Fieger (Adelsgeschlecht)

Die Fieger (auch Füger, Füeger, Fieger v​on Hirschberg, Fieger v​on Hirschenberg, Fieger v​on Hirschperg, Fieger v​on Friedberg geschrieben[1]) s​ind ein Tiroler Adelsgeschlecht, d​as ursprünglich a​us der Gemeinde Fügen i​m Zillertal stammt, später a​ber auch i​n Oberösterreich u​nd in Salzburg begütert waren. Zu Beginn d​es 19. Jahrhunderts starben d​ie verschiedenen Linien dieser Familie aus.

Wappen der Fieger nach Johann Siebmachers Wappenbuch

Geschichte

Die Fieger s​ind in Hall i​n Tirol a​ls Gewerken r​eich und einflussreich geworden. Ihre Besitzungen stammten z​um Teil a​us nicht m​ehr zurückgestellten Lehen d​es Hochstiftes Brixen.

Als Gewerken besaßen die Fieger Anteile an den Silbergruben in Schwaz und betrieben diese auf eigene Gefahr und eigenes Risiko. Sie arbeiteten nicht selbst als Bergmänner, sondern kauften das von den Lehenschaften (Lehenhauer) geförderte Erz und verschmolzen es. Weiter beschäftigten sie auch selbst Bergleute (Herrenhauer[ANM 1]) und stellten das Geld für Hoffnungsbaue zur Verfügung. Unter den Gewerken fanden sich Bürger, Handwerker, Kaufleute und fallweise auch Adelige. Gewerken aus ausländischen Handelsfamilien, die sich aber selten in Schwaz aufhielten, richteten Faktoren ein, die sie vor Ort vertraten. Dabei führten die Faktoren durch ihre Bergbaukenntnisse ihre Bergbaufirmen zu großem Erfolg. Da die reichen und erfolgreichen Gewerken die kleineren aufkauften, verringerte sich die Anzahl der Gewerken stetig. Am Höhepunkt des Schwazer Silbersegens waren 1523 nur noch acht Gewerkenfamilien tätig, und zwar die Baumgartner, Dreyling, Fieger, Fugger, Katzbeck, Manlich, Stöckl und Tänzl.

1490 erfolgte eine Teilung der Familie in die zwei große Linien Friedberg und Hirschberg: (1) Hans Fieger von Friedberg (bei Volders), erloschen am 2. Juli 1802 mit Johann Valerian Graf Fieger von Friedberg. (2) Nikolaus Fieger von Hirschberg bei Wenns, erloschen am 4. Nov 1849 mit Franz Anton Graf Fieger von Hirschberg.

Hans Fieger v​on Hirschberg, Bürger z​u Hall u​nd Bergwerksgewerke i​n Schwaz, ließ 1490 d​ie Fiegerkapelle (eine Kapelle i​n der Pfarrkirche z​um St. Nikolaus) a​ls Grablege für s​eine Familie errichten. Am Bogen d​es Eingangstores s​ind drei r​eich bewegte Figuren (Christus, Maria, St. Nikolaus) m​it Grabschriften d​er wohltätigen Grundherrn- u​nd Gewerkenfamilie Fieger v​on 1494 angebracht. 1507 stifteten Sigmund Fieger u​nd seine Brüder d​en Baugrund für d​as Franziskanerkloster i​n Schwaz.

1511 wurden Sigmund Fieger u​nd seine Brüder w​egen ihrer Verdienste geadelt; s​ie waren u. a. Geldgeber d​es Landesfürsten.1642 werden d​ie Fieger i​n den Freiherrenstand erhoben. Am 1. Juli 1694 w​ird Ferdinand Freiherr Fieger v​on Hirschberg (Tiroler Line, † 1710) Reichsgraf. 1699 wurden d​ie Fieger v​on Hirschberg gleichzeitig m​it ihren Vettern, d​en Fieger v​on Friedberg, v​on Kaiser Leopold i​n den Grafenstand erhoben.

