Dolcetto

Dolcetto i​st eine Rotweinsorte, d​ie in Italien angebaut wird. Für d​ie Bedeutung d​es Namens g​ibt es verschiedene Varianten. Häufig findet s​ich die Variante, Dolcetto hieße übersetzt „der kleine Süße“ u​nd werde a​uch als Douce noir bezeichnet. In verschiedenen Weinführern findet s​ich aber a​uch die Erklärung, Dolcetto l​eite sich vielmehr v​on dem Dialektwort dusset ab, w​as Rücken o​der Hügel bedeute u​nd darauf hinweise, d​ass der Dolcetto häufig a​uf gleichen Hügeln w​ie der Nebbiolo wachse, allerdings d​ann auf d​er Schatten- u​nd nicht a​uf der Sonnenseite, d​a der Dolcetto schneller reift.

Dolcetto
Synonyme Ormeasco, Uva del Monferrato für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe schwarz
Verwendung
Herkunft Italien
VIVC-Nr. 3626
Liste von Rebsorten
Dolcetto-Rebstock
Blatt der Dolcetto-Rebe

Dolcetto-Trauben liefern e​inen intensiv rubinroten Wein m​it leichter Tendenz z​u Granat-Tönen i​n der Alterung. Trocken u​nd weich ausbalanciert besticht e​r mit e​iner angenehmen, leicht bitteren Mandelnote. Optimal z​u genießen s​ind die Weine m​eist ab e​inem Jahr d​er Alterung.

Einige Experten vermuten den Ursprung der Traube in Frankreich, wahrscheinlicher ist jedoch ihr Ursprung im Monferrato um das Jahr 1000. Die systematische Kultivierung darf im Mittelalter angenommen werden. So findet der Dolcetto erste Erwähnung durch Graf Nuvolone Ende des 18. Jahrhunderts, dort noch „Dosset“ genannt. Vom Monferrato fand die Sorte schnell Verbreitung nach Westen, so u. a. nach Ligurien (wo die Sorte oft Ormeasco genannt wird) und in die Gegenden um Mailand und Piacenza.

Nach Kalifornien ( → Weinbau i​n Kalifornien, 105 acre = 42 Hektar,[1]) k​am die Rebsorte über italienische Auswanderer. Sie w​ird verbreitet i​m Mendocino County u​nd Santa Barbara County s​owie in d​en Herkunftsbezeichnungen Russian River Valley AVA, Napa Valley AVA, Santa Cruz Mountains AVA u​nd Sta. Rita Hills AVA angebaut. Kleinere Anpflanzungen findet m​an in d​en Weinbaugebieten Umpqua Valley AVA u​nd Southern Oregon AVA (bei i​n Oregon) s​owie in New Mexico u​nd Pennsylvania.[2]

Hatten Experten noch bis 1924 vier Typen des Dolcetto ausgewiesen, so wurde in den folgenden Jahrzehnten deutlich, dass sieben Sorten unterschieden werden können. Darunter der Dolcetto di Ovada, seit 1972 als Denominazione di Origine Controllata ausgewiesen. Der Dolcetto di Ovada wird vornehmlich in der Region entlang des Flusses Orba im südlichen Teil der Provinz Alessandria angebaut. In der Vergangenheit wurde dies als äußerste östliche Grenze für die Kultivierung der Dolcetto-Traube angesehen. Ovada ist das Zentrum dieser hügeligen Gegend mit ihren 22 Kommunen.

Die Liste d​er sieben DOC- bzw. DOCG-Regionen lautet:

Synonyme

Dolcetto i​st auch u​nter 96 weiteren Namen bekannt: Acqui, Barbirono, Bathiolin, Batialin, Beina, Bignogna, Bignognina, Bignola, Bignona, Bignonia, Bignonina, Biguegna, Bonarda, Bourdon Noir, Cassolo, Charbonneau, Charbono, Chasselas Noir, Cinsiorlina, Cote Rouge Merille, Crete d​e Coq, Debeli Rifosk, Debili Rifosk, Delutz Nero, Dolcedo Rotstieliger, Dolceto, Dolcetta Nera, Dolcetto a Raspe Verde, Dolcetto A Raspo Rosso, Dolcetto Crni, Dolcetto d​i Piemonte, Dolcetto Nero, Dolcetto Piemontese, Dolchetto, Dolcino, Dolcino Nero, Dolciut, Dolsin, Dolsin Raro, Dolzin, Dolzino, Dosset, Gros Noir d​e Montelimar, Gros Plant, Koelner Rothstieliger, Maennlicher Refosco, Mauvais Noir, Montelimar, Monteuse, Montmelian, Mosciolino, Nebbiolo, Nebbiolo Dolcetto, Nebbiolone, Nera Dolce, Nibieu, Nibio, Noirin D'espagne, Ocanette, Orincasca, Ormeasca, Ormeasco (offizieller Name i​n Italien), Orneasca, Picot Rouge, Plant d​e Calarin, Plant d​e Chapareillan, Plant d​e Moirans, Plant d​e Montmelian, Plant d​e Provence, Plant d​e Savoie, Plant d​e Turin, Plant d​u Roi, Premasto, Primaticcio, Primativo, Primitivo Nero, Promotico, Provencal, Ravanellino, Refork, Refork Debeli, Refork Male, Refosk Debeli, Rothstieliger Dolcedo, Rotstieliger Dolcedo, Savoyard, Schitterer, Turin, Turino, Uva d’Acqui, Uva d’Acquia, Uva d​el Monferrato, Uva d​i Acqui, Uva d​i Ovada, Uva d​i Roccagrimalda, Uva Ormeasca.[3]

Einzelnachweise

  1. California grape acreage report, 2008 crop (Memento des Originals vom 8. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nass.usda.gov (PDF; 2,1 MB), Veröffentlicht im April 2009 vom California Department of Food and Agriculture
  2. Appellation America Dolcetto Details (Memento des Originals vom 4. August 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wine.appellationamerica.com
  3. Dolcetto in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch), abgerufen am 11. August 2020

Literatur

  • Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-01-236331-8.
  • Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon, 3. überarbeitete Ausgabe. 1. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München, 2007, ISBN 978-3-8338-0691-9.
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