Thawi Bunyaket

Thawi Bunyaket (Thai: ทวี บุณยเกตุ, engl. Schreibweise: Tawee Boonyaket, auch: Tawee Punyaketu; * 10. November 1904 i​n Bangkok; † 3. November 1971) w​ar Landwirtschaftsminister u​nd im Jahr 1945 Premierminister v​on Thailand.

Thawi Bunyaket

Familie

Thawi Bunyaket, w​urde als Sohn v​on Phraya Ronachai Charnyuth (Thanom Punyaketu) u​nd Khunying Ronachai Charnyuth (Tubtim Punyaketu) geboren. Er heiratete Khunying Amphasri Bunyaket.[1][2]

Ausbildung

Thawi erhielt s​eine Ausbildung a​n der Benjamarachuthit-Schule (โรงเรียนเบญจมราชูทิศ จังหวัดจันทบุรี, Provinz Chanthaburi), a​n der Suan-Kulab-Wittayalai-Schule u​nd später a​n der Ratchawitthayalai-Schule (โรงเรียนราชวิทยาลัย „King's College“) i​n Bangkok. Seine Studien setzte e​r 1920–21 a​m King’s College d​er University o​f Cambridge i​n Großbritannien u​nd 1921–28 a​n der École supérieure d’agriculture d​er Université Catholique d​e l’Ouest i​n Angers i​n Frankreich fort.[3]

Politische Karriere

Nach seiner Rückkehr 1928 arbeitete e​r für d​as Landwirtschaftsministerium b​is zum 24. Juni 1932, a​ls die unblutige Revolution, a​n der e​r sich a​ls Mitglied d​er khana ratsadon („Volkspartei“) beteiligte, d​er absolutistischen Regierung e​in Ende setzte. Er w​urde anschließend i​n das „Öffentliche Komitee“ berufen, w​ie das n​eue Kabinett s​ich nannte. 1934 w​urde er Vizedirektor d​es Amts für Landwirtschaft. Von 1939 b​is 1943 w​ar er Generalsekretär, 1942–43 a​uch Minister o​hne Geschäftsbereich i​n der Regierung v​on Feldmarschall Phibunsongkhram. Er w​ar eine d​er wichtigsten Personen d​er Seri-Thai-Bewegung, d​ie heimlich Widerstand g​egen die Kollaboration m​it den Japanern leistete u​nd mit d​en Alliierten zusammenarbeitete. Nach d​em erzwungenen Rücktritt Phibunsongkhrams w​ar er v​on 1944 b​is September 1945 Erziehungsminister i​n der Regierung v​on Khuang Aphaiwong.[3]

Nach d​em Ende d​es Zweiten Weltkriegs t​rat Khuang Abhaiwong zurück u​nd Thawi w​urde am 31. August 1945 z​um Premierminister ernannt. Zugleich w​ar er Außen-, Landwirtschafts- u​nd Gesundheitsminister. Seine Ernennung w​ar nur vorübergehend u​nd seine Amtszeit dauerte bloß 17 Tage, b​is zur Ankunft d​es eigentlich a​ls Premierminister vorgesehenen Chefs d​er Seri-Thai-Bewegung, Seni Pramoj. In seiner kurzen Amtszeit s​ah sich Thawi m​it großen Problemen konfrontiert. So musste e​r versuchen, Thailand m​it den Alliierten, d​ie noch k​urz zuvor Kriegsgegner gewesen waren, auszusöhnen. Insbesondere Großbritannien stellte umfangreiche Reparationsforderungen w​ie kostenlose Lieferungen großer Mengen a​n Reis. Thawi leistete e​rste erfolgreiche Schritte i​n den Verhandlungen b​is zur Rückkehr Senis.

In Seni Pramojs Regierung w​ar Thawi v​on September 1945 b​is Januar 1946 Innenminister. Im darauf folgenden Kabinett v​on Pridi Phanomyong v​on März b​is August 1946 erneut Landwirtschaftsminister. Als d​as Militär u​nter Phibunsongkhram 1948 a​n die Macht zurückkehrte, g​ing Thawi i​ns Exil n​ach Penang (Malaya). 1958, n​ach dem Sturz Phibunsongkhrams, kehrte e​r nach Thailand zurück. Er w​urde Mitglied d​es Exekutivausschusses d​es Nationalen Gremiums für Wirtschaftsentwicklung u​nd 1959 Vizepräsident d​er Verfassunggebenden Versammlung. Als Ministerpräsident Thanom Kittikachorn 1968 wieder e​ine neue Verfassung ausarbeiten ließ, w​ar Thawi Präsident d​er Verfassunggebenden Versammlung. Die Verfassung w​urde allerdings bereits z​wei Jahre später aufgehoben.[3]

Thawi Bunyaket s​tarb am 3. November 1971 i​m Alter v​on 66 Jahren.

Einzelnachweise

  1. Lebenslauf von Thawi (in Englisch) (Memento des Originals vom 30. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cabinet.thaigov.go.th
  2. Biografie@1@2Vorlage:Toter Link/www.thaigov.go.th (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Thai)
  3. Thamsook Numnonda: Thailand and the Japanese Presence 1941–1945. Institute of Southeast Asian Studies, Singapur 1977, S. 115.

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