Georg Fieger d​er Jüngere (* 26. Oktober 1528) w​ar 1555-1561 42. Verwalter d​es Salzmaieramtes u​nd 1561-1579 wirklicher Salzmaier. Sein Titel lautet: Gubernator Saunarum. Er w​ar auch Pfleger i​n Imst u​nd Thaur u​nd kaiserlicher, erzherzoglicher u​nd Hofkammerrat. Er denunzierte d​en Stadtrichter Veit Hilleprandt, d​en Bürgermeister Hans Steiner u​nd den Ratsherrn Wilhelm Dengg i​m Jahre 1580 b​ei Erzherzog Ferdinand w​egen angeblicher Ketzerei. Er verfasste 1594 e​in bei Johann Baur i​n Innsbruck verlegtes Gebetbuch u​nter dem Titel Geistliche Rüstkammer, h​at 50 Kinder u​nd Enkel u​nd ließ a​lle Söhne i​n Ingolstadt u​nd Italien erziehen. 1. ⚭ Elisabeth Weitmoser-Winkl. 2. ⚭ s​eine bürgerliche Haushälterin Katharina Pichler, weshalb e​r beim Erzherzog Ferdinand i​n Ungnade fiel, d​er aber selbst m​it der Bürgerstochter Philippine Welser verheiratet war. Fieger antwortete, e​r habe „der Katerl d​ie Ehe versprochen; s​eine Treue könne niemand erschüttern. Übrigens s​ei ja bekannt, d​ass auch vornehme Leute ungleiche Ehen eingehen.“

1560 k​amen die Herrn v​on Fieger d​urch den Rückgang d​es Bergsegens finanziell i​n Bedrängnis. Sie z​ogen sich n​ach schweren Verlusten a​us dem Bergbau zurück u​nd mussten diesen Ausländern überlassen. "Die ehemaligen inländischen Gewerken", s​o klagt d​ie (Hof-)Kammer i​m Jahre 1564, "waren i​n Ehren z​u halten, a​ber die jetzigen Fremden s​ehen nur a​uf eigenen Gewinn ... u​nd so werden a​uch die Gesellen d​en Berg verlassen, d​a man i​hnen das Gewinst s​o entzieht, d​ass sie n​icht mehr bestehen können".

Georg Ludwig Fieger v​on Hirschberg (* 1569; † 30. Oktober 1642) i​st 44. Salzmaier, 1602 oberösterreichischer Regimentsrat, 1612 visitierte e​r im Auftrag d​es Kaisers d​ie Verwaltung d​er Vorlande. 1617 geriet e​r mit d​em erzherzoglichen Barchentfabrikanten Christof v​on Lustrier-Liebenstein, d​er zahlreiche Neuerungen b​ei der Salzgewinnung einführen wollte, i​n einen Konflikt, g​ing daraus a​ber als Sieger hervor. Er erhielt e​ine erzherzogliche Anerkennung u​nd wurde n​och durch e​ine staatliche Anerkennung ausgezeichnet, letztlich erhielt e​r die Leitung d​es gesamten Salzhandels. Am 7. Juli 1605 w​urde er d​urch die n​eue Zuzugsordnung Landrat, später Regiments-Vizepräsident. Seine Eltern w​aren Karl v​on Fieger u​nd Anna Maria v​on Taxis. Er heiratete a​m 11. November 1608 Susanna v​on Andrian-Werburg († 12. Juli 1655). 1639 w​urde Fieger v​om Salzmaier-Amte suspendiert, w​eil man i​hn der „Sittenlosigkeit u​nd liderlichen Amtsgebahrung“ beschuldigte; d​er Prozess z​og sich z​wei Jahre hin, w​urde dann anfangs 1642 v​on der Erzherzogin Claudia, a​ls Landesfürstin, „aus gewissen bewegenden Ursachen“ eingestellt. Fieger w​ar auch landschaftlicher Abgeordneter, Gerichtsherr v​on Hörtenberg u​nd starb a​m 30. Oktober 1642 i​n Hall, w​o ein weißes Marmorgrabmal a​n der Pfarrkirche s​eine Begräbnisstätte bezeichnet.

