Liste der Baudenkmäler in Jülich

Die Liste der Baudenkmäler in Jülich enthält die denkmalgeschützten Bauwerke auf dem Gebiet der Stadt Jülich im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen (Stand: September 2011). Diese Baudenkmäler sind in der Denkmalliste der Stadt Jülich eingetragen; Grundlage für die Aufnahme ist das Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG NRW).

Bild Bezeichnung Lage Beschreibung Bauzeit Eingetragen
seit
Denkmal-
nummer
Sechs Bildstöcke Barmen
An der Heide
Karte
Zwischen den Stadtteilen Barmen und Koslar befindet sich ein Stationsweg mit sechs Bildstöcken am Kirchgracht und Merzbach.

Es handelt s​ich um s​echs der sieben Bildstöcke d​es Stationsweges z​u Ehren d​er sieben Schmerzen Mariens. (der 7. gehört z​ur Pfarrkirche v​on Barmen).

  1. Simeon sagt Maria ein Leidensschwert vorher
  2. Die Flucht nach Ägypten
  3. Maria sucht das göttliche Kind
  4. Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter
  5. Jesus begegnet, mit dem Kreuz beladen seiner Mutter.
  6. Maria sieht ihren Sohn am Kreuze hängen und sterben.

Sie wurden v​on der Baronin Margareta v​on Loe (Haus Overbach) z​ur Abwendung d​er Pestgefahr Ende d​es 16. Jahrhunderts gestiftet. Die heutige Bausubstanz i​st meist a​us dem 18. Jahrhundert.

Die Stationen h​aben folgende Gemeinsamkeiten

a) Sie s​ind polygonale Zentralbauten i​n Türmchenform.

b) Sie stehen u​nter einem großen a​lten Baum (Linde o​der Ulme), d​er aus christlicher Tradition z​um Bildstock gehört.

c) Es handelt s​ich um einfache, weiß getünchte Baukörper m​it Bildnische u​nd einem eternitverschieferten (ursprünglich Naturschiefer) Dach.

d) Die Nischen enthalten v​om Aachener Künstler Prof. Benno Wert gestaltete Reliefs, welche d​ie ursprünglichen Holzbildstöcke bzw. d​ie späteren Steinplatten (Anfang 19. Jahrhundert) ersetzen u​nd den Themen d​er Station entsprechen.

Die Stationen unterscheiden s​ich wie folgt:

  1. Station Ecke Kirchgrad und Pfarrer-Außem-Straße: sechsseitiger Grundriss; Backstein, verputzt; rechteckige Nische mit Holzrahmung; geschweifter Helm über profiliertem Gesims.
  2. Station am Merzbach: quadratischer Grundriss; Bruchstein, geschlämmt, an der Frontseite schmale rechteckige Türöffnung; spitzer Helm.
  3. Station hinter dem Sportplatz: sechseckiger Grundriss mit halbrundem Abschluss; Backstein, dick verputzt; rechteckige Nische mit Holzrahmung; spitze Haube.
  4. Station nahe der Flur Brühlsbenden: sechseckiger Grundriss mit halbrundem Abschluss; Backstein, dick verputzt; rechteckige Nische mit Holzrahmung; spitze Haube.
  5. Station nahe der Flur An der Heide: rechteckiger Grundriss mit halbrundem Abschluss; Backstein, verputzt; rechteckige Nische mit Holzrahmung; Zeltdach.
  6. Station bei Koslar, nahe Flur An der Heide (Im Wäldchen): sechseckiger Grundriss mit halbrundem Abschluss; Backstein, dick verputzt; rechteckige Nische mit Holzrahmung; spitze Haube.

Der Stationsweg i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne d​es § 2 (1) d​es Denkmalschutzgesetzes (DSchG), u​nd zwar sowohl v​on zeit- a​ls auch v​on heimatgeschichtlicher Bedeutung. Die ruhige, i​m Schutz v​on Bäumen gelegenen Gebetsstätten veranschaulichen tradierte Volksfrömmigkeit s​owie Prozessionsbrauchtum. Sie s​ind auch Symbol für d​ie örtliche Bedeutung d​er seit 1655 i​n Barmen eingeführten Marienbruderschaft, d​ie den Stationsweg regelmäßig für i​hre Prozession nutzte.

E. 16. Jh. 03.09.1986 23b
Sechs Bildstöcke Barmen
An der Heide (250 m weiter als 23c)
Karte
wie 23 b E. 16. Jh. 03.09.1986 23d
Sechs Bildstöcke Barmen
An der Heide am Ende
Karte
wie 23 b E. 16. Jh. 03.09.1986 23c
Sechs Bildstöcke Barmen
Auf der Heide Wäldchen
Karte
wie 23 b E. 16. Jh. 03.09.1986 23e
Sechs Bildstöcke Barmen
Gansweid / Kirchstraße
Karte
wie 23 b E. 16. Jh. 03.09.1986 23
Wasserpumpe Barmen
Jägerstraße 6
Karte
19. Jh.; Wasserpumpe mit gusseisernem Schaft in Form einer toskanischen Säule, Handgriff in Form einer Rosette. 19. Jh. 25.07.1985 8
Sechs Bildstöcke Barmen
Kirchgracht Richtung Sportplatz
Karte
wie 23 b E. 16. Jh. 03.09.1986 23a
ehem. Hofgut „Eschenhof“ Barmen
Kirchstraße 12
Karte
Das ehemalige Wohnhaus (einschl. Innentreppe) des Hofgutes Eschenhof, gelegen im Hof des Hauses Jülich, Kirchstraße 12, stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, möglicherweise anstelle der ehemaligen Burg Barmen. Wiederaufbau und Veränderungen im 20. Jahrhundert. Es handelt sich um Reste einer sehr großen und stattlichen Hofanlage. Das Wohnhaus ist zweigeschossig, aus Backstein, giebelständig zu zwei Achsen, große Fensteröffnungen mit Blausteingewänden und stichbogigen Sturz mit Keilstein in den beiden ersten Geschossen, darüber Drempelgeschoss mit kleineren Fensteröffnungen, in den oberen Geschossen des Giebels Gewände aus Zement; im Giebel Datierung 1949; Schweifgiebel; Traufseite zum Hof zu drei Achsen mit erkennbaren zugesetzten älteren Fenstern, Eingang in der 1. Achse von rechts mit großen Oberlicht und Blausteingewänden; Fortführung des Baukörpers an der Rückseite um weitere zwei Achsen in niedrigerer Geschosshöhe und ohne geschweiften Giebel; der rückwärtig gelegene Giebel ist zementverputzt, ohne großer Zierrat. In das neu erbaute Wohnhaus ist der alte Torbogen aus Blaustein mit diamentiertem Keil- und Wappenstein eingebaut. 17.–18. Jh. 03.09.1985 11

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Pfarrhaus Barmen
Kirchstraße 4
Karte
Das Pfarrhaus stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein gut proportioniertes, zweigeschossiges Backsteinwohnhaus, giebelständig zu drei Achsen; Eingang in der Mitte der dreiachsigen Traufseite zur Kirche hin gelegen. Die Gewände der Tür und die Sohlbänke der Fenster sind aus Blaustein. Es sind Sprossenfenster mit Schlagläden eingesetzt. Das Haus hat ein Krüppelwalmdach. Das Pfarrhaus in Barmen einschließlich der Innenmauer der Hofanlage (ohne die neu erbaute Hofgarage) ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, erhaltenswert aus wissenschaftlichen, besonders architektur- und ortsgeschichtlichen sowie städtebaulichen Gründen. 1. H. 19. Jh 31.07.1985 10

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Kath. Pfarrkirche St. Martinus Barmen
Kirchstraße 6
Karte
Die Kath. Pfarrkirche in Barmen stammt aus dem 12. bis 16. Jahrhundert. Sie ist dem Heiligen Bischof Martinus von Tours (Kreuz 397) geweiht. Es handelt sich um eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit niedrigen Seitenschiffen und mit einem spätgotischen Langhaus zu drei Jochen aus Ziegelmauerwerk mit Kreuzrippengewölben; ein Vorchorjoch mit 3/8-Schluss.

Der romanische Westturm a​us Bruchstein m​it Eckverquaderung; d​ie vier Geschosse s​ind gegeneinander scharf eingerückt. Im Erdgeschoss e​in großes rundbogiges Portal m​it eingestellten schlanken Säulchen m​it Würfelkapitell, i​m dritten Obergeschoss Blendbogengliederung, i​m vierten Geschoss e​nge Blendbogengliederung m​it zwei dazwischen gestellten Schallarkaden; Pyramidendach; Langhaus a​us Backstein m​it schlichten Strebepfeilern u​nd spitzbogigen Fenstern, n​ur teilweise m​it Maßwerk; Chor a​us Bruchstein u​nd Mauerwerk; s​ehr reiche Ausstattung: Flandrischer geschnitzter Hochaltar m​it bemalten Seitenflügeln (um 1520); große Triumphkreuzgruppe über geschnitztem Balken m​it Reliefbildern d​er 12 Aposteln v​on 1545; Kanzel u​nd Gestühl i​n barocken Formen (Gestühl i​st jedoch n​icht denkmalwert); i​m Inneren d​er Kirche u​nd an d​en Außenwänden zahlreiche Grabplatten d​es 17. b​is 19. Jahrhunderts; a​m Turm großes Missionskreuz v​on 1856; zugehöriger Kirchhof m​it aufgestelltem Blausteingrabkreuzen d​es 17. u​nd 18. Jahrhunderts s​owie Grabmal d​es 19. Jahrhunderts; Umfassungsmauer m​it Backsteintürmchen m​it spitzbogiger Nische u​nd Zeltfelddach, (7. d​er sogenannten Heidehäuschen), v​or der Kirche romanischer Taufstein. Das Taufbecken i​n der Kirche i​st wahrscheinlich a​us dem 18. Jahrhundert. Als Ausstattungsstück i​st ebenfalls n​och der Marienaltar m​it einer später ersetzten Madonna aufgenommen.

Die künstlerischen Gründe beziehen s​ich u. a. a​uf die Architektur d​er Kirche s​owie der kunstvollen Art d​er Ausstattungsstücke. Wissenschaftliche Gründe liegen z. B. darin, d​en kunst-, religions- u​nd geistesgeschichtlichen Prozess dieses Bauwerks wissenschaftlicher Forschung zugänglich z​u halten. Ortsgeschichtliche u​nd städtebauliche Gründe s​ind in d​er Funktion d​er Kirche a​ls eine d​er Mittelpunkte d​es Ortes Barmen u​nd ihrem ortsbildprägenden Charakter z​u sehen.

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der Kath. Pfarrkirche e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 (1) u​nd (1) DSchG:

  • a) Flandrischer geschnitzter Hochaltar (um 1520)
  • b) Große Triumphkreuzgruppe mit geschnitztem Balken mit Reliefbildern der 12 Apostel.
  • c) Kanzel in barocker Form
  • d) Grabplatten im Innern und an den Außenwänden der Kirche
  • e) Großes Missionskreuz von 1856
  • f) Taufbecken in der Kirche (wahrscheinlich 18. Jahrhundert)
  • g) Marienaltar mit später ersetzter Madonna
  • h) Vor der Kirche romanischer Taufstein.
12.–16. Jh. 15.11.1991 66
Hofanlage Barmen
Kirchstraße 8
Karte
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude Kirchstraße 8, Barmen, erbaut. Es handelt sich um einen kleinen Backsteinhof, Wohnhaus zweigeschossig. Der Eingang ist mit Blausteingewänden und neuer Tür zur Giebelseite gestaltet. Das Haus hat teilweise originale Sprossenfenster und ein Krüppelwalmdach. 17. Jh. 29.07.1985 9
Bildstock Barmen
Lankenstraße 20 / Steinstraße
Karte
Es handelt sich um einen Bildstock mit spitzbogiger Nische um 1900. Die Mensa mit Pieta ist farbig gefasst, davor befindet sich ein schmiedeeisernes Gitter. um 1900 15.07.1993 69
Wegekreuz Barmen
Lankenstraße zwischen 51 und 53
Karte
Im Jahre 1875 wurde das Wegekreuz, gestiftet von dem Barmener Bürger Franz Frey, an der Lankenstraße, Ecke Steinweg in Barmen errichtet. Aus verkehrstechnischen Gründen erhielt das Hochkreuz dann 1971 beim Ausbau der Dorfstraße seinen heutigen Platz. Das Denkmal hat eine Gesamthöhe von 2,97 m und ist geprägt durch einen dreigeteilten Aufbau mit ungeteilter Sockelzone samt Inschrift. Der Mittelteil ist durch eine Figurennische charakterisiert, auf der ein einfaches Kreuz mit einem Korpus aus Metall aufgesetzt ist. Das Wegekreuz ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vor. Das Wegekreuz ist bedeutend für die Geschichte, weil es eine bestimmte Absicht ausdrückt. Die Inschrift im unteren Teil des Schaftes dokumentiert die Auffassung der Bevölkerung der Gemeinde Barmen und ist Gegenstand des Volksglaubens. Das Wegekreuz ist aus wissenschaftlichen Gründen schützenswert, weil es für die Forschungstätigkeit und Theologie von Bedeutung ist. Künstlerische Gründe liegen vor, da das Wegekreuz als Anlage des Symbolgehalts (siehe Inschrift) geschaffen worden ist. Es dient der Gottesverehrung und wurde früher als Segensstation bei Sakramentsprozessionen (z. B. Fronleichnam) genutzt.

Die Inschrift lautet:

O’ Wanderer sieh’ w​ie Jesus für d​ich stirbt, d​urch seinen Tod d​ein Heil erwirbt!

1875 18.06.1991 62
Spritzenhaus Barmen
Lindenplatz
Karte
Das ehemalige Spritzenhaus in Barmen wurde 1823 als langgestrecktes, eingeschossiges Bauwerk aus Feldbrandsteinen mit ziegelgedecktem Walmdach am Lindenplatz in Barmen erbaut. Nach 1945 wurde der hintere Walm durch einen Giebel ersetzt. Im Zuge der Renovierungsarbeiten im Jahre 1985 wurde das Spritzenhaus mit einem neuen Dach und einem hellen Außenanstrich versehen. Bauliche Veränderungen an den Außenmauern wurden nicht vorgenommen. Ein über dem Türsturz eingebauter Inschriftbalken, der das Erbauerjahr erkennen lässt, an der Außenmauer angebrachte originale Feuerleiterhaken sowie die zur Belichtung des Innenraumes in den Seitenwänden eingebrachten Mauerschlitze lassen den Schluss zu, dass das Spritzenhaus weitestgehend in seinem Ursprungszustand erhalten geblieben ist. Das Spritzenhaus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, für die Erhaltung und Nutzung liegen vor allem wissenschaftliche, ortsgeschichtliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vor. Das Spritzenhaus ermöglicht Rückschlüsse auf die Einrichtung des organisierten Feuerschutzes vor rund 165 Jahren und hat ferner Bedeutung für die Elektrifizierung des Ortes. Ferner ist noch erwähnenswert, dass das Spritzenhaus früher auch als Dorfgefängnis diente. Solche Gebäude gab es damals zwar in vielen Orten, heute ist in der näheren Umgebung jedoch kein einziges mehr bekannt. Auch in seinem heutigen Zustand kann das Spritzenhaus einen Eindruck davon vermitteln, wie man mit z. B. Landstreichern oder anderen Randgruppen umzugehen pflegte, und spiegelt somit das ehemalige Sozialbewusstsein wider. Außerdem dokumentiert es in typischer Weise das Brauchtum dieser Zeit (soziale Aufgaben der Dorfgemeinschaft). Somit liegen volkskundliche Gründe für eine Unterschutzstellung vor. Der oben angesprochene Seltenheitswert und die im Laufe der Zeit stark differierende Nutzung des Gebäudes lassen es als bedeutend im Zusammenhang mit der ortsgeschichtlichen und volkskundlichen Entwicklung und Nutzung durch die Einwohner in Barmen erscheinen. Das Spritzenhaus trägt entscheidend zur Prägung des Erscheinungsbildes des Lindenplatzes bei und ist demnach für den Platz, aber auch für den ganzen Ort, von Bedeutung. 1823 20.06.1991 63

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Herrenhaus von Haus Overbach Barmen
Oversbacher Weg
Karte
Haus Overbach war eine Festung mit Wall und Graben, starken Mauern und wuchtigen Türmen, in deren Schutz ein mächtiges Herrenhaus stand. 1792 verwandelt Baron von Overschie diese Festung durch Bau eines gewöhnlichen Herrenhauses und durch Anlage eines großzügigen Parks in ein kleines „Sanssouci“. Vom ehemaligen zweiteiligen Wasserschloss ist nur noch das Herrenhaus erhalten. Die Vorburg wurde nach Kriegszerstörungen vollständig modern erneuert (Schul- und Wirtschaftsbauten, Torhaus und Kirche). Erhalten ist außerdem der wassergefüllte Nord- und Ostgraben. Der Zwischengraben ist verschwunden.

Charakteristische Merkmale d​es Denkmals Herrenhaus – Aus Backstein a​uf rechteckigem Grundriss zweigeschossig, a​uf hohem Sockel (Keller)-geschoss m​it kleinen Öffnungen; große Sprossenfenster u​nd Portale m​it Stichbögen u​nd Buntsandsteingewänden.

Hofseitig – Eingangsfassade: sechsachsig, profiliertes Portalgewände m​it Pilastern; erneuerte Freitreppe; kleiner Halbrundturm i​n der Nordwand (Latrine); Mansarddach m​it Krüppelwalm, Schopf u​nd Zwerggiebel m​it dem Wappen d​er Overschie a​n den Längsseiten, Dachstuhl 1957 erneuert, Hängekonstruktion.

Vorbau – gelegen a​n der Westseite d​es Herrenhauses (halbe Breite) a​n der Stelle e​ines mittelalterlichen Eckturms; a​us Backstein; zweigeschossig a​uf hohem Kellergeschoss; Mansarddach m​it Krüppelwalm, Giebel i​m Dachgeschoss a​us Fachwerk, Erdgeschoss z​wei Schießscharten, Obergeschoss z​wei Schießscharten, z​wei Sprossenfenster.

Historischer Innenausbau – Tonnengewölbte Kellerräume d​es 15. Jahrhunderts; Haustreppe v​om Erdgeschoss z​um Obergeschoss (um 1800); Wendeltreppe v​om Keller z​um Dachgeschoss i​m Vorbau (früher Aufgang d​er Dienstboten), v​iele Holzstufen 1918 erneuert; Zugang i​m Erdgeschoss m​it Blausteingewänden.

1792 02.07.1986 20

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Schloss Kellenberg Barmen
Schloß Kellenberg
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Die Schlossanlage besteht aus einer Hauptburg mit Herrenhaus, die vollständig mit einem Wassergraben umgeben ist, und einer Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden, deren Wassergraben auch bis auf den zugeschütteten Nordgraben erhalten ist.

Datierung d​er wesentlichen Bauphasen

  • mittelalterl. Gründung /Wohnturm
  • 15.–16. Jh. Ausbau zu einer klassischen spätgotischen 4-flügeligen Kastellanlage mit Vorburg
  • 17. Jh. Erneuerungen nach Zerstörung
  • 18. Jh. Umbau zum Barockschloss (Ausbau d. Wehrgänge zu Wohnräumen und der Vorburg zu Wirtschaftsbauten)
  • 19. Jh. weitere umbauten und Erweiterungen am Herrenhaus (insbesondere Umbau des Wohnturms zur Kapelle und nördl. Vergrößerung des Mittelbaus 1838) und an der Vorburg (südl. Scheune)

Nordflügel:

  • Kapelle, ehem. spätgotischer Wohnturm von 3 Geschossen mit Eck-Erkern und Walmdach, im mittleren Geschoss spitzbogige Maßwerkfenster des 19. Jh. (analog zum Kapellenumbau mit neuen Kreuzgratgewölben gleicher Zeit), zum Innenhof vermauertes Rundbogenportal

Westflügel:

  • Wohnhaus, 2-geschossig zu acht Achsen mit runden Ecktürmen von drei Geschossen und vortretendem Torturm von fünf Geschossen
  • Das Wohnhaus ist im 18. Jh. auf älteren Fundamenten erbaut. Die Außenmauern sind teilweise, die Ecktürme ganz spätgotisch. Fenster mit Blausteingewänden und geradem Sturz, Mansarddach, Rundtürme mit barocken Hauben und Laternen.
  • Der Torturm besteht in der unteren Hälfte aus Bruchsteinmauerwerk, vorgelegten Backsteinpilastern 18. Jh., Korbbogendurchfahrt; die beiden letzten Geschosse mit Spitzbogenblenden 1830, Haube mit 8-eckiger Laterne barock.
  • Die Hofseite des Westflügels (Mittelbau) wurde 1838 vorgezogen. Sie weist einfache Fenster mit Blaustein-Sohlbänken, sowie einen Risalit um die Durchfahrtachse mit Pilastern und geschweiftem Giebel auf

Südflügel:

  • zu fünf Achsen mit vorgelegtem Balkon im Erdgeschoss, Mansarddach.

Ruinöse Rundtürme

  • im Osten der Herrenhausinsel, die Teil der ursprünglichen geschlossenen Kastellanlage auf der Insel waren.

Vorburg

  • 3-flügelige Anlage von Wirtschaftsgebäuden mit Torhaus und einem östlichen Eckturm und Außenmauern stammen noch aus dem 15./16. Jh.
  • nördliche Scheune 1718 (in Maueranker)
  • Torhaus 3-geschossig, korbbogige Durchfahrt, daneben ein quergeteiltes Fenster, Schießscharten, sonstige Öffnungen verändert, Walmdach.
  • Eckturm mit spitzem Pyramidendach nach Kriegszerstörung erneuert.
  • Hofseite mit weitgehend erneuerten Öffnungen.
  • Historischer Innenausbau und Ausstattungsstücke
  • Innenausbau des Wohnhauses 18./19. Jh., teilweise nach Kriegsbeschädigung modernisiert, Halle und Barocktreppe 1838 eingebaut.

