Hermann Askan Demme

Hermann Askan Demme (* 28. August 1802 i​n Altenburg; † 18. Januar 1867 i​n Bern) w​ar ein deutsch-schweizerischer Arzt.

Johann Friedrich Dietler, Bildnis Hermann Askan Demme mit Sohn Carl Hermann, 1840.

Demme w​ar der Sohn d​es Hermann Gottfried, Generalsuperintendenten v​on Sachsen-Altenburg. Er studierte zunächst Philosophie u​nd Theologie i​n Jena u​nd Berlin. 1822 t​rat er d​er Jenaischen Burschenschaft bei.[1] 1822 w​ar er Sprecher d​es Burschentages i​m Odenwald.[2] In d​en Jahren 1824 b​is 1828 s​ass das ehemalige Mitglied d​es Jünglingsbundes i​n Festungshaft.[3] 1830 w​urde er i​n Würzburg z​um Dr. med. promoviert u​nd war Assistent v​on Johann Lukas Schönlein. 1831 w​ar er Militärarzt i​n Warschau, 1832 reiste e​r in d​ie Vereinigten Staaten. Demme heiratete 1833 Marie Lucie Elisabeth Auguste Diruf (1808–1882) a​us Heidelberg. Die beiden hatten v​ier Söhne. Im selben Jahr w​urde er Professor für Anatomie a​n der Universität Zürich u​nd 1834 a​n der Universität Bern. Er w​ar ab 1835 Mitglied d​es Sanitätsrates. 1837 w​urde er Burger v​on Unterseen. Am 23. Januar 1847 führte e​r als Erster i​m deutschen Sprachraum e​inen chirurgischen Eingriff i​n erfolgreicher Äthernarkose aus.[4] 1856 w​urde er Burger v​on Bern (Gesellschaft z​u Mittellöwen).

Werke

  • Allgemeine Chirurgie der Schusswunden. Nach eigenen Erfahrungen in den norditalienischen Lazarethen von 1859 und mit Benutzung der bisherigen Leistungen, Bd. 1 von Militärchirurgische Studien, Würzburg 1863. Sicher von Carl Hermann (Sohn von Hermann Askan), welcher in Solferino tätig war. online
  • Beiträge zur pathologischen Anatomie des Tetanus und einiger anderen Krankheiten des Nervensystems, Leipzig und Heidelberg 1859. online
  • Über die Veränderungen der Gewebe durch Brand. Ein Beitrag zur Pathologischen Histologie, Frankfurt a. M. 1857. online

Quellen

  • Marie Lucie Elisabeth Auguste Demme-Diruf: Eine Erfahrung aus meinem Leben und zugleich ein Leitweg zu meiner Menschenkenntniss, s. l., ca. 1866 (Universitätsarchiv Bern).

Literatur

  • Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A–E. Heidelberg 1996, S. 190–191.
  • Rahel Hert: Hermann Askan Demme (1802–1867). Der erste Chirurgieprofessor der Universität Bern. Leben und Werk, Bern 2011 (Diss.).
  • Urs Boschung: Demme, Hermann Askan. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Hermann Rennefahrt, E. Hintzsche, 600 Jahre Inselspital, Bern 1954.
  • Sammlung Bernischer Biographien, Bd. 3 (1898), S. 481–518.

Einzelnachweise

  1. Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A-E. Heidelberg 1996, S. 190.
  2. Augspurgische Ordinari Postzeitung. Nr. 274 vom 15. November 1824, S. 3.
  3. Wilhelm Ferdinand Bischoff: Merkwürdige Criminal-Rechts-Fälle für Richter, Gerichtsärzte, Vertheidiger und Psychologen. Staatsverbrechen verschiedener Art betreffend, Band 3, Hannover 1837, S. 219. online
  4. Ludwig Brandt: Illustrierte Geschichte der Anästhesie. Stuttgart 1997, S. 73–75.
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