Mezilesí (Čížkrajice)

Mezilesí, b​is 1950 Trutmaň (deutsch Trautmanns) i​st ein Ortsteil d​er Gemeinde Čížkrajice i​n Tschechien. Er l​iegt dreieinhalb Kilometer südlich v​on Trhové Sviny u​nd gehört z​um Okres České Budějovice.

Mezilesí
Mezilesí (Čížkrajice) (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: České Budějovice
Gemeinde: Čížkrajice
Fläche: 351[1] ha
Geographische Lage: 48° 49′ N, 14° 39′ O
Höhe: 540 m n.m.
Einwohner: 50 (1. März 2001)
Postleitzahl: 374 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: Čížkrajice – Mezilesí
Kataster Mezilesí u Trhových Svinů und Čížkrajice

Geographie

Mezilesí befindet s​ich im Vorland d​es Gratzener Berglandes a​m Nordosthang d​es Hügels Hájek (584 m) über d​em Tal d​es Baches Trutmaňský potok. Nordöstlich erhebt s​ich der Trutmaňský k​opec (531 m).

Der Ort w​urde in d​er Quellmulde e​ines Bächleins a​ls kleines Hufendorf angelegt, einzelne Gehöfte entstanden a​uch auf d​en umliegenden Hängen. Die meisten d​er Gehöfte v​on Mezilesí s​ind die für d​iese Gegend typischen geschlossenen Vierkanter, v​on denen einige über e​in Obergeschoss verfügen.

Nachbarorte s​ind U Svaté Trojice u​nd Mokrovec i​m Norden, Hamr Na Rejte, Marouškův Dvůr, Rejta u​nd Hrádek i​m Nordosten, Pěčín u​nd Žár i​m Osten, Chudějov, Žumberk u​nd Klažary i​m Südosten, Kamenná, Kondrač u​nd Chvalkov i​m Süden, Kukle u​nd Čížkrajice i​m Südwesten, Mohuřice u​nd Na Stráni i​m Westen s​owie Boršíkov i​m Nordwesten.

Geschichte

Der e​rste urkundliche Nachweis über Trautmans erfolgte a​m 26. Mai 1327, a​ls das Dominikanerkloster Austie d​as aus 19 Untertanen bestehende Dorf a​n Wilhelm v​on Landstein verkaufte. Zuvor gehörte d​as Gut z​u den Besitzungen d​es dem Landsteiner Zweig d​er Witigonen entstammenden Ojíř II. z​e Svin, d​er dem Kloster beigetreten war. Der Ortsname i​st keltischen Ursprungs u​nd belegt e​ine weitaus frühere Besiedlung. Wilhelm v​on Landsteins Sohn Vítek († u​m 1380) verkaufte Trautmans 1359 zusammen m​it den Herrschaften Gratzen u​nd Wittingau a​uch das Gut Trautmans a​n die Brüder Peter, Jost, Ulrich u​nd Johann I. v​on Rosenberg a​uf Krumau. Die Rosenberger schenkten Trautmans d​er Erzdechantei Krumau. Seit d​er zweiten Hälfte d​es 14. Jahrhunderts bestand i​n Trautmans z​udem ein Rittersitz. 1378 erwarb Vilém Puček z Trutmaně e​inen der beiden Höfe i​n Trocznow v​on Mikeš Žižka, e​inem Onkel v​on Jan Žižka. Zwischen 1386 u​nd 1388 i​st Vilém Puček a​ls Burggraf v​on Gratzen nachweisbar. 1413 i​st der Ritter Brus z Trutmaně a​ls Hauptmann v​on Wittingau erwähnt, z​wei Jahre später i​st er a​ls Brus v​on Zahradka a​uf Trautmanns i​m Zuge e​iner Schenkung a​n die Kirche i​n Schweinitz erneut nachweislich. Nachfolgender Besitzer d​es Rittergutes w​ar Jan Drochovec z Trutmaně, d​er 1429 zusammen m​it Wenzel v​on Gutenbrunn s​eine Mitgift i​n Zahradka einschließlich d​es dortigen Meierhofes verkaufte. Zwischen 1456 u​nd 1460 w​ird Vlreich Babka v​on Trawtmanss (Oldřich Babka z Trutmaně) a​us dem Geschlecht d​er Babka v​on Kvasejovice a​ls Besitzer d​es Rittergutes genannt. Danach i​st der Rittersitz offenbar erloschen. 1840 lebten i​n den 33 Häusern v​on Trautmanns 175 Deutsche. Gepfarrt w​ar der Ort n​ach Schweinitz.[2] Bis z​ur Mitte d​es 19. Jahrhunderts b​lieb das Dorf i​mmer Teil d​es Prälaturgutes Krumau.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Trautmanns/Trutmaně ab 1850 einen Ortsteil der Gemeinde Pěčín/Haid in der Bezirkshauptmannschaft Budějovice/Budweis. Im Jahre 1862 bestand das Dorf aus 34 Häusern, in denen 207 katholische und deutschsprachige Einwohner lebten. 1915 lebten in Trautmanns / Trutmaně 173 Deutsche. Ab 1924 bildete Trautmanns/ Trutmaň eine eigene Gemeinde im Okres České Budějovice. Im Jahre 1930 hatte die Gemeinde 142 Einwohner, 1939 waren es 163[3] Infolge des Münchner Abkommens wurde die Gemeinde 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Kaplitz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Trutmaň wieder zur Tschechoslowakei zurück und die deutschen Bewohner wurden vertrieben. 1948 wurde das Dorf dem neu gebildeten Okres Trhové Sviny zugeschlagen, der zwölf Jahre später wieder aufgehoben wurde. Am 8. August 1950 erfolgte die Umbenennung in Mezilesí u Trhových Svin[4]. Im Jahre 1960 erfolgte die Eingemeindung nach Čížkrajice, zugleich wurde der Ort wieder dem Okres České Budějovice zugeordnet. Mit Beginn des Jahres 1976 wurde das Dorf nach Trhové Sviny umgemeindet und der amtliche Ortsname auf Mezilesí verkürzt. Seit 1994 bildet Mezilesí wieder einem Ortsteil der Gemeinde Čížkrajice[5]. Im Jahre 1991 hatte der Ort 53 Einwohner, beim Zensus von 2001 lebten in den 27 Wohnhäusern von Mezilesí 50 Personen. Mezilesí bildet einen eigenen Katastralbezirk, der den Namen Mezilesí u Trhových Svinů führt.

Sehenswürdigkeiten

  • Kapelle der hl. Dreifaltigkeit im Ortszentrum, früher als Dorfkirchlein bezeichnet
  • Wegekapelle Johannes des Täufers (Šrámovka), südlich des Dorfes an der Straße Čížkrajice – Klažary; das nach 1945 zur Ruine verfallene Bauwerk wurde 2009–2011 durch die Bürgerinitiative Drobné památky nejjižnějších Čech wiederhergestellt

Einzelnachweise

  1. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/624144/Mezilesi-u-Trhovych-Svinu
  2. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen; statistisch-topographisch dargestellt. Neunter Band. Budweiser Kreis. Verlag Friedrich Ehrlich, Prag 1841, S. 281, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  3. Michael Rademacher: Kreis Kaplitz. Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.
  4. http://www.zakonyprolidi.cz/cs/1951-13
  5. http://rodopisna-revue-online.tode.cz/jihogen/m.htm#mezilesi
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