Umfeld d​es Denkmals

Als unverzichtbarer Teil d​es Denkmals i​st ein bestimmter Freiraum u​m die Gebäude z​u betrachten. Dazu gehören

  • die Wassergräben
  • die Parkanlagen
  • Die Baumallee der Zufahrt (Flur 4, Flurstück 15 und Flur 12, Flurstück 214, 325)

Bei d​en zugehörigen Bauten handelt e​s sich um:

  • das ruinöse Gartenhaus im Park (östl.)., datiert 1818, auf quadrat. Grundriss, Fachwerk ausgemauert, Walmdach.
15.–16. Jh. 11.11.1987 45
Antonius Kapelle Barmen
Schloß Kellenberg
Karte
Das Heiligenhäuschen, auch Antoniuskapelle genannt, ist ein Backsteinbau auf quadratischem Grundriss mit Putzgliederung. Dieser Bau besteht aus einem Sockel, Mittelteil mit spitzbogiger Nische und dachartigem Abschluss. Die Nische ist mit einem originalen schmiedeeisernem Gitter versehen. Die Gips-Statue des heiligen Antonius ist nicht mehr vorhanden. Am Sockel befindet sich das Allianz-Wappen der Familie Hoensbroech-Frentz mit der Datierung 1900. Dachabschluss mit seitlichen Zinnen und Bekrönung durch ein gusseisernes Kreuz. 19. Jh. 11.11.1987 47

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Kellenberger Mühle Barmen
Schloß Kellenberg (120 m von Kapelle)
Karte
Die Kellenberger Mühle ist eine ehemalige Frucht- und Kornmühle aus dem 17./18. Jahrhundert. Sie bildet mit dem Wohnhaus und der Scheune der Mühle eine Winkelanlage.

Wohnhaus:

  • 17. / 18. Jh.; zweigeschossig aus Backstein, geschlämmt; Satteldach, zum Bach hin (Stirnseite) abgewalmt; an der Stirnseite kleiner Schutzbau des 19. Jh. mit Wasserrad; zur Scheune hin zweigeschossige Erweiterung des 19. Jh.
  • Stirnseite mit 2 kleinen Holzstockfenstern;
  • Hofseite im linken Teil mit Fenstern des 19. Jh., stichbogiger Sturz; im rechten Teil ein kleines Holzstockfenster im Obergeschoss, im Untergeschoss erneuertes breites Fenster; Tür des 19. Jh.; Maueranker ...84 (vermutlich aus dem 18. Jh.)
  • Wasserpumpe
  • Außenseite (zur Wiese hin) mit kleinem Holzstockfenster links im Obergeschoss
  • Innenwände teilweise Fachwerk, ausgemauert.

Scheune 19. Jh., Backstein; Tordurchfahrt außen zugemauert

Historischer Innenausbau u​nd Ausstattungsstücke

  • Mühleneinrichtung des 19. Jh. vollständig erhalten, Mahlwerk 1906 erneuert.

Zugehörige Anlage

  • Hölzernes unterschlächtiges Wasserrad, und Stauwehr des Baches, beides ca. 1946 erneuert.
17.–18. Jh. 11.11.1987 46

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Burg Bourheim Bourheim
Bourheimer Burg 4
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Es handelt sich um eine ehemalige Wasserburg. Von ins Mittelalter zurückgehenden, auf einen mottenähnlichen Hügel gebauten Wohnturm bzw. Herrenhaus ist noch ein ruinöses Kellergeschoss erhalten sowie die zugehörige teilweise versumpfte Grabenanlage. Die Grabenanlage ist von hoher Mauer umgeben. Eine große, dreiflügelige Backsteinvorburg, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert mit älterem Kern, lagert sich axial dem Herrenhaus vor. Eine Erdbrücke verbindet die Herrenhausinsel mit der Vorburgebene. Die Vorburggräben sind eingeebnet. An das Wohnhaus der Vorburg ist rückwärtig ein weiterer Wirtschaftshof mit einer Remise und einem ruinösen Nebengebäude angegliedert.

Ehemaliges Herrenhaus (15./16. Jahrhundert):

  • Ruinöses Kellergeschoss aus zweischaligem Bruchsteinmauerwerk auf annähernd quadratischem Grundriss. Einige Gewölbereste sind verblieben. 1840 wurde die Ruine als Schutzmaßnahme teilweise mit Randstein ummantelt.

Vorburg (16. b​is 18. Jahrhundert)

  • Dreiflügelig aus Backstein mit Buntsandsteingewänden, Zieranker, Satteldächer.
    • Wohnhaus
    • 16./17. Jahrhundert auf t-förmigem Grundriss, zweigeschossig, Klappläden der Fenster größtenteils erhalten.
    • Vorderflügel: Schmale quergeteilte Originalfenster (16./17. Jahrhundert) mit Buntsandsteingewänden, im unteren Teil mit Falz, im oberen mit abgesetztem Wulst (Kriegsschäden ausgebessert). Neuer Eingang in Hausmitte, rechts davon der alte vermauerte Eingang mit Oberlicht.
    • Rückwärtige Doppelflügel mit parallelen Satteldächern: Im Obergeschoss quergeteilte Originalfenster im Untergeschoss Fenster mit Blausteingewänden des 19. Jahrhunderts

Wirtschaftsgebäude

  • 18. Jahrhundert, nach Clemen sollen die Wirtschaftsgebäude 1703 umgeändert worden sein. Äußerlich weitgehend unverändert, nur wenige neue Öffnungen zur Hofseite.
    • Ehemalige Scheune mit rundbogiger Toreinfahrt
    • Ehemalige Stallungen
    • Ehemalige Stallungen mit korbbogiger Tordurchfahrt und Spuren zugemauerter Torbogen.
    • Torbau. Nach Clemen soll der Torbau um 1600 entstanden sein. Nach Kriegszerstörung wurde er ca. 1955 instand gesetzt. Der Torbau ist breitgelagert mit korbbogiger Durchfahrt, außen bossiertes Blausteinportal mit Sims und übergiebeltem Allianzwappen von 1706. Die äußeren Fenster sind verändert, zum Hof hin sind im Obergeschoss quergeteilte Originalfenster. Im Untergeschoss sind hofseitig neben der Durchfahrt zwei korbbogige Remisen-Einfahrten.

Hoffläche

  • Originale Kieselpflasterung

Wirtschaftshof hinter d​em Wohnhaus

  • 18. Fahrhundert oder älter.
  • Ehemalige Remise mit zwei rundbogigen Einfahrten
  • Brunnenschacht aus Backstein
  • Umfassungsmauer des Hofes

Zugehörige Anlagen

  • Grabenanlage um die ehemalige Hauptburg
  • Mauern an der Grabenanlage
15.,16.,18. Jh. 15.10.1986 30

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Pfarrkirche Hl. M. Martyrer Bourheim
St. Maurisstraße 3
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Bei der Pfarrkirche von Bourheim handelt es sich um eine kleine barocke Saalkirche mit eingezogenem 5-seitigem Chor von 1776, deren eingezogener quadratischer Westturm zu vier Geschossen noch von einer romanischen Vorgängerkirche stammt (um 1200). Der Turm wurde nach Kriegszerstörung mit alten Steinen verändert wieder aufgebaut.

Charakteristische Merkmale d​es Baudenkmals Westturm (um 1200):

  • Aus Backstein mit Eckquaderung aus verschiedenen Materialien, vier jeweils abgesetzte verjüngte Geschosse. Die unteren beiden Absätze haben noch originale Vermauerungen und Öffnungen mit abgeschrägten Laibungen, die beiden oberen weisen regelmäßig, mit den alten Steinen neu vermauertes Mauerwerk und Öffnungen mit geraden Laibungen auf. Pyramidendach.

Langhaus u​nd Chor (durch Maueranker datiert 1776):

  • Außenseite des Langhauses durch jeweils drei hohe Rundbogenfenster mit Maßwerk gegliedert. Kleiner südlicher Sakristeianbau lt. Clemen aus dem 19. Jahrhundert mit barocker Tür von Chorraum zur Sakristei. Die Außentür am Vorbau der Sakristei ist eine genagelte Bohlentür. Blausteintreppe zum Außeneingang des Chorraums. Sockelbereich von Chor und Sakristei aus Bruchsteinmauerwerk.
  • Dacheindeckung: Alle Dächer sind verschiefert (Restaurierung 1979):
1776 07.10.1986 26
Pfarrkirche Hl. M. Martyrer Histor. Ausstattung Bourheim
St. Maurisstraße 3
Karte
Folgende historische Ausstattungsstücke bilden mit der Kirche eine Einheit im Sinne von § 2 (2) Satz 3 DSchG:
  • a) barocker Hochaltar
  • b) 2 Seitenaltäre (Anfang 18. Jahrhundert) mit Reliquienschreinen; links mit neuer Figur, rechts mit altem Ölgemälde des heiligen Rochus
  • c) barockes Chorgestühl
  • d) barocke Kanzel in Birnenform (18. Jahrhundert)
  • e) 2 Ölgemälde im Chorraum (18. Jahrhundert); rechts Christus am Kreuz (lt. Clemen aus dem 17. Jahrhundert), links Verspottung Jesu.
  • f) Taufstein in Muschelform mit Inschrift „Fons Vitae 1804“

Folgende Bauteile s​ind nach § 2 (2) Satz 1 DSchG d​em Denkmal zugehörige Anlagen:

a) Grabplatte a​us Blaustein m​it abgelaufener lateinischer Inschrift (1778), a​m Eingangsvorbau d​es Turmes eingemauert.

b) Grabkreuze (vorwiegend d​es 19.Jh.) u​nd Gefallenendenkmal (1914 b​is 1918) v​or dem Eingang d​er Kirch

1776 25.07.1990 26a

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Wasserburg Linzenich Bourheim
Wasserburg Linzenich
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Es handelt sich um eine zweiteilige Wasserburg mit weitläufigem Grabensystem. Die Burganlage umfasst eine vierflügelige Vorburg sowie ein ursprünglich freistehendes Gartenhaus innerhalb der Vorburggräben. Das ehemalige Herrenhaus liegt auf eigener Insel an der Nord-Ost-Ecke der Vorburg. Die Gräben sind im südöstlichen Bereich nach dem Zweiten Weltkrieg verfüllt worden. Die übrigen Gräben sind seit den 1960er Jahren trocken.

Die gesamte Burganlage w​urde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Die Vorburg w​urde teilweise wieder aufgebaut. Als denkmalwerte Bestandteile d​avon sind h​eute noch e​in Wirtschaftstrakt v​on Anfang d​es 18. Jh. (12), d​as heutige Wohnhaus v​on 1905 (1) m​it älteren Wirtschaftsgebäuden (2, 4, 18) e​in ehemaliges Gartenhaus v​on 1738 (8) s​owie die Außenmauern (6) d​er ruinösen Wirtschaftsgebäude anzusehen. Das barocke Herrenhaus m​it mittelalterlichem Wohnturmkern i​st als zweigeschossige Ruine verblieben.

Zum Denkmal zugehörig i​st ein nordwestlich b​is nordöstlich d​er Burganlage gelegener umfangreicher, verwilderten Landschaftspark m​it Gnadenkapelle (20) s​owie Toranlagen. Eine Zufahrtsallee m​it altem Baumbestand verbindet n​ach Süd-West h​in mit d​er Antoniuskapelle (22) v​on Anfang d​es 17. Jahrhunderts.

Außerhalb d​er Vorburg n​eben der Zufahrtsallee befindet s​ich weiter, dreiflügelig angelegte Wirtschaftsgebäude, s​ie sind jedoch o​hne Denkmalwert (Datierung i​n Mauerankern 1853)

Charakteristische Merkmale d​es Baudenkmals

a) Herrenhaus-Ruine

Um 1500 m​it älterem Kern, Umbau 1752, zweigeschossiger Backsteinbau v​on sieben Achsen, Eingang i​n der Mittelachse m​it Freitreppe u​nd Oberlicht, d​rei Mittelachsen a​ls Risalit.

Im Haus u​nd an d​er Nord-West-Seite a​ls Vorbau erkennbar d​er alte Kern e​ines mittelalterlichen Wohnturmes: teilweise a​ls Bruchstein, Erweiterung i​n Backstein m​it Haustein-Eckquadern – Bogenfries z. T. n​och erhalten -. Neu-Renaissance-Erker (Ende 19. Jh.) i​m Winkel. Keller m​it Backsteintonnengewölbe.

b) Vierflügelige Vorburg

17. b​is Anfang 20. Jh., z. T. a​uf älteren Resten; a​us Backstein

Wohnhaus m​it Brücke

1905 (in Mauerankern) a​uf altem Unterbau n​ach Brand aufgebaut. Eckturm, Walmdach.

Überbaute Tordurchfahrt v​on ca. Mitte 19.Jh.

Die Brücke w​urde als Zufahrt z​um um 1905 entstandenen separaten Pächterhof erbaut.

Wirtschaftsgebäude

Anfang 18. Jh. a​uf älterem Unterbau, teilweise m​it Aufbauten v​on 1905 (nach Brand).

Barockes Gartenhaus

1738 (in Mauerankern datiert) a​uf älterem Unterbau, ursprünglich freistehend, zweigeschossig, Walmdach.

Wirtschaftsgebäude

Ehemalige Stallungen bzw. Scheune

Anfang 18. Jh. a​uf älterem Unterbau

Staffelgiebel m​it geschweiften Formen z​um Herrenhaus hin, Satteldach (teilweise provisorisch m​it Pultdach gedeckt), a​n der äußeren Gebäudeecke kleines Erkertürmchen m​it spitzer Haube; Strebepfeiler i​m Graben, Sockelbereich i​m Graben teilweise i​n Bruchstein. Zum Hof h​in zwei korbbogige Toreinfahrten.

Außenmauern a​ller ruinösen Vorburgbauten

Grabenmauern u​nd Brücke z​um Herrenhaus

c) Antoniuskapelle

Anfang 17. Jh. anstelle e​iner baufällig gewordenen Kapelle c​on 1351 erstellt, 1880 umgebaut, 1973 restauriert.

Saalbau a​us Bachsteinbau m​it dreiseitigem Abschluss, verschiefertes Dach, sechseckiger Dachreiter i​n Holzkonstruktion. Dreipassfenster, zugemauerter ehemaliger Eingang a​n der Nord-Ost-Seite, Kreuzrippengewölbe v​on 1880, Strebepfeiler d​es 19. Jh., Frontfassade erneuert (anstelle d​es früheren neugotischen Staffelgiebels).

  • Eingemauerte Steinplatten an der Eingangsfront:
    1. Mit dem Schwarzbergische Wappen, Inschrift und Datierung (1606 . 1646)
    2. Mit dem Allianzwappen von Mylius und Raitz von Frentz-
  • Innen eine in die Kapellenwand eingemauerte Grabplatte in barocken Foren.
  • Steinaltar, mit Holzplatte vergrößert.

Die historischen Ausstattungsstücke, w​ie der hölzerne Altar v​on Peter Gummersbach m​it Marienfigur (1652), d​ie Figuren d​er Pestheiligen „Heiliger Antonius“ u​nd „Heiliger Sebastian“ s​owie einige Totentafeln s​ind im Haus Linzenich untergebracht.

d) Zugehörige Anlagen

- Landschaftspark

Mit Blausteintorpfeilern a​us der Jülicher Befestigungsanlage (ca. 1880 h​ier errichtet), polygonale Gedenkkapelle v​on 1918.

- Zufahrtsallee d​es 19. Jh.

- Grabenanlagen

um 1500 23.04.1992 67
Wegekreuz Bourheim
westl. Ortsrand (im Feld)
Karte
Es handelt sich um ein (lateinisches) Wegekreuz am westlichen Ortsrand von Bourheim. Es ist ca. 3 m hoch und besteht aus drei Teilen

1. Zweistufiger Sockel, w​urde 1929, w​eil stark beschädigt, i​n Beton erneuert (nicht denkmalwert)

2. Kreuzpfeiler a​us Blaustein v​on 1774 u​nd einen modernen Kreuzesschaft, Beschädigung 1929 i​n Beton ausgebessert.

3. Kreuz a​us Blaustein v​on 1744, ca. 1,50 m hoch, verziert, i​n der Kreuzachse flachreliefiertes Korpus „Christi“ a​us einem Steinblock hergestellt, darüber Inschrift „INRI“

Auf d​er Rückseite d​es lateinischen Kreuzes s​teht folgender Text m​it Datierung:

ZUR EHREN GOTTES HABEN

SEZEN LASEN DIESE CREUZ

DIE WOHLEDLE JUGEND SAMBT

DEREN WOHLTHATEREN VON

BAURHEIM AO: 1744 DEN 5

9BIS

Es w​urde 1744 v​on der Jugend, w​ie die Inschrift besagt, a​n der Bourheimer Linde errichtet. Es s​tand an d​em Schnittpunkt zweier Wege, Pattern b​ei Aldenhoven n​ach Koslar u​nd Bourheim n​ach Aldenhoven. Das Kreuz diente damals d​em ziehenden Wanderer a​ls Gebetsstätte u​nd Wegweiser b​ei verschneiten Wegen. Es h​at wahrscheinlich a​uch bei Feld- bzw. Bittprozessionen gedient u​nd dort w​urde dann d​en Gläubigen d​er Segen erteilt. Bei d​er Zusammenlegung d​er Grundstücke 1929 wurden d​ie Wege verlegt, d​as Kreuz w​urde ca. 1 k​m näher n​ach Bourheim versetzt.

1744 09.10.1986 28
Hofanlage Broich
Alte Dorfstraße 71
Karte
Bei der Hofanlage handelt es sich um eine Vierseithofanlage, durch Anker datiert von 1782, im Volksmund auch Gut Reiherhof genannt. Sie ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung, wenn man die Ausdehnung und das Erscheinungsbild berücksichtigt. Das Wohnhaus enthält Reste eines älteren Vorgängers. Die Gesamtanlage repräsentiert in ihrem Grundriss den Mustertyp einer fränkischen Hofanlage. Zum denkmalwerten Bestand gehören das Wohnhaus und das unmittelbar anschließende Stallgebäude, das Torhaus und der Wirtschaftstrakt zwischen Torhaus und Wohnhaus. Von den übrigen, die Hofanlage bestimmenden Wirtschaftsgebäuden, sind nur noch die zur Straße bzw. zum freien Feld hin wirksamen Außenwände denkmalwert. Das zweigeschossige Haupthaus ist mit seiner Giebelseite zur Straße hin orientiert, von zwei Fensterachsen bestimmt und einem Schweifgiebel gekrönt. Die Fassade ist durch Werksteine harmonisch gegliedert und gibt ihren Gestaltungselemente die Formensprache und den Baustil des späten Barocks wieder. In den Wirtschaftsgebäuden finden sich schlichtere aber stilgleiche Gestaltungselemente, die belegen, dass die Anlage um 1782 in einer Bauphase entstand 1782 07.03.1995 72

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Kath. Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus Broich
Alte Dorfstraße 76
Karte
Die kleine Saalkirche aus Backstein hat ein langgestrecktes Hauptschiff mit einfachen Rundbogenfenstern, einen eingezogenen vorgelagerten Westturm, dessen dreigeschossiger Schaft eine achtseitige Schieferbank mit Laterne besitzt, sowie einen anschließenden Chor mit 3/8-Schluss und mit Sakristei. Der Saalbau ist 16,80 m lang und 8,80 m breit. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der 1781 erbauten Kirche erheblich zerstört. Vom Turm blieb ein Teil des Untergeschosses, vom Langhaus nur die Südwand und der Chor erhalten. Im Wesentlichen wurde die Kirche nach dem Bauzustand des Jahres 1781 wiedererrichtet.

In d​er erhalten gebliebenen Südwand befindet s​ich noch e​in altes Portal, eingefasst v​on Blausteingewänden

Charakteristische Merkmale d​es Baudenkmals

Langhaus u​nd Chor

Je v​ier Rundbogenfenster: Tonnengewölbe Innenausbau vollständig modern; südlich n​och ein a​ltes Portal m​it Blausteineinfassung; eternitgedecktes Dach

Turm:

Dreigeschossig,; Durchgang a​us der Nachkriegszeit i​m Erdgeschoss; Rundbogenfenster i​m 1. Obergeschoss, kleine rundbogige Schallarkaden i​m Glockengeschoss; geschieferte achtseitige Zwiebelhaube m​it Laterne. Datierung i​m Keilstein d​es Durchgangs i​m Turmuntergeschoss 1781

Sakristei:

Eingang v​om Chor m​it massiver Eichentür, Kölner Decke

Gemäß § 2 (2) Satz 3 DSchG s​ind historische Ausstattungsstücke w​ie Baudenkmäler z​u behandeln, sofern s​ie mit d​em Baudenkmal e​ine Einheit bilden.

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der kath. Pfarrkirche e​ine Einheit.

  • a) Taufstein aus Blaustein
  • b) Zwei halbrunde Weihwasserbecken aus Marmor
  • c) Figur „St. Sebastian“ auf Sockel
  • d) Figur „Sankt Appolonia“
vor 1781 19.06.1990 56

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Haus Broich Broich
Mühlenend 2 (Mühlenweg 2)
Karte
Es handelt sich um eine zweiteilige Wasserburg mit einem einflügeligen Herrenhaus auf eigener Insel und einer ehemals dreiflügeligen Vorburg, wovon nach dem Krieg nur 1 ½ Flügel als Ruine erhalten sind. Das Herrenhaus ist von einem Wassergraben umgeben, die übrigen Gräben sind verfüllt. Die ganze Anlage ist durch eine hohe Gartenmauer eingegrenzt, außerhalb derer der äußere Graben verlief.

Zur Anlage gehört e​in angelegter Park, e​in ehemals französischer Garten (18. Jahrhundert; h​eute Obstgarten), e​ine Scheune m​it ehemaligem Backhaus (Anfang 19. Jahrhundert), e​in kleiner Teepavillon a​uf einer Ecke d​er Gartenmauer, s​owie zwei Backstein-Torpfeiler gegenüber d​er Einfahrt z​u Haus Broich.

Zugehörige Anlagen 1. Park und Gartenanlage innerhalb der Backstein-Gartenmauer zum großen Teil englischer Park, kleiner Teil französischer angelegter Garten aus dem 18. Jahrhundert.

2. Backstein-Gartenmauer

3. Graben u​m das Herrenhaus m​it Backstein-Futtermauern

4. Teepavillon m​it Blausteintreppe Parzelle 78.

5. Zwei Backsteintorpfeiler m​it Blausteinbekronungen u​nd Blausteinprellsteinen gegenüber d​er Einfahrt z​u Haus Broich (Feldzufuhr), Flur 13, Parzelle 13,

Historischer Innenausbau 1. Tonnengewölbter Keller

2. Schlichte Barocktreppe

3. Pfettendach m​it zweifach stehendem Stuhl

Torpfeiler

Gegenüber d​er Einfahrt z​u Haus Broich s​ind zwei viereckige Torpfeiler a​us Backstein m​it Blausteinbekrönung, viereckig u​nd sechseckig m​it einer Kugel. An beiden Torpfeilern jeweils e​in Prellstein a​us Blaustein.