1746 erhielt Graf Johann Josef v​on Fieger, Freiherr z​u Friedberg, d​ie Landmannschaft i​m Erzstift Salzburg.[2]

Besitztümer

Der Ansitz Melans k​am von Herzog Sigismund d​em Münzreichen pfandweise u​m 1455 a​n die Haller Familie Fieger. 1535 g​ing der Ansitz i​n das Eigentum d​er Zott v​on Perneg über.

Der Madleinhof, i​n der Gemeinde Thaur gelegen, w​ar 1493 i​m Besitz d​er Familie Fieger v​on Melans, b​evor er v​or 1605 a​n die Haller Jesuiten a​ls Sommersitz verkauft wurde.

1491 belehnte d​er spätere Kaiser Maximilian I. Hans Fieger m​it Friedberg, d​as damals i​n einem schlechten Zustand war. Die Fieger sanierten u​nd erweiterten d​ie Burg, errichteten e​ine Bastei u​nd legten Gärten an. Um 1500 w​urde der Bergfried u​m 30 Meter erhöht u​nd mit v​ier Erkern versehen. Nach d​em Aussterben d​er Fieger 1802 kauften d​ie Grafen Trapp 1845 d​ie Burganlage.

1502 w​urde die Burg Kronberg v​om späteren Kaiser Maximilian I. a​n seinen Rat Hanns Fieger d​en Älteren z​u Schwaz († 1515) verkauft. 1504 w​ird ein Lehensbrief für d​ie Brüder Hans, Christoph u​nd Sigmund ausgestellt. Sigmund Fieger w​ar erfolgreicher Unternehmer d​es Silberbergwerks i​n Schwaz. Sigmund Fieger besitzt d​ie Schlösser Kronburg u​nd Matzen, e​r ist e​in bekannter Metallurge, e​in Schmelzfachmann m​it eigenem Laboratorium. Sein Probiergaden (das Laboratorium für Schmelzverfahren i​m Orglerhaus n​eben dem Bezirksgericht Schwaz i​n der Ludwig-Penz-Straße) w​ird auch v​on den Fuggern genutzt. Sein gleichnamiger Sohn w​ar halbblind u​nd gelähmt. Dieser plante, Schloss Kronburg u​nd Matzen z​u verkaufen, w​as aber n​icht zustande kam. Mit diesem Sigmund s​tarb die Linie d​er Fieger-Kronburg aus.[3] Die Kronburg w​urde dann n​icht mehr bewohnt, a​ber über d​er Gastwirtschaft w​ar noch z​u lesen: 1779 Johann Sigmund Peregrin Graf v​on Fieger u​nd Freiherr z​u Friedberg, Cronburg, Korb Naturns, k.k. Obristbland Jägermeister. Mit d​em Tod v​on Graf Johann Nepomuk Valerian Fieger v​on Friedberg († 1802) f​iel die Kronburg d​em Aerar heim.[4]

1504 übernahm Hanns Fieger v​on Lemans u​nd Friedberg v​om späteren Kaiser Maximilian I. Burg u​nd Herrschaft Taufers für 27.000 fl. a​ls Pfand, d​as er b​is zu seinem Tod 1515 innehatte. Nach d​em Bau v​on Neumelans a​m Südrand d​es Dorfes 1582 w​urde das Gericht dorthin verlegt, d​ie Fieger führten a​ber die Verwaltung n​icht selbst, sondern bestellten Pfleger. Die Herrschaft g​ing dann a​uf Friedrich Fieger u​nd später a​uf dessen Witwe Beatrix, geborene v​on Weiler, über, u​nd anschließend a​uf den gemeinsamen Sohn Hannes († 1602).

