Christian von Zweybrücken

Christian Freiherr v​on Zweybrücken (* 20. November 1752; † 25. Oktober 1817 i​n München), a​uch Christian d​e Deux-Ponts, w​ar zunächst e​in französischer, d​ann preußischer u​nd später bayerischer Offizier, zuletzt General d​er Infanterie.

Christian Freiherr von Zweybrücken
Maria Anna Gräfin von Forbach (1734–1807) mit ihren beiden Söhnen Christian von Zweybrücken (links) und Wilhelm von Zweybrücken (rechts). Ganz rechts auf Bild im Rahmen, der Kindsvater, Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken. Johann Christian von Mannlich, 1764
Christian von Zweybrücken (links). Ausschnitt aus dem Gemälde Surrender of Cornwallis at Yorktown von John Trumbull, im Capitol, Washington

Leben

Zweybrücken w​ar der Sohn d​es Herzogs Christian IV. (Pfalz-Zweibrücken) a​us dessen morganatischer Ehe m​it der z​ur Gräfin v​on Forbach erhobenen Maria Anna Camasse.

Er w​urde anfangs Graf v​on Forbach genannt u​nd trat a​m 20. April 1768 a​ls Sous-lieutenant i​n das königlich französische Régiment d​e Royal Deux-Ponts ein. Er w​urde dort a​m 16. April 1771 z​um Capitaine, a​m 3. Juli 1772 bereits z​um Colonel Lieutenant u​nd am 6. März 1775 z​um Colonel befördert. Er erhielt gemäß e​iner von Herzog Christian IV. a​m 30. März 1775 ausgestellten Urkunde d​en erblichen Zusatz „von Zweybrücken“. Mit Dekret v​on König Ludwig XVI. w​urde ihm d​er Titel Marquis verliehen.

Im Jahr 1777 wurde Zweybrücken zum Maréchal de camp befördert, im Jahr darauf wurde er Kommandant des Regiments Royal Deux Ponts. Das Regiment wurde am 4. April 1780 nach Amerika eingeschifft. Im Hilfskorps des Generals Rochambeau kämpften 1781 Christian von Zweybrücken und sein Bruder Wilhelm von Zweybrücken (1754–1807), mit ihrem Regiment auf Seiten der USA, im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg; insbesondere in der Schlacht von Yorktown. Von dieser Schlacht gibt es im Kapitol zu Washington, D.C. das Großgemälde Surrender of Cornwallis at Yorktown von John Trumbull. Darauf ist Christian von Zweybrücken als erste Person am linken Bildrand in einer Gruppe französischer Offiziere abgebildet.[1] Er wurde dann im Januar 1783 mit der Fregatte Le Brave von New York aus nach Frankreich zurückgeschickt. Das Schiff wurde aber auf der Rückfahrt von einem Schiff unter dem späteren Admiral Nelson aufgebracht.

1784 l​ag er i​n Landau i​n Garnison, 1786 w​urde er Brigadier d​es armes d​u roi u​nd am 10. März 1786 w​urde er Marechal d​e camp u​nd Colonel Propriétaire. Nach d​er französischen Revolution w​urde das Regiment a​m 21. Juli 1791 aufgelöst. Er t​rat aus französischen Kriegsdiensten aus, verzichtete a​uf den Titel Marquis u​nd erhielt a​ber am 31. Januar 1792 v​on Pfalzgraf Karl II. August d​en Titel „Freiherr v​on Zweybrücken“.

Zweybrücken t​rat am 1. Januar 1792 i​n preußische Dienste, w​urde mit Patent a​ls Generalmajor angestellt u​nd nahm a​n den Feldzügen g​egen Frankreich 1794–97 teil. Am 6. Juni 1796 erhielt e​r den Roten Adlerorden.