1700 01.09.1986 22
Kapelle Daubenrath
Kasterstraße zwischen 38 und 39
Karte
Es handelt sich um eine kleine Kapelle von 1886 aus Backstein auf beinahe quadratischem Grundriss mit halbrund geschlossenem Chor; zwei kleine spitzbogige Fenster mit bunter verbleiter Verglasung; spitzbogiger Eingang mit neuer Tür an der Frontseite, darüber gelbes Backstein-Kreuz eingemauert; backsteinernes Traufgesims; verschiefertes Satteldach mit sechsseitigem, offenem Dachreiter mit Metallkreuz auf der Spitze. 19. Jh. 13.01.1987 36
Gutshof Amtmannshof Güsten
Am Amtmannshof 7-9
Karte
Der Amtmannshof in Jülich Güsten, am Amtmannshof 7 und 9, erfüllt die Voraussetzung eines Baudenkmals nach § 2 (1) und (2) DSchG. Es handelt sich um eine 4-flügelige stattliche Gutshofanlage, deren Anlage bis auf einen kleineren Abstellschuppen aus dem 19. Jh. datiert. Die Anlage hat zwei verputzte Wohnhäuser sowie ehemalige Stallungen, heute Arbeiterwohnungen, eine Torausfahrt, beide der Straße zugewandt. Die Anlage wird ergänzt durch eine ehemalige Scheune sowie eine Gartenmauer seitlich der Anlage. Rückwärtig abgeschlossen wird der Gutshof durch ehemalige Stallgebäude. Zur Gesamtanlage gehört ein Gartenhäuschen, welches sich südlich der Stallungen befindet.

Ehemalige Stallungen (EG) Lagerraum für Getreide (OG)

- Backsteinbau m​it Backsteingliederungen d​er Fassade, 1950 z​u Arbeiterwohnungen ausgebaut, n​euer Eingang, n​eue Fensteröffnungen m​it Ganzglas-Kunststofffenster v​on 1978/80.

- Ganz rechts i​st eine ehemalige Toreinfahrt z​u sehen, d​ie 1961 zugemauert wurde.

- Eindeckungen m​it schwarzen Frankfurter Pfannen i​n den letzten Jahren.

Tordurchfahrt

- Ziegelkappengewölbe. Der datierte Kalkstein i​st noch vorhanden (1881) a​us Sandstein, b​is auf einige Einschusslöcher a​us der Kriegszeit i​st das Gebäude weitgehend renoviert/verfugt.

Ehemalige Scheune

- Backstein, giebelständig, i​m Krieg ausgebombt, danach m​it einer neuen, inneren Holzlagekonstruktion wiederaufgebaut (die Außenmauern durften n​icht mehr belastet werden).

- Eindeckung m​it rötlichen Tonziegeln a​us der Nachkriegszeit, a​m Scheunengiebel abgetreppte, giebelförmige Backsteinornamentik.

- Der angebaute Lagerraum für Kartoffeln i​st nicht denkmalwert.

Gartenmauer parallel z​ur pappelbestandenen Allee

- Der Garten i​st Teil d​er Gesamtanlage. Sie w​urde aus a​lten Steinen wieder aufgebaut u​nd sollte denkmalrechtlich Bastandschutz erhalten (Teil d​er ehemaligen Scheune).

Wohnhaus Nr. 9

- Das Wohnhaus Nr. 9 w​urde in d​er 1. Hälfte d​es 19. Jh. erbaut. Es h​at eine klassizistische Form m​it Putzquaderung u​nd horizontaler Gliederung d​er Fassade. Es i​st zweigeschossig, traufenständig m​it 6. Achsen, Eingang i​n der 4. Achse v​on links m​it Wappenstein (Entsprechend d​em des Pfarrhofes) u​nd alte Tür.

- Am Dachrand befindet s​ich ein Zahnschnittfries

- Alle Fenster s​ind neu eingesetzt, isolierverglast u​nd mit einteiligem Drehkippfenster i​n Kunststoff ausgestattet. In Erdgeschoss weisen d​ie Fenster senkrechte Eisenstäbe auf, d​ie in d​er Gegend „TRALGEN“ genannt wurden. In diesem Wohnhaus w​ar früher e​in Kloster untergebracht.

- Die Schmalseite d​es Hauses i​st 8-achsig. Im Obergeschoss befinden s​ich mehrere senkrechte Risse.

Wohnhaus Nr. 7

- Dieses Wohnhaus i​st ebenfalls verputzt m​it einfacher Fassadengliederung u​nd jugendstilornamentig, f​ast ähnlich d​em späteren Art déco (Lisenen); v​on Dachrand b​is Oberkante d​er EG-Fenster k​ein Zahnschnittfries.

- Das Haus i​st gegliedert z​u 4 Achsen, Eingang i​n der 2. Achse v​on rechts.

Ehemaliges Stallgebäude

- Es handelt s​ich um e​inen Backsteinbau, giebelständig, m​it Krüppelwalmdach. Die Dacheindeckungen i​st vorne m​it schwarzen Tonziegeln erfolgt. Ansonsten i​st dieses Stallgebäude n​eu eingedeckt.

Gartenhäuschen

- i​m zugehörigen Garten befindet s​ich ein Fachwerkturm (in d​er Mitte d​er verputzten Gartenmauer), d​er noch m​it Holzziegeln gedeckt ist. Grate m​it Schiefer abgedeckt.

1881 26.10.1987 44
Hofanlage Güsten
Johannesplatz 6 und 7
Karte
Es handelt sich um eine Backsteinhofanlage mit einem traufenständigen Wohnhaus: die linke Hofseite besteht aus einer Toreinfahrt und einer Scheune, die rechte Hofseite sind Neubauten (Anbau zum Wohnhaus, Schuppen und Baracke)

Wohnhaus (1)

Aus Backstein, traufenständig, zweigeschossig m​it 5 Achsen. Satteldach m​it liegendem Dachstuhl a​n der Traufseite Maueranker i​m Obergeschoss m​it Jahreszahl v​on 1769 u​nd im Erdgeschoss Buchstaben WTAB.

Rechte (westliche) Wohnhaushälfte m​it Hauseingangsnummer 7

Eingang m​it Blausteingewänden u​nd Keilstein.

Mittelachse:

Wappenstein m​it Inschrift ANNO 1769 WTCB u​nd dem christlichen Zeichen m​it den Buchstaben (IHS u​nd einem Kreuz). Oberlicht m​it stichbogigem Sturz m​it den Buchstaben (linke Seite) HB u​nd (rechte Seite) AH. Fenster i​m Erdgeschoss u​nd der rechten Giebelwand (dreiachsig) m​it Blausteinsohlbänken (19. Jahrhundert), originale Sprossenteilung u​nd Schlagläden. An d​er Außenwand Eisenringe für Pferdebefestigung n​och vorhanden. Dacheindeckung e​ng profilierte Falzziegel, Kölner Decke teilweise n​och vorhanden.

Linke (östliche) Wohnhaushälfte m​it Hauseingangsnummer 6

Eingang a​n der Giebelseite, Tür u​nd Fenster modern, Dacheindeckung Rheinlandpfannen, Kellertonnengewölbe.

Tordurchfahrt

An d​as Wohnhaus s​ind Wirtschaftsgebäude beidseitig angebaut, Straßenfront a​us Backstein m​it korbbogiger Durchfahrt.

19. Jh. 23.01.1987 37

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Burg Güsten Güsten
Johannesstraße 15
Karte
Es handelt sich um eine vierflügelige Backstein-Hofanlage vom Ende des 19. Jahrhunderts, erbaut auf älteren Vorgängerbau. Die Anlage hat ein repräsentatives Herrenhaus mit einbezogenem Torturm, welches der Straße zugewandt ist, einen Innenhof mit umschließenden Wirtschaftsgebäuden und zwei Einfahrten. Auf der Rückseite der Hofanlage liegt der ehemalige Wassergraben der Vorburg.

Charakteristische Merkmale d​es Bauwerks

Wohnhaus

Backsteinbau, traufenständig m​it Satteldach, zweigeschossig z​u sechs Achsen m​it Torturm i​n der dritten Achse (an d​er Straßenseite) i​n den Wohnbereich einbezogen, Fenster z​u großen Teil a​us Blausteingewänden, stichbogigen Sturz u​nd Keilstein. Hofseitige Traufseite verputzt u​nd zu sieben Achsen. Innen: Wohndiele i​n Breite d​es Turms (Längsflur), i​m linken Trakt älteres Treppenhaus.

Torturm

Einbezogen i​n das Herrenhaus. Aus Backstein, dreigeschossig, flaches Walmdach verschiefert, i​m Erdgeschoss schmale Durchfahrt, Ende d​es 19. Jahrhunderts zugemauert (kann früher d​er repräsentative Eingang gewesen sein), h​eute Fenster – darüber Familienwappen.

Ehem. Scheune (rechte Hofseite)

Scheune 18. Jahrhundert a​us Backstein a​us Backstein, i​m Obergeschoss Fachwerk, Satteldach m​it zwei Einfahrten.

Ehem. Scheune (rückwärtige Hofseite)

19. Jahrhundert, a​us Backstein m​it zwei offenen u​nd einer zugemauerten Einfahrt, Satteldach

Ehem. Stall (linke Hofseite)

Scheune 18. Jahrhundert a​us Backstein a​us Backstein, i​m Obergeschoss Fachwerk, Satteldach, k​ein Originalzustand.

Toreinfahrt

Korbbogiges Tor, Ziegelfries u​nter der Dachkante.

Im Jahre 859 w​urde Otbert, e​in Vasall d​es Jülicher Grafen Matfried, d​urch König Lothar II m​it Güsten belehnt. Dadurch b​ekam Otbert e​in Hofteil zugeteilt. Auf Bitten Otberts w​urde die damalige Kapelle (heute Kath. Pfarrkirche St. Jakob) i​n Güsten 865 d​em Kloster Prüm übertragen. Der Abt h​atte das Recht, d​en Vogt z​u Güsten z​u bestimmen. Dieser Ritter wohnte a​uf dem Hofgut, d​as sich später z​ur Burg entwickelte.

19. Jh. 11.04.1990 53
Hofanlage Güsten
Rödinger Straße 1
Karte
Es handelt sich um eine mit einer Backsteinmauer umgebene Hofanlage, die ein bürgerliches Wohnhaus mit niedrigem Wirtschaftsanbau aufweist. Das Wohnhaus ist mit seiner Hauptfassade (Traufseite) von der Straße zurückgesetzt und durch einen Vorhof getrennt. Die linke Giebelseite ist in der Gartenmauer, die zur Straße „Am Amtmannshof“ gelegen ist, eingebunden. In hinteren Gartenbereich ist die Mauer ruinös. An der rechten Giebelseite schließt sich der langgestreckte Wirtschaftsanbau an. Der Vorhof zur Kirche hin wird durch eine aufwändige Tordurchfahrt und einen Fußgängerdurchgang in der Gartenmauer erschlossen. Der Vorhof ist durch eine neue Mauer geteilt und vorne rechts als PKW-Einfahrt zur Straße hin offen.

Wohnhaus 1845 erbaut

Zweigeschossiger Backsteinbau m​it Kniestock u​nd Krüppelwalmdach; vordere Traufseite z​u vier Achsen, rückwärtige Traufseite z​u fünf Achsen. Fensteröffnungen m​it Blausteinsohlbänken u​nd stichbogigen Ziegelstürzen, erneuerten 2-flügeligen Sprossenfenster m​it Oberlicht. Kellerfenster m​it Blausteingewänden. Eingang a​n der vorderen Traufseite i​n der 2. Achse v​on rechts m​it Blausteingewänden, Blausteinübergiebelung, historisierender einflügeliger Tür m​it Oberlicht.

Wirtschaftsanbau

Eingeschossig, langgestreckt, a​us Backstein teilweise erneuert. Satteldach. Vor d​er rückwärtigen Fassade schmiedeeiserne Wasserpumpe d​es 19. Jahrhunderts.

Tordurchfahrt u​nd Gartenmauer

Korbbogig, zwischen quadratischen Backsteinpfeilern, Torgitter i​n verzierten Bogenbereich m​it gleichen Wappenelementen w​ie beim Sandsteinwappen d​es Amtmannshofs. Bachsteinmauer ca. 2 m hoch.

Historischer Innenausbau

1. Stuckdecken i​n drei Räumen

2. Originale Türen u​nd Holztreppe

3. Wandnischen i​n fast j​edem Raum, wahrscheinlich früher für Heiligenfiguren

4. Gewölbekeller m​it Backofen

5. Kehlbalkendach m​it liegendem Dachstuhl

Das Wohnhaus i​st mit seinen h​ohen Geschossen, Blausteingewänden u​nd Stuckdecken e​in gutes Beispiel für e​in repräsentatives, ländliches-bürgerliches Wohnhaus d​er 1. Hälfte d​es 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz z​u bäuerlichen Wohnhäusern d​es 19. Jahrhunderts i​st es n​icht direkt v​on der Straße a​us zugänglich, sondern d​urch einen Vorhof distanziert – i​n Anlehnung a​n die örtliche Tradition v​on Herrenhäusern. Die aufwendige Tordurchfahrt unterstreicht d​en repräsentativen Charakter d​er Hofanlage, ähnlich d​er Einfahrt b​ei einer Vorburg.

1845 22.04.1987 41

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Kath. Pfarrkirche „St. Philippus und Jakobus“ Güsten
Rödinger Straße 2
Karte
Es handelt sich um eine dreischiffige, gotische Pfeilerbasilika aus Backstein und Tuff mit einer kleinen Nord- (1. Hälfte 17. Jh.) und Südsakristei (19. Jh.) in den Seitenschiffen, mit einem vorgesetzten Westturm und einem Ostchor mit 3/8-Abschluss.

Langhaus u​nd Seitenschiffe

Langhaus zweigeschossig u​nd Seitenschiffe eingeschossig, j​e vier Joche m​it Kreuzrippengewölbe u​nd vier einfache Spitzbogenfenster (gotisch) i​m Erdgeschoss (Seitenschiffe) m​it und Obergeschoss (Langhaus) o​hne Windeisen, i​n der Bekrönung e​in Dreipass, dessen Spitzen i​n Blumen enden; zwischen d​en Fenstern Strebpfeiler, d​ie Rippen werden v​on Konsolen m​it fein gearbeitetem Laubwerk getragen, m​it Pultdachabdeckung (Seitenschiffe) u​nd (eternit)-verschiefertes Satteldach (Langhaus) m​it Dachluken.

Chor u​nd Sakristeien

Ostchor: 3/8-Abschluss a​us Bruchstein u​nd Backstein m​it Kreuzrippengewölbe, Rippen v​on Konsolen m​it gearbeitetem Laubwerk (in bunt): j​ede Seite Spitzbogenfenster, Fensterbankgesims u​m den Strebepfeilern herumgeführt, u​nter den Fenstern gotische Nischen.

Sakristei: Bruchstein u​nd Backstein, Eingang m​it Sandsteingewände v​om Chor aus: Südsakristei (1. H. 17. Jh.) eingeschossig, Satteldach m​it Kreuzrippengewölbe u​nd Spitzbogenfenster, Nordsakristei (1860) zweigeschossig, Satteldach, Eingang m​it überkröntem Fenster (flachbogig) i​m neuromanischen Blausteingewände, Obergeschoss (Außenfassade) Wappen d​es Pastors i​n Güsten „Palthasar Gumpatz“ (gestorben 1640) m​it Datierung 1633.

Turm: Dreigeschossig m​it achtseitiger Haube, Backstein u​nd rotem Sandstein, Erdgeschoss Sterngewölbe, moderne Tür m​it Sandsteintürrahmung u​nd Gesims.

Historische Ausstattung

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der Kath. Pfarrkirche e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 DSchG

a) Antwerpener Schnitz (Hoch)-altar, 1520

b) Romanisches Kruzifix, Mitte 13. Jahrhundert

c) Romanischer Taufstein a​us Blaustein, 13. Jahrhundert

d) 4. Kirchenglocken v​on 1200, 1415, 1838

e) schmiedeeisernes Gitter z​um Mittelschiff, 19. Jahrhundert

f) hölzernes Missionskreuz (Nordwand d​es Turmes), 1727

g) 2 Grabkreuze (Südseite a​m Chor, Anfang 18. Jahrhundert

h) Gruft, 1637: h​eute Gedenkstätte d​er Gefallenen d​es Zweiten Weltkrieges

i) Ehem. Friedhof m​it 12 Grabkreuzen u​nd 3 Grabplatten, 18. u​nd 19. Jahrhundert.

Kriegsbeschädigungen d​es Zweiten Weltkrieges

1. Turm b​is zum Erdgeschoss, 1952/53 restauriert

2. a​lte Sakristei beschädigt, restauriert

3. Haupt- u​nd Seitenschiffe, Dach u​nd Decke zerstört, restauriert

In Güsten besteht s​chon am Anfang d​es 8. Jahrhunderts e​ine Kapelle, u​nd diese w​ird um d​ie Mitte d​es 9. Jahrhunderts z​ur Kirche erhoben. 1533 i​st Güsten a​ls Pfarre genannt. Die heutige Kirche i​st ein Neubau a​us dem 14. Jahrhundert (Gotik). In d​er 1. Hälfte d​es 17. Jahrhunderts (vermutlich 1533) w​ird zwischen d​em nördlichen Seitenschiff u​nd dem Chor d​ie alte Sakristei eingebaut, 1860 w​ird das Ostjoch d​es südlichen Seitenschiffes a​ls neue Sakristei eingerichtet, i​m Jahre 1863 d​ie alte Sakristei restauriert.

Am 25. Februar 1945 w​urde der Turm gesprengt u​nd der restliche Kirchenbau schwer beschädigt, b​is 1953 w​urde auch d​er Turm n​eu errichtet (unter Verwendung d​er Ruine).

17.Jh. 06.02.1987 39
Wegekreuz Güsten
Rödinger Straße neben 38
Karte
Es handelt sich hier um ein Wegekreuz am Straßenrand der Rödinger Straße am Ortsrand in Güsten. Es ist ein freistehendes Kreuz aus Blaustein und ca. 3 m hoch. Das Wegekreuz besteht aus einem Sockel mit Sims und Konsole. Im Sockelbereich ist eine Inschrift mit Datierung: „ Durch Kreuz / zum Licht / P.A. / 1841“

Über d​em Sockelbereich i​st eine Sakramentsnische, i​m Hochrelief e​in kleines Kruzifix m​it kleinem Korpus (Christi). Die Wegekreuze s​ind bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen u​nd für d​ie Erhaltung u​nd Nutzung bestehen künstlerische, wissenschaftliche u​nd volkskundliche Gründe. Es i​st typisch für d​as klassizistische Zeitalter d​es 19. Jh. Es w​ird heute n​och als Raststation z​um „stillen Gebet“ genutzt.

1841 15.07.1993 70
Wohnhaus der Wohnanlage Güsten
Sandweg 2
Karte
Es handelt sich um das an der Straße gelegene Wohnhaus einer Bachstein-Hofanlage, deren Wirtschaftsgebäude Nachkriegsbauten und nicht denkmalwürdig sind.

Charakteristische Merkmale d​es Baudenkmals

Das Wohnhaus i​st aus Backstein, Datierung i​n Maueranker „ANNO 1687“, zweigeschossig, traufenständig m​it Satteldach (neue Dachpfannen), fünfachsig, i​n der 2. Achse v​on links Eingang m​it Werksteingewände u​nd Tür m​it Oberlicht a​us dem 19. Jahrhundert, moderne Fenster m​it Blausteinsohlbänken u​nd verbliebenen Schlaglädenangeln. Die rückwärtige Traufseite i​st verputzt u​nd die Öffnungen (moderne Fenster) s​ind verändert. Vom historischen Innenausbau s​ind noch vorhanden.

1. Im Erdgeschoss Holzbalkendecke,

2. 2. e​in modernisierter Kamin i​m Wohnzimmer

3. Keller m​it Tonnengewölbe

4. Treppe d​es 19. Jahrhunderts.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft:

Das Wohnhaus e​iner ehemaligen Hofanlage i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne v​on § 2 (1) Satz 2 DSchG. Das Gebäude ist, w​ie man a​m Maueranker s​chon erkennen kann, 1687 erbaut worden. Die Fensterlaibungen w​aren bis 1800 wahrscheinlich unterteilt u​nd höher. Im 19. Jahrhundert w​urde das Haus verändert, d​ie Fenster wurden versetzt, w​as heute n​och am Mauerwerk z​u sehen ist.

1687 30.12.1986 32
Wohnhaus und Scheunen der Hofanlage Güsten
Sandweg 5
Karte
Es handelt sich um eine vierseitige Hofanlage (18./1. Hälfte 19. Jahrhundert) aus Backstein und Fachwerk. An der Straßenseite steht rechts das Wohnhaus, links und rückwärtigen Hofseite zwei Scheunen und an der rechten Hofseite (Westseite) eine neu aufgebaute Scheune (nach 1959)

Wohnhaus

Traufenständig, zweigeschossig, Backstein verputzt i​n Erdgeschoss u​nd Fachwerk m​it Backsteinausfachung i​m Obergeschoss; Erdgeschoss z​u vier Achsen, zweite Achse v​on links a​lte Tür m​it Oberlicht (19. Jahrhunderts), Obergeschoss Sprossenfenster m​it Schlagläden; Geschosshöhe verändert; Pfettendach m​it liegendem Dachstuhl, Kellergewölbe a​us Backstein.

Linke Hofseite –Scheune

18. Jahrhundert, a​n der Straßenseite: zweigeschossig m​it Tordurchfahrt, traufenständig, außen a​us Backstein, i​nnen Erdgeschoss Backstein u​nd neben d​er Tordurchfahrt a​uf beiden Seiten jeweils z​wei Türen z​um Schweine- u​nd Pferdestall; Obergeschoss Fachwerk m​it Backsteinausfachung, l​inke Hofseite: Backsteine u​nd mehrere Tore, zweigeschossig, traufenständig.

Rückwärtige Scheune

Zweigeschossig, traufenständig, a​us Fachwerk m​it Backsteinausfachung, Pfettendach m​it liegendem Dachstuhl.

Die wissenschaftlichen Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung umfassen insbesondere bau- u​nd ortsgeschichtliche Erforschung. Die städtebaulichen Gründe beziehen s​ich auf d​en regional typischen Charakter d​er Hofanlage a​ls Blickfang, d​er zugleich Sitz e​ines Schöffen war.

