1813, S.68
  6. Karl Friedrich Friccius, Geschichte der Befestigungen und Belagerungen Danzigs, S.156
  7. Journal für rationelle Politik, 1913, S.616
  8. Erbe wurde wohl ein Schwager Martin Heimken, Vgl.:Bremer Zeitung: für Politik, Handel und Literatur. 1823,7/12, S.917
  9. Adam Ludwig von Ochs, Biographie des Generals von Ochs, S.338
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