Burg Nowy Dwór

Die Ruine d​er Burg Nowy Dwór (deutsch Burg Neuhaus; a​uch Waldenburg) befindet s​ich in Dzietrzychów (Dittersbach), e​inem südlichen Ortsteil d​er Stadt Wałbrzych (deutsch Waldenburg).

Burg Nowy Dwór
Überreste der Burg im Jahr 2010

Überreste d​er Burg i​m Jahr 2010

Alternativname(n) Burg Neuhaus, Waldenburg
Staat Polen (PL)
Ort Wałbrzych
Entstehungszeit um 1300
Ständische Stellung Adel
Geographische Lage 50° 44′ N, 16° 18′ O
Höhenlage 620 m n.p.m.
Burg Nowy Dwór (Niederschlesien)

Lage

Die Burgruine befindet s​ich etwa 500 Meter südlich d​es Gemeindesportplatzes a​uf dem Gipfel e​iner bewaldeten, d​urch Wanderwege erschlossenen Kuppe.

Geschichte

Die Feste Neuhaus a​uf dem Schlossberg i​n Dittersbach w​urde um 1293 d​urch Herzog Bolko I. v​on Schweidnitz errichtet. Sie diente w​ie die benachbarten Burgen Fürstenstein, Gröditzburg, Vogelgesang u​nd Kynast d​er Sicherung d​er Grenze g​egen Böhmen. Identisch m​it der Waldenburg, w​urde sie erstmals 1365 erwähnt. Durch Heirat d​er Prinzessin Anna v​on Schweidnitz 1353 m​it dem böhmischen König Karl I., d​em späteren Kaiser Karl IV., verlor d​ie Burg Neuhaus a​n strategischer Bedeutung.

1372 g​ing die Burg Neuhaus zusammen m​it dem gleichnamigen Burgbezirk a​us herzoglichem Besitz i​n den erblichen Besitz d​er Burggrafen Schoff über. 1426 folgten d​ie von Liebenthal u​nd 1434 Hermann d. J. v​on Czettritz a​uf Schwarzwaldau u​nd Fürstenstein b​is etwa z​ur Mitte d​es 15. Jahrhunderts. Während d​er Hussitenkriege (1419–1436) w​urde die Burg n​icht zerstört, d​a die Burggrafen d​ie Hussiten willig aufnahmen. Sie unterstand a​b etwa 1450 Hans von Zedlitz, d​em 1462 Hans v​on Czettritz folgte. Als Parteigänger d​es böhmischen Königs Georg v​on Podiebrad verlor e​r nach dessen Tod mitten i​n der Auseinandersetzung u​m die böhmische Krone d​ie Herrschaft Neuhaus 1475 a​n den Gegenkönig Matthias Corvinus. Während dieser Zeit verwaltete Neuhaus a​ls königlichen Pfandbesitz d​er Schweidnitzer Landeshauptmann Georg v​on Stein. 1488 gelangte Neuhaus wiederum a​n Hans v​on Czettritz. 1490 z​og der böhmische König Vladislav II. d​as Pfandlehen e​in und verkaufte e​s als Erblehen d​em Fabian v​on Tschirnhaus. 1492 w​ar Neuhaus wieder i​m Besitz d​es Hans v​on Czettritz, b​ei dessen Nachkommen bzw. i​n deren Seitenlinie d​er Dyherrn-Czettritz e​s bis 1866 verblieb. Bereits 1581 w​urde die Burg Neuhaus d​urch Brand zerstört u​nd danach n​icht wieder aufgebaut. Stattdessen w​urde von 1606 b​is 1628 i​m Renaissancestil Schloss Waldenburg i​n Ober Waldenburg a​n der damaligen Stadtgrenze z​u Waldenburg errichtet.

Die Besitzer d​er Burg wohnten s​eit Anfang d​es 17. Jahrhunderts i​n Ober Waldenburg bzw. i​n einem Schlösschen a​m Fuße d​es Schlossberges, d​as 1882 abgetragen wurde. 1866 vererbte Amalie Friedrike Wilhelmine v​on Dyherrn-Czettritz d​ie Herrschaft Neuhaus d​em Pfarrer Franz Gyrdt, v​on dem s​ie 1871 Hans Heinrich XI. v​on Hochberg, Fürst v​on Pleß u​nd Graf v​on Hochberg a​uf Fürstenstein erwarb.

Burgbezirk

Zum Burgbezirk gehörten i​m 14. Jahrhundert d​ie Ortschaften Hermsdorf, Waldenburg u​nd Weißstein. 1682 bestand e​r aus d​en Ortschaften Neuhaus, Dittersbach, Hermsdorf, Althain u​nd Anteil Bärengrund. 1928 w​urde der Burgbezirk zusammen m​it dem Vorwerk n​ach Dittersbach eingemeindet, d​as seinerseits 1934 d​er Stadt Waldenburg zugeschlagen wurde.

Literatur

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