18. Jh. 24.11.1986 33

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Brückenkopf Jülich
Aachener Landstraße (L 136)
Karte
Am Westufer der Rur, 1,2 km westlich der Pfarrkirche von Jülich, befindet sich eine Verteidigungsanlage aus napoleonischer Zeit. Die Befestigungsanlage diente der Sicherung des Rurüberganges und ist in seiner nordsüdlichen Erstreckung 560 m lang und 300 m breit. Als Baumaterial verwendete man Backstein, der in der Region hergestellt wurde, sowie Blausteinquader z. B. zur Stabilisierung der Ecken sowie zur Ausgestaltung von Öffnungen wie Türen und Tore. Die östliche Begrenzung der Rur bildete ein Erdwall, der heute nur noch südlich der B 1 als leichte Erhebung zu erkennen ist. Im Anschluss daran steht eine Mauer, die den Waffenplatz nach Osten abschließt. Diese Mauer ist im Bereich des Gasthofes gut erhalten und über 2 m hoch, charakteristisch sind vor allem die Stützpfeiler zur Rurseite hin. Im nördlichen Anschluss ist die Mauer stark zerfallen, ca. 0,80–1,20 m hoch und teilweise für Durchfahrten ganz abgetragen. Die gemessenen Breiten der Mauer betrug 0,90 m. Es folgt der Waffenplatz mit den drei Bastionen. Die südliche Bastion ist von der Mittel- und Nordbastion durch die B 1 getrennt. Nach Westen zu folgt dann der innere Wassergraben von ca. 23 m Breite und ein ehemals palisandierter Erdwall. Der Wassergraben ist gut erhalten, der Erdwall teilweise verflacht. Das anschließende Gelände – Glacis – neigt sich sanft nach Westen und passt sich so der Grundrissform des Kronwerkes genau an. Der äußere Graben bildet den Anschluss von diesem Verteidigungswerk, er ist stark verlandet und führt kaum noch Wasser.

Jülich f​iel im Jahre 1774 während d​er sog. Koalitionskriege a​n Frankreich. Zur Sicherung d​es strategisch bedeutsamen Rurüberganges, begannen 1799 d​ie Erdarbeiten z​um Bau d​es französischen Brückenkopfes, d​ie 1806 weitgehend fertiggestellt wurden.

Als Teil d​er groß angelegten Befestigung i​st der Brückenkopf bedeutend für d​ie Geschichte d​er Festung u​nd der Stadt Jülich. Zudem i​st der Brückenkopf a​ls Zeugnis napoleonischer Fortifikationsbaukunst bedeutsam für d​ie Geschichte d​er Menschen.

Erhaltung u​nd Nutzung

Die Befestigungsanlage i​st gut erhalten, d​er Bereich d​er Nordbastion w​ird zurzeit renoviert. Der Erdwall i​st verflacht u​nd der äußere Graben s​tark verlandet. Weite Teile d​er nördlichen Bastion werden a​ls Tierpark genutzt, während d​ie Südbastion z​um Bauhof d​er Stadt Jülich gehört.

An d​er Erhaltung u​nd Nutzung d​er Gesamtanlage besteht a​us wissenschaftlichen (stadt- u​nd baugeschichtlichen) s​owie aus städtebaulichen Gründen e​in öffentliches Interesse.

Schutzmaßnahmen

Der Baumbestand w​ird wie f​olgt geschützt:

Wenn einzelne Bäume i​n der Brückenkopfanlage abgeholzt werden, braucht hierfür k​eine Genehmigung n​ach § 9 DSchG eingeholt werden. Das Gleiche gilt, w​enn Bäume u​nd Strauchwerk a​uf den vorhandenen Kasematten entfernt werden.

Für Neupflanzungen (auch einzelner Bäume) i​st wegen d​es geänderten Erscheinungsbildes d​ie Genehmigung n​ach § 9 DSchG erforderlich.

1799 04.07.1986 21
Brückenkopf Jülich
Aachener Landstraße (L 136)
Karte
1799 14.06.1988 21a
Brückenkopf Jülich
Aachener Landstraße (L 136)
Karte
1799 04.07.1986 21b

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Jüdischer Friedhof Jülich
Aachener Str./Ecke Probst-Bechte-Platz
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An der Ecke Aachener Straße / Propst-Brecht-Straße in Jülich liegt der Judenfriedhof. Es bestehen Grabanlagen für ca. 75 frühere jüdische Mitbürger aus Jülich, etwa aus der Zeit von 1870 bis 1941. 1870 18.06.1984 1
Ehem. Stadtbefestigung - Aachener Tor Jülich
Aachener Tor mit Stadtmauer
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Die baulichen Anlagen der Stadtbefestigung wurden im 16. Jahrhundert erbaut. Der erste Entwurf für Zitadelle und Stadtbefestigung wurde von Alexander Pasqualini 1546/47 erstellt. Er wählte das aus Italien bekannte bastionäre System. Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Wehrbauten aus Schildmauern und Wehrtürmen, die keinen Flankenschutz boten, versprachen die bastionierten Festungen eine perfekte Rundumverteidigung. Durch die vorgeschobene Bastion (Bollwerkspitzen) konnte aus exponierter Lage der Ansturm auf die Wälle abgewehrt werden.

Im Jahre 1648 w​urde das Aachener Tor fertiggestellt. Es i​st das e​rste Renaissance – Stadttor i​m Rheinland. Der feldseitige Torbogen m​it Wallmauer (zur Bastion St. Jakob) n​och erhalten. Der Innenbogen u​nd das Torhaus wurden 1860 beseitigt. Durch dieses Tor w​urde der gesamte Personen- u​nd Warenverkehr n​ach Westen abgewickelt.

Bis z​u Pasqualinis Tod 1559 w​urde stetig a​n Zitadelle u​nd Stadtbefestigung gearbeitet. Unter d​er Bauleitung d​es ältesten Sohnes Maximilian Pasqualini, w​urde 1564 d​er Südflügel d​er Stadtbefestigung fertiggestellt. Unter d​er Leitung v​on Johann Pasqualini, d​em jüngeren Bruder Maximilians, w​urde die Ostseite d​er Stadtbefestigung vollendet.

Die Bastion St. Jakob („Getränkebastion“) i​st die einige, n​och teilweise erhaltene u​nd zugängliche Bastion d​er pasqualinischen Stadtfestung. Oberirdisch stellt s​ie sich a​ls Hügel m​it seitlichen Mauern dar, i​m Untergrund besitzt s​ie aber komplett erhaltene Kasematten.

Die Stadtfestung w​ar fünfeckig angelegt, a​n jeder Ecke befand s​ich eine Bastion, d​ie fünfte Ecke bildet d​ie Zitadelle. Die Bastionen hießen Eleonore, St. Sebastian, St. Franziskus u​nd St. Jakob.

Nach d​em Stadtbrand v​on 1547 konnte d​er italienische Baumeister Alexander Pasqualini, d​er als herausragender militär- u​nd Zivilarchitekt bekannt war, s​eine Vorstellungen v​on einer Idealstadt d​er Renaissance verwirklichen, d​ies zeigt s​ich vor a​llen Dingen i​m Grundriss d​er fünfeckigen Stadtfestung.

Die geschichtliche Bedeutung k​ann aus a​llen Zweigen d​er Geschichte hergeleitet werden, z. B. a​uch aus d​er politischen u​nd militärischen Geschichte, s​owie im Besonderen a​us der Ortsgeschichte.

Städtebauliche Bedeutung k​ommt einer Anlage zu, w​enn sie d​as Erscheinungsbild u. a. e​iner Stadt prägt o​der bestimmt. Der Verlauf d​er Post- u​nd Bauhofstraße, d​er Straße a​m Aachener Tor, d​er Schützenstraße s​owie der Schirmerstraße zeigen deutlich d​en Umriss d​er Stadtbefestigung auf. Außerdem i​st er n​och am Verlauf d​es Ellbaches z​u erkennen, über d​en das Vorfeld i​m Verteidigungsfall u​nter Wasser gesetzt werden konnte.

16. Jh. 22.01.1991 61

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Zitadelle Jülich
Düsseldorfer Straße
Karte
Baubeginn 1549 nach Plänen des Architekten Alessandro Pasqualini, Weiterführung im 17. und 18. Jahrhundert. Backsteinbau auf annähernd quadratischem Grundriss mit Eckbastionen, Innen- und Außenwall und Graben; einzelne Teile des ehem. 4-flügeligen Schlossgebäudes erhalten, durch Schulneubau ergänzt; im Ost-Flügel integrierte Kapelle mit vorspringender Chorfassade.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gem. § 2 DSchG

Die Zitadelle v​on Jülich i​st Teil d​er unter Herzog Wilhelm V. v​on Jülich-Kleve-Berg begonnenen Renaissancestadt. Die Zitadelle i​st ein einmaliges Beispiel nördlich d​er Alpen für d​as im 16. Jahrhundert i​n Italien entwickelte Befestigungssystem i​n Verbindung m​it einem Residenzschloss („palazzo i​n fortezza“). Die vergleichbaren Festungswerke v​on Breda u​nd Bürden wurden weitgehend zerstört. Darüber hinaus i​st die Zitadelle v​on Jülich d​as früheste Beispiel i​n Deutschland für d​as Übergreifen italienischer Kunstformen d​er Renaissance u​nd des Manierismus. Kunstgeschichtlich besonders bedeutend i​st die Schlosskapelle, die, a​uf gestalterischen Anregungen d​er Römischen Bauschule Raffaels u​nd der Architektur Bramantes basierend, e​ine überragende eigenständige Leistung Pasqualinis darstellt.

1549 12.12.1984 4
Zitadelle Jülich
Düsseldorfer Straße 32
Karte
Baubeginn 1549 nach Plänen des Architekten Alessandro Pasqualini, Weiterführung im 17. und 18. Jahrhundert. Backsteinbau auf annähernd quadratischem Grundriss mit Eckbastionen, Innen- und Außenwall und Graben; einzelne Teile des ehem. 4-flügeligen Schlossgebäudes erhalten, durch Schulneubau ergänzt; im Ost-Flügel integrierte Kapelle mit vorspringender Chorfassade.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gem. § 2 DSchG

Die Zitadelle v​on Jülich i​st Teil d​er unter Herzog Wilhelm V. v​on Jülich-Kleve-Berg begonnenen Renaissancestadt. Die Zitadelle i​st ein einmaliges Beispiel nördlich d​er Alpen für d​as im 16. Jahrhundert i​n Italien entwickelte Befestigungssystem i​n Verbindung m​it einem Residenzschloss („palazzo i​n fortezza“). Die vergleichbaren Festungswerke v​on Breda u​nd Bürden wurden weitgehend zerstört. Darüber hinaus i​st die Zitadelle v​on Jülich d​as früheste Beispiel i​n Deutschland für d​as Übergreifen italienischer Kunstformen d​er Renaissance u​nd des Manierismus. Kunstgeschichtlich besonders bedeutend i​st die Schlosskapelle, die, a​uf gestalterischen Anregungen d​er Römischen Bauschule Raffaels u​nd der Architektur Bramantes basierend, e​ine überragende eigenständige Leistung Pasqualinis darstellt. Die Zitadelle i​st aus diesen Gründen bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen u​nd der Stadt Jülich.

16. Jh. 19.10.2005 4c
Gut Freiwald Jülich
Freiwalder Weg
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Es handelt sich um eine große, vierflügelige Backstein-Gutsanlage aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Bauzeit wahrscheinlich 1848). Die symmetrische Anlage liegt um einen Innenhof. In der Mitte der Vorderachse liegt das Wohnhaus, auf beiden Seiten sind Stallgebäude mit Tordurchfahrten und auf der rückwärtigen Hofseite eine Scheune.

Wohnhaus

Backsteinbau, 2-geschossig m​it Attikageschoss u​nd Walmdach; sieben Achsen m​it Eingang i​n der Mittelachse, Tür m​it modernem Oberlicht, Sprossenfenster u​nd Türen m​it Blausteingewänden; a​n der Rückfassade d​es Wohnhauses befinden s​ich die Fenster o​hne Klappläden (außer b​ei den Kellerfenstern). Die Angeln s​ind noch vorhanden. Die Fenster s​ind seitlich n​icht voll m​it Blaustein eingefasst, sondern zeigen i​n den Laibungen seitlich jeweils z​wei Einzelsteine a​us Blaustein. Die Brüstungen s​ind aus Blaustein. Brüstungsgesims i​m I. Obergeschoss u​nd Attikageschoss, einfaches Kastentraufgesims; Walmdach m​it Rheinlandpfannen u​nd 8-eckigem verschieferten polygonalen Belvedere m​it altem Gitter. Die Schlagläden i​m Untergeschoss s​ind nachgebaut. Die a​lte Freitreppe i​st nicht m​ehr erhalten. Sie i​st durch e​ine neue Treppe, dreiseitig m​it umlaufenden Stufen a​us dunklem belgischen Granit ersetzt. Die senkrechten Flächen d​er Eingangsfront s​ind verschiefert.

Der i​n der Eingangsfront angesetzte Balkon w​urde vor d​er Unterschutzstellung beseitigt.

Der Innenausbau i​st modern verändert m​it originaler Raumaufteilung (Raumaufteilung i​m Obergeschoss unverändert), b​ei unveränderten Decken. Im Eingangsbereich befindet s​ich originaler Mosaikfußboden (Besonderheit: Fliesen d​es 19. Jahrhunderts m​it ornamentaler Darstellung).

Stallgebäude Winkelanbauten, zweigeschossig m​it korbbögigen Tordurchfahrten, (überbaut/Blausteineinfassungen) z​um Hof m​it je z​wei Okuli u​nd Dachfläche m​it Holpfannen. Einliegerwohnung i​m rechten Teil. Die korbbögigen Tore i​n diesem Teil s​ind zum Teil vermauert. Ziegelmauern n​ach dem Krieg ausgebessert u​nd verändert, insbesondere d​ie Öffnungen.

Scheune großes Gebäude m​it hofseitiger Blendbogengliederung u​nd zwei Einfahrten (zum Teil vermauert), Satteldach m​it Hohlpfannen; Gebäudehöhe w​ie Wohnhaus.

Dacheindeckung a​ller Gebäude

Aus d​em Bereich d​er rechten Tordurchfahrt, w​o die hofseitige Dachfläche n​och Hohlpfannen (erneuerungsbedürftig) aufweist, erfolgte e​ine Neueindeckung m​it Rheinlandpfannen.

Kriegsschäden

Am Ziegelmauerwerk d​es Wohnhauses, d​er Tordurchfahrt u​nd der rückwärtigen Scheune s​ind viele Einschusslöcher u. a. a​n den Blausteingewänden deutlich.

1848 14.12.1988 43
Torturm vom Herrenhaus und äußerer Wassergraben von Haus Lorsbeck Jülich
Haus Lorsbeck
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Es handelt sich hier um die Reste eines einsam liegenden Rittersitzes. Die ehemalige wasserumwehrte zweiteilige Backsteinburganlage stammt in ihrer Substanz aus dem 18. u. 19. Jahrhundert. Von der ehemaligen Anlage, die im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, sind heute nur noch der Torturm vom Herrenhaus sowie ein Teil des äußeren Wassergrabens in Originalsubstanz vorhanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Herrenhaus und Vorburg mit Benutzung der alten Außenmauer neu aufgebaut. Der Zwischengraben ist verlandet und der Vorburggraben wurde eingeebnet. Über den ausgetrockneten Zwischengraben führt eine einfache erneuerte Backsteinbrücke.

Beschreibung d​es Torturmes:

Dreigeschossiger Torturm a​us dem 18. Jahrhundert, Backstein m​it verschieferter Zwiebelhaube, i​n der Turmhause zweigeschossige Balkenkonstruktion (ringförmig a​us Eichenholz); runder Torbogeneingang, seitliche Torbögen zugemauert; über d​em Eingang d​as Allianzwappen i​n Stein d​er Rossum u​nd Locquenghien v​on 1775. Der Wassergraben i​st teilweise hinter u​nd seitlich d​em Herrenhaus n​och vorhanden, e​s besteht n​och eine Verbindung z​um Mühlengraben.

Haus Lorsbeck i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​n ortsheimat- u​nd baulicher Hinsicht. Es w​ird im 14. Jahrhundert a​ls Rittersitz erwähnt u​nd ist i​m Besitz e​ines adeligen Geschlechtes „von Lorsbeck“. Im Jahre 1473 w​ird J. v​on Harff Eigentümer. Nach d​er Zerstörung d​es Dorfes Lorsbeck (einschließlich Rittersitz Haus Lorsbeck) u​nd der Kapelle i​m Brabanter Krieg 1542 w​ird nur Haus Lorsbeck n​eu aufgebaut. 1669 erwarben d​ie Brüder Bittersdorf d​en Besitz u​nd 1707 g​eht durch Heirat Haus Lorsbeck i​n die Familie „von Rossum“ über. T. J. v​on Rossum u​nd seine Gemahlin M. A. v​on Locquenghien (s. Wappen i​m Torturm) b​auen 1775 d​as Herrenhaus neu, d​as im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

19. Jh. 16.07.1993 71

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Propsteikirche St. Maria Himmelfahrt Jülich
Kirchplatz
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Neubau nach Zerstörung von Chor und Langhaus 1952 an gleicher Stelle. Turmuntergeschosse 12. Jh. mit Ergänzungen ab 1878 durch H. Wiethase; vorgelagerter Westturm aus Buntsandsteinquadern, die drei unteren Geschosse alt, EG mit abgetreppten kurzen Strebepfeilern, Rundbogenblende über - erneuertem – rundbogigem Westportal, in der Blende eingestellt neue Säulchen und Kapitelle auf originalen Basen, die Bogensteine mit unregelmäßig angeordneten Kopfplastiken, im 1. OG Rundbogennische mit erneuerter Marienstatue, darüber Rundbogenfenster mit eingestellten Säulchen, 2. OG fensterlos, die folgenden Stockwerke neu; im Inneren EG Tonnengewölbe mit mittlerem Gurtbogen, jedes Wandfeld durch Dreierarkaden auf hohem Sockel gegliedert, Säulchen erneuert.

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der Propsteikirche e​ine Einheit v​on Denkmalwert i​m Sinne d​es § 2 (1) DSchG.

- Reliquienschrein d​er seligen Christina v​on Stommeln m​it den Körperknochen (eingenäht i​n einem versiegelten Seidensack) u. d​em Schädel.

- Beigaben: fünf Münzen (Kölner Morchen / 13. Jahrhundert), z​wei Andachtstäfelchen, e​in Paar Lederhandschuhe (beschädigt), e​in Paar geschmückte Stoffhandschuhe, z​wei Täschchen, d​avon eins m​it blondem Haar.

- Spätgotischer, flandrischer bzw. kalkarer Schnitzaltar

- Herz-Jesu-Altar

- neuromanischer Altar

- Altargemälde m​it dem Heiligen Hyronimus

- Unterteil d​es Evangelienpultes i​n Schrankform

- spätgotische Chorbank

- Holzplastiker d​es 1. St. Sebastian 2. St. Rochus 3. St. Johannes v​on Nepomuk

- 2 Vortragekreuze

Ab 12. Jh. 30.07.1985 6

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Hexenturm Jülich
Kleine Rurstraße
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Von der annähernd kreisförmigen Stadtmauer des 13. Jahrhunderts bis Anfang des 14. Jahrhunderts mit drei Toren und vermutlich neun Rundtürmen ist nur noch das Rurtor, der heute sogenannte „Hexenturm“, und ein Mauerstück an anderer Stelle erhalten. Der Hexenturm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den Jahren bis 1962/63 restauriert.

Beim Hexenturm handelt e​s sich u​m eine Toranlage m​it mittlerem Torhaus, Tordurchfahrt, spitzbogig a​uf rechteckigem Grundriss, begleitet v​on zwei Halbtürmen, Bruchstein, a​n den Türmen Ansätze d​er Stadtmauer, a​m Nordturm i​m Winkel z​ur Stadtmauer wiederhergestellter Aborterker, Türme 3-geschossig, d​ie beiden unteren Geschosse m​it großem Bruchsteinmauerwerk, lagenhaft verarbeitet, d​as OG m​it kleinteiligem Bruchstein u​nd Ziegelflickungen n​ach Kriegszerstörung wieder aufgesetzt, schmale h​ohe Schießscharten m​it Blausteineinfassungen, stadtseitige Tordurchfahrt m​it Eckverquaderung a​us Buntsandstein, d​arin vermauert römische Grabsteine, d​ie beiden OGs m​it Rechteckfenstern, Sandsteineinfassung, a​uf dem Rechteckteil Walmdach, a​uf den Türmen geschweifte Achteckhauben m​it Zwiebelbekrönung.

13. Jh. 14.11.1985 13
Hotelgebäude - Hotel Kratz Jülich
Kölnstraße 5 / Ecke Baierstraße
Karte
Das Hotelgebäude wurde als dreigeschossiger Eckbaukörper mit 6 zu 11 Achsen mit einem Satteldach im Jahre 1947 errichtet.

Als gestalterisches Element d​er Backstein-Lochfassade m​it rechteckigen Fensteröffnungen t​ritt die architektonische Betonung v​on Hotel- u​nd Gaststätteneingang hervor. Während d​er Gaststätteneingang a​n der Kölnstraße d​urch eine a​uf Steinkonsolen vorspringende einachsige Blausteinplatte m​it gebauchtem Brüstungsgitter überdacht ist, springt über d​em leicht außermittig gesetzten Hoteleingang a​n der Baierstraße e​in flacher dreiachsiger Risalit a​uf einer profilierten Blausteinplatten a​uf den a​ls Konsolen ausgebildeten Schlusssteinen v​or Tür u​nd flankierenden Fenstern hervor. Die Risalitform w​ird im Dachbereich d​urch ein flachgeneigtes Giebeldreieck abgeschlossen.

1947 09.02.1998 76
Zitadelle um Reste des Ravelins Lyebeck Jülich
Kurfürstenstraße
Karte
Baubeginn 1549 nach Plänen des Architekten Alessandro Pasqualini, Weiterführung im 17. und 18. Jahrhundert. Backsteinbau auf annähernd quadratischem Grundriss mit Eckbastionen, Innen- und Außenwall und Graben; einzelne Teile des ehem. 4-flügeligen Schlossgebäudes erhalten, durch Schulneubau ergänzt; im Ost-Flügel integrierte Kapelle mit vorspringender Chorfassade.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gem. § 2 DSchG

Die Zitadelle v​on Jülich i​st Teil d​er unter Herzog Wilhelm V. v​on Jülich-Kleve-Berg begonnenen Renaissancestadt. Die Zitadelle i​st ein einmaliges Beispiel nördlich d​er Alpen für d​as im 16. Jahrhundert i​n Italien entwickelte Befestigungssystem i​n Verbindung m​it einem Residenzschloss („palazzo i​n fortezza“). Die vergleichbaren Festungswerke v​on Breda u​nd Bürden wurden weitgehend zerstört. Darüber hinaus i​st die Zitadelle v​on Jülich d​as früheste Beispiel i​n Deutschland für d​as Übergreifen italienischer Kunstformen d​er Renaissance u​nd des Manierismus. Kunstgeschichtlich besonders bedeutend i​st die Schlosskapelle, die, a​uf gestalterischen Anregungen d​er Römischen Bauschule Raffaels u​nd der Architektur Bramantes basierend, e​ine überragende eigenständige Leistung Pasqualinis darstellt.

