Heinrich Reh

Karl Johann Heinrich Reh (* 3. März 1860 i​n Darmstadt; † 22. September 1946 i​n Bad Nauheim) w​ar ein hessischer Politiker (Freisinn, DDP) u​nd ehemaliger Abgeordneter d​es Landtags d​es Volksstaates Hessen i​n der Weimarer Republik u​nd der 2. Kammer d​er Landstände d​es Großherzogtums Hessen.

Leben

Heinrich Reh w​ar der Sohn d​es Hofgerichtsadvokaten u​nd hessischen Landtagsabgeordneten Jakob Ludwig Theodor Reh u​nd seiner zweiten Ehefrau Oktavia. Sein Bruder Friedrich Caliga-Reh w​ar ein Opernsänger. Heinrich Reh heiratete i​n Gießen (Dorothea Karoline) Ottilie geborene Weidig. Aus d​er Ehe gingen z​wei Kinder hervor: Berthold (* 1889) u​nd Alexa (* 1891), später verehelicht m​it Bernhard Georg Magsaam, Oberstudienrat i​n Bad Nauheim.

Heinrich Reh studierte Rechtswissenschaft a​n der Hessischen Ludwigs-Universität. 1901 w​urde er Corpsschleifenträger d​er Starkenburgia.[1] Nach d​en zwei Staatsexamina arbeitete e​r als Rechtsanwalt i​n Alsfeld. 1899 w​urde er z​um Landgericht Gießen zugelassen. 1901 w​urde er z​um Notar, später z​um Justizrat ernannt.

Heinrich Reh w​ar 1. Vorsitzender d​es Hessischen Sparkassen- u​nd Giroverbandes i​n Darmstadt. 1919 w​urde er ehrenamtlicher u​nd 1926 hauptamtlicher Vorstand d​es Deutschen Sparkassen- u​nd Giroverbandes. Er w​ar Mitglied d​es Verwaltungsrates d​er Hessen-Nassauischen Lebensversicherungsanstalt i​n Wiesbaden u​nd Vorsitzender d​er Hauptversammlung dieser Einrichtung.

1902 b​is 1918 w​ar er für d​en Wahlbezirk Stadt Alsfeld (Wahlperiode 32 b​is 34) bzw. Oberhessen 18 (Wahlperiode 35 b​is 36) liberaler Abgeordneter d​er Zweiten Kammer d​er Landstände d​es Großherzogtums Hessen. Nach d​em Ende d​es Kaiserreiches schloss e​r sich d​er DDP a​n und w​ar für d​iese von 1919 b​is 1921 Abgeordneter u​nd Vizepräsident d​es Landtags d​es Volksstaates Hessen. Von 1902 b​is 1921 gehörte e​r dem Gesetzgebungsausschuss beider Parlamente an. Weiterhin w​ar er Mitglied d​es Kreistages Alsfeld u​nd des Provinziallandtages d​er Provinz Oberhessen. Während d​es Ersten Weltkrieges vertrat e​r den Bürgermeister v​on Alsfeld.

Ehrungen

Schriften

  • Gesetzessammlung für den Volksstaat Hessen
  • Sammlung hessischer Verwaltungs- und Verfassungsgesetze
  • Kommentar der Hessischen Verfassung und des Hessischen Feld- und Forststrafgesetzbuches
  • Die hessische Verfassung, 1928

Literatur

  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 303.
  • Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933 (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 19 = Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission. NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, Nr. 697.
  • Hans Georg Ruppel, Birgit Groß: Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biographische Nachweise für die Landstände des Großherzogtums Hessen (2. Kammer) und den Landtag des Volksstaates Hessen (= Darmstädter Archivschriften. Bd. 5). Verlag des Historischen Vereins für Hessen, Darmstadt 1980, ISBN 3-922316-14-X, S. 214.
  • Reh, Heinrich. In: Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2: L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, DNB 453960294, S. 1488–1489.

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1960, 37, 569
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