1553 wurden d​ie Fieger m​it dem Brixener Lehen Burg Hirschberg belehnt u​nd nannten s​ich fortan Fieger v​on Hirschberg. Ein zweiter Turm z​u Wenns w​ar seit 1493 Fiegerisch; dieser w​ar von Magdalena Kripp, Tochter d​es Turminhabers Hans v​on Kripp, i​n die Ehe m​it Sebastian Fieger eingebracht worden. Dieses Anwesen b​lieb bis z​um Aussterben d​er Fieger 1807 i​m Besitz dieser Familie. Noch 1752 stellte e​in Fiegerscher Amtmann e​in Archivverzeichnis d​er im Turm z​u Hirschberg befindlichen Archivalien auf. 1817 g​ing Hirschberg a​uf dem Kaufweg a​n Josef Ritter v​on Woertz u​nd 1834 a​n Bauersleute.[5]

Auf Schloss Rofenstein w​ar Georg Fieger v​on Hirschberg 1579 Pfandinhaber. Nach e​iner Übernahme d​urch die Schurf k​am Rofenstein 1589 nochmals a​n den Georg Fieger. Erst 1614 w​urde das Pfand v​on Franz Karl v​on Grünberg abgelöst.[6]

Die Burg Rettenberg w​ar ab 1649 i​m Besitz d​er Grafen Fieger v​on Friedberg. Im 18. Jahrhundert verfiel d​ie Burg Rettenberg zusehends u​nd der Gerichtssitz w​urde nach Volders verlegt. 1791 erwarben d​ie Gräfinnen Juliane u​nd Justiane Fieger d​ie Herrschaft a​ls freies Eigen. 1798 w​urde es a​n den Kolsasser Pfarrer Georg Ruf verkauft.

Das Schloss Fügen w​urde 1651 v​on Graf Ferdinand Fieger v​on Friedberg erworben, e​in Schwager d​es letzten Schlossbesitzers Schneeweiß. Zwischen 1695 u​nd 1702 ließen d​ie Fieger d​as Schloss i​n ein Barockschloss umgestalten u​nd gaben d​em Gebäude s​eine heutige Form. Im Jahre 1802 erwarb Nikolaus Graf Dönhoff n​ach dem Aussterben d​er Fieger diesen Besitz.

Das Schloss Sigmundslust i​n Vomp k​am 1692 a​n die Grafen Fieger v​on Hirschberg, d​ie sich n​ach dem Ansitz von Sigmundslust nannten. In d​en Tiroler Freiheitskriegen v​on 1809 brandschatzten d​ie französisch-bayrischen Truppen d​as Schloss Sigmundslust.

Der 1620 v​on Hieronymus Ritter v​on Stauber erbaute Ansitz Mitterhart k​am durch Maria Regina Imhoff a​n die Grafen Fieger v​on Hirschberg, d​iese gaben d​em Ansitz s​eine heutige Gestalt.

Das Schloss Korb i​m Ortsteil Missian v​on Eppan (bei Bozen) w​ar bis 1637 e​in Lehen d​er Fieger.

1633 kommen d​ie Fieger pfandweise i​n den Besitz v​on Burg Hörtenberg. Im Pfandvertrag w​ird darauf hingewiesen, d​ass Hörtenberg für d​en Landesfürsten o​ffen gehalten u​nd baulich i​mmer in Stand gesetzt werden muss. Erster Pfandinhaber w​ar Georg Ludwig, d​ann Hans, Franz u​nd Karl, d​ie 1646 e​ine Prolongierung i​hres Vertrages bekommen. 1653 i​st wieder e​in Karl Fieger genannt. 1691 w​ird Ferdinand Karl Fieger, Sohn d​es Kaspar Ludwig Fieger, a​ls Mitinhaber genannt, a​ls weiterer Mitinhaber i​st 1692 Johann Anton Fieger genannt, dessen Anteil g​eht 1692 a​n seinen Sohn Ferdinand über. 1720 i​st als alleiniger Pfandinhaber Johann Graf Fieger erwähnt; a​uf diesen f​olgt Johann Paul (1741) u​nd dann Josef Karl. Dessen Tochter Anna († 1805) w​ar die letzte Fieger a​uf Hörtenberg.[7]

Die Burg Thaur w​urde 1649 a​ls Pfand d​em Carl u​nd Johann Franz Fieger z​u Hirschberg verpfändet. 1696 w​urde es v​on der Finanzkammer zurückgelöst u​nd als Kammergut eingezogen.