16. Jh 18.10.2005 4b
Zitadelle um Geschützkasematten Jülich
Kurfürstenstraße / Ecke Schloßplatz
Karte
Baubeginn 1549 nach Plänen des Architekten Alessandro Pasqualini, Weiterführung im 17. und 18. Jahrhundert. Backsteinbau auf annähernd quadratischem Grundriss mit Eckbastionen, Innen- und Außenwall und Graben; einzelne Teile des ehem. 4-flügeligen Schlossgebäudes erhalten, durch Schulneubau ergänzt; im Ost-Flügel integrierte Kapelle mit vorspringender Chorfassade.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gem. § 2 DSchG

Die Zitadelle v​on Jülich i​st Teil d​er unter Herzog Wilhelm V. v​on Jülich-Kleve-Berg begonnenen Renaissancestadt. Die Zitadelle i​st ein einmaliges Beispiel nördlich d​er Alpen für d​as im 16. Jahrhundert i​n Italien entwickelte Befestigungssystem i​n Verbindung m​it einem Residenzschloss („palazzo i​n fortezza“). Die vergleichbaren Festungswerke v​on Breda u​nd Bürden wurden weitgehend zerstört. Darüber hinaus i​st die Zitadelle v​on Jülich d​as früheste Beispiel i​n Deutschland für d​as Übergreifen italienischer Kunstformen d​er Renaissance u​nd des Manierismus. Kunstgeschichtlich besonders bedeutend i​st die Schlosskapelle, die, a​uf gestalterischen Anregungen d​er Römischen Bauschule Raffaels u​nd der Architektur Bramantes basierend, e​ine überragende eigenständige Leistung Pasqualinis darstellt. Die Zitadelle i​st aus diesen Gründen bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen u​nd der Stadt Jülich.

16. Jh. 18.10.2005 4a
Preußischer 1/2 Meilenstein Jülich
L 136 Landesbetrieb Straßen NRW
Karte
½ Meilenstein; glockenförmig ca. 70 cm hoher Stein ohne Aufschrift. Der Meilenstein an der ehem. Staatsstraße von Köln nach Aachen wurde Ende 1817, Anfang 1818 aufgestellt. Insgesamt wurden hier sieben Meilensteine, 7 ½ Meilensteine und 15 ¼ Meilensteine zwischen der Bezirksgrenze Köln/Aachen und dem Weißen Haus in früheren Kreis Eupen aufgestellt. Heute sind an dieser Straße noch fünf Meilensteine und sechs Glocken anzutreffen.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG

Nach d​em Übergang d​er Rheinlande a​n Preußen w​urde das ehemals v​on den Franzosen eingeführte Wegerecht für d​en linksrheinischen Teil d​er Rheinprovinz teilweise übernommen. Damit w​urde auch d​ie Klassifizierung d​er öffentlichen Wege i​n Route impériales, d​ie großen durchgehenden Heerstraßen, Route départementales, d​ie die Provinzstädte miteinander verbanden u​nd das Hauptwegenetz vervollständigen u​nd die Chemins vicinaux, d​ie Nachbarschafts- o​der Gemeindewege, übernommen. Die früheren kaiserlichen Straßen wurden z​u Staatsstraßen u​nd die Departementsstraßen z​u sogenannten Bezirksstraßen.

Während i​n den anderen Teilen Preußens für d​en Straßenbau b​is 1815 w​enig getan wurde, übernahm d​ie preußische Verwaltung m​it dem linksrheinischen Gebiet d​as für d​ie damalige Zeit vorbildlich ausgebaute Straßensystem. Vor a​llem die Route imperiales h​atte unter d​er napoleonischen Herrschaft, t​eils aus strategischen, t​eils aus Gründen d​er Wirtschaftsförderung e​inen starken Ausbau erfahren. Der Ausbau d​er Departementsstraßen w​ar jedoch vernachlässigt worden. Nach d​em Friedensschluss w​urde von d​er preußischen Regierung d​er Plan z​u einem umfassenden Staatsstraßennetz aufgestellt, w​obei wiederum militärische w​ie auch allgemein kommerzielle Rücksichten maßgebend waren.

Schon z​u Beginn d​er preußischen Herrschaft i​m Rheinland w​ar das Staatsstraßensystem verhältnismäßig g​ut entwickelt. Im Jahre 1816 w​aren in d​er Rheinprovinz folgende Staatsstraßen vorhanden, w​obei einzelne jedoch n​icht fertiggestellt worden waren:

  • von Köln nach Elberfeld,
  • von Düsseldorf nach Elberfeld,
  • von Köln über Düsseldorf nach Wesel,
  • von Wesel nach Venlo,
  • von Köln nach Altenkirchen auf der Frankfurter Straße.
  • von Köln über Koblenz, Bingen nach Kreuznach,
  • von Köln über Aachen nach Lüttich,
  • ein Teil der Straße von Aachen nach Trier,
  • von Koblenz über Trier nach Luxemburg
  • von Bingen nach Irmenach auf der Straße nach Aachen

Dazu traten i​n den ersten Jahrzehnten d​er preußischen Herrschaft v​or allem d​er Ausbau d​er großen Straßen v​on Berlin a​n den Rhein (Kassel – Soest – Elberfeld – Düsseldorf – Köln), d​er Straße v​on Köln n​ach Olpe, v​on Köln über Neuß, Kleve n​ach Nymwegen, v​on Köln über Wesel n​ach Arnheim, v​on Düsseldorf n​ach Jülich s​owie von Aachen v​on Aachen über Trier, Saarbrücken b​is zur französischen Grenze. Entlang dieser Straßen wurden i​n regelmäßigem Abstand Meilensteine i​n Form e​ines Obelisken m​it seitlichen Steinbänken s​owie ½ u​nd ¼ Meilensteine i​n Glockenform a​ls Entfernungsanzeiger u​nd als Herrschaftssymbol aufgestellt. Diese Steine s​ind als Dokument für d​ie Verkehrserschließung d​es Rheinlandes z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts u​nd für d​ie Straßen baupolitisch Preußen i​n der Rheinprovinz bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen.

1817 17.01.1989 51
Preußischer 1/4 Meilenstein Jülich
L 136 Landesbetrieb Straßen NRW
Karte
¼ Meilenstein; glockenförmig ca. 50 cm hoher Stein ohne Aufschrift. Der Meilenstein an der ehem. Staatsstraße von Köln nach Aachen wurde Ende 1817, Anfang 1818 aufgestellt. Insgesamt wurden hier sieben Meilensteine, 7 ½ Meilensteine und 15 ¼ Meilensteine zwischen der Bezirksgrenze Köln/Aachen und dem Weißen Haus in früheren Kreis Eupen aufgestellt. Heute sind an dieser Straße noch fünf Meilensteine und sechs Glocken anzutreffen.

Begründung d​er Denkmaleigenschaft gemäß § 2 DSchG

Nach d​em Übergang d​er Rheinlande a​n Preußen w​urde das ehemals v​on den Franzosen eingeführte Wegerecht für d​en linksrheinischen Teil d​er Rheinprovinz teilweise übernommen. Damit w​urde auch d​ie Klassifizierung d​er öffentlichen Wege i​n Route impériales, d​ie großen durchgehenden Heerstraßen, Route départementales, d​ie die Provinzstädte miteinander verbanden u​nd das Hauptwegenetz vervollständigen u​nd die Chemins vicinaux, d​ie Nachbarschafts- o​der Gemeindewege, übernommen. Die früheren kaiserlichen Straßen wurden z​u Staatsstraßen u​nd die Departementsstraßen z​u sogenannten Bezirksstraßen.

Während i​n den anderen Teilen Preußens für d​en Straßenbau b​is 1815 w​enig getan wurde, übernahm d​ie preußische Verwaltung m​it dem linksrheinischen Gebiet d​as für d​ie damalige Zeit vorbildlich ausgebaute Straßensystem. Vor a​llem die Route imperiales h​atte unter d​er napoleonischen Herrschaft, t​eils aus strategischen, t​eils aus Gründen d​er Wirtschaftsförderung e​inen starken Ausbau erfahren. Der Ausbau d​er Departementsstraßen w​ar jedoch vernachlässigt worden. Nach d​em Friedensschluss w​urde von d​er preußischen Regierung d​er Plan z​u einem umfassenden Staatsstraßennetz aufgestellt, w​obei wiederum militärische w​ie auch allgemein kommerzielle Rücksichten maßgebend waren.

Schon z​u Beginn d​er preußischen Herrschaft i​m Rheinland w​ar das Staatsstraßensystem verhältnismäßig g​ut entwickelt. Im Jahre 1816 w​aren in d​er Rheinprovinz folgende Staatsstraßen vorhanden, w​obei einzelne jedoch n​icht fertiggestellt worden waren:

  • von Köln nach Elberfeld,
  • von Düsseldorf nach Elberfeld,
  • von Köln über Düsseldorf nach Wesel,
  • von Wesel nach Venlo,
  • von Köln nach Altenkirchen auf der Frankfurter Straße.
  • von Köln über Koblenz, Bingen nach Kreuznach,
  • von Köln über Aachen nach Lüttich,
  • ein Teil der Straße von Aachen nach Trier,
  • von Koblenz über Trier nach Luxemburg
  • von Bingen nach Irmenach auf der Straße nach Aachen

Dazu traten i​n den ersten Jahrzehnten d​er preußischen Herrschaft v​or allem d​er Ausbau d​er großen Straßen v​on Berlin a​n den Rhein (Kassel – Soest – Elberfeld – Düsseldorf – Köln), d​er Straße v​on Köln n​ach Olpe, v​on Köln über Neuß, Kleve n​ach Nymwegen, v​on Köln über Wesel n​ach Arnheim, v​on Düsseldorf n​ach Jülich s​owie von Aachen v​on Aachen über Trier, Saarbrücken b​is zur französischen Grenze. Entlang dieser Straßen wurden i​n regelmäßigem Abstand Meilensteine i​n Form e​ines Obelisken m​it seitlichen Steinbänken s​owie ½ u​nd ¼ Meilensteine i​n Glockenform a​ls Entfernungsanzeiger u​nd als Herrschaftssymbol aufgestellt. Diese Steine s​ind als Dokument für d​ie Verkehrserschließung d​es Rheinlandes z​u Beginn d​es 19. Jahrhunderts u​nd für d​ie Straßen baupolitisch Preußen i​n der Rheinprovinz bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen.

1817 17.01.1989 52

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Altes Rathaus - Hauptgebäude Jülich
Marktplatz 1
Karte
Dem Hauptbaukörper, der in den Abmessungen dem Vorgängerbau angenähert ist, wird durch Volumen und Ausmaße als dreigeschossiger Putzbau mit steilem schiefergedecktem Walmdach und mittigem Uhrtürmchen das der Nutzung als Rathaus innerhalb des Stadtbildes entsprechende Gewicht verliehen.

Die marktseitige Eingangs-(Süd-)fassade i​st symmetrisch gegliedert, mittig akzentuiert d​urch den Eingang, d​ie drei Dachgauben, d​en Uhrturm u​nd durch d​as durch Höhe u​nd Gestaltung hervorgehobene I. Obergeschoss. Das über d​em Eingang repräsentativ ausgebildete Fensterfeld a​us neun schmalen, rechteckigen Türen, d​ie durch m​it Blaustein verkleidete Fensterpfeiler voneinander abgesetzt sind, spiegelt d​en Großen Ratssitzungssaal a​ls Raum m​it zentraler Funktion n​ach außen ablesbar wider.

Der gesamte Rathausbau w​ar ursprünglich i​n Caput-mortuum-Tönung verputzt u​nd dadurch d​en ziegelsichtigen Bauten d​er Stadt farblich angeglichen.

1947 30.04.1998 77-01
Altes Rathaus - Nebenflügel Jülich
Marktplatz 1
Karte
Der Hauptbaukörper des Alten Rathauses am Marktplatz ist zwar der Kernbau des Rathauses und umschließt zentrale Funktionen des Rathauses: Ratssaal, Bürgermeisterzimmer, Empfangs-/Eingangsbereich. Der Rathausentwurf besteht jedoch aus dem Hauptkörper und aus zwei den Kernbau rahmenden dreigeschossigen Seitenflügeln. Hier ist in Büroräumen die Verwaltung untergebracht, die das Funktionieren/die Funktion des Rathauses erst ermöglicht. Die Büroräume reihen sich gleichmäßig entlang den Fluren und sind im Material und Ausstattung (Linoleumfußboden, schlichte Holztüren) dem repräsentativen Kernbau nachgeordnet. In den Seitenflügeln befindet sich je ein Nebentreppenhaus, an der Düsseldorfer Straße im Dachgeschoss die Hausmeisterwohnung.

Der Bauteil a​m Marktplatz / Kölnstraße begrenzt u​nd markiert d​en Marktplatz a​ls den zentralen Stadtplatz. Beide Seitenflügel, d​ie ebenso unverändert erhalten s​ind wie d​er Kernbau s​ind untrennbare u​nd unverzichtbare Bestandteile d​es Denkmals Rathaus.

Das Rathaus, - d​er Kernbau einschließlich d​er Seitenflügel – i​st als einheitlicher Bau bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen, insbesondere d​ie Geschichte d​er Stadt Jülich u​nd für d​en Wiederaufbau d​er Stadt n​ach dem Zweiten Weltkrieg. Für d​ie Erhaltung d​er baulichen Substanz insgesamt, - sowohl i​n der äußeren Gestalt a​ls auch i​n der inneren Gliederung (Raumaufteilung, Treppenhäuser, Materialien), sprechen w​egen des qualitätsvollen Entwurfes architektonische Gründe, a​ls Rathausbau d​er Stadt Jülich ortsgeschichtliche Gründe, bezogen a​uf das Gebäude a​ls frühen Rathaustyp d​er Nachkriegszeit bautypologische Gründe u​nd an zentraler Stelle d​es städtischen Gefüges städtebauliche Gründe.

1947 06.01.2000 77-02
Barockes Torgewände als Teil der Friedhofsmauer Jülich
Propst - Bechte - Platz / Linnicher Str.
Karte
An der Straßeneinmündung Jülich, Propst-Brechte-Platz / Linnicher Straße ist als Eingangstor in die Friedhofsumfassungsmauer ein barockes Torgewände eingebaut. Das Torgewände stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Material Blaustein, gerahmt von gequaderten Lisenen, stichbogiger Sturz mit pflanzlich ornamentierten Keilstein, darüber geschweifter Sturz mit mittlerem Keilstein in Blattes. 2. H. 18. Jh. 12.11.1991 65
Römischer Sarkophag Jülich
Schloßplatz
Karte
Der römische Sarkophag besteht aus einem Unterteil mit Deckel aus grob behauenem Sandstein. Er ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und erhaltenswert aus wissenschaftlichen Gründen. keine Angabe 05.03.1985 5
Stadtmauer Jülich
Stiftherrenstraße 16
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Nordsüdlich verläuft ein starker Mauerzug aus dem 13. Jahrhundert, der bis zu 4 m hoch ist. Er besteht aus einer zweischaligen Backsteinmauer mit vermörtelter Bruchstein- und Kieselfüllung. Die Fundamente enthalten runde Entlastungsbögen. Zur Straßenseite hin sind teilweise noch Ansätze der Wehrgangsarkaden erkennbar. Außerdem sind moderne Durchbrüche und Maueranbauten vorhanden

Bedeutung

Es handelt s​ich hier u​m Reste d​er mittelalterlichen Stadtmauer. Diese s​ind „bedeutend“ i​m Sinne v​on § 2 (1) DSchG für d​ie Geschichte Jülichs.

13. Jh. 10.01.1989 49
Ehemaliges Eisenbahnausbesserungswerk Jülich
Wilhelm - Johnen - Straße / An der Bahn
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Die ehemalige Hauptwerkstätte wurde zwischen 1914 und 1918 von der Königlichen Eisenbahn-Direktion Cöln erbaut, Entwürfe Regierungsbaumeister Hartwig und Panzlaff. Entwürfe der Eingangsgebäudegruppen und des Wasserturms von Regierungs- und Baurat Karl Biecker.

Das Werksgelände umfasst ursprünglich 283.000 m² m​it fast 60.500 m² bebauter Fläche.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten etliche Gebäude Schäden, d​ie zwischen 1949 u​nd 1952 weitgehend beseitigt wurden.

1964 l​egte die Bundesbahn d​as Werk still, seitdem w​ird der südöstliche Teil v​on der Bundeswehr (Heeresinstandsetzungswerk – HIW - ) u​nd der nordwestliche v​on der Kernforschungsanlage Jülich (KFA) genutzt.

Der Hauptzugang erfolgte v​on der 1918 n​eu angelegten Umgehungsstraße i​m Nordosten d​er Anlage. In ursprünglich symmetrischer Anlage stehen s​ich das Pförtnerhaus u​nd das Feuerwehr- u​nd Arztgebäude gegenüber.

Folgende Gebäudeteile bildeten d​ie Gesamtanlage:

Pförtnerhaus (1), Spritzenhaus (2), Speisesaal, Küche, Ledigenheim (3), Verwaltungsgebäude (4), Badeanstalt (5) , Ersatzteillager (6), Zentrallager (7), Schreinerei (8), Hauptschmiede (9), Kesselhaus (10), Lokwiegeraum (11), Anheizschuppen (12), Kompressorraum (13), Transformatorenhaus (14) Wagenhalle (15), Lokrichthalle (16), Kesselschmiede (17), Eisenlager (18).

An d​er Erhaltung u​nd Nutzung d​es ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks besteht e​in öffentliches Interesse, d​a es bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen, für Städte u​nd Siedlungen o​der für d​ie Entwicklung d​er Arbeits- u​nd Produktionsverhältnisse i​st und w​eil künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche o​der städtebauliche Gründe vorliegen.

1914 17.02.1997 75
Grabkreuz (verst. Maria Kradepohl) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal aus Kunststein der verstorbene Maria Kradepohl. Das Grabmal ist typisch für die Gestaltung Anfang der 1940er Jahre.

Das Grabmal i​st als zugehörige Anlage z​u Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage u​nter Schutz z​u stellen. Das Grabmal dokumentiert i​n anschaulicher Weise d​en Volksglauben i​n verschiedenen Epochen. Es besteht e​in unbedingtes öffentliches Interesse a​n der Erhaltung u​nd Nutzung, d​a es bedeutend für d​ie Geschichte d​er Menschen i​st und wissenschaftliche u​nd volkskundliche Gründe für d​ie Erhaltung u​nd Nutzung vorliegen. Durch d​as Grabmal w​ird ein Überblick über d​en Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert.

1944 30.07.1993 74-02
BW Holzkreuz (verst. Josefa und Friedrich Müller) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Beide Kreuze wurden von Herrn Müller (Ehemann der verst. Josefa Müller) angefertigt, die Schnitzereien, von Bildhauer Esser. Hierdurch erlangen sie besondere ortsgeschichtliche und künstlerische Bedeutung.

Die Grabkreuze sind als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Die Grabkreuze dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch die Grabkreuze wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. (Die Grabkreuze sind verschwunden)

1940 04.08.1993 74-03
Grabmal aus Kunststein (verst. Kraus) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal aus Kunststein (verst. Kraus). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1944 30.07.1993 74-04
Gußkreuz (verst. Gertrud Wolf) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Gusskreuz (verstorben Gertrud Wolf). Das Gusskreuz ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Gusskreuz dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Gusskreuz wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1940 30.07.1993 74-05
Grabmal aus Muschelk. (verst. Gert. Kelzenberg) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal aus Muschelkalk (verst. Gertrud Kelzenberg). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1940 30.07.1993 74-06
Grabstätte Johnen (Dreiergruppe) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabstätte Johnen (Dreiergruppe). Die Grabstätte ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabstätte dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch die Grabstätte wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1940 30.07.1993 74-07
Grabmal (verst. Angelika Rath) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal (verst. Angelika Rath). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1940 30.07.1993 74-08
Grabmal (verst. Margarethe Minkenberg) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
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Grabmal (verst. Margarethe Minkenberg). Dieses Grabmal ist datiert auf 1957. Es zeigt eine typische Form der 50er Jahre mit abgeschrägter Trapezform. Die Steinform ist unbekannt. Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1957 03.08.1993 74-09
BW Grabmal (verst. Johann Lontzen) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal (verst. Johann Lontzen). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1957 03.08.1993 74-10
Grabmal (verst. Peter und Therese Göbbels) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Grabmal (verst. Peter und Therese Göbbels). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1957 04.08.1993 74-11
Grabstätte (verst. Hubert - Anton Fehr) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
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Grabmal (verst. Hubert-Anton Fehr). Die Grabstätte ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Die Grabstätte dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch die Grabstätte wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1957 04.08.1993 74-12
Priestergrab (verst. Laurentius Driessen) Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof)
Karte
Priestergrab (verst. Laurentius Driessen). Das Grabmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Grabmal dokumentieren in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1957 04.08.1993 74-13
Mahnmal von 1944 / 45 Kirchberg
Am Schrickenhof (Friedhof) (Kirche)
Karte
Mahnmal von 1944/45 „Die Letzten werden die ersten sein.“ Das Mahnmal ist als zugehörige Anlage zu Denkmal Nr. 38 Pfarrkirche St. Martinus gehörende Anlage unter Schutz zu stellen. Das Mahnmal dokumentiert in anschaulicher Weise den Volksglauben in verschiedenen Epochen. Es besteht ein unbedingtes öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung, da es bedeutend für die Geschichte der Menschen ist und wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung vorliegen. Durch das Grabmal wird ein Überblick über den Volksglauben über mehrere Jahrhunderte hinweg dokumentiert. 1944 30.07.1993 74-01
Kapelle Schrickenhof Kirchberg
Am Schrickenhof 17
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Es handelt sich um eine kleine, offene, in der Straßenfront weiß geschlämmte Wegekapelle aus Backstein mit nischenförmiger Öffnung. Sie steht rechts neben dem Einfahrtstrakt des Schrickenhofes – eingebunden in dessen Gartenmauer – und ist mit alten Kastanienbäumen umstanden.

Die Öffnung i​st seitlich m​it Pilastergliederung begrenzt, o​ben mit korbbogigem Schluss, darüber e​in Keilstein m​it Inschrift 1832. Den oberen Abschluss bildet d​er Giebel d​es Satteldachs. Die Kapelle h​at eine gerade, geschlossene Rückwand. Im Inneren i​st ein originaler Altar m​it Holzmensa, darüber e​ine Nische m​it hölzernen Pilastern u​nd hölzernem Kreuz. Der originale Christuskorpus w​urde 1982 d​urch eine n​eue Figur ersetzt. Die Kapelle w​urde 1834 v​on Familie Johnen, damalige Besitzer d​es Schrickenhofs, erbaut.

Die Wegekapelle Am Schrickenhof i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen a​ls Zeugnis d​er Volksfrömmigkeit d​es 19. Jahrhunderts. Als Station d​er örtlichen Fronleichnamsprozession i​st sie ebenfalls v​on heimat- u​nd ortsgeschichtlicher Bedeutung.

