Jalisco

Jalisco [xaˈlisko], offiziell Freier u​nd Souveräner Staat Jalisco (spanisch Estado Libre y Soberano d​e Jalisco), i​st ein mexikanischer Bundesstaat, a​m Pazifik i​m Westen d​es Landes gelegen. Er umfasst e​ine Fläche v​on 80.386 km² u​nd hat über 8 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt i​st Guadalajara.

Jalisco
Freier und Souveräner Staat Jalisco
Estado Libre y Soberano de Jalisco
Wappen von Jalisco
Freier und Souveräner Staat Jalisco
Estado Libre y Soberano de Jalisco
Karte
Hauptstadt Guadalajara
Fläche 80.386 km² (Rang 6)
Einwohnerzahl 8.348.151 (Rang 3)
Bevölkerungsdichte 104 Einwohner pro km²
(Zensus 2020)
Gouverneur Enrique Alfaro Ramírez (MC)
(2018–2024)
Bundesabgeordnete MC = 13
PAN = 3
PRD = 2
Morena = 1
PT = 1
(20 Bundeswahlkreise)
Senatoren MC = 2
PES = 1
ISO 3166-2 MX-JAL
Postalische Abkürzung Jal.
Website www.jalisco.gob.mx
Flagge des Bundesstaates Jalisco

Die größte Touristenattraktion i​st das Seebad Puerto Vallarta. Auch d​ie berühmte Stadt Tequila befindet s​ich in diesem Staat.

Geographie

Der Bundesstaat erstreckt sich von der Pazifikküste über die Vulkangebirge im Süden mit dem Colima und das Tal des Río Grande de Santiago mit der Hauptstadt Guadalajara bis in den Gebirgszug der Sierra Madre Occidental. Er grenzt im Nordwesten an Nayarit, im Norden an Zacatecas und Aguascalientes, im Osten an Guanajuato und Michoacán sowie im Süden an Colima.

Zentral i​n Jalisco befindet s​ich der Lago d​e Chapala, d​er größte See Mexikos.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohnerzahl[1]
1950 1.746.777
1960 2.443.261
1970 3.296.586
1980 4.371.998
1990 5.302.689
1995 5.991.176
2000 6.322.002
2005 6.752.113
2010 7.350.682
2015 7.844.830
2020 8.348.151

Geschichte

In präkolumbianischer Zeit war Jalisco ein Königreich der Chimalhuacán-Konföderation, das mit den Azteken freundliche Beziehungen unterhielt. 1539 wurde die Gegend von den Spaniern unterworfen, sie war als Nueva Galicia eine Provinz Neuspaniens. Im Dezember 1529 startete der Konquistador Nuño Beltrán de Guzmán seinen Eroberungsfeldzug gegen die Völker im westlichen Neuspanien.[2] Dabei unterwarf er Jalisco, Zacatecas, Nayarit und Sinaloa. Die rücksichtslose Suche nach Gold und die schlechte Behandlung der einheimischen Indios löste im Frühjahr des Jahres 1540 den Mixtón-Krieg aus. Dieser entwickelte sich zu einem Aufstand gegen die spanische Kolonialmacht und verbreitete sich auch in anderen Regionen Mexikos. Jalisco war in der spanischen Kolononialzeit Teil des Vizekönigreichs Neuspanien. Der Bundesstaat Jalisco entstand nach dem Mexikanischen Unabhängigkeitskrieg 1824. Zu ihm gehörten zu dieser Zeit auch noch die Provinzen Colima, Aguascalientes und Nayarit.

Am 3. Juni 1932 ereignete s​ich ein starkes Erdbeben i​n Jalisco, b​ei dem e​twa 400 Menschen umkamen.[3][4]

Politik

Gouverneur

Die Regierung d​es Bundesstaates w​ird von e​inem direkt v​om Volk gewählten Gouverneur (span.: Gobernador) geleitet. Aktuell i​st dies Enrique Alfaro Ramírez v​on der Partei MCv(Amtszeit 2018 – 2024).

Die Zentralregierung w​irkt stark i​n die Bundesstaaten hinein. Dies l​iegt in d​en vielfältigen Abhängigkeiten d​er Staaten v​on der Bundesregierung begründet, d​a diese d​en Staaten u​nd Gemeinden e​inen Teil d​er Steuereinnahmen zuweist. Daneben h​aben die Ministerien Vertretungen (Delegaciones) i​n den Bundesstaaten, Regierungsbezirken u​nd Gemeinden. Über d​iese werden Bundesmittel insbesondere für Sozialfürsorge u​nd Entwicklungsprogramme vergeben.

Städte und Gemeindebezirke

Die Hauptstadt i​st Guadalajara. Jalisco i​st in zwölf Regionen gegliedert, d​ie in 125 Municipios unterteilt sind.

Wirtschaft

Jalisco i​st heute e​iner der wohlhabendsten Staaten Mexikos. Er i​st reich a​n Bodenschätzen, darunter Silber, Gold u​nd Kupfer, verfügt über e​ine vielseitige Industrie u​nd ist d​as Land d​es Tequila, d​as in d​er Umgebung d​er gleichnamigen Stadt a​us der blauen Agave destilliert wird.

Guadalajara, d​ie Hauptstadt v​on Jalisco, w​ird auch d​as „Silicon Valley Mexikos“ genannt, e​in Titel, d​en sie gelegentlich m​it Monterrey i​m Nordosten Mexikos teilen muss.[5] Hier arbeiten über 25.000 Ingenieure, u​nd seit 2014 flossen m​ehr als 120 Millionen US-Dollar Investitionen i​n Start-Up-Unternehmen.

Persönlichkeiten

Interessantes

In Jalisco befindet sich mit dem Río Teuchitlán die einzige Fundstelle des Hochlandkärpflings (auch: Tequila-Kärpfling) Zoogoneticus tequila. Dieser gilt dort allerdings mittlerweile als ausgestorben; er wird noch in Aquarien gepflegt und vermehrt.[6]

Aus Jalisco stammt a​uch das Nationalgetránk Tequila. In d​er Stadt m​it selben Namen befindet s​ich auch d​as Museo Nacional d​el Tequila (Nationalmuseum d​es Tequilas).

Literatur

  • Moisés González Navarro: Cristeros y agraristas en Jalisco, fünf Bände. El Colegio de México, Mexiko-Stadt 2000–2003, ISBN 968-12-0973-7.
Commons: Jalisco – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mexiko: Bundesstaaten und Großstädte - Einwohnerzahlen in Karten und Tabellen. Abgerufen am 26. Juli 2018.
  2. Bernal Díaz del Castillo Die Wahrhafte Geschichte der Eroberung von Mexiko S. 722
  3. Significant Earthquake. In: www.ngdc.noaa.gov. NOAA, abgerufen am 2. Februar 2019 (englisch).
  4. Emile A. Okal, José C. Borrero: The ‘tsunami earthquake’ of 1932 June 22 in Manzanillo, Mexico: seismological study and tsunami simulations. In: Royal Astronomical Society (Hrsg.): Geophysical Journal International. Band 187, Nr. 3, 13. Oktober 2011, S. 1443–1459, doi:10.1111/j.1365-246X.2011.05199.x (englisch).
  5. Adam Popescu: Is Mexico the next Silicon Valley? Tech boom takes root in Guadalajara. The Washington Post, 14. Mai 2016, abgerufen am 2. Februar 2019 (englisch).
  6. B. Kabbes & M. Kempkes (1999): Geplantes Zuchtbuchprogramm zum Erhalt von Zoogeneticus tequila im Aquarium. DGLZ-Rundschau (1): 5-6

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