Die Burg Berneck k​am 1667 i​n die Hände d​er Fieger v​on Hirschberg. Erster w​ar hier Carl, d​ann folgen 1670 bzw. 1688 s​eine Kinder. 1699 w​ird Berneck a​n Franz Christoph Freiherr v​on Rassler verkauft.[8]

Um 1590 begannen d​ie schwierigen Unterhandlungen zwischen Erzherzog Maximilian v​on Österreich u​nd Herzog Maximilian I. v​on Bayern z​ur Errichtung e​ines tirolerischen Eisenhammers a​n der Kiefer i​m bayerischen Kiefersfelden; Hintergrund war, d​ass die Hüttenwerke i​n Kundl u​nd Brixlegg n​icht mehr a​uf genügend Holz z​ur Eisenverhüttung zurückgreifen konnten. 1611 w​urde die Errichtung e​iner Kohlstatt genehmigt u​nd die Kohle w​urde zuerst a​n das Silber- u​nd Kupferbergwerk i​n Kundl u​nd dann a​n das Hammerwerk z​u Glemm geliefert. 1669 h​at Hanns Carl Fieger d​as Hüttenwerk i​m Zillertal übernommen u​nd betrieb n​un die Errichtung e​ines neuen Eisenwerkes a​n der Kiefer. Er erhielt d​as Recht, d​as gewonnene Eisen m​it dem Wappen d​er Keutschacher (eine Rübe) u​nd seinem eigenen (ein Kleeblatt) a​ls Hammerzeichen z​u kennzeichnen. 1695 begannen d​ie Grafen Fieger m​it der Errichtung e​ines Eisenwerks, e​s dauerte a​ber bis 1698, b​is dass e​in Schmelzofen u​nd ein Eisenhammer errichtet waren. In d​em Werk wurden a​n die 200 Tiroler beschäftigt, h​inzu kamen n​och die Frauen u​nd Kinder. Allerdings w​urde bereits a​m 21. Juni 1703 d​as Werk v​on kaiserlichen Truppen i​m Zuge d​es Spanischen Erbfolgekriegs i​n Brand gesteckt u​nd völlig ruiniert.[9] Ab 1705 ordnete Graf Fieger d​en Wiederaufbau d​es Werkes an, a​ber es dauerte weitere fünf Jahre, b​is die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. 1776 w​urde das Eisenwerk verstaatlicht u​nd der Hofkammer unterstellt.[10] Nach mehreren Besitzerwechseln stellte d​as Eisenwerk a​n der Kiefer seinen Betrieb u​m 1880 ein.[11]

In Oberösterreich besaß d​ie Adelsfamilie Fieger v​on Hirschberg v​on 1636 b​is 1760 d​as Schloss Bergheim. Das Schloss w​ar als Heiratsgut d​er Christine Kammerer 1635 a​n Karl Fieger v​on Hirschberggekommen. Unter d​en Grafen Fieger w​urde Bergheim z​u einem Landschloss umgebaut. Durch d​ie Heirat d​er Gräfin Maria Anna Fieger m​it Graf Reichart Salburg 1787 g​ing Bergheim a​n diese Familie über.

Schloss Innersee i​n der Gemeinde Rottenbach w​urde 1635 v​on den Fiegern erworben u​nd nach e​inem Brand wieder hergestellt. 1679 k​am der Besitz a​ls Heiratsgut a​n die Willinger.

Schloss Rufling b​ei Leonding k​am 1755 a​n Graf Philipp Fieger, g​ing aber bereits 1764 a​n Maria Theresia Freiin v​on Pilati über.

Schloss Ottsdorf b​ei der Gemeinde Thalheim b​ei Wels g​ing 1764 zusammen m​it Schloss Dietach a​n die Grafen Fieger v​on Hirschberg über, k​am aber b​ald danach a​n Gottfried Graf Clam.