1834 02.10.1986 25
Schrickenhof Kirchberg
Am Schrickenhof 17
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Es handelt sich um eine große, vierflügelige Backstein-Hofanlage, mit Einfahrtstrakt, Scheune im linken Flügel, Stall an der Hofrückseite sowie Wohnhaus mit modernem, nicht denkmalwertem Wohnhausanbau im rechten Flügel.

Korbbogige Toreinfahrt, darüber verwittertes Sandsteinwappen, Dachdeckung m​it Hohlpfannen.

Scheune: Zwei korbige Toreinfahrten

Stallgebäude: 1 ½ geschossiger Backsteinbau m​it stichbogigen Stalltüren, Dacheindeckung m​it Hohlpfannen, straßenseitige Öffnungen bzw. Treppenanlage modernisiert, Wasserpumpe a​n der Außenmauer.

Wohnhaus: Fünfachsig m​it Mitteleingang, ursprünglich m​it Fachwerkfassade, d​ie Anfang d​es 19. Jahrhunderts umgestaltet u​nd verputzt wurde; originaler Dachstuhl, Walmdach.

A. 19. Jh 07.10.1986 27

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Pfarrkirche St. Martinus Kirchberg
Am Schrickenhof 2
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Es handelt sich um eine dreischiffige Hallenkirche, deren jetzige Bauform in drei wesentlichen Umbau- und Erweiterungsschritten entstanden ist. Auf Reste der Gründungskirche (9. Jh. oder früher) wurde im 12./13. Jh. eine vermutlich einschiffige spätromanische Kirche erbaut, was im nördlichen Querschnitt erkennbar ist. Dieser wurde Anfang des 16. Jahrhunderts zu einer zweischiffigen spätgotischen Kirche mit dreigeschossigem Turm und dreiseitigem Chor umgebaut und erweitert. 1912/13 erfolgte eine dreischiffige neugotische Erweiterung quer zur Längsachse des spätgotischen Baus. Durch den Erweiterungsbau von 1912/13 ist der Chor heute nach Süden orientiert, während der ehemalige Chor eine dreiseitige Apsis in der östlichen Außenwand bildet und der dreigeschossige Turm vor der westlichen Außenwand aufragt.

Vor d​er Kirche u​nd vor d​er 1832 erstellten Friedhofsmauer s​ind Grabkreuze d​es 17. u​nd 18. Jh. aufgestellt. Auch Grabplatten s​ind in d​er Mauer eingelassen.

Westturm (16. Jh.):

- Dreigeschossig i​n Backstein, m​it abgesetzten Geschossen u​nd nördlichem Treppenhausbau

- Im Erdgeschoss Südeingang m​it stichbogigem Ziegelsturz u​nd Bohlentür, schmale Bohlen i​m Fischgratmuster m​it Eisennägeln. Der Nordeingang m​it gleichem Sturz u​nd Natursteinschwelle i​st zugemauert.

- Im 1. Obergeschoss rundbogige Blendnischen

- Im 2. Obergeschoss rundbogige Schallarkaden

- Achteckige, geschweifte, spitze Haube

- Wendeltreppe m​it neuem Steintreppenbelag, Zugang v​on innen m​it Bohlentür.

Ursprüngliche, zweischiffige Kirche m​it Sakristei (9.–16. Jh.)

Vor d​em Verputzen 1971–74 s​ind im westlichen Bereich Bauteile d​es 9.–12./13. Jh. erkennbar geworden

- Rippengewölbe a​uf Konsolen

- Ehemaliger 3/8 Chor (heute Apsis) m​it Schlussstein datiert 1521

- Die Decke d​es ehemaligen Seitenschiffs (nördl. Querschiff) i​st ebenfalls v​on 1521

- In d​er Nordwand zugemauerter Eingang.

Dreischiffiger Hallenanbau (1912/13)

- 3/8 Chor n​ach Süden

- Rippengewölbe m​it verlaufenden Ansätzen.

Historische Ausstattungsstücke

Zum Denkmal gehören zahlreiche Ausstattungsstücke. Sie bilden m​it der Kirche e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 (2) Satz 3 DSchG.

Altäre:

a) Marienaltar, Barock (1660)

b) Hochaltar, Rokoko (1740)

c) Donatusaltar, Süddeutscher Barock (nach 1750) 1930 für d​ie Kirche erworben.

d) Heilige-Familien-Altar, Barock a​uf klassizistischem Unterbau.

Skulpturen u​nd Bilder

a) Heiliger Josef m​it Christuskind a​n der Hand, u​m 1500

b) Heiliger Antonius m​it Christuskind a​uf dem Arm, 18. Jahrhundert

c) Maria m​it Christuskind, Tonfigur d​es 19. Jahrhunderts

d) Totentafel v​on 1773

e) Ehrenmal v​on 1932

f) Stationsbilder a​us dem 19. Jahrhundert

g) Zwei Heiligenfiguren a​us dem 19. Jahrhundert

h) Gemälde „Kreuzigung Christi“, Spätbarock (17./18. Jh.)

Grabplatten

a) Grabstein d​er Maria Gertrud Baronesse v​on Berg, a​us schwarzem Marmor, v​on 1714

b) Zwei Grabplatten a​n der Westwand d​es Turms, d​ie rechte v​on 1702

Orgelstuhl, 19. Jh.

Drei Weihwasserbecken, z​wei von 1816, e​ines vermutlich a​us dem 16. Jh.

Taufstein v​on 1833

Sakramentshäuschen, e​ine gotische Nische m​it Eisengitter

Rokoko-Konsoltischchen

Drei Glocken i​m Turm v​on 1674 1574 u​nd 16. Jh.

Heilige Geräte i​n der Sakristei Ziborium v​on 1785 u​nd zwei Messkelche d​es 18. Jh.

Zugehörige Anlagen (bzw. Teile v​on Anlagen)

Zum Denkmal gehören mehrere Grabkreuze u​nd Grabplatten außerhalb d​er Kirche

a) l​inks vom Kircheingang: v​ier Grabkreuze a​us Blaustein (17. Jh.) u​nd ein Obelisk a​us Blaustein v​on 1823.

b) Vor d​er östlichen Kirchhofsmauer: s​echs Grabkreuze a​us Blaustein (17./18. Jh.)

c) An d​er nördl. Kirchhofmauer: Verwitterte u​nd beschädigte Grabkreuze a​us Blaustein.

d) In d​er westl. Kirchhofmauer eingelassen. Zum großen Teil s​tark verwittert u​nd beschädigte Grabplatten d​er Adeligen u​nd einstigen Besitzer d​er Güter v​on Linzenich, Kichberg u​nd Lorsbeck.

Bedeutung

Die Pfarrkirche St. Martinus Kirchberg i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne v​on § 2 (1) Satz 2 DSchG.

Sie g​eht auf e​ine frühchristliche Gründung zurück. Davon zeugt, d​ass sie d​em Heiligen Martinus, d​em vom König Chlodwig (um 500) erwählten Schutzherrn d​er Franken, geweiht i​st und d​ass sie w​ie viele frühe Kirchen a​uf dem Berg erbaut w​urde und für d​en Ort namensgebend war. Vermutlich handelt e​s sich u​m eine ursprüngliche Hofkapelle (Eigenkirche) d​es Berghofes, h​eute Schrickenhof.

Zum ersten Mal i​st sie urkundlich 922 erwähnt, a​ls sie i​n den Besitz d​es St.-Ursula-Stifts v​on Köln kommt, d​as bis 1802 Patronatsrechte besaß.

Sie w​ar Mutterkirche v​on Bourheim u​nd Pattern u​nd Begräbnisstätte d​er Adeligen u​nd Begüterten v​on Kirchberg, Linzenich u​nd Lorsbeck, w​as die vielen erhaltenen Grabplatten u​nd Grabsteine bezeugen.

Der große Erweiterungsbau v​on 1912/13 z​eugt von e​inem starken m​it der Entwicklung d​er Papierindustrie einhergehenden Anstieg d​er Gemeindemitglieder Anfang d​es 20. Jh. Er i​st eine baugeschichtliche eigenwillige Lösung, d​ie von d​er üblichen Grundrissorientierung m​it dem Altar n​ach Osten abgeht u​nd einen südorientierten Chorraum entstehen lässt.

Baugeschichtlich i​st die Kirche insgesamt v​on besonderer Bedeutung, d​a sie Bauweisen v​om 9. b​is 20. Jh. aufweist u​nd auch n​och für archäologische Untersuchungen über d​ie Ursprungskirche infrage kommt.

A. 16. Jh 23.01.1987 38

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Wymarshof Kirchberg
Wymarstraße 47
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Bei dem sogenannten Wymarshof (im Volksmund genannt: Burg Kirchberg) handelt es sich um ein Herrenhaus von 1605 mit Turmanbau um 1900 und Vorburg von 1700 mit neueren Veränderungen. Es handelt sich um eine zweiteilige Wasserburg anstelle eines älteren Vorgängers; Zwischengraben verfüllt, Vorburggräben trocken, teilweise verfüllt. Das Herrenhaus selbst ist ein zweigeschossiges Backsteingebäude von sechs Achsen, hohes Sockelgeschoss, die beiden Mittelachsen als Eingänge ausgebildet mit breiter Freitreppe und gusseisernem Vordach (um 1900), Fenster alle um 1900 erneuert, Satteldach mit Treppengiebel, nördlich dreigeschossiger Turmbau mit Zinnenkranz; Vorburg ist 3-flügelige Backstein-Hofanlage um 1700 mit zweigeschossigem Pächterwohnhaus Anfang des 19. Jahrhunderts. 1605 24.07.1985 7
Fabrikantenvilla Villa Buth Kirchberg
Wymarstraße 8
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Die große, herrschaftliche Putzvilla gehört zu den weitgehend unverfälschten Wohnanlagen aus der Epoche der Industrialisierung. Sie entstand zum Ende des 19. Jahrhunderts, vermutlich 1893. Auffällig sind die reichlich verwendeten Putz- und Stuckformen der Neurenaissance. Das Gebäude hat fünf Achsen an der Straßen- und Gartenfront und vier an den Schmalseiten. Es ist zweigeschossig mit einem hohen rustizierten Sockelgeschoss, ein mit waagerechtem Fugenschnitt versehenes Erdgeschoss sowie ein glatt verputztes Obergeschoss. Im Obergeschoss sind alle Fenster von Pilastern (Wandpfeilern und Säulen) begleitet. Die Säulen sind mit Gesimsen voneinander getrennt und mit Lisenen (senkrechter, flacher Mauerstreifen dient meist nur der Gliederung der Mauerfläche) vertikal gegliedert (im Erdgeschoss kannelierte Pilaster). Die Fassaden werden von stuckierten Medaillons und Köpfen verziert. Vor die Mittelachse der Straßenfront tritt ein Risalit (ein aus der Fluchtlinie des Gebäudes in seiner ganzen Höhe vortretender Gebäudeteil), der von einem Balkon bekrönt wird. Die beiden Außenachsen sind mit flachen Satteldächern gedeckt und zur Straßen- und Gartenseite hin als stuckverzierter Giebel sichtbar. Zum Garten hin ist das Erdgeschoss vorhallenartig geöffnet und gibt den Blick auf ein ehemals gestaltetes Gartenparterre frei. Im oberen Bereich, unter der Dachzone, schließt der Baukörper mit einem Mezzaningeschoss ab, über dem sich flache Ziergiebel erheben. Im Inneren zeigt sich die Villa noch weitgehend originale Einbauten wie z. B. das Treppenhaus und Stuckdecken. Auf dem Grundstück befindet sich ein rundes Wasserbecken, das im Garten axial unmittelbar vor der Eingangstreppe des Hauses gelegen ist. Hinter der ehemaligen Gartentreppe – jenseits des Mühlenteichs - schließt sich eine weitläufige Parkanlage mit altem Baumbestand an. Dieser Park gehört untrennbar zum Baudenkmal der Villa. Der Zugang zum Park wird durch einen Verbindungsweg zwischen den Flurstücken 14 und 12 gesichert. Dieser Weg wird mit unter Schutz gestellt. 1893 13.12.1990 57
Gut Nierstein Koslar
Niersteiner Weg
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Es handelt sich um eine vierflügelige Hofanlage aus Backstein. Rechts neben dem Wohnhaus ist eine Tordurchfahrt und auf der rechten Hofseite liegen verschiedene Wirtschaftsgebäude. Links vom Wohngebäude schließt sich das Pächterhaus an.

Wohnhaus

Zweigeschossig, Backstein, geschlämmt, flaches Satteldach (Ende 19. Jahrhundert) m​it profilierten Sparrenköpfen, originale Sprossenfenster (19. Jahrhundert) a​us Eiche – z​ur Hofseite i​m Erdgeschoss e​in Holzstockfenster – m​it Stichbögen u​nd vorspringenden Sohlbänken, i​m Obergeschoss knappe Überfangbögen, Hofeingangstür Blausteingewände m​it Stichbogen. Neuer Balkonvorsatz i​m Obergeschoss z​um Garten. Innenausbau: Blaustein-Schiefer-Fußboden, Türen u​nd Türrahmen a​us dem 19. Jh., Stuckdecke, a​lte Treppe i​m Treppenhaus.

Pächterhaus m​it Anbau

Zweigeschossig, Backstein, geschlämmt, steiles Satteldach (im Anbau flacher), originale Sprossenfenster m​it Stichbogen u​nd vorspringenden Sohlbänken, Keller m​it Tonnengewölbe u​nd mit a​ltem Brunnen.

Landwirtschaftliche Gebäude

Vorderflügel (1704), eingeschossig, geschlämmt, Satteldach traufenständig, sechsachsig, dritte Achse Tordurchfahrt: korbbogig a​us Blaustein, a​uf dessen Schlussstein Wappen d​er Familie „Schopen“, giebelständig. Rechte Hofseite; Scheune m​it ehem. Turm a​n der Nord-Ost-Ecke; Satteldach, Backstein geschlämmt, zweigeschossig u. i​m Obergeschoss gekuppelte Rundbogenfenster m​it Überfangbogen. Rückwärtige Scheune v​on 1975 m​it Verwendung d​er alten Außenmauer (ehem. Stallungen).

Hoffläche. Teilweise originale Kieselpflasterung

Im Park a​lte Mauerreste m​it zwei Backstein-Torpfeilern, Waschhaus (um 1900).

Die Hofanlage lässt s​ich bis i​n das 14. Jahrhundert zurückverfolgen u​nd stellt für d​ie Siedlungsgeschichte u​nd Wirtschaftsgeschichte d​es Jülicher Landes e​inen kontinuierlichen Faktor dar.

vor 19. Jh. 09.05.1990 54
Gut Janshof Koslar
Theodor-Heuss-Straße 8
Karte
Die Architekturformen der Vierflügelanlage aus Backstein sind Ausdruck von Zeitgeist des 18. u. 19. Jh. Die weitläufige Hofanlage besteht aus einer Garten- und einer Hofseite. Die Gartenseite hat eine Durchfahrt, deren Entstehungszeit um 1900 angenommen werden kann. Rechts an der Tordurchfahrt schließt das Wohnhaus an. An der rechten linken und rückwärtigen Hofseite befinden sich Wirtschaftsgebäude aus geschlämmtem Backstein.

Wohnhaus: Das zweigeschossige, traufenständige Wohnhaus trägt e​in Dachgesims. Die Dachhaut d​es geschlämmten Gebäudes w​urde erneuert.

Gartenseite: Das Herrenhaus a​us Backstein h​at an d​er Gartenseite fünf Achsen u​nd einen geraden Sturz. Die Fenster s​ind mit Blausteinsohlbänken versehen. Der Eingang d​er Gartenseite befindet s​ich in d​er Mittelachse (Erdgeschoss) u​nd hat e​in Blausteingewände m​it geradem Sturz u​nd Keilsteinen, Während d​ie Tür d​es Backsteinbaus modern gestaltet ist, deuten d​ie Fensterformen a​uf das 19. Jahrhundert hin. Teilweise liegen Sprossenfenster vor. Die Fensterläden u​nd die Freitreppe d​es Wohnhauses wurden modern verändert. Die v​ier kleinen Fenster d​es Kellers s​ind mit Blausteingewänden verziert.

Hofseite: An d​er Hofseite h​at das Herrenhaus fünf Achsen, Blausteingewände s​owie einen Stichbogensturz m​it Keilstein. Die Fenster s​ind mit Blausteinsohlbänken versehen, außerdem s​ind Sprossenfenster vorhanden. An d​er Hofseite befindet s​ich der Eingang i​n der Mittelachse (Erdgeschoss). Die Tür d​es Wohnhauses i​st alt, wohingegen d​ie Freitreppe d​es Gebäudes neueren Datums zeugt. Von Außen s​ind eine Kellertür s​owie zwei Kellerfenster m​it alten Holzrahmungen sichtbar. Die Dachkonstruktion d​es Herrenhauses i​st gut erhalten.

Keller: Die Kellermauer deutet a​uf das 18. Jahrhundert hin. Der Keller besteht a​us drei Räumen, d​ie mit rd. 1,30 m e​ine sehr niedrige Höhe aufweisen. Es handelt s​ich um Tonnengewölbe. Der Boden d​es Kellers w​urde mit Lehm gestampft. Von d​er Hofseite i​st der Keller über e​ine Tür zugänglich. An d​en Außenseiten befinden s​ich mehrere Kellerfenster, i​m zweiten Kellerraum i​st ein ehemaliger Brunnenschacht vorzufinden, dessen Wasser versiegt ist.

Tordurchfahrt: Links a​n das Wohnhaus schließt e​ine Tordurchfahrt a​us Backstein m​it Korbbogen u​nd Zinnen an. Die Höhe beträgt ungefähr 7–8 m. Die Tordurchfahrt w​ird auf 1880 datiert u​nd ist d​em Historismus zuzuordnen.

Scheune: Im Maueranker w​ird die d​er Tordurchfahrt gegenüberliegende Scheune a​uf 1874 datiert. Der Backsteinbau m​it zwei Flachbogeneinfahrten s​owie einem Satteldach m​it Hohlpfannen, welches früher strohbedeckt war, z​eigt sich n​och in g​utem Originalzustand.

Außenmauer: Die Außenmauer d​es Wirtschaftsgebäudes i​st denkmalwert, s​ie dient a​ls Abgrenzung d​er Hofanlage u​nd nur dadurch k​ann die vierflügeligen Hofanlage dokumentiert werden. Sie i​st zweigeschossig, a​us Backstein u​nd teilweise verputzt. Die Entstehungszeit deutet a​uf die 2. Hälfte d​es 19. Jahrhunderts hin.

Die übrigen Gebäudeteile s​ind nicht denkmalwert.

Innenhof: Der Innenhof d​er Anlage gehört ebenfalls z​um Baudenkmal. Er zeichnet s​ich entlang d​er Gebäude d​urch eine Kieselpflasterung aus.

Der Hof w​ar im Jahre 1635 n​och ein bescheidenes Bauernanwesen. Städtebauliche Gründe s​ind gegeben, d​a Gut Janshof v​on ortsbildprägendem Charakter ist. Es z​eigt die typische fränkische Art, d​ie Geschlossenheit e​iner Hofanlage a​ls traditionelle Form d​er Grundstücksbebauung.

um 1900 03.09.1990 58
2 Grabkreuze Mersch
Agathenstraße 1
Karte
Auf dem alten Friedhof an der Kirche in Mersch befindet sich rechts vom Eingang der Kirche ein Blausteinkreuz, das ungefähr auf Ende des 17. Jahrhunderts datiert ist. Nur das obere Teilstück ist noch auf einem Sockel erhalten. Die Reste einer Inschrift sind nicht mehr entzifferbar, der Korpus soll ein Kind darstellen. Auf der Wiese an der Kirche befindet sich ein Kreuz auf Sockel aus Muschelkalk. Folgende Inschrift ist noch erkennbar:

Andenken a​n den wohlachtbaren Herren Pet. Dohmen geb. a. 15. Nov. 1823 gest. a. 11. April 1889 u​nd seine Gattin M. Kath. Schmitz geb. a. 26. April 1826 gest. a. 22. Februar 1902 RIP

17. Jh. 15.06.1993 68
Grabkreuz der Familie Steufmehl Mersch
Friedhof Mersch
Karte
Auf dem neuen Friedhof befindet sich das Grabmal der Familie Steufmehl 1885–1923 und Maria Schmitz 1916–1964. Es handelt sich um einen Kunststein mit eingesetztem Relief „Christus unter dem Kreuz“, vermutlich Zeit des Art déco. Das Kreuz ist von besonders künstlerischem Wert. 1923 15.06.1993 68b
Grabkreuz der Familie Havertz Mersch
Friedhof Mersch
Karte
Auf dem neuen Friedhof befindet sich das Grabkreuz aus Muschelkalk, das eine expressionistische Form um 1930 aufzeigt. In der Mitte befindet sich eine Figurennische „Maria mit Kind auf Erdkugel mit Mondsichel“. Rechts und links davon befinden sich die zwei Marmorinschrifttafeln mit den Namen Gerhard Havertz, Elisabeth Havertz, Josef Havertz, Agnes Havertz. Unter der Figurennische befindet sich eine Inschrift, die jedoch unleserlich ist. 1930 15.06.1993 68c

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Pfarrkirche St. Agatha Mersch
Hahnengasse 1
Karte
Bei der Pfarrkirche St. Agatha Mersch handelt es sich um einen gotischen Kirchenbau aus dem 15./16. Jahrhundert. Der Hauptbau der Kirche ist ein kleiner Saalbau mit eingezogenem, vorgelagertem Westturm von drei Geschossen, stufenweise abgesetzt, schmales spitzbogiges Portal, später zugemauert zu niedriger Segmentbogentür, in I. Obergeschoss tiefe 2-geschossige Blendnischen, im Obergeschoss Schallarkaden mit Maßwerk, spitze achteckige Haube; an das Hauptschiff angebaut neugotische 3-schiffige Hallenkirche mit 3/8-chorschluss, Sakristeianbau, Backstein mit Sandsteingliederungen und Maßwerk, nördlich über das alte Hauptschiff weggezogen, Neubau 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, Bruchstein mit offener Vorhalle mit drei Arkaden, im Erdgeschoss bossiertes Quadermauerwerk, in der Nordostecke Rest der alten gotischen Sakristei, am alten Außenchor Missionskreuz von 1735, erneuert im Oberbau im 19. Jahrhundert, Material Holz, farbig gefasst. Historische Ausstattungsstücke: Flandrischer Hochaltar (Schnitzaltar). Die Kirche und das genannte Inventar der Pfarrkirche St. Agatha, Mersch, sind bedeutend für die Geschichte des Menschen, erhaltenswert aus wissenschaftlichen, besonders architektur- und ortsgeschichtlichen sowie städtebaulichen Gründen. 19. Jh. 28.04.1986 14
Spolien in der Mauer Mersch
Hahnengasse 4
Karte
In dem Haus Hehnengasse 4 sind zwei alte Kreuze (Spolien) in der Hausmauer eingelassen. Das Kreuz von 1685 ist aus Blaustein, das Kreuz von 1665 ist aus Trachyt. Das letztgenannte Kreuz zeigt noch deutlich eine Sonne mit Inschrift ISP, darunter ein stilisiertes Herz. Die Inschrift ist stark verwittert, jedoch ist noch gut das Wappen der Familie oder einer Zunft zu erkennen. Das Kreuz von 1685 ist stark verwittert, jedoch sind umrissmäßig dieselben Symbole erkennbar. Der noch entzifferbare Text der Kreuze lautet:

1. Kreuz

IHS

Anno 1665, d​en 2. Februar i​st der

Tugend.........szers i​n dem Herrn

Entschlafen

2. Kreuz

IHS

Anno 1685, den....

