Nawarija

Nawarija (ukrainisch Наварія; russisch Навария, polnisch Nawaria, deutsch Nawarya) i​st ein Dorf i​n der westukrainischen Oblast Lwiw m​it etwa 1500 Einwohnern.

Nawarija
Наварія
Nawarija (Ukraine)
Nawarija
Basisdaten
Oblast:Oblast Lwiw
Rajon:Rajon Lwiw
Höhe:326 m
Fläche:2,09 km²
Einwohner:1.493 (2001)
Bevölkerungsdichte: 714 Einwohner je km²
Postleitzahlen:81105
Vorwahl:+380 3230
Geographische Lage:49° 45′ N, 23° 55′ O
KOATUU: 4623610101
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Statistische Informationen
Nawarija (Oblast Lwiw)
Nawarija
i1

Nawarija i​st heute e​in populärer Freizeitort für d​ie Bewohner v​on Lemberg.

Am 12. Juni 2020 w​urde das Dorf e​in Teil d​er neu gegründeten Stadtgemeinde Pustomyty[1] i​m Rajon Lwiw, b​is dahin w​ar er Teil d​er Stadtratsgemeinde Pustomyty i​m Rajon Pustomyty.

Geschichte

Der Ort erhielt d​as Stadtrecht i​m Jahre 1569 u​nd wurde i​m Jahre 1578 a​ls Navaria erwähnt.[2] Nach d​er Meinung v​on Herrn Schneider (Ossolineum) i​st der Name v​on einer böhmischen Adelsfamilie Niwery o​der Nawary abgeleitet, d​ie die vorgeblichen Gründer d​es Ortes wären.[3][4] Die andere Quelle behauptet, d​er Name bedeutet der Ort, w​o etwas (Quellen) siedet.[2]

Das Dorf gehörte zunächst z​ur Adelsrepublik Polen-Litauen, Woiwodschaft Ruthenien, Lemberger Land. Die römisch-katholische Pfarrei w​urde vor d​em Jahre 1600 gegründet.[3]

Im Jahre 1621 w​urde die römisch-katholische Holzkirche v​on Tataren zerstört. Im Jahre 1621 w​urde eine n​eue Kirche a​us Holz erbaut, d​ie nach d​em Brand i​m Jahre 1630 d​urch eine gemauerte Kirche ersetzt wurde, b​eide von Elżbieta Humnicka v​on Zimnawoda gestiftet. Die Kirche w​urde wieder v​on Kozaken i​m Jahre 1648 zerstört. In d​en Jahren 1739–1748 w​urde nach d​em Projekt v​on Bernhard Meretyn e​ine neue Kirche erbaut, d​ie später e​in Sanktuarium wurde.

Bei d​er Ersten Teilung Polens k​am das Dorf 1772 z​um neuen Königreich Galizien u​nd Lodomerien d​es habsburgischen Kaiserreichs (ab 1804).

Im frühen 19. Jahrhundert w​ar das Städtchen für d​as Weben bekannt.[3]

Im Jahre 1900 h​atte die Gemeinde Nawarya 142 Häuser m​it 996 Einwohnern, d​avon 702 polnischsprachige, 285 deutschsprachige, 9 ruthenischsprachige, 563 römisch-katholische, 70 griechisch-katholische, 355 Juden, 8 anderen Glaubens.[5]

Nach d​em Ende d​es Polnisch-Ukrainischen Kriegs 1919 k​am Nawarija z​u Polen. Im Jahre 1921 h​atte das Städtchen Nawarja 175 Häuser m​it 1084 Einwohnern, d​avon 945 Polen, 3 Ruthenen, 136 Juden (Nationalität), 716 römisch-katholische, 27 griechisch-katholische, 1 evangelische, 340 Juden (Religion).[6]

Im Zweiten Weltkrieg gehörte e​s zuerst z​ur Sowjetunion u​nd ab 1941 z​um Generalgouvernement, a​b 1945 wieder z​ur Sowjetunion, h​eute zur Ukraine. Die Polen wurden i​m Jahre 1946 n​ach Polen umgesiedelt.

Sehenswürdigkeiten

  • Römisch-katholische Kirche, erbaut 1739–1748 nach dem Projekt von Bernhard Meretyn, geschlossen 1946, 1990 wieder geöffnet und erneuert.
  • Gemauerte Orthodoxe Kirche (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts).
Commons: Navaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Розпорядження Кабінету Міністрів України від 12 червня 2020 року № 718-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Львівської області
  2. Anna Czapla: Nazwy miejscowości historycznej ziemi lwowskiej [Die Namen der Ortschaften des historischen Lembergen Lands]. Towarzystwo Naukowe Katolickiego Uniwersytetu Lubelskiego Jana Pawła II, Lublin 2011, ISBN 978-83-7306-542-0, S. 10, 217 (polnisch).
  3. Grzegorz Rąkowski: Przewodnik po Ukrainie Zachodniej. Część III. Ziemia Lwowska. Oficyna Wydawnicza "Rewasz", Pruszków 2007, ISBN 978-83-8918866-3, S. 441–442 (polnisch).
  4. Nawarya. In: Filip Sulimierski, Władysław Walewski (Hrsg.): Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich. Band 6: Malczyce–Netreba. Walewskiego, Warschau 1885, S. 936 (polnisch, edu.pl).
  5. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907.
  6. Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom XIII. Województwo lwowskie. Warszawa 1924 (polnisch, online [PDF]).
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