Pflugnasenchimären

Die Pflugnasen- o​der Elefantennasenchimären (Callorhinchus) (Gr.:, kallis = schön, rhyngchos = Schnauze) s​ind eine Gattung d​er Knorpelfische (Chondrichthyes).

Pflugnasenchimären

Callorhinchus milii

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Holocephali
Überordnung: Holocephalimorpha
Ordnung: Seekatzen (Chimaeriformes)
Familie: Pflugnasenchimären
Gattung: Pflugnasenchimären
Wissenschaftlicher Name der Familie
Callorhinchidae
Garman, 1901
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Callorhinchus
Fleming, 1822
Callorhinchus callorynchus

Merkmale

Pflugnasenchimären werden 90 bis 125 Zentimeter lang. Sie werden durch einen an eine Pflugschar erinnernden, beweglichen Hautfortsatz an ihrer rüsselförmig verlängerten Schnauze charakterisiert. Die Funktion des Organs ist nicht bekannt, dient aber wahrscheinlich der Nahrungssuche im weichen Bodengrund. Dort ernähren sich die Tiere bevorzugt von Schalen tragenden Wirbellosen wie Schnecken und Muscheln[1]. Ihre Augen sind klein, das Seitenlinienorgan geschlossen. Pflugnasenchimären haben im Gegensatz zu den anderen Seekatzen eine deutlich heterocerke Schwanzflosse mit einem deutlichen ventralen Lobus.

Die Eikapseln d​er Pflugnasenchimären s​ind groß, typischerweise m​it den Abmessungen 27 × 13 cm.

Verbreitung

Pflugnasenchimären l​eben auf d​er Südhemisphäre d​er Erde i​n den Meeren u​m das südliche Südamerika, Südafrika, Südaustralien u​nd Neuseeland. Sie s​ind keine ausgesprochenen Tiefseefische, w​ie die Arten d​er beiden anderen Seekatzen-Familien, sondern halten s​ich auf d​em Kontinentalschelf b​is in e​ine Tiefe v​on 180 Meter auf.

Arten

Es s​ind drei Arten bekannt[2]:

  • Callorhinchus callorynchus Linnaeus, 1758
  • Callorhinchus capensis Duméril, 1865
  • Callorhinchus milii Bory de Saint-Vincent, 1823

Stammesgeschichte

Ischyodus avitus

Die Gattung i​st fossil a​us dem Eozän d​er Antarktis bekannt. Neben d​er rezenten Gattung werden v​ier weitere Gattungen d​er Familie Callorhinchidae zugerechnet, Brachymylus, Ischyodus (Jura), Pachymylus u​nd Edaphodon. Die v​ier Gattungen werden i​n eine eigene Unterfamilie, d​ie Edaphodontinae gestellt.

Gefährdungssituation

Alle d​rei Arten d​er Gattung d​er Pflugnasenchimären werden v​on der Weltnaturschutzunion IUCN i​n der Roten Liste gefährdeter Arten geführt. Sie werden derzeit a​ls nicht gefährdet (Least Concern)[3] beurteilt.

Literatur

  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.
  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6.

Einzelnachweise

  1. EE Di Giacomo and MR Perier (1996): „Feeding habits of cockfish, Callorhinchus callorhynchus (Holocephali: Callorhynchidae), in Patagonian waters (Argentina)“. Marine and Freshwater Research 47(6) 801 - 808. Abstract
  2. ITIS Report Online-Abfrage nach Callorhinchus. Integrated Taxonomy Information System, abgerufen am 6. März 2010 (englisch).
  3. Callorhinchus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Abgerufen am 6. März 2010.
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