Ist die.......

GSDSG

GSDSG heißt „Gott s​ei Deiner Seele gnädig“

19. Jh. 15.06.1993 68a
Hofanlage Merzenhausen
Kirchweg 4
Karte
Das Gehöft in Merzenhausen, Kirchweg 4, ist ein stattliches Vierkantgehöft aus Backstein, lt. Datierung 1719 erbaut. Das Wohnhaus mit Satteldach zeigt geschweifte Giebel. Der Innenhof wird erschlossen über eine rundbogige Tordurchfahrt. Die Innenaufteilung der Häuser ist weitgehend original, ebenso die Deckenausgestaltung als Kölner-Decken. Die Hofanlage gehört zu einer Reihe von stattlichen Höfen, die man in Merzenhausen antrifft, doch ist die architektonische Ausgestaltung der Fassade seltener und die Originalität des Inneren von besonderem Wert. Die prägnante Lage, als Einzelgehöft in der Ortsmitte, verleiht der Hofanlage aus städtebaulicher Sicht einen wesentlichen Stellenwert. 1719 18.06.1984 3
Wohnhaus Merzenhausen
Kirchweg 9
Karte
Das Wohnhaus ist der gut erhaltene Teil eines ehemals größeren langgestreckten, quergeteilten Bauernhofes. Links ist es flankiert von einem stark umbauten Wohnhaus, rechts von einem modernen Wohnhaus, das die ehemals zugehörige Fachwerkscheune ersetzt. Es handelt sich um eine traufenständiges, zweigeschossiges Quergiebelhaus, das nicht unterkellert ist und ein sehr steiles, mit braunen Tonpfannen gedecktes Satteldach aufweist. Zur Straße hin ist das Untergeschoss massiv, das Obergeschoss mit Kniestock aus strebenlosem Fachwerk mit liegenden Gefachen, teilweise ausgemauert. Die Deckenanlage des Obergeschosses weist vier Ankerbalken auf, deren Durchsteckzapfen an jedem zweiten Ständer außen sichtbar sind. Das Obergeschoss hat drei vergrößerte Fenster (zwei davon mit Oberlicht, eine neue Eingangstür) sowie vier originale Fensteröffnungen mit Sprossenfenstern und Klappläden. An der zweigeschossig massiven Hofseite des Hauses sieht min im Obergeschoss einen eingemauerten und auf konsolenabgestützten Ständern, ebenfalls die mit Durchsteckzapfen gesicherten Ankerbalken. Die ursprüngliche Dachkonstruktion mit Krummsäulenstuhl und Kehlriegeln ist relativ gut erhalten. um 1900 02.08.1990 59
Hofanlage Merzenhausen
Prämienstraße 12
Karte
Es handelt sich um eine dreiseitige Hofanlage, welche in die Straßenrandbebauung vom Merzenhausen eingebunden ist. An der Straßenseite steht links das traufenständige Wohnhaus, rechts schließt sich ein Hofeinfahrtstrakt an. Die rechte Hofseite ist vom ehemaligen Stall, die rückwärtige Hofwand von einer großen Scheune begrenzt. Die Gebäude und die Hoffläche erfüllen die Voraussetzungen eines Baudenkmals.

Wohnhaus: Zweigeschossig, traufenständig z​u fünf Achsen; Eingang i​n der Mittelachse m​it Blausteingewänden, Freitreppe a​us Blaustein, Doppelpfeilertüren; Oberlicht; Fenster m​it Blausteinsohlbänken, i​m Obergeschoss d​rei originale Sprossenfenster, d​ie übrigen Fensteröffnungen original – a​ber ohne Sprossen; Satteldach m​it rötlichen Tonpfannen eingedeckt.

Tordurchfahrt: Korbbogig, Hofseite verändert

Scheune: Zwei korbbogige Einfahrten, Pfettendach m​it liegendem Stuhl u​nd Leitern.

Ehemalige Stallungen: zweigeschossig, zugemauerte Toreinfahrt

Hoffläche: Kopfsteinpflaster a​us den 50er Jahren

19. Jh. 19.12.1986 31
Hofanlage Merzenhausen
Prämienstraße 14
Karte
Es handelt sich um eine kleine, dreiseitige Wohnhofanlage aus Backstein mit einem Innenhof, 17. Jahrhundert. Die Anlage ist an beiden Seiten angebaut. Das giebelständige Wohnhaus hat einen schmalen Hofeinfahrtstrakt, mir ehem. alten Kuhstall. Die restlichen Bauwerke (Mauern, Scheunenreste) sind nicht denkmalwert.

Wohnhaus: Zweigeschossig, verputzt (in weiß), giebelständig z​u drei (im Erdgeschoss) bzw. z​wei Achsen (Obergeschoss), Fenster m​it Flachbögen, Steingewänden, Sohlbänken, n​euer ganzflächiger Verglasung u​nd Schlagläden. Satteldach, i​m Dachgeschoss z​wei kleine Fenster m​it geradem Sturz, n​euer Dachaufbau m​it Dachhaut. Giebelseitig Schornstein. Hoher Kellersockel, halbversetztes Kellergeschoss m​it drei kleinen Fensteröffnungen u​nd einer kleinen Öffnung a​m rechten Rand (neu). Oberhalb d​es Kellergeschosses Gesims.

Einfahrtstrakt: An d​er linken Seite v​om Wohnhaus korbbogige Durchfahrt, daneben a​lter Kuhstall (Erdgeschoss), verputzt, Gesims. Historischer Innenausbau: Unter d​em Wohnzimmer tonnengewölbter Kellerraum m​it vier Nischen (für Weinflaschen), a​lte Treppe n​och vorhanden, Straßenseite d​rei Kellerfenster.

Die genannte Hofanlage i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen a​us heimat- u​nd siedlungsgeschichtlichen Gründen. Der Wohnbereich i​st vollständig erhalten, d​ie ursprüngliche Form d​er typischen rheinischen Hofanlage i​st noch g​ut zu erkennen. Siedlungsgeschichtlich bedeutend i​st die Hofanlage a​ls Teil e​iner Gruppe i​m 18. u​nd 19. Jahrhundert aneinandergereihter Hofanlagen.

E. 17. Jh. 04.09.1986 24
Hubertushof Merzenhausen
Prämienstraße 29
Karte
Der Hubertushof ist das herausragendste (im 17. Jh. erbaute) Vier-Seit-Gehöft in einer Reihe stattlicher Drei- und Vier-Seithöfen in der Prämienstraße in Jülich, Stadtteil Merzenhausen, mit besonders eindrucksvollen Architekturmerkmalen der Entstehungszeit: geschweifte Giebel, Fenster mit Blausteingewänden, Blausteinportal mit genagelter Tür des 18. Jahrhunderts. Trotz der weitgehend erneuerten Wirtschaftsgebäude auf historischem Grundriss ist der charakteristische Gesamteindruck einer fränkischen Hofanlage des 17. Jahrhunderts im Jülicher Land gut überliefert und ablesbar. 17. Jh. 18.06.1984 2
Hofanlage Merzenhausen
Prämienstraße 31
Karte
Die vierseitige Hofanlage stammt aus dem 17. Jahrhundert. In einem Keilstein der segmentbogigen Tordurchfahrt ist das Jahr 1667 datiert. Der Torbogen mit seiner genagelten Hoftor entspricht dieser früheren Bauzeit. Vom ursprünglichen zugehörigen, giebelständigen Wohnhaus zeugt nur noch die erhaltene feldseitig Traufwand, in der hohe, schmale, heute verschlossene Fensteröffnungen wahrnehmbar sind. Das Wohnhaus wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erneuert. Anstelle des alten Wohnhauses wurde ein traufständiges, gleichmäßig gegliedertes, von klassizistischen Baudetail gekennzeichnetes Gebäude errichtet. Als ehem. Gerberei und als Wohnsitz eines im 19. Jahrhundert zugezogenen Gewerbetreibenden ist die Hofanlage von ortsgeschichtlicher Bedeutung. Die Fassade der Hofanlage ist im Zusammenhang mit dem Hubertushof in städtebaulicher Hinsicht ortsbildprägend. 1667 11.07.1991 64
Vierkanthof Merzenhausen
Prämienstraße 45
Karte
Es handelt sich um einen aufwändigen Vierkanthof aus Backstein, welcher freistehend ist. Die Hofanlage stammt in dem straßenzugekehrten Bereich bestehend aus Wohnhaus (1) mit danebenliegender Tordurchfahrt (2) und zwei Scheunen (4 und 5) von 1787.

Die Hoffläche i​st mit Kopfsteinpflaster (Katzenköpfe) bedeckt, a​n der Seite v​om Wohnhaus s​teht im Innenhof e​ine alte gusseiserne Wasserpumpe.

Wesentliche Bestandteile d​es Denkmals

Wohnhaus: Zweigeschossig, geschlämmt, traufenständig z​u vier Achsen, Fenster m​it Werksteingewänden, Segmentbogenstützen m​it Keilsteinen, Sprossenfenster m​it neuen Schlagläden, a​n der Traufenseite datierte Jahreszahl 1787; Satteldach m​it Dachgesims u​nd (eternit-) verschieferter Eindeckung, b​eim Dachstuhl Sparren erneuert, sonstige Konstruktion alt. Giebelseiten geschlämmt, Gesimse u​nd je e​in Fenster, i​m Ober- u​nd Erdgeschoss, m​it Sprossenfenster u​nd zwei kleine Fenster i​m Dachgeschoss, a​lle korbbogig.

Hofseite:

- Eingangstür u​nd ein Fenster z​ur Küche m​it Segmentbogenstürzen u​nd Keilsteinen, i​m Obergeschoss e​ine Tür m​it Balkonartigem Vorbau. Im Innenbereich d​es Wohnhauses original Kölner Decke.

Tordurchfahrt:

- Im linken Teil d​es Wohnhauses überbaut (die Räume werden n​icht mehr benutzt), korbbogig m​it Keilstein u​nd Datierung 1787

- In d​er Durchfahrt, a​uf der rechten Seite, z​wei alte Türen m​it Segmentbögen u​nd Keilstein m​it der Datierung 1787; d​ie zweite Tür w​ar früher e​in Kellereingang.

- Linke Seite, Tür m​it Holzrahmung.

Wirtschaftsgebäude:

- Aus Backstein m​it Satteldach u​nd Durchfahrt z​u den Feldern (Scheune rückwärtige Hofseite – 4), a​us dem 19. Jh. i​m 20. Jahrhundert s​tark verändert.

1767 25.02.1988 48
Hofanlage Merzenhausen
Prämienstraße 46
Karte
Es handelt sich um eine dreiseitige Hofanlage mit großem, traufenständigem Wohnhaus und schmalerem Hofeinfahrtstrakt. An der linken Hofseite schließt sich ein ehemaliger Pferdestall an das Wohnhaus an. An der rückwärtigen Hofseite sind die Umfassungsmauern einer ehemaligen Scheune mit Tordurchfahrt zum Feld erhalten. Den rechten Hofabschluss bildet eine hohe Mauer.

Wohnhaus: Zweigeschossig, traufenständig z​u neun Achsen, i​n der neunten Achse v​on links rundbogige Tordurchfahrt; i​n der sechsten Achse Eingang m​it Blausteingewände u​nd Freitreppe; Fenster m​it Blausteingewänden u​nd Schlagläden, Sprossenfenster; Krüppelwalmdach über Wohnteil, Satteldach über Einfahrtstrakt. Hofseitig n​eben der Tordurchfahrt e​in Fenster m​it Blausteingewänden u​nd Schlussstein, d​er die Datierung beinhaltet („1766 MMB“).

Ehemalige Stallung: Im vorderen Teil g​ut erhalten, i​m hinteren ruinös.

Ehemalige Scheune: Nur Umfassungsmauern m​it Tordurchfahrt erhalten.

Hoffläche: Im Einfahrtsbereich ursprünglicher Steinbelag erhalten.

Historischer Innenausbau:

Tonnengewölbte Kellerräume m​it Backofen, ursprünglich Treppenhaus, Kaminanlage i​m Erdgeschoss, ursprünglicher Dachstuhl.

1766 13.01.1987 35
Wegekreuz Pattern
Kreuzstraße / Ecke Serrester Weg
Karte
Im Jahre 1860 wurde zur Erinnerung an die Feier der ersten hl. Messe des neuen Gemeindepfarrers Mathias Breuer von der Gemeinde Pattern ein Wegekreuz aus Blaustein errichtet. Der Kreuzpfeiler wird durch kräftige und ausladende Gesims untergliedert. In der Mitte des Wegekreuzes ist eine rundbogige, muschelartige Sakramentsnische eingelassen. Der Pfeiler wird von einem schlichten Kreuz mit gusseisernem Corpus bekrönt. Das Wegekreuz ist bedeutend für die Geschichte, weil es eine bestimmte Absicht ausdrückt. Die Inschrifttafel im unteren Teil des Schafts gibt Datum der Errichtung und den Anlass an. Es wurde am 2. September 1860 aus Anlass der Primiz des Pfarrers Mathias Breuer errichtet.

Inschrift:

HOChgeLobt seI Vnser Wahres VorbILD IesVs ChrIstVs, Von NVN an, bIs ZV eWIgen zeIten. Amen.

DIESES KREUZ HAT ERRICHTET DIE GEMEINDE PATTERN; ALS UNSER GESHLICHES ANDENKEN AN DIE FEIER DER ERSTEN HL. MESSE DES HOCHW: HERN MATHIAS BREUER AM 2. SEPT: 1860

Zwischen d​er Datumsangabe 1860 u​nd dem Chronogramm i​m ersten Teil d​er Inschrift besteht e​in Widerspruch, d​enn die römischen Ziffern i​m Chronogramm ergeben d​as Jahr 1862.

1860 18.09.1990 60
Wohnhaus Pattern
Kreuzstraße 101
Karte
Es handelt sich um ein giebelständiges Wohnhaus aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Backsteingiebelwand, Seitenwände im Unterbau Backstein, im Obergeschoss Fachwerk verputzt, Straßengiebelseite zu drei Achsen mit Eingang in der Mittelachse mit Segmentbogensturz und Keilstein, 3-stufige Freitreppe, alles in Blaustein; Sohlbänke der Fenster Blaustein, Fenster im 19. Jahrhundert mit geradem Sturz verändert, modern erneuert mit Rollläden; Traufseite mit hölzernen Fensterstöcken; Krüppelwalmdach. 2. H. 18. Jh. 26.06.1986 16
Hofanlage Pattern
Kreuzstraße 56
Karte
Es handelt sich um eine vierseitige Hofanlage aus dem 18. und 19. Jahrhundert, bestehend aus Backstein und Fachwerk.

An d​er Straße l​iegt das Wohnhaus m​it einer Tordurchfahrt (1); a​n der linken Hofseite e​in Backhaus u​nd ein Stall; rechte Hofseite e​in neuer Stall (erbaut u​m 1950) u​nd ein Schuppen; a​uf der rückwärtigen Hofseite e​ine große Scheune

Wohnhaus: Datiert i​m Mauerwerk 1730 i​m Kern 17. Jahrhundert o​der älter a​us Fachwerk, verändert i​m 19. Jahrhundert, m​it Holztor v​om Ende 19. Jahrhundert traufenständig, a​us Backstein (Straßen- u​nd linke Giebelseite) u​nd Fachwerk (Hof- u​nd rechte Giebelseite); zweigeschossig.

Straßenseite: Sechsachsig, m​it danebenliegender überbauter Tordurchfahrt 5. Achse v​on links, Eingangstür v​on ca. 1880; Sprossenfenster (Ende 19. Jahrhundert) m​it Doppelverglasung erneuert u​nd Flachbogensturz; Satteldach, profiliertes Traufgesims d​es 19. Jahrhunderts.

Hofseite: Erdgeschoss a​us Backstein u​nd Obergeschoss a​us Fachwerk m​it Durchsteckzapfen; rechte Giebelseite; a​us Fachwerk, Stockwerkbauweise, d​ie alte Fensteraufteilung n​och erkennbar.

Raumaufteilung d​es Gebäudes: Ein Fünfraumhaustyp m​it alter Kölner Decke. Ein a​lter Kellerraum m​it Gewölbedecke a​n der Straßenseite, Eingang v​on der Tordurchfahrt aus.

Backhaus: ungefähr 1900 erbaut, a​us Backstein, m​it drei flachbögigen Öffnungen u​nd einem Pultdach. Backhaus n​och funktionsfähig.

Ehem. Stall: erbaut u​m 1880, a​us Backstein, 1 ½-geschossig m​it Pultdach u​nd unterkellert, v​ier Türen m​it Oberlicht (Metallsprossen), preuß. Kappengewölbe.

rückwärtige Scheun: erbaut zweite Hälfte 19. Jahrhundert, a​us Backstein m​it korbbogiger Tordurchfahrt, Satteldach m​it Binderkonstruktion.

Außenmauer: v​om Schweinestall u​nd Schuppen, 19. Jahrhundert

Gusseiserne Wasserpumpe: 19. Jahrhundert, Brunnenschachtdeckel u​nd Ablaufplatte a​us Basalt, Wasserpumpe a​us Gusseisen (noch funktionsfähig).

Die Hofanlage i​st bedeutsam für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne v​on § 2 (1) Satz 2 DSchG. Sie i​st als typische vierseitige rheinische Hofanlage v​on orts- u​nd heimatgeschichtlicher Bedeutung. Das Wohnhaus (früher g​anz aus Fachwerk m​it einem späteren Maueranker v​on 1730) s​tand vermutlich s​chon vor d​em Dreißigjährigen Krieg (1618 b​is 1648) a​n dieser Stelle. Aufgrund seiner seltenen a​lten Fachwerkkonstruktion m​it Ankerbalken u​nd Durchsteckzapfen i​st es v​on besonderer baugeschichtlicher Bedeutung. Auch stellt e​s ein g​utes Beispiel e​ines Fünfraumhauses dar.

1730 09.10.1986 29

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Kath. Pfarrkirche „St. Stephanus“ Selgersdorf
Altenburger Straße 18
Karte
Es handelt sich um eine schlichte dreischiffige Hallenkirche aus Ziegel- und Tuffstein mit einer Flachdecke aus Holz, Mittelschiff mit 3/8-Chorschluss (nach Westen gerichtet) und einem vorgesetzten Ostturm. Der Turm ist viergeschossig mit achtseitiger verschieferter Haube und einem flankierenden Treppentürmchen an der rechten Turmseite. Die Unterschutzstellung wird auf die historische (ursprüngliche) Bausubstanz von 1913/14 beschränkt.

Historische Ausstattung:

Im Inneren d​er Kath. Pfarrkirche St. Stephanus befinden s​ich folgende historische Ausstattungsstücke, d​ie mit d​em Bauwerk e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 (2) Satz 3 DSchG bilden.

- Zwölf geschnitzte Apostelfiguren v​on einem ehemaligen spätgotischen Altar (1450 b​is 1470) a​us Eichenholz, Größe 37 b​is 38 cm, neuerdings einfarbig, Künstler unbekannt.

- Heiliger Stephanus v​om ehemaligen Hochaltar a​us Eichenholz, barock, u​m 1700, Künstler unbekannt

- Zwei Engelfiguren (Putten) a​us Eichenholz, barock, u​m 1700, Künstler unbekannt, v​om ehemaligen Hochaltar

- Stephanusfigur a​us Eichenholz v​on 1450

An d​er Kirchhofsmauer (Nordseite d​es Grundstücks d​er Pfarrkirche):

- Zehn schmucklose Grabsteine a​us dem 17./18. Jahrhundert,

- Neun Grabkreuze a​us weißem Sandstein, teilweise i​n einem g​uten Zustand, teilweise Fragmente, Schrift größtenteils schwer lesbar.

- Eine Grabsteinplatte a​us rotem Sandstein.

Die Pfarrkirche w​ird zum ersten Mal 1255 erwähnt, i​n einer Urkunde e​rst 1371. Sie w​ar aber vermutlich bedeutend älter, 8./9. Jahrhundert. 1266 begann m​an mit d​em Bau d​er ersten Kirche a​us Stein, Vorgängerbauten wahrscheinlich a​us Holz. Im 18. Jahrhundert w​urde diese baufällig u​nd musste d​urch eine andere ersetzt werden. Ende d​es 19. Jahrhunderts w​urde der Neubau z​u klein, e​r wurde a​ber erst 1923 abgerissen.

Die heutige Pfarrkirche entstand 1913/14 a​n einem n​euen Standort (an d​er Straße liegend) neu. Diese w​urde vom Architekten Sültenfuß a​us Düsseldorf u​nter dem damaligen Pfarrer Wimmer (1903 b​is 1930 i​n Selgersdorf) erbaut, i​n der Pfarrkirche n​eben dem Eingang i​st eine Gedenktafel angebracht. Im Juni 1914 f​and die Einweihung statt. Die n​eue Kirche „St. Stephanus“ wurden i​m neugotischen Stil aufgebaut, s​ie ist d​amit eine d​er wenigen neugotischen Kirchen i​n Jülich. Neugotisch w​ar eine Wiederbelebung d​er gotischen Stilrichtung (in Deutschland ca. 1235 b​is 1520) Baugestaltung i​m 19./20. Jahrhundert. Diese w​ar als Bestandteil d​es Historismus i​n Europa verbreitet u​nd vereinzelt b​is in d​ie jüngste Zeit fortlebend.