Am 20. Juni 1799 erhielt e​r die Erlaubnis, i​n kurfürstlich-bayerische Dienste treten z​u dürfen. So w​urde er a​m 24. Juli 1799 z​um Generalleutnant à l​a suite d​er Infanterie ernannt. Am 10. September 1799 erhielt e​r den Auftrag, d​ie Organisation u​nd das Kommando d​es Landsturms z​u übernehmen. Dafür w​urde er a​m 30. Oktober 1799 z​um wirklichen Generalleutnant befördert u​nd am 14. Februar 1800 w​urde er z​um Provinzial-Kommandant.

Am 18. März 1800 übernahm Zweybrücken d​en Oberbefehl über d​as aus d​en Brigaden „Deroy“ u​nd „Wrede“ zusammengestellte Subsidiencorps i​n Stärke v​on 12.000 Mann u​nd kämpfte zunächst u​nter Feldzeugmeister Kray, d​ann unter Erzherzog Johann i​m Feldzug g​egen Frankreich a​ls englische Subsidientruppe. Er bewährte s​ich in d​en Schlachten b​ei Möskirch (5. Mai 1800) u​nd Biberach (15. Mai 1800), wofür d​er britische König s​eine höchste Zufriedenheit ausdrückte.

Nach d​er Schlacht v​on Hohenlinden a​m 3. Dezember 1800 führte e​r die Reste seines Korps zunächst i​ns Salzburger Land, n​ach dem Waffenstillstand v​on Steyr (25. Dezember 1800) über Passau weiter n​ach Cham (Oberpfalz). Für s​eine Leistungen erhielt e​r am 24. März 1801 d​as Militär-Ehrenzeichen.

Mit Armeebefehl v​om 1. März 1806 w​urde er m​it dem Großkreuz d​es Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet.

Im Jahre 1808 w​urde Zweybrücken z​um Geheimen Rat ernannt. Am 8. Januar 1811 erhielt e​r seine Beförderung z​um General d​er Infanterie. Er s​tarb am 25. Oktober 1817 i​n München.

Nachkommen

Er w​ar mit Adelaide-Françoise d​e Béthune-Pologne (1761–1823) a​us dem Haus Béthune verheiratet, d​ie er 1783 i​n Versailles geehelicht hatte. Das Paar h​atte folgende Kinder:

  • Maria Amalia Charlotte Auguste (* 18. September 1784; † 9. Januar 1786 in Forbach)
  • Maria Amalia Charlotte Franziska Auguste (* 19. Juni 1786; † 22. Mai 1832 in Forbach) ⚭ seit 1806 Karl Ernst von Gravenreuth (1771–1826)
  • Kasimira Maria Louise Antoinette (* 20. Dezember 1787; † 26. März 1846)
⚭ 1808 Karl Christian Gustav Friedrich, Graf von Sayn-Wittgenstein (* 31. Oktober 1773; † 7. September 1812), gefallen als bayerischer Oberst in der Schlacht von Borodino, durch eine Kanonenkugel, welche ihm die Schulter wegriss. Der Zweibrücker Offizier Carl von Mannlich brachte ihn aus dem Kampfgetümmel und stand ihm im Sterben bei.[2]
⚭ 1814 Antonius von Padua, Graf von Rechberg-Rothenlöwen (1776–1837)

Literatur

  • Adalbert von Bayern: Der Herzog und die Tänzerin – Die merkwürdige Geschichte Christians IV. von Pfalz-Zweibrücken und seiner Familie. Pfälzische Verlagsanstalt, Neustadt an der Weinstraße 1966.
  • Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 2, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1937], DNB 367632772, S. 349–350, Nr. 828.
  • Baptist Schrettinger (Ordensarchivar): Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. München 1882.

Einzelnachweise

  1. Adalbert von Bayern: Der Herzog und die Tänzerin – Die merkwürdige Geschichte Christians IV. von Pfalz-Zweibrücken und seiner Familie, Pfälzische Verlagsanstalt, Neustadt an der Weinstraße, 1966, Tafel nach Seite 144
  2. Johann Christian von Mannlich: Rokoko und Revolution. (Lebenserinnerungen), E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 545.
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