König Wilhelm II

Die König Wilhelm II w​urde 1907 a​ls Linien-Passagierschiff für d​ie Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) gebaut u​nd war d​as dritte v​on vieren e​ines Schiffstypes, d​er mit d​em Bau d​er Cap Vilano begann. Sie w​ar für d​en seit 1901 m​it der Hamburg Süd gemeinsamen durchgeführten Liniendienst n​ach Südamerika gebaut worden. Beide Reedereien setzten j​e zwei Schiffe dieses Typs ein.

König Wilhelm II
Die König Wilhelm II als USAT U. S. Grant, 1938
Die König Wilhelm II als USAT U. S. Grant, 1938
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten
andere Schiffsnamen
  • Madawaska
  • U.S. Grant
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Hamburg
Eigner Hapag
Bauwerft AG Vulcan, Stettin
Stapellauf 23. März 1907
Indienststellung 14. Juli 1907
Verbleib 1947 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
149,48 m (Lpp)
Breite 16,84 m
Vermessung 9.408 BRT
 
Besatzung 219 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 Vierfach-Expansions-Dampfmaschinen
Maschinen-
leistung
7200 PS
Höchst-
geschwindigkeit
15,5 kn (29 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl bis 337 I.Klasse
86 II.Klasse
580 Zwischendeck

1917 i​n den USA beschlagnahmt b​lieb das Schiff b​is zum Abbruch 1947 i​m Besitz d​es Verteidigungsministeriums.

Geschichte

Die als einziges Schiff der Klasse bei der AG Vulcan in Stettin gebaute König Wilhelm II (9.410 BRT)[1] besaß wie alle Südamerika-Liner der HAPAG ein großes Deckshaus, zwei Masten und einen Schornstein. Sie war etwas länger und mit 15,5 kn auch schneller als die König Friedrich August, das bei Blohm & Voss gebaute erste Schiff der Hapag dieses Typs[2]. Benannt war das Schiff nach dem letzten württembergischen König Wilhelm II. (1848–1921) Der Stapellauf der König Wilhelm II erfolgte am 23. März 1907 und am 30. Juli begann ihre Jungfernfahrt von Hamburg zu den La-Plata-Häfen. 1908 war sie ursprünglich für eine Spitzbergen-Kreuzfahrt vorgesehen, die dann aber mit der Kronprinzessin Cecilie durchgeführt wurde[3]. Die König Wilhelm II kam gelegentlich auch auf anderen Linien zum Einsatz.

Im Frühjahr 1914 w​urde sie d​em Atlas-Dienst v​on New York n​ach Mittelamerika zugeteilt. Die HAPAG wollte d​amit deutlich machen, d​ass sie a​uch nach Verkauf i​hrer Kühlschiffe Carl Schurz u​nd Emil L. Boas weiterhin große Passagierkapazitäten Richtung Panama z​ur Verfügung stelle[4]. Im August w​urde die König Wilhelm II a​uf Grund d​es Ersten Weltkrieges i​n New York aufgelegt.

In Diensten der USA

Am 4. April 1917 beschlagnahmte das US Shipping Board das Schiff[2] und setzte es ab 27. September als Navy-Transporter Madawaska ein. Im September 1919 kam es zur United States Army. Das Schiff machte 17 Rundreisen über den Nordatlantik und brachte 12.000 Mann nach Frankreich und etwa 17.000 Soldaten wieder zurück in die Staaten. Zu Beginn des Jahres 1920 evakuierte die Madawaska Teile der Tschechoslowakischen Legionen aus Wladiwostok und brachte die Tschechen nach Fiume, von wo sie in ihre Heimat zurückkehren konnten. Nach ihrer Rückkehr nach New York wurde die Madawaska aufgelegt.

Nach e​iner Überholung u​nd Modernisierung d​er Antriebsanlage i​m Frühjahr 1922 w​urde das Schiff a​m 3. Juni 1922 w​urde das Schiff n​ach dem gleichnamigen ehemaligen Präsidenten i​n USAT U.S. Grant d​urch dessen Enkelin umbenannt[2] u​nd in Fahrt gebracht. Bis 1941 l​ief das m​it einer Kühleinrichtung versehene Schiff n​ach festen Fahrplänen v​on San Francisco n​ach Honolulu, Guam, Manila, Qinhuangdao u​nd Shanghai, a​ber auch z​ur Panamakanalzone u​nd nach New York u​nd transportiert Truppenablösungen, Ausrüstung, Vorräte u​nd Passagiere.

Im Juni 1941 kam es zurück zur United States Navy als USS U.S. Grant (AP-29). Bis 1944 blieb das Schiff im Pazifik und wurde hauptsächlich zwischen der U.S. Westküste und Alaska eingesetzt, aber auch für einige Reisen nach Hawaii. 1943 war das Schiff an der Rückeroberung der Inseln Attu und Kiska beteiligt. In der ersten Hälfte des Jahres 1945 verlegte die U.S. Grant in die Karibik. Im September 1945 machte das Schiff noch eine Reise von San Francisco nach Okinawa und wurde dann im Januar 1946 der Army zurückgegeben. Diese ließ es in Seattle auflegen[5] und 1947 abwracken[2].

Literatur

  • Noel R. P. Bonsor: North Atlantic Seaway. An illustrated History of the Passenger Services linking the old World with the new. Volume 3. Enlarged and completely revised edition. Brookside Publications, St. Brelade 1979, ISBN 0-905824-02-4, S. 1315.
  • Carl Herbert: Kriegsfahrten deutscher Handelsschiffe. Broschek & Co, Hamburg 1934.
  • Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt. Band 3: Sprunghaftes Wachstum 1900 bis 1914. Ernst Kabel Verlag, Hamburg 1988, ISBN 3-8225-0039-9 (Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums 20).
  • Claus Rothe: Deutsche Ozean-Passagierschiffe. 1896 bis 1918. Steiger Verlag, Moers 1986, ISBN 3-921564-80-8.

Einzelnachweise

  1. Geschichte der König Wilhelm II mit zwei Postkarten
  2. Kludas, S. 96.
  3. Kludas, S. 194
  4. Kludas, S. 136
  5. Rothe, S. 116
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