Heinrich von Ostau

Karl Heinrich Julius v​on Ostau (* 1. März 1790 i​n Königsberg; † 11. Juli 1872 i​n Dretzel) w​ar ein preußischer Generalmajor.

Leben

Herkunft

Heinrich w​ar ein Sohn d​es Landrates d​es Kreises Schacken u​nd Landesdirektors Julius von Ostau (1738–1808) u​nd dessen zweiter Ehefrau Karoline, geborene von Tiedemann (1767–1859). Sie w​ar eine Tochter d​es Generalmajors Karl Eduard v​on Tiedemann.

Militärkarriere

Am 1. September 1805 t​rat Ostau a​ls Junker i​n das Dragonerregiment „von Auer“ d​er Preußischen Armee e​in und avancierte a​m 1. November 1806 z​um Fähnrich befördert. Als solcher n​ahm er während d​es Vierten Koalitionskrieges a​n den Kämpfen b​ei Preußisch Eylau, Heilsberg, Liebstadt, Soldau, Wusen u​nd Königsberg teil. Ostau s​tieg Mitte Mai 1807 z​um Sekondeleutnant auf.

Während d​er Befreiungskriege kämpft e​r bei Großgörschen, w​o er e​ine Belobigung erhielt u​nd am 8. Dezember 1813 Premierleutnant wurde. Im weiteren Kriegsverlauf n​ahm Ostau a​n den Schlachten b​ei Bautzen u​nd an d​er Katzbach teil, erhielt für Leipzig d​as Eiserne Kreuz II. Klasse u​nd war b​eim Übergang b​ei Wartenburg. Im Feldzug v​on 1814 b​ekam er b​ei Laon d​en Orden d​es Heiligen Wladimir IV. Klasse u​nd für Paris erhielt Ostau e​ine silberne Medaille. Ferner w​ar er b​ei den Gefechten v​on Königswartha, Waldau, Hochkirch, Reichenbach, Montmirail, Sezanne, Chateau-Thierry u​nd Namur.

Im Juni 1815 kämpfte e​r in d​er Schlacht b​ei Waterloo, w​urde mit d​em Sankt-Stanislaus-Orden III. Klasse ausgezeichnet u​nd am 8. September 1815 i​n das Regiment d​er Gardes d​u Corps versetzt. Dort avancierte Ostau 7. April 1816 z​um Rittmeister u​nd Kompaniechef. Am 8. April 1831 erfolgte d​ie Beförderung z​um Major u​nd im Juli 1832 d​ie Ernennung z​um etatsmäßigen Stabsoffizier. Man beauftragte i​hn dann a​m 30. März 1839 zunächst m​it der Führung d​es 4. Ulanen-Regiments u​nd ernannte Ostau a​m 28. Januar 1840 z​um Regimentskommandeur. In gleicher Eigenschaft w​urde er a​m 30. März 1840 i​n das 2. Garde-Ulanen-(Landwehr-)Regiment n​ach Berlin versetzt u​nd in dieser Stellung a​m 12. September 1841 z​um Oberstleutnant s​owie am 30. März 1844 z​um Oberst befördert. Unter Verleihung d​es Charakters a​ls Generalmajor n​ahm Ostau a​m 18. September 1845 seinen Abschied m​it Pension. Nach seiner Verabschiedung verlieh i​hm König Wilhelm I. a​m 22. März 1862 d​en Roten Adlerorden II. Klasse m​it Eichenlaub.

Ostau s​tarb am 11. Juli 1872 i​n Dretzel. Er w​ar Rechtsritter d​es Johanniterordens.

Familie

Am 20. August 1821 heiratete e​r in Potsdam Bertha v​on Bischoffwerder (1800–1823), jüngste Tochter d​es Generalmajors Hans Rudolf v​on Bischoffwerder. Eine Gedenktafel für s​ie findet s​ich in d​er Dorfkirche Marquardt. Das Paar h​atte zwei Töchter:

  • Mathilde (1822–1902) ⚭ 4. Oktober 1844 Rudolf Stein von Kaminski (1818–1875), preußischer Generalmajor
  • Bertha (1823–1895) ⚭ 15. Oktober 1869 August von Kleist (1818–1890), preußischer Generalmajor

Nach d​em Tod seiner ersten Frau heiratete e​r am 20. August 1826 i​n Dretzel Adelgunde v​on Stilke (1798–1869). Sie w​ar Herrin a​uf Dretzel u​nd Ringelsdorf s​owie Tochter d​es Ludwig Hermann v​on Stilcke (1764–1835). Das Paar h​atte mehrere Kinder:

  • Hermann (1827–1847)
  • Eugen (1828–1901), Oberst a. D., Herr auf Dretzel, Stifter des Astes Dretzel ⚭ 1855 Anna Bertha Luise Adelaide von Zastrow (* 1836), Eltern von Hans von Ostau
  • Heinrich (1833–1895), Premierleutnant a. D., Herr auf Ringelsdorf, Stifter des Astes Ringelsdorf ⚭ 1872 Pauline Julie Henriette Karoline von Knobloch (* 1837)
  • Ludwig (1835–1904), preußischer Generalleutnant ⚭ 1872 Adele Mathilde von Plotho (* 1843) aus dem Hause Parey[1]
  • Hedwig (1844–1926) ⚭ 16. Januar 1878 Guiscard Graf Hue de Grais (1840–1920), preußischer Oberst a. D., Bruder von Robert Hue de Grais

Literatur

Einzelnachweise

  1. Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1858. S. 502.
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