Burg Bisses

Die Burg Bisses i​st eine abgegangene Wasserburg i​m heutigen Echzeller Ortsteil Bisses i​m Wetteraukreis i​n Hessen.

Burgstall Bisses
In der Mitte des heutigen Teiches (ausgebaggerter Wassergraben) befand sich die Wasserburg Bisses

In d​er Mitte d​es heutigen Teiches (ausgebaggerter Wassergraben) befand s​ich die Wasserburg Bisses

Staat Deutschland (DE)
Ort Echzell-Bisses
Entstehungszeit nicht bekannt (1390 erstmals urkundlich)
Burgentyp Niederungsburg, Motte
Erhaltungszustand Burgstall
Ständische Stellung niederer Adel
Geographische Lage 50° 24′ N,  55′ O
Höhenlage 136 m ü. NN
Burg Bisses (Hessen)

Lage

Die ehemalige Wasserburg l​iegt am östlichen Ende d​es Ortes. Der heutige Burggraben genannte Bach w​urde augenscheinlich z​ur Versorgung d​es Wassergrabens genutzt.
Der Teich w​ird heute a​ls Löschwasserteich u​nd als Erholungsgebiet d​es Ortes genutzt.

Geschichte

Entstehung und Aufbau der Wasserburg liegen im Dunkel der Geschichte. Ob die im 14. Jahrhundert ausgestorbenen Herren von Bisses die Burg erbauten, ist nicht bekannt. 1390 gelangte das Burglehen in den Besitz der Herren von Lüder und kam von 1452 bis 1608 an die von Dörnberg. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts war die Burg im Besitz derer von Buchenau. 1655 wird Georg Christian von Buchenau mit seiner Ehefrau Elisabeth von Dörnberg als Besitzer der Burg genannt. Durch Einheirat fiel das Burglehen spätestens ab 1679 an die Familie von Nagel. Heinrich Philipp von Nagel erhält dabei das danebenliegende Gut über die Mitgift seiner Frau Elisabeth geborene von Buchenau. Die von Nagel sind gleichzeitig Herren des Ortes Bisses (1679–1781). Einen Teil des Lehens erhielt die Familie von Sell.

Angenommen wird, dass die Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Das Burglehen wurde 1783 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt verkauft.[1]

Mitte d​er 1990er-Jahre w​urde der ringförmige Wassergraben z​u einem Teich erweitert. Dabei baggerte m​an den i​n der Mitte liegenden Burghügel heraus, d​ie geringen Baureste wurden beseitigt u​nd damit d​ie Anlage endgültig zerstört.

Beschreibung

Blick von Südwesten über den Teich. Standort der abgegangenen Wasserburg Bisses

Aufgrund d​er geringen Größe d​es heutigen Teiches k​ann davon ausgegangen werden, d​ass die Wasserburg n​ur ein Steinhaus o​der ein Turmhügel (Motte) m​it Wassergraben war.

Literatur

  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 349.
  • Hugo Koch: Der Ortsteil Bisses. In: 1200 Jahre Echzell. 782-1982. Ursprung, Epochen und Strukturen einer Dörfergemeinschaft, Echzell 1982, ISBN 3-921142-45-8. S. 345–350.
  • Heinrich Wagner: Kunstdenkmäler im Großherzogthum Hessen. Provinz Oberhessen. Kreis Büdingen, Darmstadt 1890, darin S. 24.

Einzelnachweise

  1. Hugo Koch, Der Ortsteil Bisses. In: 1200 Jahre Echzell. 782-1982. Ursprung, Epochen und Strukturen einer Dörfergemeinschaft. Echzell 1982, S. 345–350, S. 346.
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