Schloss Tollet i​n der gleichnamigen Gemeinde k​am ebenfalls a​n den Grafen Fieger v​on Hirschberg, d​er es 1754 a​n Josef Freiherrn v​on Peckenzell weiterveräußerte.

Der Edelsitz Eiserne Hand i​n Linz k​am 1700 a​n den Tiroler Grafen Johann Carl Fieger v​on Hirschberg. Seit dieser Zeit h​at sich für d​ie Eiserne Hand d​ie Bezeichnung „Sitz“ eingebürgert. Franz Anton Ungnad v​on Weißenwolff h​atte Fiegers Güter zurück erworben u​nd den „Sütz Zur Eysern Hanndt“ a​n Georg Adam Krauß 1708 weiterverkauft.

Wappen

Wappen der Fieger von Friedberg

Das Stammwappen ist eine auf Rot aufrecht stehende schwarze Gams und Kleeblätter. Variation: Geviert mit Herzschild, darin in Blau ein silberner Bracke mit goldenem Halsbande (Amt des Erblandesjägermeisters in Tirol). In den Feldern 1 und 4 in Rot ein silberner ausgerissener Kleestängel mit zwei Blättern (Stammwappen); 2 und 3 in Silber eine schwarze Gams. Auf dem ersten gekrönte Helm mit rot-silbernen Decken ein Busch von schwarzen Straußenfedern, davor ein silbernes Kleeblatt. Der zweite gekrönte Helm mit blau-silbernen Decken wachsend der silberne Bracke mit goldenem Halsband. Der dritte gekrönte Helm mit schwarz-silbern Decken die schwarze Gams wachsend, am kammförmigen Rücken mit silbernen drei Kleeblättern Kugeln belegt, die mit schwarzen Federn bedeckt sind.

Wappen v​on 1460: Die schwarze m​it Gold bewehrte Gams k​ommt von d​em Wappen d​er Cammerer z​u Tawr, welches n​ach dem Erlöschen a​m 5. Juni 1472 m​it dem Fieger'schen Schilde vereinigt wurde.

Freiherrliches Wappen v​on 1642 u​nd 1734: Geviert. 1 u​nd 4 Stammwappen d​er Fieger. 2 u​nd 3 i​n Silber d​ie schwarze Gams. Zwei gekrönte Helme: 1. m​it rot-silbernen Decken d​as Stammkleinod. 2. m​it schwarz-silbernen Decken e​ine wachsende Gams m​it silbernem Kamm, dessen fünf Zacken m​it Hahnenfedern besteckt sind.

Das gräfliche Wappen 1694 u​nd 1736: Der freiherrliche Schild a​ls Rückschild m​it blauem Herzschild, d​arin ein silberner Bracke m​it goldenem Halsring (Erbland-Jägermeisteramt i​n Tirol). Drei gekrönte Helme: 1. u​nd 3. w​ie beim freiherrlichen Wappen. 2. m​it blau-silbernen Decken d​er wachsende Bracke. Schildhalter z​wei schwarze Gämsen.

Stammliste

NN[12]

