Friedrich Runge (Kanzler)

Friedrich Runge (* 17. März 1599 i​n Greifswald; † 25. Dezember 1655 i​n Kolberg) w​ar der e​rste brandenburgische Kanzler i​n Hinterpommern.

Leben

Friedrich Runge w​ar der Sohn d​es herzoglichen Rates Daniel Runge, m​it dem e​r 1603 n​ach Wolgast kam. Von 1614 b​is 1618 studierte e​r an d​er Universität Greifswald, anschließend 1619 i​n Jena. Nach e​iner Reise, d​ie ihn d​urch die Niederlande u​nd England führte, schloss e​r 1623 s​eine Studien a​n der Universität Rostock ab.

Im selben Jahr begleitete e​r die pommerschen Gesandten Philipp v​on Horn u​nd Jacob Seldrecht z​um Reichstag n​ach Regensburg. 1624 t​rat er i​n die herzogliche Verwaltung Bogislaws XIV. v​on Pommern e​in und w​urde im folgenden Jahr z​um Hofrat ernannt. Auf herzogliche Kosten promovierte e​r 1626 i​n Greifswald z​um Doktor d​er Rechtswissenschaften. Für d​as Herzogtum Pommern w​ar er während d​es Dreißigjährigen Krieges häufig i​n diplomatischen Diensten unterwegs. 1634 gehörte e​r zu d​en herzoglichen Bevollmächtigten, d​ie die Schenkung d​es Amtes Eldena a​n die Greifswalder Universität leiteten.[1]

Nachdem mit Bogislaw XIV. im Jahr 1637 die Greifenherzöge ausgestorben waren, zog Friedrich Runge mit seiner Familie nach Danzig und später nach Stolp. 1641 nahm er das Amt des Stadtsyndicus von Stettin an. In dieser Funktion sandten ihn die pommerschen Landstände zusammen mit Marcus von Eickstedt im März 1644 und im Oktober 1645 zu den Friedensverhandlungen nach Osnabrück. Nach Kriegsende wurde Friedrich Runge 1649 vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm zum Kanzler für Hinterpommern ernannt und richtete die Regierung in Kolberg ein. Er führte den Grenzrezess zwischen Schweden und Brandenburg zum Abschluss und erhielt zum Lohn die Kantoratspräbende des Kolberger Domkapitels, die er später an seinen Schwiegersohn, den Hofgerichtsrat Sebastian Brunnemann abtrat.

Familie

Friedrich Runge war in erster Ehe verheiratet mit Anna Marie Oesler († 1633) verwitwete Rochlitz. Seine zweite Frau war Marie Kundenreich, die Tochter eines Kolberger Ratsherren.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Johann Gottfried Ludwig Kosegarten: Übergabe des Amtes Eldena an die Universität Greifswald am 28. März 1634. In: Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde (Hrsg): Baltische Studien. Bd. 17, Heft 2, Stettin 1859, S. 168 (Digitalisat).
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.