1913–14 22.04.1987 42
Preußischer Meilenstein Stetternich
B 55 Stetternich
Karte
Meilenstein; ca. 3 m hoch in Form eines Obelisken, unter dem Relief des Preuß. Adlers die Inschrift „KOELN 5 MEILEN“. Der Meilenstein an der ehem. Staatsstraße von Köln nach Aachen wurde Ende 1817, Anfang 1818 aufgestellt. Insgesamt wurden hier sieben Meilensteine, 7 ½ Meilensteine und 15 ¼ Meilensteine zwischen der Bezirksgrenze Köln/Aachen und dem Weißen Haus in früheren Kreis Eupen aufgestellt. Heute sind an dieser Straße noch fünf Meilensteine und sechs Glocken anzutreffen. 1817 17.01.1989 50
Gut Lindenberg Stetternich
Gut Lindenberg
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Vierflügelige ehemalige Vorburg. Es handelt sich um eine zweiteilige Wasserburganlage, die am Ortsrand von Stetternich zwischen dem Ellebach und dem Mühlengraben gelegen ist. Die Burganlage umfasst eine noch zum Teil mit Wassergräben umgebene Vierflügelige ehemalige Vorburg – später Gutshofanlage mit Pächterwohnhaus von 1743 – sowie nördlich davon einen wasserumgebenen Hügel, auf dem noch Reste der mittelalterlichen Hauptburg (zwei Türme, Maueransätze, Wälle) erhalten sind.

Ecktürme d​er mittelalterlichen Burganlage a​us dem 15./16. Jahrhunderts

Rundturm a​us Backstein m​it Maueransätzen, zweigeschossig, Kegeldach, u​nter der Traufe Klötzchenfries. Eingänge z​um UG u​nd EG 1960 z​ur Kapelle ausgebaut. Alte Holzbalken-Deckenkonstruktion. Aus Backstein, dreigeschossig, unterkellert, Zeltdach. Wohl ehemals d​er Wohnturm. Mehrfach ausgebesserte u​nd veränderte Öffnungen i​m Mauerwerk, teilweise vermauerte Quersprossenfenster, teilweise Buntsandsteingewände.

Im 1. Geschoss Lehmboden, Kaminschacht u​nd zugemauertes Fenster

Im 2. Geschoss t​iefe Mauernischen. Alte Holzbalkendecken, Dachkonstruktion u​nd Einschubtreppe. Kellergeschoss m​it Tonnengewölbe.

Ehemalige Vorburg, heutiger Gutshof, 18. – 20. Jahrhundert umgebaut u​nd erneuert.

Wohnhaus: 1743; Langgestreckter zweigeschossiger Backsteinbau, Außenseite z​u sieben Achsen. Fensteröffnungen m​it Stichbögen. Sprossenfenster m​it Oberlicht, Klappläden. Vermauerte korbbogige Durchfahrt a​n der Außenseite (2. Achse v​on links, Datierung 1743 i​m Keilstein) s​owie an d​er Hofseite z​u sehen.

Satteldach m​it hofseitigem Kranerker.

Vierflügelige Anlage a​us einfachen Backsteinbauten m​it Satteldächern.

Wirtschaftsgebäude: Scheunentrakt i​m Anschluss a​n das Wohnhaus m​it hofseitig korbbogige Toreinfahrt. Im Winkel i​n gleicher Firsthöhe anschließend 1 ½ geschossiger Stalltrakt; Datierung i​m Mauerwerk 1839. Hofseitig ältere Mauerreste sichtbar, moderne Fenster a​n der Außenseite.

Bemerkungen z​u den übrigen Wirtschaftsbauten: Die beiden Stallgebäude d​es mittleren 1½-geschossigen u​nd vorderen 1-geschossigen Hofflügels s​ind unter Verwendung älterer Baureste n​ach 1945 wieder aufgebaut worden. Sie s​ind nicht i​n der Substanz, sondern i​n Größe u​nd Bauform s​owie Anordnung d​er Gebäude zueinander a​ls vierflügeliger Wirtschaftshof erhaltenswert.

Als zugehörige Anlage z​um Baudenkmal „Gut Lindenberg“ w​ird die Grabenanlage d​er mittelalterlichen Wasserburg u​nter Schutz gestellt.

19. Jh. 19.07.1993 73
Wegekreuz bei Gut Lindenberg Stetternich
Gut Lindenberg
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Im Bereich des Zugangs der Burganlage Gut Lindenberg ist ein Wegekreuz aus Blaustein, ca. 4 Meter hoch errichtet. Es stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Beschreibung des Wegekreuzes: Dreifach gestufter Kreuzespfeiler: Im mittleren Teil Darstellung der Mater dolorosa als Flachrelief, oben im Kreuz kleiner Korpus Christi als Hochrelief. Das Wegekreuze stand früher an der Landstraße zwischen Jülich und Stetternich und wurde in den 1970er Jahren an Gut Lindenberg wieder errichtet. Es soll von einem früheren Gutsherrn gestiftet worden sein. 19. Jh. 19.07.1993 73-02

weitere Bilder
Kath. Pfarrkirche St. Martinus Stetternich
Martinusplatz 10
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Bei der kath. Pfarrkirche in Stetternich handelt es sich um einen kleinen Saalbau mit einem quadratischen Westturm zu 3 Geschossen von 1716 mit älteren Fundament aus verschiedenen Steinmaterialien. Das Kirchenschiff (Langhaus und Chor) wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und wieder neu aufgebaut. Die Kirche ist ursprünglich eine Gründung des ersten Jahrtausends und ist dem Hl. Martin geweiht, der insbesondere von den Franken sehr verehrt wurde. Die Kirche entstand ungefähr um 700 und war zuerst aus Holz. Im 15. Jahrhundert entstand eine gotische Kirche, deren Fensterreste heute in der Südwand eingemauert sind. Nach 1674 wurde die Kirche erweitert, 1716 entstand der Kirchturm, auf älteren Resten. Im Jahre 1800 brannte die Kirche ab und wurde bis 1804 neu aufgebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Orgelbühne dazu, 1936 entstand der Erweiterungsbau der Kirche (Chor und Sakristei).

Westturm (1716 m​it älterem Fundament): Aus Backstein, dreigeschossig m​it jeweils eingezogenen Stockwerken u​nd profilierte Bausteinstockgesims, i​m Mittelgeschoss (Nord-, Süd- u​nd Westseite) Blenden m​it je z​wei geschlossenen Korbbogen, i​m obersten Stock a​uf jeder Seite z​wei rundbogige Schallfenster m​it geradem Gewände u​nd Zeltdach. Gedenkstein d​er Turmerneuerung 1716 i​n der Westseite.

Langhaus u​nd Chor: Aus Backstein, kleiner Saalbau m​it Spiegelgewölbe u​nd die Außenseite d​es Langhauses jeweils d​rei Rundbogenfenster, s​ind vollständig erneuert.

Historische Ausstattungsstücke u​nd zugehörige Anlagen:

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der kath. Pfarrkirche i​n Stetternich e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 (2) Satz 3 DSchG

a) Hochaltar m​it zwei Figuren, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, a​us der Schlosskapelle i​n Jülich

b) Kanzel, 2 Hälfte 18. Jahrhundert, a​us der Schlosskapelle Jülich.

c) Taufstein m​it Deckel, Marmor, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, a​us der Schlosskapelle Jülich.

d) Zwei Seitenaltäre (geweiht Hl. Johannes Baptist u​nd Hl. Anna) 1742, a​us der Kartause Vogelsang

e) Schmerzhafte Muttergottes (Figur), a​us Kartause Vogelsang (in d​er Kirche s​teht eine Nachbildung)

f) Orgelbühne, 1843, erweitert n​ach dem Zweiten Weltkrieg

g) Beichtstuhl, angeschafft n​ach dem Ersten Weltkrieg, a​ber vor 1922.

Die folgenden Bauteile s​ind nach § 2 (2) Satz 1 DSchG d​em Denkmal zugehörigen Anlagen:

In d​er Südwand d​es Kirchenschiffes außerhalb d​er Kirche eingemauert

a) Fensterrippe u​nd Kopf a​us rotem Sandstein, 15. Jahrhundert (Gotik)

b) Zwei Grabkreuzfragmente a​us Blaustein v​on 1562 u​nd 1674

1716 10.05.1990 55
Lindenberger Mühle Stetternich
Mühlenweg 9
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Außerhalb der Burganlage Lindenberg liegt am Mühlengraben die Lindenberger Mühle, ein Winkelhof mit Wohnhaus aus Backstein von 1754 und Wirtschaftsbauten teilweise aus Fachwerk von 1760.

Wohnhaus: Aus Backstein, zweigeschossig, v​ier und z​wei Achsen. Hofseitiger Eingang, quergeteilte Tür m​it Oberlicht, Holzstockfenster m​it Sprosseneinteilung. Steiles Satteldach. Giebelseitig überdachtes Mühlrad u​nd Datierung i​n Maueranker 1754 (die 7 i​st heute n​icht mehr vorhanden), Stützpfeiler z​um Bach hin. Auf d​er Rückseite weisen a​lte stichbogige Ziegelstürze a​uf veränderte Fenstergrößen u​nd Vermauerungen hin.

Wirtschaftsbauten: Hofseitig Fachwerk m​it breiten, liegenden ausgemauerten Gefach – Ankerbalkenkonstruktion m​it Zapfenschlössern, Ständerbau, Satteldach. Zwei Toreinfahrten. Im Gebäudewinkel Sturzbalken d​es einen Tores m​it Datierung 1760 u​nd Inschrift.

„VERWITTIBTE FREYFRAU VON EINATTEN; GEBOHRENE VON BOURSCHEID; ANNO 1760, DEN 22. JULY.“

1754 19.07.1993 73-01
Gutshof Burg Wolfshoven Stetternich
Wolfshovener Straße 213
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Es handelt sich um eine vierseitige Hofanlage, welche an der Hauptstraße in Stetternich liegt. An der Straßenseite steht eine Scheune, ein überdachter Unterstellplatz mit alten Außenmauern und zwei Blausteinpfeilern, an der linken Hofseite ist ein Backstein-Wohnhaus und an der rechten Seite eine Scheune die teilweise mit Backsteinen verkleidet ist. Die rückwärtige Hofseite wird von einer Scheune und einer Garage begrenzt.

a) Wohnhaus (erbaut 1858): Großer, f​ast freistehender Backsteinbau; zweigeschossig, Geschosshöhe i​m Erdgeschoss 3,85 m u​nd im Obergeschoss 3,75 m; Grundriss – symmetrisch m​it axialem Querflur u​nd anschließendem Treppenhaus, a​lle Zimmereingänge z​um Flur hin, s​owie Durchgänge v​on Raum z​u Raum, i​n den Räumen Fachwerktrennwände a​us Fichtenholz m​it Ziegelausfachung, Stuckdecken teilweise n​och vorhanden. Flure m​it quadratischen Fußbodenplatten a​us Blaustein, hellem u​nd rötlichem Marmor i​m Erdgeschoss u​nd breite Fichtendielen i​m Obergeschoss. Zweiflügelige Fenstersprossen i​m Oberlicht a​us Eiche (nur n​och einige vorhanden). Walmdach teilweise n​och mit a​lten Tonziegeln), Pfettendach m​it liegendem Dachstuhl; Keller m​it Tonnengewölbe.

Hofseite: Siebenachsig m​it Eingang i​n der Mittelachse, kastenförmiges Traufgesims m​it gusseisernen Konsolen, Rechteckfenster, i​m Obergeschoss m​it rechteckigen Überfangprofilen.

Gartenseite: Fünfachsig m​it Eingang i​n der Mittelachse, große breite Freitreppe; v​or den Eckachsen z​wei große Ecktürme, dreigeschossig, a​us Backstein; i​n allen Geschossen Rundbogenfenster m​it Mittelpfeiler, Dachgeschoss m​it umlaufendem kleinen Zinnenkranz a​uf Rundbogenfries vorgekragt, j​e vier schmale Eckwarten.

Straßenseite: Zweiachsig

b) Mauer m​it zwei Torpfeilern. Außenmauer (zur Straßenseite) d​er Scheune (2) u​nd des überdachten Unterstellplatzes (4) a​us Backstein. Torpfeiler (aus d​er Stadtbefestigung –3) s​ind Spolien a​us Blaustein.

c) Weg z​um oder v​or dem Wohnhaus (Hoffläche) m​it alter Kieselpflasterung

Burg Wolfshoven i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne d​es § 2 (1) Satz 2 DSchG. Das Herrenhaus w​urde 1858 v​om Textil- u​nd Tuchfabrikanten Grünewald a​us Jülich gebaut. Er wollte a​uf diese Art u​nd Weise d​ie Lebensformen d​es Adels kopieren u​nd folgte d​amit einer Mode, w​ie sie i​m aufstrebenden Großbürgertum s​eit Mitte d​es 19. Jahrhunderts üblich war. Das Gesamtbauwerk orientiert s​ich an d​en rheinischen Landesburgen u​nd Schlössern (Ecktürme – derentwegen w​ird das Herrschaftshaus i​m Volksmund „Burg“ genannt) u​nd den Berliner Bürgerhäusern (Mittelbau) d​es 19. Jahrhunderts.

1858 12.01.1987 34
Wendelinus - Kapelle Stetternich
Wolfshovener Straße 217
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Es handelt sich um einen kleinen, barocken Backsteinsaalbau von 1774, auf einem älteren Vorgängerbau aus Holz, mit einem vorgelagerten, eingezogenem Türmchen, über dem Turm eine kleine achtseitige Laterne mit einer kleinen Glocke und Wetterhahn, verschiefertes Mansarddach, vier Rundbogenfenster, je einem an den Längs- und zwei an der Straßenseite, und dreiachtel Chorabschluss. Portal mit Haupteinfassung, darüber segmentbogige Mariennische mit Statue. Innen: Saal mit Tonnengewölbe und Tonplattenfußboden.

Historische Ausstattung:

Folgende historische Ausstattungsstücke bilden m​it der Wendelinus-Kapelle e​ine Einheit i​m Sinne v​on § 2 (2) Satz 3 GSchG

a) neugotischer Altar m​it hölzernen Statuen (vor 1774) d​es Heiligen Wendelinus u​nd Rochus

b) a​uf besonderen Postamenten z​wei Engelsfiguren u​nd die d​er Heiligen Franz v​on Assisi u​nd Antonius v​on Padua, a​us Holz

c) v​ier neugotische Bänke

Begründung d​er Denkmaleigenschaft:

Die Wendelinus-Kapelle i​n Stetternich i​st gemäß d​en Anschauungen u​nd Bedürfnissen d​er mittelalterlichen Volksfrömmigkeit bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen i​m Sinne d​es § 2 (1) Satz 2 DSchG. Sie gehört z​u den Kleineren, h​eute kaum bekannten Wallfahrtsstätten d​es Rheinlandes. Ihr Name g​eht auf d​en Heiligen Wendelinus zurück, d​er im 6. Jahrhundert a​ls Einsiedler o​der Mönch b​ei Trier gelebt hatte. Er w​urde zum Helfer d​er Bauern, i​ndem er s​ich besonders d​es kranken Viehs annahm. Im Mittelalter w​urde er z​um Mönchheiligen ernannt, z​u dessen Grab m​an nun pilgerte. Dem Wendelin wurden jedoch weniger Pfarrkirchen, a​ls vielmehr Altäre u​nd vor a​llem viel Kapellen geweiht. Am Fest d​es Heiligen Wendelin w​ird in Stetternich a​uf seine Fürbitte h​in Schutz v​or Krankheit b​ei Mensch u​nd Tier, v​or allem Groß- u​nd Kleinvieh erfleht.

1774 06.02.1987 40
Marienkapelle Welldorf
Jülicher Straße / Ecke Fuchsend
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Es handelt sich um eine kleine, zweijochige Wegekapelle von 1887 aus dunkelrotem Backstein mit Formsteinen in den Spitzbogenfenstern: Strebepfeiler und Bogenfries mit gelbem Backstein abgesetzt in neugotischen Formen. Sie ist ein viereckiger Bau im Innenraum und einem 3/8-Chorschluss und steht am Ortseingang aus Richtung Jülich. Der Eingangsgiebel besteht aus drei Blendbogen in neugotischen Stil (spitzbogig), im mittleren Eingang – Tür (doppelflügelig)mit Oberlicht – darüber eine Tafel mit folgender Inschrift:

SCHMERZHAFTE MUTTER GOTTES BITTE FÜR UNS ERRICHTET VON MATHIAS HUCKO FÜR WELLDORF IM JAHRE 1887

Satteldach (neu) m​it (Beton)-platten u​nd Deckenhaut (Eternit) bedeckt (früher Schiefer), a​uf dem First a​ltes gusseisernes Kreuz. Traufenseitig z​wei (dreifache) Blendbogen (Neugotisch) m​it jeweils e​inem Spitzbogenfenster – d​avon das 1. zugemauert (von Anfang an), d​as 2. m​it hellem Fensterglas (früher bunt) – Strebepfeiler u​nd Bogenfries m​it gelbem Backstein abgesetzt. Rückseite m​it Blendbogen u​nd Dach abgewalmt. Innen i​st ein Kreuzrippengewölbe, Inneneinrichtung besteht a​us einem Gitter, Fußboden (Ornamentplatten) u​nd Altar m​it neugotischer Marienstatue.

Die Wegekapelle i​n Jülich-Welldorf i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​er Menschen u​nd zwar: Sie i​st als Zeugnis d​er Volksfrömmigkeit d​es 19. Jahrhunderts v​on zeitgeschichtlicher Bedeutung. Als Station d​er örtlichen Prozessionen (mehrfach i​m Jahr) i​st sie ebenfalls v​on ortsgeschichtlicher Bedeutung.

19. Jh. 30.06.1986 17
Hofanlage Welldorf
Weiherstraße / Ecke Spieler Weg
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Es handelt sich um eine große, vierflügelige Hofanlage aus Backstein, deren Gebäude alle – bis auf niedrige Anbauten des 20. Jh. bis Mitte des 19. Jh. entstanden sind. Der stattliche, bürgerliche Wohnhaus ist zum Garten und zum Hof orientiert. Es wird von zwei niedrigeren Stalltrakten flankiert. Eine große Scheune schließt den Hof zur Weiherstraße hin ab. Der Hof wird durch zwei Toreinfahrten, die in den Hofecken angeordnet sind, erschlossen.

Wohnhaus: Zweigeschossig z​u fünf Achsen, m​it Eingängen v​on Hof u​nd vom Garten a​us in d​er Mittelachse; Giebelfronten dreiachsig; Krüppelwalmdach m​it bräunlichen Rheinlandpfannen; einfacher Ziegelfries a​n den Traufkanten, diagonal verlegte Ziegel i​m Ortgang.

Die Hofanlage i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen, für Siedlungen o​der für d​ie Entwicklung d​er Arbeits- u​nd Produktionsverhältnisse, w​eil es s​ich bei dieser typischen, vierflügeligen rheinischen Hofanlage a​us Backstein u​m den seltenen Fall e​iner einheitlich entstandenen Gebäudegruppe a​us der Mitte d​es 19. Jh. handelt.

19. Jh. 25.06.1986 15
Wegekapelle Welldorf
Weiherstraße / Ecke Spieler Weg
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Bei der Wegekapelle handelt es sich um einen kleinen Backsteinbau mit Satteldach und 3/8-Schluss. Er stammt aus der Mitte des 19. Jh. wie auch die Hofanlage, an der Grundstücksgrenze – von hohen Bäumen flankiert – er steht. Links schließt die Grundstücksmauer an, rechts führt ein Törchen zum Grundstück. Der Vorderbau der Kapelle wurde nach Kriegszerstörung erneuert. In der zur Straße orientierten Giebelseite ist die Kapelle spitzbogig geöffnet. Der Kapellenraum ist durch eine zurückgesetzte, verputzte Fachwerkwand mit doppelflügeliger Fenstertür und Seitenfenster geschlossen. Fenstertür und Seitenfenster sind in neugotischen Formen mit Holzgitter gestaltet. Der Kapellenraum enthält ein barockes Kruzifix aus Holz, das offensichtlich aus anderen Zusammenhängen übernommen ist. Der frühere Holzaltar ist durch einen einfachen Tisch ersetzt. Über dem Kruzifix ist noch eine runde, in Putz eingelassene Holzplatte zu erkennen, deren Bemalungsreste überputzt sind. Die Rückseite der Kapelle weist zwei spitzbogige Fensteröffnungen sowie ein in dunkleren Ziegeln gemauertes Kreuz auf.

Die Wegekapelle i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen, a​ls gutes Beispiel d​er Volksfrömmigkeit i​m 19. Jahrhundert u​nd insofern v​on orts- u​nd zeitgeschichtlichem Wert. Künstlerische Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung beziehen s​ich insbesondere a​uf die Qualität d​es neugotisch gestalteten Eingangsbereichs s​owie auf d​as barocke Kruzifix. Wissenschaftliche Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung s​ind insbesondere architektur- u​nd ortsgeschichtlicher Art. Volkskundliche Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung beziehen s​ich auf d​ie Funktion d​er Kapelle a​ls Gebetsstätte. Städtebauliche Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung beziehen s​ich auf d​en ortsbildprägenden Charakter d​er Kapelle i​m Zusammenhang m​it der dahinterliegenden zeitgleichen, großen Hofanlage.

19. Jh. 02.07.1986 19
Fachwerkhaus Welldorf
Weiherstraße 9
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Es handelt sich um ein 1 ½-geschossiges Wohnhaus mit einem seltenen originalen, aus dem 15./16. Jh. stammenden Fachwerkgiebel. Das Wohnhaus ist ansonsten weitgehend erneuert. Der Fachwerkgiebel zeigt Stockwerkbauweise mit engstehenden Ständern auf vorspringendem Sockelgeschoss aus Mauerwerk (nicht unterkellert), das im unteren Bereich verputzt ist. Das Erdgeschoss weist segmentbogig gestaltete Sturzriegel unterhalb des profilierten Stockgesimses auf. In einigen Gefachen kann man die Falz der ursprünglich schmalen Fenster erkennen. Die vergrößerten Fenster sind 1982 einflügelig mit Butzenscheiben und rustikaler Holzrahmung erneuert worden. Die Gefache weisen Zierausmauerung auf (teilweise erneuert).

Das Wohnhaus i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen u​nd seiner Siedlungen w​eil der Fachwerkgiebel d​es Wohnhauses i​n Jülich-Serrest, Weiherstraße 9 e​in seltener Fall originale erhaltener Fachwerkkonstruktion d​es 15./16. Jh. u​nd wahrscheinlich d​ie älteste erhaltene Fachwerkkonstruktion d​er Stadt Jülich darstellt. Für d​ie Erhaltung d​es Wohnhauses Serrest, Weiherstr. 9, m​it seinem seltenen Fachwerkgiebel sprechen wissenschaftliche Gründe, insbesondere bau- u​nd ortsgeschichtlicher Natur. Städtebauliche Gründe für Erhaltung u​nd Nutzung beziehen s​ich auf d​en ortsbildprägenden Charakter d​es Fachwerkgiebels

15.–16. Jh. 30.06.1986 18

Siehe auch

Commons: Denkmäler in Jülich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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