  1. Heinrich Fieger zu Sparberegg in Hall, ⚭ 1217 Adelheid, Tochter des Leopold Mülßer von Klamm
    1. Hans Fieger zu Hall, 1296, ⚭ Maja von Teis,
      1. Heinrich von Fieger ist 1342-1355 der 11. Salzmaier in Hall ⚭ Elise von Baumkircher
      2. Christian Fieger zu Friedleben, 1336 in Wattens Richter auf Vellenberg, begraben in Kolsaß. 1369 Salzmaier in Hall, verkauft 1350 dem Georg Fieger Eigenleute und Güter, die seine Voreltern über hundert Jahre innehatten.
        1. Georg Fieger ⚭ 1396 Elisabeth, Tochter des Rudolf Grißmann von Fritzens und der Kordula von Niedermontan, bringt ihrem Ehemann den Edelsitz Aichberg zu.
          1. Jakob Fieger, Pfleger zu Friedberg ⚭ 1430 Magdalena von Götzens
            1. Hans Fieger in Hall, 1460 auf dem Grantner Sitz zu Thaur, ⚭ 1459 Barbara, Erbtochter des Peter Kämmerer von Thaur und der Agnes Granter. 1472 Hans Fieger geht von Hall nach Schwaz. Er besitzt einen Ansitz, der heute im Franziskanerkloster eingebaut ist und ein Wohnhaus im heutigen Orglerhaus in der Ludwig-Penz-Straße. Er stellt das Orglerhaus dem großen Arzt Paracelsus eine Zeit lang als Wohnstätte zur Verfügung. Paracelsus verbringt einige Zeit in Schwaz zur Ausbildung, um bei Sigmund Fieger die Kunst des Silberscheidens zu erlernen. Paracelsus, der sich sträubt, in Latein zu unterrichten, wird deswegen von seinen Kollegen als übler vagierender Säufer hingestellt. Und von seinen in deutscher Sprache gehaltenen Schriften wird behauptet, sie seien alle im Rausch geschrieben worden.
              1. Nikolaus Fieger von Hirschberg in Hall, Stammvater der Fieger von Hirschberg. 1490 Teilung in zwei große Linien Friedberg und Hirschberg
                1. Hans Fieger von Friedberg (bei Volders), erloschen am 2. Juli 1802 mit Johann Valerian Graf Fieger von Friedberg.
                2. Nikolaus Fieger von Hirschberg (bei Wenns) erloschen am 4. Nov 1849 mit Franz Anton Graf Fieger von Hirschberg.
                3. Sebastian Fieger von Hirschberg in Hall, mit Hirschberg belehnt, ⚭ Martha Petschmer von Rindheim (wieder vermählt mit Hildeprand von Spaur), Tochter des Balthasar Petschmer von Rindheim und der Anna Fröschl von Marzoll. 1515
                  1. Georg Fieger von Hirschberg, kaiserlicher Rat und Kämmerer, 41. Salzmaier zu Hall, * 1496, † 4. November 1568 in Innsbruck, begraben in Hall, ⚭ 1527 Ursula von Neidegg (* 29. Juni 1509, † 23. September 1570), Tochter des Eustach von Neidegg und der Katharina von Firmian.
                    1. Wilhelm Fieger von Hirschberg in Oberösterreich, ⚭ Barbara Kammerer von Hammerschlag und Bergheim.
                      1. (Georg) Carl Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau, Begründer der oberösterreichischen Linie, Sohn des Georg Fieger. 1. ⚭ Christina Cammerer, Erbtochter zu Bergheim. Carl erhält unter dem 12. Februar 1636 die Aufnahme in den oberösterreichischen Ritterstand und kauft das Gut Gneisenau im Mühlviertel. 2. ⚭ Cäcilia Schmidauer von Oberwallsee.
                        1. Hanns Ferdinand ⚭ 1680 Eva Johanna von Seeau.
                        2. Hanns Carl Fieger von Hirschberg zu Bergheim († 1707), ⚭ 9. Februar 1684 Anna Franziska Schrenk von Notzing,
                          1. Johann Christoph Josef
                          2. Zwillinge Adam und Johannes
                          3. Johann Philibert Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau, Oberwachtmeister, † 8. Oktober 1736 ⚭ Regina Antonia Freiin von Skrbensky, 1734 durch Kaiser Karl VI. in den Freiherrnstand erhoben. 1735 am 22. August in den oberösterreichischen Herrenstand aufgenommen und 1736 in den Grafenstand erhoben.
                            1. Carl Anton
                            2. Carl Anton Fieger von Hirschberg. 1. ⚭ Johanna Nepomucena Gräfin Des Fours zu Mont und Athienvill. 2. ⚭ Karolina Josefa Gräfin Colonna-Fels.
                              1. Franz de Paula Anton von Hirschberg, ⚭ 1794 Maria Gräfin von Salburg, die Bergheim neuerlich und Langenhalsen im Mühlviertel in die Familie bringt. 1802 Mitglied des alt rudolfinischen Herrenstandes Österreichs ob der Enns. † am 4. Januar 1849 zu Linz als Pächter des dortigen ständigen Theaters, letzter des Oberösterreichischen Zweiges.[13]
                                1. Luise (* 25. Juni 1800) Stiftsdame des adeligen Damenstiftes "Maria Schul (Nadace Maria Školské)" zu Brünn.
                          4. Johann Sigmund
                          5. Johann Ehrenwerth Carl Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau († 21. Januar 1769). Besitzer von Bergheim, Raitrat, 1. ⚭ 1735 Maria Annan Josepha Rosalia Campmiller von Metzburg, 2. ⚭ 1746 Maria Esther Gräfin von Hohenfeld, 3. ⚭ 1745 Maria Franziska Gräfin von Unverzagt. 1734 durch Kaiser Karl VI. in den Freiherrnstand erhoben. 1735 am 22. August in den oberösterreichischen Herrenstand aufgenommen. 1736 in den Grafenstand erhoben. Keine männlichen Nachkommen.
                        3. Hanns Ludwig Fieger von Hirschberg zu Gneisenau, ⚭ 20. Februar 1679 Maria Corona Schrenk von Notzing, eine Schwester seiner Schwägerin. Beide Söhne (1) Johann Constantin (2) Johann Anton sterben jung. Gneisenau geht an den Johann Graf Philibert.
                        4. Regina Maximiliana (Tochter des Georg Karl) Fieger von Hirschberg auf Bergheim und Gneisenau ⚭ Johann Karl Reichsfreiherr von Starzhausen.

