Cynopterus

Cynopterus i​st eine Gattung d​er Kurznasenflughunde, welche i​n Südostasien vorkommen.

Cynopterus

Cynopterus brachyotis

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Kurznasenflughunde (Cynopterini)
Gattung: Cynopterus
Wissenschaftlicher Name
Cynopterus
Cuvier, 1893

Beschreibung

Arten der Gattung Cynopterus sind sehr unterschiedlich groß, mit einer Gewichtsspanne von 30 bis 100 g und einer Kopf-Rumpf-Länge von 70 bis 127 mm. Das Fell ist dicht und meist Olive-braun, wobei sich die Fellfarbe von Art zu Art unterscheidet. Flughunde dieser Gattung haben auffallende, fast röhrenförmige Nasenlöcher, und die Oberlippe ist durch eine vertikale Furche geteilt.

Lebensweise

Neugeborenes Jungtier von Cynopterus brachyotis

Cynopterus-Arten findet man sowohl in dichten Wäldern als auch in eher offenen Gebieten bis zu einer Höhe von 1850 m ü. M. Cynopterus ist die einzige Gattung der Alten Welt, die dafür bekannt ist, dass sie ihre Hangplätze selber bauen. Dabei werden die Palmenblätter so angenagt, dass ein Hohlraum entsteht, in denen sie Schutz finden. Alternativ werden auch Höhlen, Minen und Häuser als Schlafplätze genutzt. Manche Arten fliegen in einer Nacht auf der Suche nach Früchten bis zu 113 km weit. Das Nahrungsspektrum umfasst Palmfrüchte, Feigen, Bananen, Guave, Mangos sowie Blüten von Trompetenbaumgewächsen wie Oroxylum indicum. Die Tiere scheinen sich hauptsächlich vom Saft der Früchte zu ernähren, weniger vom Fruchtfleisch. Oft werden die Früchte gepflückt und an einem anderen Platz gefressen, was die Gattung zu einem wichtigen Samenverbreiter macht.

Arten und Verbreitung

Taxonomische Anmerkungen

Es besteht große Unsicherheit, inwiefern sich C. sphinx von C. brachyotis unterscheidet. Die früher als eigenständige Art betrachtete C. scherzeri wird je nach Quelle C. sphinx oder C. brachyotis zugerechnet. Neuste molekulare Methoden zeigen, dass C. sphinx von C. brachyotis eigenständige Arten sind, und dass dies auch für C. scherzeri der Fall sein könnte. Dieselbe Diskussion besteht für einige Unterarten von C. sphinx, welche alternativ bereits eigene Arten sein könnten oder aber C. brachyotis zugehören. C. titthaecheilus wurde zeitweise als Unterart von C. sphinx angesehen, besitzt aber seit 1983 wieder den Artenstatus.[1]

Gefährdung durch den Menschen

Obwohl a​lle Arten d​er Gattung Cynopterus v​on der IUCN a​ls ungefährdet eingestuft werden, befinden s​ich viele Populationen i​m Rückgang. Dies l​iegt sowohl a​n der Zerstörung d​es Lebensraumes, a​ls auch d​urch die direkte Jagd a​uf die Tiere. Im Norden Thailands werden d​ie Flughunde z​u medizinischen Zwecken a​uf Märkten verkauft, u​nd auch i​n Teilen Chinas gelten d​ie Tiere a​ls stärkend. Durch i​hre Nahrungspräferenz gelten s​ie in vielen Teilen z​udem als Schädlinge, d​a sie s​ich auch v​on Früchten i​n Plantagen ernähren.

Literatur

  • R.M. Nowak: Walker’s Bats of the World
Commons: Cynopterus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. F. Storz, T.H. Kunz (1999) Cynopterus sphinx, Mammalian Species, No. 613: S. 1–8
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