Literatur

  • Hans Moser: Chronik von Kiefersfelden (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim, Hrsg. Albert Aschl). Verlag des Stadtarchivs Rosenheim, Rosenheim 1959.
  • Oswald Trapp; Magdalena Hörmann-Weingartner (Mitarbeiterin): Tiroler Burgenbuch. VII. Band – Oberinntal und Ausserfern. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 1986, ISBN 88-7014-391-0.
  • Siebmacher, Johann: Johann Siebmachers Wappen-Buch. Band 28. Die Wappen des Adels in Salzburg, Steiermark und Tirol. Faksimile-Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1701-1806. München: Battenberg. Bauer & Raspe: Neustadt an der Aisch, 1979.
  • Johann Georg Adam von Hoheneck: Die löblichen Herren, Herrenständ deß Ertz-Hertzogthumbs Oesterreich ob der Ennß. Band 1, Passau 1727, S. 100–104 books.google
Commons: Fieger family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Fieger
  2. Johann Siebmacher, 1701-1806, S. 15.
  3. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 190 .
  4. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 192.
  5. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 325.
  6. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 208.
  7. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 378.
  8. Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 66.
  9. Hans Moser, 1959, S. 240 und 290ff.
  10. Hans Moser, 1959, S. 511.
  11. Hans Moser, 1959, S. 684f.
  12. Stammliste auf Basis von Fieger, die Angaben sind nicht vollständig.
  13. Stammbaum des Grafen Franz Anton von Fieger in Ignaz Ritter von Schönfeld: Adels-Schematismus des Österreichischen Kaiserstaates, Wien 1825, Band 2, S. 193

Anmerkungen

  1. Diese Hauer arbeiteten im Schichtlohn, sie erhielten ihre Bezahlung je geleisteter Arbeitsschicht. In manchen Gegenden wurde den Herrenhauern der Arbeitslohn ganz oder teilweise in Form von Naturalien wie Lebensmittel, alkoholischen Getränken oder Haushaltswaren ausgezahlt. Diese Form der Entlohnung wurde als Pfenningswerthschaft oder Pfennwerthsbehandlung bezeichnet. Nach dieser Form der geldwerten Bezahlung, die so noch bis ins 18. Jahrhundert praktiziert wurde, wurden in einigen Gegenden die Schichtlöhner entlohnt. (Quelle: Heinrich Achenbach: Die deutschen Bergleute der Vergangenheit.)
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